Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Der Französisch-Unterricht in Deutschland 4
2.1 Vermittlung des Französischen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit 4
2.2 Vermittlung des Französischen in der Neuzeit 5
3. Französische Elemente in deutschen Dialekten 8
3.1 Einflüsse im Saarland 9
3.2 Einflüsse auf die Mundart der Stadt Köln 10
3.3 Einflüsse auf das Siegerländische 11
3.4 Einflüsse auf die Mundart von Erlangen 12
3.5 Einflüsse auf das Berlinerische 12
3.6 Französische Elemente im Rheinland 14
3.7 Französische Elemente in der Mannheimer Mundart 15
3.8 Gallizismen in der hessischen Mundart 16
4. Das Frankreichbild nach dem Zweiten Weltkrieg in deutschen Französischbüchern 17
5. Die französisch-deutschen Sprachbeziehungen heute 18
6. Résumé 20
7. Literaturverzeichnis 21
2
1. Einleitung
In meiner Hausarbeit zum Thema Französisch als Fremdsprache in Deutschland möchte ich zunächst auf die geschichtliche Entwicklung der Lehre des Französischen in Deutschland eingehen, danach den Einfluss der französischen Sprache auf einige regionale Dialektvarianten des Deutschen beschreiben, wobei ich auf die Mundarten des Saarlandes, Köln, Siegen, Erlangen, Berlin, Rheinland, Mannheim und Hessen eingehen, und
abschließend mich mit dem Bild der Deutschen von der französischen Kultur nach dem Zweiten Weltkrieg und den Sprachbeziehungen heute widmen werde. Es sollen die Gründe für das Eindringen von französischen Elementen in deutsche Dialektformen geklärt werden und auch die Frage, ob man diese Gründe vollständig beschreiben und den Zeitpunkt ihrer Einbindung fixieren kann. Auch ist es interessant zu sehen, ob in die genannten Mundarten verschiedene oder gleichartige Gallizismen eingebunden worden sind, inwieweit es in dieser Hinsicht Überschneidungen gibt und ob ähnliche Gründe hierfür anzusetzen sind oder nicht. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob in die deutsche Hochsprache dieselben französischen Elemente eingedrungen sind wie in die Mundarten, und welche Entwicklung zeitlich zuerst stattgefunden hat, und welche Zukunft den Gallizismen in den deutschen Mundarten bevorsteht.
Des Weiteren soll geklärt werden, ob die ursprünglichen französischen Wörter einen Bedeutungswandel bei ihrer Übernahme erfahren haben oder ob sie semantisch erhalten wurden.
Am Ende dieser Arbeit beschäftige ich mich mit den deutsch-französischen Beziehungen, die von jeher etwas Besonderes waren, da die beiden Nachbarstaaten nicht immer in Frieden miteinander gelebt haben, wie die Geschichte gezeigt hat und es gilt, die Bedeutung herauszufinden, die Französisch heute noch als Fremdsprache in Deutschland genießt beziehungsweise inwieweit und in welchem Umfang diese romanische Sprache an deutschen Schulen noch gelehrt wird.
3
2. Der Französisch-Unterricht in Deutschland
Heute erscheint es selbstverständlich, dass Französisch in deutschen Schulen und Universitäten gelehrt wird und auch das Interesse der Deutschen an romanistischer Forschung ist wahrnehmbar, die Deutschen erforschen romanische Sprachen heute im Allgemeinen mit großer Begeisterung, da das Deutsche selbst keine romanische Sprache ist, ist das Interesse an der Erforschung der romanischen Sprachen, insbesondere des Französischen, groß 1 . Jedoch steht dem ein weniger ausgeprägtes Interesse an der Erforschung des Französischen im eigenen Heimatland gegenüber, was einerseits an der Tatsache liegt, dass sich Philologien vorrangig mit Sprachbeispielen bzw. kulturellen Eigenheiten beschäftigen, die in ‚reiner‘ Form vorliegen, wie zum Beispiel die Ile-de-France für die französische Kultur ein Zentrum ideeller Kultur bietet, was in Deutschland nicht zu finden ist. Im Folgenden soll ein Überblick über die chronologische Entwicklung der Vermittlung der französischen Sprache in Deutschland gegeben werden.
2.1 Vermittlung des Französischen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
Bereits im Mittelalter bestand seitens der höhergestellten, adligen Bevölkerung ein spürbares Interesse daran, Französisch zu lernen bzw. es dem Nachwuchs lehren zu lassen, da Französisch als Prestigesprache angesehen wurde 2 . Ab dem 16. Jahrhundert zeichnete sich ein Ausbau des Französisch-Unterrichts ab und es erschienen erste Lehrbücher, für selbstlernende Personen (ab dem 17. Jahrhundert zumeist Lehrbücher für den Unterricht, der von Lehrern gehalten wurde), so im Jahr 1521 das erste Lehrbuch für Französisch auf englisch Introducy to write and pronounce French von Alexander Barcley 3 , es folgten weitere Lehrbücher vor allem für englische und niederländische Muttersprachler. Erst im Jahr 1550 jedoch wurde das erste Lehrbuch des Französischen für deutsche Muttersprachler in Paris veröffentlicht: Gallicae linguae institutio von Johannes Pilotus (auch Jean Pillot genannt) 4 , worauf viele weitere Lehrbücher mit Latein und Deutsch als erklärende Sprache folgten. Im späten 16. Jahrhundert gewann der Unterricht der vier ‚modernen‘ Sprachen Französisch, Italienisch, Spanisch und Englisch in der deutschen Bildung an Bedeutung, da diese Sprachen
1 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 9-10
2 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 131-133
3 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 132
4 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 132
4
wichtig waren für Handel und Diplomatie 5 . In sogenannten „Ritterschulen“ 6 wurde neben Tanzen und Fechten vor allem die französische Sprache gelehrt, um jungen Adligen einen Aufstieg bei Hof oder in der Militärsparte zu ermöglichen.
