Inhaltsverzeichnis
Vorwort 3
1 Einleitung und Fragestellung 3
2 Hauptteil 4
2.1 Der Umgang mit (Grund-) Ängsten in der modernen Gesellschaft 4
2.1.1 Abwehrmechanismen von (modernen) Ängsten 5
2.1.2 Moderne Sicherheitsansprüche und Ängste dadurch. 6
2.2 Mögliche Quellen der Tendenz zur kühlen Gesellschaft 8
2.2.1 Grundlegende gesellschaftliche Betrachtungen 8
2.2.2 Exkurs - die deutsche Nachkriegszeit. 8
2.3 Neue Chancen und Risiken moderner Beziehungsformen 9
2.4 Beziehung und Rolle von Frau und Mann in der Moderne. 12
2.5 Die traditionelle Ehe im Wandel der modernen Gesellschaft 14
2.5.1 Das bessere Image des „Singles“ in der Moderne 15
2.5.2 Der Preis der modernen Freiheit 16
3 Schlussteil 17
3.1 Zusammenfassung 17
3.2 Schlussfolgerungen 19
Literaturverzeichnis 20
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Vorwort
Ich habe ein ausgewogenes Verhältnis zwischen weiblicher und männlicher Schreibweise gewählt. Einerseits, um das Mehr an weiblichen Arbeitnehmerinnen in den sozialen Berufen zu würdigen und andererseits, um die Identifikation des jeweiligen Geschlechts mit dem Text zu erleichtern. Die in diesem Text formulierten Thesen und Annahmen beziehen sich in erster Linie auf die deutsche Gegenwartsgesellschaft.
1 Einleitung und Fragestellung
In der Moderne wurden die traditionellen Muster sozialer Beziehungen weitgehend aufgelöst und somit das Individuum zu einem Grat der Selbst- organisation seines sozialen Lebens gezwungen, wie es in diesem Umfang vorher noch nie da gewesen war (Szczesny-Friedmann 1994, 10). Ist dies aber gleichzeitig der Auslöser der Tendenz zu einer kühleren Gesellschaft in der Moderne? Also dahingehend, dass das moderne Individuum jeder Beziehung, die keinen unmittelbaren Nutzen verspricht, die „kalte Schulter zeigt“? Dem möchte ich weiter auf den Grund gehen, indem ich schrittweise einzelne Beziehungsformen und Einflussgrößen von modernen Menschen beleuchte. Neben den Einflüssen, Ansätzen und Themen von: Sozialem Wandel durch Modernisierung, Sozialen Milieus, Grundannahmen der Erlebnisgesellschaft, Strukturwandel in der Familie, die im Rahmen des Seminars „Soziologie von Partnerschaftsbeziehungen“ eingehend diskutiert wurden, möchte ich auf Basis des Buches: „Die kühle Gesellschaft - Von der Unmöglichkeit der Nähe“, von Claudia Szczesny-Friedmann, vor allem die ebenfalls im Seminar bereits diskutierten psychologischen und soziologische Erkenntnisse über Grunde von Individualisierung und Wertewandel und Folgen sozialer Veränderung in unserer heutigen modernen Gesellschaft bearbeiten. Ich will sie dabei noch genauer beleuchten und detaillierter darstellen. Strukturell werde ich folgendermaßen vorgehen: Zunächst gibt es bei Menschen eine Grundangst zu überwinden, um z. B. tragfähige Beziehungen herstellen zu können. Diesen psychologischen Aspekt
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möchte ich zuerst beleuchten, da er unabhängig von Kulturen und Entwicklungshöhen eines Volkes oder des Einzelnen existiert (Riemann 2003, 7). Weiterhin betrachte ich allgemeine Veränderungen, die zur modernen Gesellschaft führten, wie die Beziehung von Mann und Frau mit ihren ganz speziellen Ausprägungen und Aufgaben, die womöglich auch zur modernen Kühle beiträgt. Ich betrachte auch spezielle Formen von Beziehungen, wie die Ehe, welche als traditionelle Beziehungsform bis heute überlebte, sich aber in der Moderne verändert hat und die Individualisierung für Menschen einfacher zu machen scheint. Zum Schluss hoffe ich durch die Verbindung dieser Teile auf eine Antwort.
