Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung - 3 -
2 Das Kapital bei Karl Marx - 4 -
2.1 NA
Kurzbiographie Karl Marx - 4 -
2.2 NA
Der gedankliche Vorlauf zu Das Kapital - 5 -
2.3 NA
Der Begriff des Kapitals bei Karl Marx - 7 -
2.4 NA
Auswirkungen durch Das Kapital - 8 -
3 Das Kapital bei Piere Bourdieu - 10 -
3.1 NA
Kurzbiographie Piere Bourdieu - 10 -
3.3 NA
Der Begriff des Kapitals bei Piere Bourdieu - 11 -
3.3.1 Kritik am ökonomischen Kapital - 12 -
3.3.2 Das kulturelle Kapital - 13 -
3.3.3 Das soziale Kapital - 15 -
3.4 NA
Der transzendierende Begriff des Kapitals - 16 -
4 Fazit - 18 -
5 Literaturverzeichnis - 20 -
2
1 Einleitung
„Das Kapital“ - ein recht einfacher Begriff, welcher in seiner Verwendung im Laufe der Zeit dennoch stetig im Wandel war. Die Etymologie des Wortes beschreibt es als „Vermögen an Bargeld und Aktien; aus ital. capitale, frz. Capital, das frühnhd. mit `Hauptgeld, Hauptgut´ übersetzt wurde und womit das gewinnbringend angelegte Geld im Unterschied zu den Zinsen gemeint war“. 1 Diese einfache Darstellung verbirgt den Wandel des Begriffs. Geprägt durch Marx und seiner negativen Verwendung im Subjekt des Kapitalisten avancierte der Begriff im kommunistischen System zum Feindbild und symbolisiert in der politischen Opposition als Kapitalismus Wirtschaftssysteme, Wohlstand und Wachstum. Bereits diese differenzierte Verwendung charakterisiert die Brisanz des ökonomisch-philosophischen Begriffs. Im 20. Jahrhundert zeigte sich in der Soziologie, dass der Begriff „Kapital“ als alleinige Verwendung in der Ökonomie nicht umfassend verwendet ist. Als namhafter Vertreter legte der Franzose Pierre Bourdieu dar, dass eine Vielzahl weiterer Aspekte dem Kapital und seiner Eigenschaft zugeordnet werden muss. So verwendete Bourdieu den Begriff beispielsweise in Verbindung mit „Bildung“ und zeigte auf, warum eine Erweiterung des Begriffs essentiell wichtig ist.
Diese Seminararbeit wird den Wandel des Begriffs „Kapital“ von Karl Marx bis Piere Bourdieu darstellen. Neben der grundsätzlichen biographischen Vorstellung der beiden Personen wird die gedankliche Vorarbeit anhand der Frühschriften Karl Marxs erläutert. Nach der Betrachtung des Kapitals in seinem ökonomischen Zusammenhang unter Marx und einer kurzen Betrachtung der Auswirkungen folgt mit Pierre Bourdieu der zweite Teilaspekt der Arbeit. Hier werden im Detail die Erweiterungsformen des Begriffs durch Bourdieu geschildert. Mit dieser Grundlage ist es möglich im abschließenden Fazit zu bewerten, wie sich der Begriff des Kapitals bei den betrachteten Personen gewandelt hat.
1
Hermann, Ursula: Knaurs Herkunftswörterbuch. Etymologie und Geschichte von 10000 interessanten Wörtern, München 1982, S. 239.
3
2 Das Kapital bei Karl Marx
2.1 Kurzbiographie Karl Marx Karl Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren. Als Sohn des Anwaltes Heinrich Marx und der Mutter Henrietta Marx war er bereits das dritte Kind in der Familie. Ursprünglich war die Familie Marx jüdischen Glaubens und stammte aus einer angesehenen Rabbinerfamile. Sein Vater trat jedoch eine Stelle als Justizrat an und war gezwungen infolgedessen zum christlichen Glauben zu konvertieren. Dem folgte der Rest der Familie und der junge Karl wurde im Alter von sechs Jahren zum Christentum konvertiert.
