1 Einleitung Die arterielle Hypertonie ist Ursache für zahlreiche Folgeerkrankungen, welche im schlimms- ten Falle tödlich enden (Löwel 2006, 14). Da die Entstehung von Bluthochdruck oft Resultat einer risikobehafteten Lebensweise ist (vgl. Menche 2004, 667ff), ist es wichtig, möglichst früh Aufklärungs- und Interventionsmaßnahmen zu entwickeln, welche vor allem die risiko- behafteten Bevölkerungsgruppen erreichen. Für Gesundheitswissenschaftler stellt sich also die Aufgabe, zukünftige Kostenerhöhungen im Gesundheitssystem durch Folgeschäden der Hypertonie zu minimieren oder sogar zu vermeiden. In dieser Arbeit soll besprochen werden, inwiefern dies in Bezug auf die Bundesrepublik Deutschland notwendig ist. Wer sind über- haupt die risikobehafteten Bevölkerungsgruppen?
Von einer kurzen Zusammenfassung der medizinischen Grundlagen und Pathophysiologie wird zum Aspekt der Prävalenz (Verbreitung) der Hypertonie, in Bezug auf Alter und Ge- schlecht übergeleitet. Gibt es ebenfalls Unterschiede zwischen verschiedenen sozialen Schich- ten? Im darauffolgenden Kapitel 4 wird aufgeführt, welche Probleme zu hoher Blutdruck ver- ursachen kann und wie häufig diese vertreten sind. Gibt es gegebenenfalls Interventions- bzw. Präventionsbedarf, um den sich Spezialisten Gedanken machen sollten? Gibt es vielleicht bereits Programme zur Problembehandlung und wenn ja, wie wirksam sind diese? Abschlie- ßend soll im Fazit erläutert werden, in welchen Bereichen tatsächlich noch Verbesserungsbe- darf beim Handling des Gesundheitsproblems „Hypertonie“ besteht oder ob bereits das Opti- mum an Ergebnissen in Deutschland erzielt wurde.
2 Medizinische Grundlagen
In den folgenden Abschnitten sind einige, kurz erläuterte medizinische und anatomische Grundlagen aufgeführt, welche zum Thema Bluthochdruck relevant sind. Was sind Hyperto- nie und Arteriosklerose? Abschließend soll die Methode der indirekten unblutigen Blut- druckmessung erläutert werden.
2.1 Das Herz-Kreislauf-System
Das Herz, ein Hohlorgan, welches aus vier Kammern und viel Muskelgewebe besteht, pumpt das Blut im menschlichen Körper durch das sogenannte Gefäßsystem, welches den gesamten Organismus durchzieht. Das Blut ist Träger von Sauerstoff und anderen Nährstoffen für die Zellen der organischen Strukturen im Organismus (vgl. Menche 2003, 234ff). Den Druck, der auf die Gefäße wirkt, während das Herz pumpt, nennt man „Blutdruck“. Der Blutdruck wird
heute in der Einheit „mmHg“ (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben. Seit 1999 gilt laut WHO standartmäßig ein Blutdruck von ca. 120/80 als optimal und ein Druck ab 140/90 als zu hoch (vgl. Middeke 2005, 17). Blut, welches vom Herzen weg gepumpt wird, fließt durch Gefäße namens „Arterien“, Blut welches zum Herzen hin gepumpt wird, fließt durch Gefäße, welche „Venen“ genannt werden. Der Weg des Blutes verläuft vom Herzen weg zu den Orga- nen des Körpers. Ist es dort angekommen und hat seine Inhaltsstoffe, z.B. Sauerstoff abgege- ben, fließt es zurück zum Herzen, welches es wiederrum zur Lunge befördert. Erneut mit Sau- erstoff angereichert, beginnt der Weg von Vorne (vgl. Menche 2005, 165ff). Das Herz selbst ist auch ein Organ, welches also ebenfalls durchblutet werden muss. Die Gefäße, welche den Herzmuskel umgeben und versorgen, werden als „Koronararterien“ bezeichnet (vgl. Menche 2003, 250ff).
Bei der Regulierung des Blutdruckes spielen verschiedene, sehr komplexe physiologische Vorgänge eine Rolle. Das Erläutern jener würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, gesagt sei nur, dass die Niere durch Ausschüttung verschiedener Hormone und Botenstoffe großen Einfluss auf den Zustand der Gefäße und somit auch den Blutdruck hat. Grund für die hohe Mitbestimmung der Niere beim Blutdruck ist, dass die Niere zur Filtration des Urins einen bestimmten Blutdruck benötigt (vgl. Menche 2005, 395).
2.2 Die arterielle Hypertonie
Heutzutage wird die arterielle Hypertonie grob in zwei verschiedene Formen eingeteilt. Zum einen in die „primäre Hypertonie“, welche ca. 90% der betroffenen Fälle ausmacht, zum an- deren die „sekundäre Hypertonie“, welche mit ca. 10% zu Buche schlägt (vgl. Middeke 2005, 5). Die Hypertonie ist die häufigste chronische Erkrankung, denn die Prävalenz liegt bei ca. 40%, das bedeutet, ca. 30 Mio. Deutsche Bürger sind betroffen (Middeke 2005, 223). In den folgenden Abschnitten werden die beiden Formen näher erläutert.