2 Hauptteil
2.1 Der Umgang mit (Grund-) Ängsten in der modernen Gesellschaft
Viele Menschen in unserer heutigen Gesellschaft wollen sich nicht eingestehen, dass wir heutzutage in einer sehr bedrohlichen Welt leben (ebd.). Im Bezug auf die sozialen Fragen, wird dem nicht genug Beachtung geschenkt, dass wir immer mehr Menschen ausgrenzen, da sie im Bezug auf „Normalitätskriterien“ zu stark abweichen (ebd.). So sind sie etwa zu jung, zu alt oder zu krank (ebd.). Oder sie haben einen unterdurchschnittlichen Ausbildungsgrad, sind nicht anpassungsfähig genug, zu durchschnittlich oder zu exzentrisch (ebd.).
Nicht wie es in traditionellen Gesellschaften der Fall ist, steht es von vornherein fest, welchen Stand der oder diejenige in der Gesellschaft einnimmt, sondern es entscheidet sich für jeden Einzelnen immer wieder neu, individuell, ob das soziale Leben oder der soziale Tod bevorsteht (ebd., 115). Mit einem zu starken Abweichungsgrad droht die Gefahr, aus der Geborgenheit des Dazugehörens herauszufallen, was dann Einsamkeit und Isolierung bedeuten kann (Riemann 2003, 13). Wir stecken hier in einem „modernen Konflikt“, da es uns durch den Individuationsprozess einerseits vorgegeben ist, zu eigenständigen Individuen heranzuwachsen und durch die modernen Normalitätskriterien andererseits vorgegeben wird, eher im Kollektiven, im typischen Rahmen zu bleiben (Riemann 2003, 13). Mit dem Verschwinden von traditionellen sozialen Bindungen und Beziehungen, schwächt sich eine „Wir-Identität“ ab, die uns zumindest in einem begrenztem Raum Schutz bot, bis zu dem Punkt, dass alle „anderen“ Menschen
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nur noch als potentiell gefährdend eingestuft werden und ein ständiges Misstrauen aufrecht erhalten werden muss (Szczesny-Friedmann 1994, 117). Dies versetzt uns in einen Zustand von permanenter Angst vor Anderen (ebd., 114).
2.1.1 Abwehrmechanismen von (modernen) Ängsten
Eine Reaktion auf die eben beschriebene permanente Angst besteht z. B. darin, das Anderssein von anderen Menschen zu leugnen und sich selbst weitestgehend ähnlich machen zu wollen, um sich schließlich nur noch sich selbst zu begegnen (ebd.). Aber auch diese illusorischen Methoden sind kraftraubend, was den Energiehaushalt betrifft (ebd.). Zudem sollten diese Illusionen skeptisch betrachtet werden, da sie nicht der Wirklichkeit menschlichen Seins entsprechen (Riemann 2003, 7).
