Inhalt
1. Einleitung 3
2. Der Dreh. 3
3. 1984 (1984) 4
3.1. Teil I 4
3.2. Teil II. 8
3.3. Teil III 11
4. Zusammenfassung und Kritik. 13
5. Literaturverzeichnis 15
6. Anhang Stabangaben zum Film. 16
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1. Einleitung S
chon wenige Jahre nach der Entstehung von Orwells Roman interessierte sich das Medium Film bzw. Fernsehen für eine Adaption des Werkes. 1954, also fünf Jahre nach der Veröffentlichung von „1984“, wurde eine erste Fassung unter der Regie von Rudolph Cartier mit Peter Cushing in der Rolle des Winston Smith für das britische TV abgedreht. Etwas bekannter wurde die zwei Jahre spätere, fürs Kino verfilmte Schwarzweiß-Fassung von Michael Anderson mit Edmond O’Brien als Winston, die ebenfalls in Großbritannien gedreht wurde. Kritiker sahen die Schwächen in diesem Film jedoch in der starken Betonung der Actionsequenzen und in der Abweichung der Vorlage insofern, dass Julia und Winston im bewaffneten Zweikampf sterben. Zehn Jahre später, im Jahr 1965, drehte Christopher Morahan wiederum eine Fassung für das britische Fernsehen.
Den Schwerpunkt dieser Hausarbeit möchte ich auf die vierte und von vielen Kritikern als beste angesehene Verfilmung von „1984“ legen 1 . Unter der Regie von Michael Radford, der sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigt, entstand eine sehr werkgetreue Umsetzung des visionären Stoffes mit John Hurt in der Hauptrolle als Winston Smith: „Der Film überzeugt mit eindringlichen Bildern und sehr guten darstellerischen Leistungen“ 2 . Wie schafft es Radford, Orwells komplexes Werk visuell darzustellen?
2. Der Filmdreh
Bereits im Vorfeld gab es Ärger um die Filmmusik: Dominic Muldowney komponierte den gesamten Score, der auch die berühmte Hymne „Oceania, ´Tis for Thee“ beinhaltet. Er schaffte es, den aufgeblasenen Patriotismus der Partei sehr gut musikalisch zu porträtieren. Der Film war schon komplett abgedreht und geschnitten, als Virgin Records sich dazu entschloss, die Tonspur mit neuer, kommerziellerer Musik zu besetzen: Vieles von Muldowneys Originalmusik wurde durch die populäre Musik der Gruppe Eurythmics ersetzt, die auch im Abspann ihren Song „Julia“ zum besten geben. Auch im Film wird des öfteren die Harmonie des Songs instrumental angespielt, vor allem als „Sehnsuchtsthema“, auf das ich später noch eingehen werde. Auch wenn die Band es schafft, die
Atmosphäre musikalisch beizubehalten, ist es sehr zu bedauern, dass nicht mehr vom Originalsoundtrack zum Zuge kam. Regisseur und Komponist kritisierten dies scharf.
Gedreht wurde in London und Umgebung. Um den Aufzeichnungen besondere Authentizität zu verleihen, wurden sie exakt an dem im Buch genannten Zeitpunkt auf Zelluloid festgehalten: John Hurt setzte sich tatsächlich am 4. April 1984 ins Filmstudio, um seinen Eintrag im Tagebuch desselben Datums niederzuschreiben. Die exakte Drehzeit beläuft sich vom April bis Juni 1984. Was die Darsteller angeht, so scheinen sie jeweils für ihre Rolle geboren worden zu sein, allen voran John Hurt als Winston Smith. Auch Richard Burton - hier in seiner letzten Rolle -, Suzanna Hamilton und Cyril Cusack verkörpern den ihnen zugeschriebenen Part perfekt. Selbst die Nebenrollen glänzen durch eine detailgetreue Adaption der Literaturvorlage (z.B. Gregor Fisher als schwitzender Parsons).
3. 1984 (1984)
3.1. Teil I
Die gesamte Struktur des Films hält sich im großen und ganzen an die des Buches, wenn es auch Passagen und Sequenzen gibt, die in ihrer Reihenfolge leicht vom Original abweichen. Die Anfangsszene ist ein solches Beispiel: Der Zuschauer wird ohne Kompromisse direkt mitten in den Zwei-Minuten-Hass hereingeworfen: Mit einem Establishing-Shot wird gezeigt, wo wie uns überhaupt befinden: Im Ministerium für Wahrheit. Die Masse wird in der Vogelperspektive gefilmt, um Uniformität und Gleichförmigkeit zu visualisieren. Die Schar richtet ihre Aufmerksamkeit auf einen großen Bildschirm, auf welchem ein Schwarzweiß-Werbeclip über Ozeanien präsentiert wird. Die weiten Felder dieses Clips kontrastieren mit der klaustrophobischen Atmosphäre, die der Film im weiteren Verlauf etabliert. Einen weitaus größeren Kontrast bilden die folgenden Aufnahmen der Feinde („Barbaren“): Die Gesichter werden im Close-Up gezeigt; ein starker Kontrast zu der gezeigten Masse. Endlich sehen wir auch die ersten Protagonisten des Films: Julia, wie sie mit hassverzerrter Miene die Feinde beschimpft; O’Brien, der Julia beobachtet, und endlich auch Winston. Die Kamera fliegt über die Menge, zeigt aber keine einzelnen Gesichter. Hier zeigt sich bereits der erste Nachteil des Films: Winstons Gedanken kann man als Zuschauer, der das
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Arbeit zitieren:
Michael Himpler, 2001, Vom Buch zur Leinwand: Die Verfilmung von George Orwells Nineteen Eighty-Four, München, GRIN Verlag GmbH
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