Nachdem er mit 17 Jahren sein Abitur abgelegt hatte, begann er sein Jurastudium an die Universität Bonn. Bereits nach einem Jahr wechselte Marx nach Berlin. Dort orientierte er sich im Studium zunehmend an Geschichte und Philosophie und schloss sich den Junghegelianern 2 an.
Während seines fortgeschrittenen Studiums wurde Marx 1842 an der Universität Jena im Fach Philosophie mit seiner Arbeit „Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie“ promoviert. Marx hoffte auf eine Professur in seiner „Heimatuniversität“ Bonn und zog zurück in das Rheinland. Jedoch verbot die preußische Regierung dem oppositionellen Linkshegelianer die akademische Laufbahn, wie sie es unter anderem auch bei Ludwig Feuerbach tat.
Einen wissenschaftlichen Rückschlag erlitt Marx 1843 bei seinem Aufenthalt in Paris. Ursprünglich plante er mit Arnold Ruge die Deutsch-Französischen Jahrbücher herrauszugeben. Auf Grund von Differenzen zwischen den Herausgebern wurde nur die erste Schrift veröffentlicht. Marx bewegte sich unterdessen intellektuell weiter zur politischen Ökonomie. 1844 veröffentliche Marx seine heute den Frühschriften zuzuordnenden „Ökonomisch-philosophischen Manuskripte“ in denen er das erste Mal die Theorie der „entfremdeten Arbeit“ aufzeigte, sowie erste Überlegungen zum Warentausch, Lohn und Kapital beleuchtete.
Während seiner Zeit in Paris lernte Marx über einen Briefwechsel Friedrich Engels kennen. Dieser verfasste diverse Schriften mit Marx und avancierte zu einem wichtigen Freund, der
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Anm.: Die Junghegelianer waren unmittelbare oder mittelbare Schüler des Philosophen Hegel. Die Gruppe bildete sich in der zweiten Hälfte der 1830er als eine der vielen Diskussionszirkeln, wie sie als Reaktion auf die damals in Preußen herrschenden repressiven geistigen und politischen Verhältnisse entstanden
Marx zunehmend mit finanziellen Mitteln unterstützte. Gerade in seiner Zeit im Exil in London ab 1849 war Marx gezwungen auf diesen Rückhalt zurückzugreifen. In London arbeitete er als Korrespondent für den New York Tribune 3 und veröffentlichte 1867 den ersten Teil seines Hauptwerkes „Das Kapital“.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm er diverse Ämter und gründete mit Karl Liebknecht 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschland, der Vorläufer der heutigen Sozialdemokratischen Partei Deutschland.
Marx litt ab 1862 an einer schweren Hautkrankheit, die zunehmend seine Arbeit erschwerte bis er 1883 im Alter von 64 Jahren in London verstarb.
2.2 Der gedankliche Vorlauf zu „Das Kapital“ Die Veröffentlichung seines Hauptwerkes „Das Kapital“ zog sich für Karl Marx über 26 Jahre hin. 4 Bereits viele Jahre vorher beschäftigte sich Marx mit dem Begriff des Kapitals, und schaffte damit die gedankliche Grundlage für die späteren Veröffentlichungen. Zu nennen sind hier vor allem die ökonomisch-philosophischen Manuskripte aus dem Jahre 1844. Nach seiner Kritik an der Hegelschen Rechtsphilosophie, kritisiert Marx in diesen Manuskripten vor allem Adam Smith, David Ricardo und die Theorie der Nationalökonomie. 5 In seiner Gegenüberstellung von Nationalökonom und Arbeiter verweist er vermehrt auf die durch den Arbeitslohn schlechtgestellten Arbeiter. Er kritisiert, dass laut Nationalökonom alles mit Arbeit gekauft werden kann und Kapital nichts anderes als aufgehäufte Arbeit ist. 6 Hiermit bringt Marx eine Grundlage für seinen späteren Begriff der Entfremdung 7 und kritisiert die Entwertung des Begriffs Kapital.
