Inhaltsverzeichnis
1 George Lucas „Star Wars“ einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten 3
2 Begriffsbestimmung „science fiction“ und Einordnung von „Star Wars - A new hope“ 4
3 Merkmale des Science Fiction-Genres in „Star Wars - A new hope“ 6
4 Science Fiction als Balanceakt 9
5 Literaturangaben 11
2
1 George Lucas „Star Wars“ - einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten
Als George Lucas` Film „Star Wars“ (später „Star Wars - A new hope“; deutscher Titel: „Krieg der Sterne - eine neue Hoffnung“)1977 in den USA in die Kinos kam, lief er nur in gerade mal 32 Kinos an, da man nicht mit einem großen Erfolg gerechnet hatte. Innerhalb einer Woche belief sich das Einspielergebnis von Star Wars auf drei Millionen Dollar, und das trotz dieser geringen Anzahl der Kinos. Daraufhin ließ die Verleihfirma 20th Century Fox weitere Kopien anfertigen und belieferte damit so viele Kinos wie nur möglich war. Die Folge war, dass Star Wars so schnell wie kein anderer Film zuvor die 100-Millionen-Dollar-Grenze erreichte und auf Platz eins der erfolgreichsten Filme aller Zeiten schoss. Schließlich folgten die beiden Teile „The Empire Strikes Back“ (1980) und „Return of the Jedi“ (1983). Zusammen bilden diese drei Teile eine in sich abgeschlossene Trilogie. Berücksichtigt man die Einspielergebnisse der Special Edition von 1997, in welcher einige überarbeitete Sequenzen präsentiert werden, und die gesamten Einnahmen durch Merchandising-Produkte., so lässt sich erklären, wieso Star Wars auch heute noch unter den Top Drei der erfolgreichsten Filme aller Zeiten zu finden ist. 1 1999 kam ein weiterer Teil der Star Wars - Saga in die Kinos. „Episode 1: The Phantom Menace“ wurde der erste Teil einer weiteren Trilogie, die vor der Handlung der älteren Trilogie spielt, in der Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten jedoch nur auf dem sechsten Platz landet. Daraus wird deutlich, dass Star Wars auch 22 Jahre nach seiner Entstehung nichts an seiner Popularität eingebüßt hat. Der immense Erfolg des ersten Films von 1977 führte letztlich dazu, dass Star Wars mehr ein soziales Phänomen wurde als ein bloßer Film. 2 Doch die Popularität stellt kein ausschließliches Produkt einer extremen Merchandising-Kampagne dar, sondern sie ist bereits in der Struktur des Films angelegt. Die narrative Struktur von Star Wars beruht auf der althergebrachten mythologischen Erzählstruktur. Mythenforscher Joseph Campbell definierte diese Struktur 1949 folgendermaßen: „Der Heros verlässt die Welt des gemeinen Tages und sucht einen Bereich übernatürlicher Wunder auf, besteht dort fabelartige Mächte und erringt einen entscheidenden Sieg, dann kehrt er mit der Kraft, seine Mitmenschen mit Segnungen zu versehen, von seiner geheimniserfüllten Fahrt zurück.“ 3
Die Verwendung der Mythologie und deren Erscheinungsformen in Star Wars soll allerdings nicht Gegenstand dieser schriftlichen Arbeit sein. Vielmehr beschränke ich mich auf die
1 http://www.insidekino.de/USAJahr/USAAllTime100.htm (Stand: 14.10.2008)
2 DVD-Family-Box: Star Wars Trilogie; Star Wars IV Eine neue Hoffnung; Audiokommentar; Lucasfilm Ltd. & TM; Twentieth Century Fox Home Entertainment Deutschland GmbH, Frankfurt/Main (2005)
3 Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten; Insel-Verlag, Frankfurt; 4. Aufl. (April 1999), S. 53
3
Einordnung des Filmes in das Science Fiction-Genre. Notwendig ist daher zunächst eine kurze Beschreibung des Science Fiction-Films.
2 Begriffsbestimmung „science fiction“ und Einordnung von „Star Wars
- A new hope“
Laut Thomas P. Weber entstand die Urform der Science Fiction im Jahr 1926 unter dem kurzlebigen Namen „scientifiction“. Hugo Gernsback, Herausgeber der „Amazing Stories“ beschrieb in der ersten, auf April datierten Ausgabe der Zeitschrift, was er von der neuen literarischen Gattung erwartete: „Geschichten der Art, wie Jules Verne, H.G. Wells und Edgar Allan Poe sie schrieben - eine bezaubernde Erzählung vermischt mit wissenschaftlichen Tatsachen und prophetischer Vision.“ 4 Die Umschlagbilder, die in Zusammenarbeit mit dem Architekten Frank R. Paul entstanden und von dessen urbanen und technischen Zukunftsphantasien profitierten, prägen die Bildwelt der Science Fiction bis heute. 1929 verlor Gernsback die Kontrolle über „Amazing Stories“ und ersetze in seinem neuen Projekt „Science Wonder Stories“ den schwerfälligen Begriff „scientifiction“ durch den eingängigeren „Science Fiction“. In den folgenden Jahren eroberte dieser Begriff zuerst die USA und später die ganze Welt. Für das Science Fiction-Genre waren also die zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts besonders prägend. Beigetragen haben dazu vor allem Leserbriefkolumnen in „Amazing Stories“ und in den erstmals aufkommenden Fanzeitschriften, in denen die meist junge, männliche Leserschaft über die neue Gattung debattieren konnte. Allerdings zeigten sich die Leser nicht im Geringsten interessiert an den formellen und erzählerischen Neuerungen des literarischen Modernismus, der die Subjektivität der Wahrnehmung in den Mittelpunkt stellt. 5 An ihm arbeiteten unter anderem Autoren wie James Joyce oder Virginia Woolf. Doch trotz aller Engstirnigkeit der Rezipienten, schaffte die „science fiction“ den Sprung in die Welt der literarischen Gattungen und verschaffte sich mit Hilfe von Vorreitern wie Gernsback oder seinem Nachfolger John W. Campbell Jr. Eine eigene Identität. Das zeigte sich jedoch erst etwa 30 Jahre später, als der Verlag Ballantine Books Bücher offen als Science-Fiction kennzeichnete. In Deutschland erschien die erste aus dem Amerikanischen übersetzte Science Fiction-Reihe 1952 im Düsseldorfer Karl Rauch Verlag unter dem Namen „Rauchs Weltraumbücher“. Der Begriff „Science Fiction“ wird in Deutschland erst ab der Mitte der fünfziger Jahre mit der Veröffentlichung von Werken wie „Utopia“, „Terra“ oder „Perry Rhodan“ bekannt.
4 Thomas P. Weber: Science Fiction; Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt/Main (November 2005), S. 3
5 Thomas P. Weber: Science Fiction; Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt/Main (November 2005), S. 123
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Quote paper:
Nina Schuster, 2008, „Star Wars IV – A new hope“ als Werk des Science Fiction-Genres, Munich, GRIN Publishing GmbH
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