Bei einer stetigen Zunahme der Weltbevölkerung, wächst die Angst des Individuums, von anderen übertroffen zu werden und zugleich der Neid auf die anderen, die erfolgreicher waren (ebd., 117f). Alle Erlebens- und Erfahrungsbereiche des modernen Individuums sind davon beeinflusst (ebd., 118). Ein weiteres Zusammenrücken, dadurch dass immer mehr Menschen auf gleich großem Raum Platz finden müssen, beflügeln nicht etwa Gefühle der Solidarität, sondern werden eher als bedrohlich aufgefasst (ebd.). Dabei entstehen bei den Menschen Formen von Aggressivität, die Angriffs- und Fluchttendenzen auslösen (ebd.). Bei der Unmöglichkeit von Angriff oder Flucht, wird gerne die Taktik „andere zu ignorieren“ angewandt, so z. B. mit der Vermeidung von Augenkontakt (ebd.). Eine weitere Kennzeichnung, andere zu ignorieren, zeigt sich durch Teilnahmslosigkeit am öffentlichen Leben der Massengesellschaften (ebd.). Aufgrund des Konkurrenzdrucks zwischen den Menschen, kommt es immer wieder zu Situationen, dass Fremde nicht ignoriert werden können, sondern die feindliche Nähe, ohne „Ignorationsmöglichkeit“, bewusst ausgehalten werden muss (ebd.). Hier kommt es mitunter zu Schlüsselmomenten für das innere Gleichgewicht von Individuen (ebd.). Je feindlicher die soziale Umwelt wird, desto leichter verwischt die Wahrnehmung für das Individuum, ob es sich um ein Angsterlebnis seiner selbst handelt, das womöglich realistisch eingeschätzt wird, genauso könnte es aber auch eine Projektion der eigenen Hass- und Neidgefühle sein (ebd., 118f).
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Die eigene Unfähigkeit, genau definieren zu können, wo die Angst letztendlich herkommt, versetzt das Individuum in einen Zustand permanenter Angst oder ängstlicher Erregung (ebd., 119). Da sich zwischenmenschliche Feindseligkeiten nicht vollends verschweigen lassen, wird meist der eigene Anteil daran übersehen. Somit wird die Furcht vor dem Anderen sozusagen verdoppelt, da wir unsere auch noch selber im anderen Fürchten (ebd.). Bei aller Gemeinsamkeit von Angst ist es jedoch so, dass Angst immer eine persönliche Prägung hat, die es nur geben kann, wenn sie von einem bestimmten Menschen erlebt und gespiegelt wird (Riemann 2003, 9).
2.1.2 Moderne Sicherheitsansprüche und Ängste dadurch
Das von der modernen sozialen Ordnung ausgegebene Credo lautet, einen größtmöglichen Abstand von möglichen Gefahrenquellen einzuhalten und Ängste nicht zu bewältigen, sondern sie nach Möglichkeit zu verdrängen bzw. mit ihnen zu leben (ebd.). Die moderne Taktik heißt also der Auseinandersetzung mit Ängsten möglichst auszuweichen, was in anderen Worten eine Stagnation in unserer individuellen Weiterentwicklung bedeutet (Riemann 2003, 9). Eine fruchtbare Angstverarbeitung z. B. durch Konfrontation ist gesellschaftlich nicht anerkannt (Riemann 2003, 8).Wer sich dennoch z. B. aus Angstlust oder aus Gründen der Angstüberwindung Risiken aussetzt, ist für die moderne Gesellschaft selbst ein Risiko, da die Angst dort ihre disziplinierende Wirkung verloren hat (Szczesny-Friedmann, 141). Schon bei der Erziehung von heranwachsenden Menschen, wird dieser bereits beschriebene Umgang mit Angst, in der modernen Gesellschaft durch Konditionierungsvorschriften eingeimpft (ebd.). Ursprünglich aktive und aggressive Lustäußerungen des jungen Menschen werden in eine gesittetere Lust am Zuschauen umgewandelt (Berkman zit. n. Szczesny-Friedmann 1994, 141). Der Prozess der Zivilisation besteht hier also simpel ausgedrückt darin, dass aus Akteuren Zuschauer gemacht werden (ebd. 141f). Eine gravierende Nebenwirkung dieses bereits beschriebenen Umgangs mit Ängsten und Lüsten etc. ist, dass die so disziplinierten Menschen Gefühle bekommen, wie am eigenen Leben nur als Nebendarsteller beteiligt zu sein und
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Arbeit zitieren:
Tom Reimer, 2009, Woher kommt in der Moderne die Tendenz zur kühlen Gesellschaft?, München, GRIN Verlag GmbH
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