Der Hitler-Putsch und die Folgen Seite 2
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Der Hitler-Putsch. 3
2.1. Im Vorfeld des Hitler-Putsches 3
2.2. Der Hitler-Putsch am 8./9. November 1923 4
3. Die Volksgerichte 6
4. Der Hitler-Prozeß 7
4.1. Der Streit um die Zuständigkeit 7
4.2. Der Richter Georg Neithardt 8
4.3. Der Prozeß gegen Adolf Hitler und seine Mittäter 9
4.4. Die Mängel des Urteils 10
5. Motivationen für die Nachsichtigkeit gegenüber Hitler 12
5.1. Ungleiche Justiz gegenüber rechten und linken Angeklagten 12
5.2. Motive der bayerischen Regierung 13
6. Zusammenfassung 14
7. Die Folgen. 16
8. Fazit 16
9. Literatur 18
Der Hitler-Putsch und die Folgen Seite 3
1. Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit soll der Prozeß um den Hitler-Putsch untersucht werden. Im Zentrum der Fragestellung soll dabei stehen, welche Umstände es begünstigt haben, daß das Urteil gegen Adolf Hitler und seine Mitputschisten im Vergleich zu Urteilen gegenüber linken Umstürzlern so mild ausfiel.
Dabei soll zunächst ein Blick darauf geworfen werden, in welchem historischen Umfeld der Hitler-Putsch stattfand und wie der eigentliche Putsch abgelaufen ist. In diesem Rahmen soll auch zusammengefaßt werden, welche einzelnen Taten während des Putsches begangen wurden.
Im Anschluß daran werden der Hitler-Prozeß und das Gericht beleuchtet, vor dem der Prozeß stattfand. Hierbei wird im Rückblick auf die Beschreibung des Hitler-Putsches geschaut, welche Rolle die im Rahmen des Putsches verübten Verbrechen spielen, gefolgt von einem Blick auf die möglichen Motivation von Staat und Gericht, Hitler für den versuchten Putsch nicht ernstlich zu belangen.
Eine Zusammenfassung soll am Ende noch einmal die Gründe beleuchten, die zu dem Urteil geführt haben. In einem Fazit und Ausblick erfolgt eine Einschätzung der vorliegenden Materialien und Vorgänge.
2. Der Hitler-Putsch
2.1. Im Vorfeld des Hitler-Putsches
Zu den wesentlichen Ereignissen im Vorfeld des Hitler-Putsches zählen im Krisenjahr 1923 zum einen die hohe Inflation, die insbesondere der durchschnittlichen Bevölkerung zu schaffen machte. Dazu kam der Ruhrkampf, in dessen Rahmen die Franzosen in das Ruhrgebiet einmarschierten mit der Begründung, daß Deutschland bei den Reparationen im Rückstand sei. Die deutsche Regierung reagierte mit einem Aufruf zum Boykott der Besetzer und damit zum Ruhrkampf, der bei den Parteien und auch der Bevölkerung auf Unterstützung stieß. 1 In Bayern regte sich ohnehin stärkerer Widerstand gegen die Weimarer Republik. Dies zeigte sich auch darin, daß Bayern nicht die Volksgerichte abschaffen wollte, welche durch die Weimarer Verfassung zu unstatthaften Ausnahmegerichten wurden. 2 Der bayerische Ministerpräsident verhängte den Ausnahmezustand und machte Gustav Ritter von Kahr zum Generalstaatskommissar, womit auch die Rechte der Exekutive auf diesen
1 vgl. Guchmann, Lothar: Der Weg zum Hitler-Putsch, München 1997, S. XLV
2 vgl. Gritschneder, Otto: Das mißbrauchte bayerische Volksgericht, München 1997, S. XXIIIf
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übergingen. Generalstaatskommissar von Kahr erfüllte nach seiner Ernennung eine Forderung der Rechtsradikalen, die Ministerpräsident von Knilling noch abgelehnt hatte, indem er das Republikschutzgesetz in Bayern außer Vollzug setzte. 3
In Berlin fürchtete man weitere Spannungen und erklärte ebenfalls den Ausnahmezustand. Die vollziehende Gewalt ging über an den Reichswehrminister, der sie an die Militärbefehlshaber der Wehrkreise delegierte. In Bayern war dies General von Lossow. Als aus der Berliner Regierung die Anordnung nach Bayern erging, das Erscheinen des NS-Blattes »Völkischen Beobachters« einstellen zu lassen, widersetzte sich Generalstaatskommissar von Kahr, und von Lossow machte sich diese Haltung ebenfalls zueigen, woraufhin er durch den Reichswehrminister abgesetzt wurde. Von Kahr setzte daraufhin von Lossow als Landeskommandanten ein, der die 7. (bayerische) Reichswehrdivision auf Bayern verpflichtete. 4
Die Macht in Bayern lag nun in den Händen des »Triumvirats« Generalstaatskommissar von Kahr, Landeskommandant von Lossow und des Landespolizeichefs von Seißer. Dieses Triumvirat verfolgte indes eigene Pläne. Sie wollten sich an der Ersetzung der gewählten Regierung in Berlin durch ein Direktorium beteiligen und dafür auch die ihnen verbundenen Vaterländischen Verbände einsetzen. Damit standen sie den Zielen der Rechtsextremisten durchaus nahe, sollte dieses Direktorium diktatorische Vollmachten bekommen. Mit den Rechtsextremisten teilte das Triumvirat die Ablehnung der parlamentarischen Demokratie. Auf der anderen Seite wollte von Kahr verhindern, daß Hitler das Aufbegehren gegen die Regierung in Berlin anführte. Den Startschuß, so machte er gegenüber den Verbänden klar, wolle er, von Kahr, geben. 5
2.2. Der Hitler-Putsch am 8./9. November 1923
Ausgangspunkt des Hitler-Putsches war der Bürgerbräukeller in München. Dort hielt am Abend des 8. November 1923 der Generalstaatskommissar von Kahr eine Versammlung der verschiedenen Erwerbsstände, der Angehörigen der Vaterländischen Vereinigungen und besonderen geladenen Gästen ab 6 . Aufgrund dieser Versammlung entschloß sich Adolf Hitler, seinen Putsch bereits am 8. statt wie vorgesehen am 11. November durchzuführen, weil auch viele Mitglieder der bayerischen Regierung im Bürgerbräukeller anwesend sein würden. Zudem fürchtete Hitler, daß von Kahr ihn bei einem Putsch gegen die Regierung außen vor lassen könnte, er zumindest keinen wesentlichen Einfluß haben würde.