Außer den Adligen lernten im 16. Und 17. Jahrhundert auch Bürgerliche Französisch, wie zum Beispiel in der Stadt Köln, wo der wirtschaftliche Nutzen des Spracherwerbs im Vordergrund stand („ein durch und durch bürgerlich-kaufmännisch geprägtes Interesse am Französischen“ 7 ).
Bei dieser Form des Französisch-Unterrichts wurde besonderen Wert auf den Nutzfaktor Sprache gelegt, das heißt, es kam dem kaufmännischen Stand, vor allem in den grenznahen Städten Köln, Speyer, Frankfurt, weniger auf das Erlernen einer Prestigesprache als auf das Erlernen von sprachlichen Fähigkeiten in Alltags- und Geschäftssituationen an. Im 17. Jahrhundert wuchs die Bedeutung der französischen Sprache, und damit ebenfalls der Bedarf an Unterricht, die Verwendung des Französischen als Bildungssprache stieg und vor allem an höheren Schulen wurde mehr und mehr Französisch gelehrt, was sich im 18. Jahrhundert fortsetzt 8 .
2.2 Vermittlung des Französischen in der Neuzeit
Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Französisch an fast allen Gymnasien mindestens als Wahlfach gelehrt, ist jedoch „noch weit davon entfernt, im Gymnasium die Rolle des Lateinischen als allseits anerkannter Bildungssprache zu übernehmen“ 9 . Was die universitäre Ausbildung betrifft, so wird Französisch zwar im 16. Jahrhundert gelehrt, jedoch nur als Randfach, es existiert noch kein eigenes Fach. Im 18. Jahrhundert lehren sogenannte ‚Sprachmeister‘ 10 an deutschen Universitäten die französische Sprache, wie auch andere moderne Sprachen, doch übernimmt das Französische eine Vormachtstellung unter ihnen, da es inzwischen als bedeutendste Sprache der Epoche gilt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden viele dieser Stellen in Professuren umgewandelt, die jedoch einen Sonderstatus beinhalteten.
Wie auch für andere Bereiche stellen die Französische Revolution im Jahr 1789 und deren Folgen einen Einschnitt auch für die Lehre des Französischen in Deutschland dar, wobei das
5 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 133
6 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 133
7 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 133
8 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 134-135
9 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 132
10 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 136
5
Rheinland einen Sonderfall darstellte. Von 1794 bis 1814 gehörte dieses Gebiet zu Frankreich, was zur Folge hatte, dass die dortigen Universitäten, zum Beispiel die Universität Köln, im Jahr 1798 aufgehoben wurden und in ‚écoles centrales‘ umgewandelt wurden 11 . Unter dem Regime von Napoleon wurden sie im Jahr 1902 wieder abgeschafft und in ‚académies‘ für praktische Ausbildung zum Beispiel von Medizinern und Lehrern umgewandelt 12 .
Im napoleonischen Bildungssystem war Französisch in allen Schultypen bis auf die Elementarschulen Unterrichtssprache, was der Verbreitung der Lehre einen enormen Aufstieg verschaffte, auch wenn im restlichen, nicht-französischen Teil Deutschlands die offizielle Verwaltungs-, Schul- und Universitätssprache Deutsch blieb. Die Niederlage Frankreichs von 1814 führte zu einem Rückschlag für die Stellung des Französischen im deutschen Bildungsraum. So war Französisch Mitte des 19. Jahrhunderts zwar an den meisten Schulen ein Wahlfach, seine Stellung war aber nicht mit denen von Latein und Griechisch zu vergleichen; beim Erlernen des Französischen stand der praktische sprachliche Nutzen im Vordergrund, so war es aber die am meisten gelehrte lebendige Sprache zu diesem Zeitpunkt 13 .
In mehr den mehr an praxisorientierten Inhalten interessierten Realschulen war die Stellung des Französischunterrichts bedeutender als an den Gymnasien, und die Realschulen gewannen insgesamt ab dem 19. Jahrhundert an Gewicht, somit lässt sich das 19. Jahrhundert insgesamt als Hochphase der Lehre des Französischen in Deutschland beschreiben, da es noch wenig vom Englischen bedroht wird und das Lateinische seine absolute Vormachtstellung als Bildungssprache einbüßt 14 .
In der Universitätslandschaft vollzog sich im 19. Jahrhundert ein grundlegender Wandel. Unter Wilhelm von Humboldt wurde in Berlin eine Universität im Jahr 1810 eigeführt nach „einem ganz neuen Konzept, demzufolge die Universitäten Stätten universeller Bildung [...] und reiner Wissenschaft ohne Rücksicht auf praktische Verwendbarkeit sein sollten“ 15 . An den meisten Universitäten ab es für den Fremdsprachenunterricht Lehrer, jedoch außerhalb eines regulären Fachs, nur in den Städten Halle und Bonn waren Professuren für Romanistik eingerichtet worden, was von wissenschaftlichen Erwägungen ausging, jedoch gab es kein spezielles Studienfach Französisch.
11 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 137
12 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 137
13 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 139
14 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 140
15 Kramer: Das Französische in Deutschland, 1992, S. 140-141
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Katharina Lepski, 2009, Französisch als Fremdsprache in Deutschland, Munich, GRIN Publishing GmbH
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