Xenophanes uns das Göttliche
vorgelegt von: Sindia Schuster
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – Wer war eigentlich Xenophanes?
2. Xenophanes’ grundlegende philosophische Überlegungen – Theologie & Kosmologie
3.Xenophanes’ Religionskritik und Gottesauffassung
3.1 Die Kritik am Anthropomorphismus
3.2 Xenophanes’ Vorstellungen des Göttlichen
3.3 Welche Intention hatte Xenophanes bei seinen theologischen Überlegungen?
4. Resümee – Xenophanes und die universell einsetzbare Idee des Göttlichen
5. Literaturverzeichnis
1.Wer war eigentlich Xenophanes?
Xenophanes, ein bedeutender vorsokratischer Philosoph, wurde um 570 v. Chr. im ionischen Kolophon geboren.1 Dort verbrachte er auch seine Kindheit und Jugend. Doch im Alter von 25 Jahren verließ Xenophanes seine Heimat und wanderte nach Unteritalien aus. Dort lebte er bis zu seinem Tod im Jahre 475 v. Chr..2 Jedoch war dieses Auswandern wohl nicht ganz freiwillig. Xenophanes stammte angeblich aus einem guten Elternhaus, konnte allerdings in nicht Kolophon bleiben, da die dort ansässigen Griechen fortwährend von Lydern und Persern belästigt wurden. Somit ging Xenophanes zunächst nach Sizilien und ließ sich später dann hauptsächlich in dem Ort Elea nieder. Dort verbrachte er auch seine Blütezeit, welche etwa um die Jahre 540 bis 537 v. Chr. gewesen sein muss.3 Die Frage, ob Xenophanes einen Lehrer hatte, ist umstritten. Sicher ist aber, wenn er, wie Theophrast sagt, ein Schüler des Anaximander war, er von diesem nicht allzu viel übernommen hat. Denn Xenophanes schlug, wie sich später herausstellen wird, einen etwas anderen Weg ein, als sein angeblicher Lehrer. Weiterhin wird behauptet, dass Xenophanes zwar nicht so vielseitig interessiert war wie Pythagoras, aber stattdessen weitaus mehr Widerstand leistete als dieser. Xenophanes gilt bis heute als äußerst kritischer Denker. Er zweifelte sämtliche Facetten des Lebens an und begnügte sich nicht mit traditionellen Begründungen des Seins, sei es von Seiten der Kunst oder von Seiten der Religion. Besonders die Religion im antiken Griechenland erschien ihm sehr kritikwürdig. Daher bestand sein Hauptanliegen auch darin, diese Religion aufs Schärfste anzugreifen und ihre Schwachstellen aufzuführen.4 Ein erwähnenswerter Aspekt bezüglich Xenophanes’ Bedeutsamkeit ist weiterhin, dass man ihn weniger zu den Denkern zählte, sondern vielmehr zu den Dichtern. Jedoch ist man sich nicht sicher ob Xenophanes nun von Beruf ein sog. Rhapsode war,5 der Gedichte bspw. von Homer referierte, oder ob er ausschließlich nur die von ihm selbst verfassten Gedichte bei Festen vortrug6. Sicher ist aber, dass er eigene Gedichte rezitierte. In diese ließ er auch die damaligen Gedanken der Philosophen über das Sein und das Werden der Welt einfließen. Damit trug auch Xenophanes, obwohl er ursprünglich eigentlich Dichter war, zur Entwicklung des Denkgeschehens mit bei. Die, von Xenophanes verwendete, Form des sog. Lehrgedichts wurde nun auch als eine mögliche Art angesehen, um philosophische Inhalte zu vermitteln.7 Die Verwendung dieser poetischen Ausdrucksweise, welche auch die typische Darstellungsweise der Mythen war, hatte aber keineswegs eine Rückbesinnung auf die mythisch – kosmologische Weltdeutung zur Folge. Zwar handelten Xenophanes’ Werke durchaus vom Göttlichen, weshalb er wohl auch die Gedichtform verwendete, aber das heißt nicht, dass er damit zugleich in den Mystizismus seiner Vorgänger Homer oder Hesiod verfiel. Vielmehr nutze er die poetische Art und Weise, um seine kritisierende Inhalte bezüglich der damals herrschenden Gottesvorstellungen spötterisch darzustellen und somit jene anzugreifen. Denn Xenophanes war keineswegs ein Anhänger der mystischen Weltdeutungen, sondern sehr stak von der ionischen Naturphilosophie beeinflusst.8 Er wird heute nicht nur bezüglich seiner Darstellungsweise als revolutionär eingeschätzt, sondern auch in Bezug auf seine inhaltlichen Themen. Auf seine Gedanken griff später dann Parmenides zurück und auch die sog. eleatische Schule hätte es ohne Xenophanes wohl nicht gegeben.9
2. Xenophanes’ grundlegende philosophische Überlegungen – Theologie & Kosmologie
[...]