3
Anm.: Die Tribune wurde in der Hoffnung konzipiert, dem Publikum eine seiner Meinung nach geradlinige, vertrauenswürdige Nachrichtenquelle zur Verfügung zu stellen, in einer Zeit, als Zeitungen durch Sensationalismus gediehen. Die Tribune war vor allem aufgrund ihrer umfangreichen Nachrichtenstorys, ihrer Journalisten und wegen Feuilletons ausgesuchter Schreiber erfolgreich.
4 Anm.: Der erste Band wurde 1867 veröffentlich, der dritte und damit letzte Band wurde erst 1893 veröffentlicht.
5 Vgl. Bspw.: Marx, Karl: Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844, S.510, in: Marx, Karl/Engels, Friedrich: Werke. Ergänzungsband 1.Teil, Berlin (DDR) 1968.
6 Vgl.: Marx, Karl: Ökonomisch-philosophische Manuskripte, S.476.
7 Vgl.: ebd., S. 510ff.
5
In dem Manuskript „Profit des Kapitals“ stellt Marx die Frage „Worauf beruht das Kapital, d.h. das Privateigentum an den Produkten fremder Arbeit?“ 8 und führt fort „Was erwirbt man mit dem Kapital, mit der Erbschaft eines großen Vermögens z.B.?“. 9 Marx beantwortet seine Überlegungen im Manuskript mit einem Zitat von Adam Smith, der erläutert, dass durch den Erwerb von Kapital die Macht zu kaufen erworben wird. 10 Auch wenn Marx hier den Begriff Kapital in einer ökonomischen Perspektive betrachtet, stellt er die Möglichkeit einer Kapitalvererbung in Aussicht. Diese Weitergabe, wenn auch in anderem Kontext, wurde ebenfalls eingehend durch Bourdieu bearbeitet. Im gleichen Manuskript liefert Marx einen weiteren Anhaltspunkt auf sein frühes Verständnis des Kapitalbegriffs. Durch die enge Bindung von Arbeiter, Arbeit, Lohn und Kapital, kommt er zu dem Schluss, dass das Kapital ein Medium ist in dem Arbeit aufgespeichert werden kann. 11 Diese einfache Verknüpfung bringt eine essentielle Information für Marx spätere Betrachtung. Erst im weiteren Verlauf der Frühschriften wird klar, dass Marx unter dem Begriff „Kapital“ nicht den heute allgemeinläufigen Begriff des Geldes versteht. Denn Kapital ist „nur“ aufgespeicherte Arbeit und unterscheidet sich von anderen Formen des Geldes wie „Gewinn“, oder beispielsweise „Lohn“. 12 Diese einleitenden Erklärungen zeigen, dass Karl Marx in seinen Frühschriften bereits erste wichtige Erläuterungen zum Kapital gemacht hat. Auch wenn er diese in eine gesamtökonomische Struktur brachte, hat er doch gerade in einem frühen Stadium das Kapital stark an den Menschen und seine Arbeit gebunden.
Positiv geprägt ist bei ihm der Begriff „Lohn“, der den Arbeiter für sein Getanes entlohnt. Die Höhe des „Arbeitslohn(s) wird bestimmt durch den feindlichen Kampf zwischen Kapitalisten und Arbeiter(n)“. 13 Damit besitzt der Kapitalist eine negative Prägung, da er das „Privateigentum an den Produkten fremder Arbeit“ 14 besitzt.
9 Ebd., S. 484.
10 Vgl. ebd.
11 Vgl. ebd.
12 Vgl. ebd., S. 485.
13 Vgl.: Marx, Karl: Ökonomisch-philosophische Manuskripte, S. 471.
14 Ebd., S.483.
6
Arbeit zitieren:
Stefan Hermanns, 2008, Das Kapital, München, GRIN Verlag GmbH
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