2.2.1 primäre Hypertonie
Die primäre Hypertonie hat multifaktorielle Ursachen. Das heißt, die Entstehung ist durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren und risikobehafteter Lebensweisen begünstigt. Es ist beobachtbar, dass Nachkommen von Hypertonikern meist selbst eine Hypertonie entwickeln. Es ist also zu vermuten, dass eine genetische Disposition eine Rolle spielt. Weiterhin haben übergewichtige Menschen ein erhöhtes Risiko, Bluthochdruck zu bekommen, denn ca. 50% der Hypertoniker sind übergewichtig (Middeke 2005, 100). Weiterhin ist das Rauchen als ein erheblicher Faktor zu nennen, wenn es um Bluthochdruck geht. Dieses Laster hat direkten Einfluss auf die Vasokonstriktion, die Verengung der Blutgefäße und verursacht, davon abge-
sehen Lungenkrebs. Übermäßiger Alkoholkonsum und chronischer Stress spielen ebenfalls eine Rolle bei der Entwicklung der Hypertonie (vgl. Middeke 2005, 100ff).
Ein Zusammentreffen verschiedener Risikofaktoren erhöht die Gefahr der Erkrankung natür- lich entsprechend. Das verheerende an dieser Form der Hypertonie ist, dass sie vom Betroffe- nen meist nicht bemerkt wird. Sie verursacht zunächst keine Beschwerden, was den Zeitraum, in dem der erhöhte Druck Schäden an den Gefäßen verursachen kann, meist verlängert, da kein Anlass zur Konsultierung eines Arztes besteht. Eine primäre Hypertonie liegt nur dann vor, wenn eine sekundäre Hypertonie, welche nun erläutert wird, ausgeschlossen werden kann (vgl. Middeke 2005, 100).
2.2.2 sekundäre Hypertonie
Entgegen der Ursachen für die primäre Hypertonie, ist bei der sekundären Hypertonie eine klare, einzelne Ursache als Auslöser festzustellen. Meist sind Störungen in der Funktion der Niere der Grund für das Vorliegen dieser Form der Hypertonie. Ist zum Beispiel ein zur Niere führendes Gefäß verengt, kommt nicht genügen Filtrationsdruck in der Niere zustande, da nicht ausreichend Blut passieren kann. Da die Niere den Blutdruck selbst regulieren kann, erhöht sie diesen nun folglich, um den Filtrationsdruck zu gewährleisten. Für die Niere ist dies wichtig, für den Rest des Organismus aufgrund des generalisierten Blutdruckanstiegs suboptimal. Weiterhin können Tumoren der Niere oder endokrine Störungen (Störungen des Hormonhaushalts) den Blutdruck fehlerhafterweise zum Anstieg bringen (vgl. Middeke 2005,
2.3 Arteriosklerose
Die Arteriosklerose wird umgangssprachlich auch als „Arterienverkalkung“ bezeichnet. Durch eine Schädigung der Gefäßinnenwand, wie etwa durch einen feinen Riss, welcher durch lang anhaltenden Bluthochdruck entstehen kann, bildet sich ein Ödem (Wasseransamm- lung im Gewebe), was zu einer Anschwellung führt. Genau dort können sich nun Blutzellen und Fettstreifen anlagern, was nach und nach zur Bildung von sogenannter Plaque (platten- förmige Gewebeveränderung) führt. Das Gefäß beginnt durch Einlagerung von Stoffwechsel- produkten nach und nach zu verkalken und ist nun nicht mehr dehnbar, sondern eher starr. Dies begünstigt weitere Läsionen, an denen sich Thromben (Blutgerinnsel) bilden können. Je nach Größe dieser Thromben kann das Gefäß verlegt oder verengt werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich ein solches Gebilde löst und einen nachfolgenden Gefäßzweig ver- schließt. Dies kann je nach Lokalisation zu Schäden an der Organstruktur verursachen, wel- che vom verlegten Gefäßareal eigentlich versorgt werden soll. Als Hauptursache für arteri-
Arbeit zitieren:
Christian Heinig, 2008, Hypertonie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Vor- und Nachteile des Franchising
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Seminararbeit, 23 Seiten
Alfred Andersch: Sansibar oder der letzte Grund - Die Darstellung der ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 15 Seiten
Lese-Rechtschreibschwierigkeiten - Ein Einblick in die Problematik
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 21 Seiten
Psychose: Fallbeispiel und Bericht zur praktischen Ausbildung in der E...
Wissenschaftlicher Aufsatz, 26 Seiten
Schwierigkeiten beim Lesen lernen - Diagnostische Abklärung der Lernvo...
Examensarbeit, 88 Seiten
Legasthenie: Möglichkeiten der Diagnose und Förderung für lese- und re...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 30 Seiten
Vater-Sohn und Vater-Tochter B...
Hauptseminararbeit, 21 Seiten
Kritik bekannter deutscher Schreibschriften
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hauptseminararbeit, 13 Seiten
Praktikumsbericht (Lehramt Gymnasium)
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Praktikumsbericht / -arbeit, 21 Seiten
Chancen und Probleme reformpädagogischer Ansätze an Regelschulen
Seminararbeit, 15 Seiten
Ländervergleich: Schweden - De...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Hausarbeit, 15 Seiten
Unterrichtsentwurf im Deutschunterricht zum Thema Satzglieder (3. Klas...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 5 Seiten
Nachhilfe und ihre Nebeneffekte auf die sozialen Beziehungen der Nachh...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Studienarbeit, 34 Seiten
Gesundheitswissenschaften: Hypertonie ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Christian Heinig hat den Text Hypertonie veröffentlicht
Christian Heinig hat einen neuen Text hochgeladen
Patientenschulung Arterielle Hypertonie
Manual zur Leitung von Patient...
Volker Köllner, Danilo Fliser, Matthias Girndt, Roberto D'Amelio
Pulmonary Arterial Hypertension Related to Congenital Heart Disease
Maurice Beghetti, Lewis J. Rubin, Robert Naeije
Pathophysiology and Management
Venkatesh Aiyagari, Philip B. Gorelick
0 Kommentare