1 vgl. Mansfeld, Jaap, Die Vorsokratiker I. Stuttgart 1999, S.204.
2 vgl. Mansfeld, Jaap, Die Vorsokratiker I. Stuttgart 1999, S.204.
3 vgl. Schadewaldt, Wolfgang, Die Anfänge der Philosophie bei den Griechen, Frankfurt am Main 1978, S.295.
4 vgl. Althaus, Horst, Götter, Dichter und Atome, Bonn 1990, S.59.
5 vgl. Schadewaldt, Wolfgang, Die Anfänge der Philosophie bei den Griechen, Frankfurt am Main 1978, S.294f.
6 vgl. Kirk, Geoffrey, Raven, John, Schofield, Malcolm, Die vorsokratischen Philosophen, Stuttgart, Weimar 1994, S.179.
7 vgl. Schadewaldt, Wolfgang, Die Anfänge der Philosophie bei den Griechen, Frankfurt am Main 1978, S.294f.
8 vgl. Mansfeld, Jaap, Die Vorsokratiker I. Stuttgart 1999, S.205.
9 vgl. Schadewaldt, Wolfgang, Die Anfänge der Philosophie bei den Griechen, Frankfurt am Main 1978, S.294f.
Arbeit zitieren:
Sindia Schuster, 2003, Xenophanes und das Göttliche, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Sandmann - Stationen des Wahnsinns
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 25 Seiten
Religiöse und weltliche Erotik im Barock
Vergleich von Schefflers „Sie ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 17 Seiten
"Immer am Trapez, immer Tochter der Luft" - Zur Bedeutung de...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Quellenberufungen und die Gleichsetzung von Erzähler-Ich und handelnde...
Zur Autorisierung von Perspekt...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 20 Seiten
Der weiße Rosendorn. Ein Märe von Bescheidenheit und Verschwiegenheit
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Zwischenprüfungsarbeit, 20 Seiten
Die Suche nach der gerechten Z...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 19 Seiten
Zur Unterscheidung der Wortarten Adjektiv und Adverb in adverbialem Ge...
Hauptseminararbeit, 24 Seiten
Die Intention des Seneca in der Apocolocyntosis
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 16 Seiten
E.T.A. Hoffmanns 'Der goldene Topf' und die Hermeneutik des Se...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 31 Seiten
Die Rede des Augustus (Seneca, apocol. 10-11)
Klassische Philologie - Latinistik - Literatur
Referat (Ausarbeitung), 22 Seiten
'Sind es Blicke? - sind es Worte? - ist es Gesang?' Wahrnehmun...
Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
Zwischenprüfungsarbeit, 52 Seiten
Gregorius Leben auf der Klosterinsel und seine Entscheidung für das Ri...
Seminararbeit, 26 Seiten
Die Wahnvorstellungen des Nathanael in E.T.A. Hoffmanns Nachtstück ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 31 Seiten
Die Semantisierung des Raumes in Gerhart Hauptmanns "Bahnwärter T...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 27 Seiten
Fakultative und obligatorische Ergänzungen - Notwendige oder vergeblic...
Seminararbeit, 30 Seiten
Sindia Schuster hat den Text Xenophanes und das Göttliche veröffentlicht
Sindia Schuster hat einen neuen Text hochgeladen
Die Vorsokratiker 1. Milesier, Pythagoreer, Xenophanes, Heraklit, Parm...
Auswahl der Fragmente
Jaap Mansfeld
Die vorsokratischen Philosophen. Studienausgabe
Einführung, Texte und Kommenta...
Geoffrey Stephen Kirk, John E. Raven, Malcolm Schofield, Karlheinz Hülser
Die Vorsokratiker 2. Zenon, Empedokles, Anaxagoras, Leukipp, Demokrit
Auswahl der Fragmente
Jaap Mansfeld
0 Kommentare