3 vgl. Guchmann, Lothar: Der Weg zum Hitler-Putsch, München 1997, S LVII
4 vgl. ebd. S. LVIIf
5 vgl. Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Stuttgart 1984, S. 404
6 vgl. Gritschneder, Otto: Der Hitler-Prozeß und sein Richter Georg Neidhardt, München 2001, S. 17
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Hitler und seine Leute betraten am Abend den von Menschen überfüllten Bürgerbräukeller. Um sich Gehör zu verschaffen stieg Hitler auf einen Stuhl, schoß mit seiner Pistole in die Decke und rief die nationale Revolution aus. 7
Daraufhin drängte er mit einigen seiner Helfer das Triumvirat von Kahr, von Lossow und von Seißer in einen Nebenraum. Dort wurden die drei Männer mit vorgehaltener Waffe dazu überredet, an dem Putsch teilzunehmen.
Zwischendurch verließ Hitler das Nebenzimmer und wandte sich wieder an die Anwesenden im Bürgerbräukeller. Er erklärte, daß die Regierungen in Bayern und Berlin abgesetzt seien und verkündete die Neubesetzungen der Regierungen, in denen auch von Kahr, von Lossow und von Seißer wesentliche Rollen spielen sollten.
Nachdem auch General Ludendorff im Bürgerbräukeller aufgetaucht war und seine Unterstützung erklärte, gaben nun auch von Kahr, von Lossow und von Seißer entsprechende Erklärungen vor den versammelten Menschen im Bürgerbräukeller ab.
Hierauf ließ nun Rudolf Heß als Führer der SA-Studentenkompanie Mitglieder der Regierung festnehmen. 8 Nun kam der Putsch in Fahrt. Hitlers Truppen machten sich ans Werk, das Polizeipräsidium und das Wehrkreiskommando unter ihre Kontrolle zu bringen. Als es zu Problemen bei der Pionierskaserne kam, machte sich Hitler auf den Weg, um sich persönlich darum zu kümmern, erreichte jedoch nichts.
Nachdem er den Bürgerbräukeller wieder verlassen hatte, ermöglichte Ludendorff auch von Kahr, von Lossow und von Seißer, den Ort des Geschehens zu verlassen. Nach seiner Rückkehr zeigte sich Hitler entsetzt darüber, wohingegen Ludendorff erklärte, daß ein Offizier sein Wort nicht breche. 9
Wieder in Freiheit widerriefen sie ihre im Bürgerbräukeller abgegebenen Erklärungen und begannen nun, den Putsch zu bekämpfen.
Währenddessen marschierte ein SA-Trupp auf Befehl Hitlers zur jüdischen Druckerei Parcus, um dort frisch gedrucktes Geld zu besorgen, mit dem die Verbände entlohnt werden sollten. Die Truppen kehrten mit 14 605 Billionen Mark zurück. 10
Am Morgen des 9. November schien der Putsch gescheitert. Um ihn doch noch zum Gelingen zu bringen entschlossen sich Hitler und Ludendorff, den Marsch zur Feldherrenhalle zu unternehmen, um dort vielleicht doch noch die Macht übernehmen und den Putsch zum Erfolg führen zu können.
Begleitet von Sympathisanten und Angehörigen der Truppen der Putschisten marschierten sie
7 vgl. ebd. S. 18
8 vgl. Toland, John: Adolf Hitler 1889 ± 1938 Werden und Weg. Führer und Reichskanzler, Bergisch Gladbach 1977, S. 215
9 vgl. ebd. S. 216f
10 vgl. ebd. S. 222
Arbeit zitieren:
Udo Ehrich, 2009, Der Hitler-Putsch und die Folgen, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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Der Hitler-Prozess 1924. Versuch einer Analyse
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Hausarbeit (Hauptseminar), 30 Seiten
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