Universität Augsburg Wintersemester 2000/2001 Phil. Fakultät I -Soziologie- Seminararbeit
Thema: Jugend in Verbänden und Organisationen
Seminar: Soziologie der Jugend
Verfasser: Thomas A. Ziegler
1. Einführung............................................................................
2. Die Wurzeln der Jugendarbeit........................................ 3
5 3. Struktur und Funktion der Jugendarbeit....................
3.1 Strukturmerkmale................................................................... 6
7 3.2 Aufgaben der Jugendarbeit....................................................
3.2.1 Jugendarbeit als sozialpädagogisches Handlungsfeld............... 7
3.2.2 Sozialisationsfunktionen nach Schefold..................................... 8
9 4. Das Ehrenamt in der Jugendarbeit...............................
Die Abhängigkeit der Jugendarbeit............................. 11 5.
5.1 Abhängigkeit vom Träger....................................................... 11
5.2 Jugendarbeit und Staat.......................................................... 11
6. Resümee............................................................................... 12
Literaturverzeichnis................................................................... 14
2
1. Einführung
Aller Unkenrufe zum Trotz, erweist sich der Organisiertheitsgrad der Jugendlichen insgesamt gesehen als relativ stabil 1 . Sicherlich mussten einige Jugendorganisationen wie parteipolitische oder umweltschützerische Verbände Einbußen hinnehmen. Der Großteil der Jugendverbänden erfreut sich aber großer Beliebtheit.
Jugendarbeit lässt sich aufteilen in „die organisierten Jugendgruppen und die staatlich geförderte Jugendarbeit/Jugendhilfe“ 2 . Ich werde in dieser Hausarbeit lediglich das Spektrum der organisierten Jugendarbeit durchleuchten.
Bevor ich mich mit der Struktur und Funktion der Jugendarbeit in Deutschland beschäftige (3.), werde ich zuerst auf die geschichtlichen Wurzeln eingehen (2.). Der 4. Abschnitt beschäftigt sich mit der Rolle des Ehrenamtes. Im Anschluss daran wird die Abhängigkeit der Jugendarbeit von Staat und Träger unter die Lupe genommen (5.) werden. Als Abschluss werde ich ein Resümee ziehen und die Perspektiven der Jugendarbeit aufdecken.
2. Die Wurzeln der Jugendarbeit
In der Bundesrepublik Deutschland gibt es heute eine Vielzahl von Jugendverbänden, die ein sehr breites Spektrum abdecken. Dieses reicht vom allseits beliebten Sportverein über freiwillige Hilfsorganisationen, kirchliche und politische Jugendarbeit bis hin zur Gewerkschaftsjugend. Ebenso gibt es Vereine die rein freizeitbezogen sind. Hierzu zählen zum Beispiel Theatervereine oder auch Musikbands.
Das Spektrum heutiger Jugendverbände lässt sich in Anlehnung an Klawe 3 im Wesentlichen auf drei historische Wurzeln zurückführen:
- kirchliche Träger oder auch soziale Gruppen gründeten bereits im 19. Jahrhundert Jünglings- und Gesellenvereine. Diese sollten die
1 Deutsche Shell (Hrsg.): Jugend 2000. Band 1. Opladen 2000, S. 275
2 Schäfers, B.: Soziologie des Jugendalters. 6. Auflage. Opladen 1998, S. 180
3 Klawe, W.: Arbeit mit Jugendlichen: Einführung in Bedingungen, Ziele, Methoden u. Sozialformen der Jugendarbeit. Weinheim und München 1991, S. 22
3
schädlichen Einflüsse der Urbanisierung und Industrialisierung auf die Jugendlichen verhindern.
- Die bürgerliche Jugendbewegung, die „nach neuen Lebensformen verlangt: nach unbeaufsichtigten, eigenständig gestalteten gemeinsamen >>Fahrten<< in die nähere und weitere ländliche Umgebung, nach Spiel, Lied und Tanz in der Natur, nach einer jugendgemäßen >>Kluft<< - nach Lebensformen, die gegenüber den als unerträglich empfundenen Lebensordnungen in Elternhaus und Schule einen Ausgleich bieten“ 4 . Die bekannteste Gruppierung von damals ist der „Wandervogel“.
- Die proletarische Jugendbewegung. Im Gegensatz zur bürgerlichen Jugendbewegung wandte sie sich nicht gegen die bestehenden Verhältnisse, sondern kämpfte für einen Zusammenschluss aller jugendlichen Fabrikarbeiter und Lehrlinge. Ziel war die Durchsetzung der Interessen dieser Jugendlichen (Jugendarbeitsschutzbestimmungen) gegenüber dem Betrieb.
Bis zum Beginn des II. Weltkrieges entwickelte sich aus diesen drei Wurzeln ein pluralistisches Geflecht an Jugendverbänden, das mit der Gleichschaltung aller Jugendgruppen im Dritten Reich abrupt endete. Von da an gab es für Jungen nur noch die Hitlerjugend (HJ) und für Mädchen den Bund deutscher Mädel (BDM).
„Nach 1945 wurde an die Wurzeln vor 1933 wieder angeknüpft; so erklärt sich die Pluralität heutiger Jugendverbandsarbeit" 5 . Heute gibt es in Deutschland circa 80 große Jugendverbände, jeweils mit Gliederungen auf der Landes-, Kreis- und Ortsebene. Die meisten sind im Deutschen Bundesjugendring (DBJR) zusammengeschlossen, dem vor Ort die Land-, Kreis- und Stadtjugendringe entsprechen 6 . Insgesamt waren 1999 in Deutschland 41,6 % aller Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren in einem Verband 7 . Dies entspricht in etwa 3,8 Mrd. Jugendlichen.
Wie bereits angesprochen blieb diese Anzahl über Jahre hinweg relativ konstant. Jedoch gab es bei der Entwicklung sowohl Gewinner als auch
4 März, F.: Personengeschichte der Pädagogik. Idee - Initiativen - Illusionen. Bad Heilbrunn / OBB.
1998, S. 569
5 Klawe, W.: Arbeit mit Jugendlichen. a.a.O., S. 22
6 Ebenda, S. 22
7 Deutsche Shell(Hrsg.): Jugend 2000, a.a.O., S. 275
4
Quote paper:
Dipl. Päd. (Univ.) Thomas Ziegler, 2001, Jugend in Verbänden und Organisationen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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