Inhaltsverzeichnis
1. E i n l e i t u n g 3
2. Historischer Abriss der Ereignisse um 68 v.Chr. bis 63 v.Chr. 4
3. Interpretation der Kapitel 21 - 26 in Bezug auf historische Widersprüche 4
3.1 Kapitel 21 4
3.2 Kapitel 22 6
3.3 Kapitel 23 8
3.4 Kapitel 24 9
3.5 Kapitel 25 10
3.6 Kapitel 26 10
4. Z u s a m m e n f a s s u n g 1 2
L i t e r a t u r v e r z e i c h n i s 1 3
2
1. Einleitung
Das Geschichtswerk „Die Verschwörung des Catilina“ von Gaius Sallustius Crispus 1 hat aufgrund seiner historischen Fehlbarkeiten in der Forschung eine besondere Stellung eingeräumt bekommen. Es aber wegen seiner Wahrheitsfälschung als „Gruselroman“ 2 zu beschreiben, wie es Flach tat, scheint übertrieben zu sein.
Der röm. Geschichtsschreiber Sallust stellt in seinem Werk, das um 42 v.Chr. entstand 3 , den Verfall der römischen Tugenden innerhalb der römischen Nobilität dar. Dazu bedient er sich Catilina, eines aus vornehmer, aber verarmter Familie stammenden, ungehobelten Mannes, der durch sein tugendloses Verhalten eine Gefahr für den römischen Staat darstellt. Grundlage dieses Werkes sind die Ereignisse in Rom um 64 und 63 v.Chr.
Aufgrund der antiken Forderung, dass in einem Geschichtswerk historischer Stoff kunstvoll ausgestalten sein soll, 4 stellt Sallust Catilina als Anführer der Verschwörung in den Mittelpunkt seines Werkes. Dies führt zum einen dazu, dass das Werk - an eine Person gebunden - wesentlich aufregender und spannender wirkt 5 , und zum anderen, dass Sallust einige chronologische Ungenauigkeiten festhielt, wodurch die Verschwörung langanhaltender und ansteigend gefährlicher dargestellt werden konnte.
Im Folgenden soll der historische Ablauf in den Jahren 64/63 v.Chr. dargestellt werden. Anschließend werden aus den Kapiteln 21 - 26 einzelne Passagen vorgestellt, die auf zeitliche Abweichungen untersucht werden. In Bezug darauf wird die Darstellung Sallusts zum einen mit seinem eigenen Werk verglichen, zum anderen wird Bezug auf Werke von Cicero, Plutarch und Florus genommen, die ebenfalls von den Ereignissen jener Zeit berichteten. Stilistische Aspekte werden nur im Zusammenhang mit der in folgenden aufgezeigten Fragestellung behandelt.
Anhand der chronologischen Fehler, die in der „Verschwörung des Catilina“ enthalten sind, stellt sich die Frage, ob Sallust aufgrund mangelnder und falscher Quellenanalyse unbeabsichtigt Widersprüche erzeugt, oder ob er bewusst Unstimmigkeiten in die Handlung einbaut, um das Werk in eine bestimmte Richtung zu lenken und die Fehler als eine Art
1 Crispius, Gaius Sallustius: „de coniuratione Catilinae“...
2 Flach, S.113 (1985) Æ zitiert nach Ledworuski, Gabriele: Historiographische Widersprüche in der
Monographie Sallusts zur Catilinarischen Verschwörung, Peter Lang Verlag, Berlin/Frankfurt 1994 (= Studien
zur klassischen Philologie 89).S.20.
3 Vgl. Lexikon der Weltliteratur. Fremdsprachige Schriftsteller und anonyme Werke von den Anfängen bis zur
Gegenwart, hrsg. von Gerhard Steiner, Volksverlag, Weimar 1963, S.600.
4 Vgl. G. Sallustius Crispius: Werke und Schriften: lateinisch-deutsch/Sallust, hrsg. von Wilhelm Schöne und
Werner Eisenhut, Tusculum, München 1969.
5 Vgl. Seel: Sallust, Von den Briefen ad Caesarem zur coniuratio Catilinae, o.V.,Leipzig 1930
3
Stilmittel verwendet. Im Anschluss an die Untersuchung der einzelnen Kapitel wird versucht, diese Frage zu lösen.
Vor allem seit der Mitte des letzten Jahrhunderts wurde sich intensiv mit dieser Problematik auseinander gesetzt. Besondere Beachtung finden dabei die Arbeiten von Vretska 6 , Ledworuski und Schöne/Eisenhut 7 , die für diese Arbeit auch als Grundlage der Auseinandersetzung dienen sollen.
2. Historischer Abriss der Ereignisse um 68 v.Chr. bis 63 v.Chr.
Im Jahre 68 v.Chr. wird Catilina zum Praetor ernannt und im darauffolgendem Jahr als Propraetor in die römische Provinz Africa geschickt, wo er seine Machtstellung ausnutzt und sich mehr als bereichert. Aufgrund dieses Delikts wird in Rom gegen ihn ein Repetunden-Verfahren eingeleitet, dass ihm nicht erlaubt, sich 66 v.Chr. für das Konsulat zu bewerben. Auch im Jahre 65 v.Chr. ist ihm eine Bewerbung nicht möglich, da in dem Verfahren gegen ihn noch keine Entscheidung getroffen ist. Erst nach Bestechung der Richter erlangt Catilina einen Freispruch, der ihm erlaubt, sich für das Konsulat 63 v.Chr. zu bewerben. In dem Wahlvorgang im Juli werden allerdings Cicero und Antonius gewählt. Daraufhin bewirbt sich Catilina abermals für das Konsulat im Jahre 62 v.Chr. Sein Hauptgegner ist nun Cicero, der bei dieser Wahl wiederum gewinnt. Im Anschluss an die erneute Niederlage Catilinas beginnt dieser, Angriffe auf Cicero vorzunehmen, die allerdings ohne Erfolg bleiben. Darauffolgend beginnt Catilina die offene Erhebung. Dabei verteilt er einen Teil der Verschwörer in ganz Italien, um dort Truppen aufzustellen. Jedoch wird durch Curius - einen Mitverschwörer -und dessen Geliebte Fulvia die Verschwörung im Oktober 63 v.Chr. verraten, woraufhin der Senat das „senatus ultimum consultum“ erlässt. 8
3. Interpretation der Kapitel 21 - 26 in Bezug auf historische Widersprüche
3.1 Kapitel 21
Im Anschluss an die Rede Catilinas im Kapitel 20 muss dieser auf die Konditionen für seine Verschwörung eingehen, die durch die Zweifel der Genossen gefordert werden. Dies wird
6 Vretska, Karl: Sallust. De coniuratione Catilinae, Universitätsverlag, Heidelberg 1976.
7 Schöne/Eisenhut, Sallust, „Zwar ist die Wahrheit in Sallusts Werk nicht verfälscht, aber die Tragfähigkeit,
Unfähigkeit, Habsucht und Verworfenheit der Nobilitätsclique werden grell beleuchtet“, S. 470
8 Vgl. C. Sallustius Crispus: Coniuratio Catilinae, hrsg. von Helge Wilhelm Seemann, 4.Auflage, Cornelsen,
Frankfurt 1991, S. 13. Seemann sagt, dass es am 21.10. 63 v.Chr. erlassen wurde.
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Arbeit zitieren:
Jessica Aniol, 2006, Historiographische Widersprüche in der „Verschwörung des Catilina“ von Sallust Kapitel 21 - 26, München, GRIN Verlag GmbH
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