nur Beherrscher ihres Instrumentes sein, sondern auch die Fähigkeiten eines Sängers, Tänzers und Schauspielers besitzen. Der engl.Philosoph Roger Bacon ( 1214-1294 ) erklärt , daß instrumentale und vokale Kunst erst dann zu voller sinnlicher Ausdruckswirkung gelange, wenn sie von mimischen Gebärden und körperlichen Bewegungen begleitet seien.
Nachweislich erste Anstellungen von Spielleuten bei Hofe gibt es seit dem 11.Jh. und bei der Stadt ab dem 13.Jh. Die Entwicklung städtischer Instrumentalensembles verläuft parallel zu den höfischen. Die Rechte und Pflichten der ortsansässigen Spielleute werden in der Spielleuteordnung von 1330 genau geregelt und bilden die Grundlage für die Stadtpfeiferordnung der folgenden Jahrhunderte. Sie umfaßt das allgemeine und das alleinige Recht zur Betreibung aller musikalischen Aufgaben in der Stadt. Die Ausgestaltung von Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten, Auftritte bei offiziell städtischen Veranstaltungen und Turmdienste. Die Turmdienste beinhalten das Melden von Feuer und das Herannahen von Reitern. Zu den städtischen Veranstaltungen gehörten auch Freiluftkonzerte, zu denen genaue Honorare festgelegt wurden. Noch immer war die Instrumentalmusik an den Tanz und die Vokalmusik gebunden. - Tanz aus dem 13.Jh
In den Kantoreiordnungen von 1520 wurde die Aufgabe der Instrumentalisten festgelegt, mit den Sängern die Gottesdienste auszugestalten und diese zu unterstützen und an den Tafeln zu musizieren. Um 1569 heißt es :“Inn der Kirchenn so oft man figural singent, soll er mitt den Instrumentenn den Chor sterken helfen“ . Das bedeutete, sie mußten die Chorstimme auf ihrem Instrument mitspielen. Bei der Tafel galt folgende Anweisung : „Wolle alsdann die Welschen Instrumentalisten In Ihre Instrument singen oder unns zu Ehrenn nach Irer arth welsche Stuck für sich sinngen, das sol Inen der Capellmeyster nicht verwehren“. Arnt von Aich schreibt 1512 auf dem Titelblatt seines Liederbuches, diese seien nicht nur „lustick zu syngen. Auck etlich zu sleiten, schwengelen und an deren musicalische Instrumente artlich zugebrauchen“. - Hören Sie in dieser Art von Th.Stoltze : Ex Tactu Do.Inuocauit : Quoniam ipse und - L.Senfl : Ego ego ipse
Trotz aller Festlegungen etablierte sich, dank des Selbstbewußtseins der höfischen und städtischen Musiker, die Mehrstimmigkeit der Instrumentalmusik im 16.Jh. Der Weg führte von der freien Improvisation zur strengen Komposition. Die Instrumentalpraxis bestand darin, über einen „cantus firmus“ in langen Notenwerten eine Oberstimme in Anlehnung an den c.f. virtuos zu spielen,
ähnlich dem Notre Dame Ereignis im 12./13.Jh.
Im 15.Jh. ging die Entwicklung hauptsächlich an den Tastinstrumenten voran. Die Orgel stand im Mittelpunkt. Dabei orientierte man sich an der Durchimitation der Choralpoyphonie. Einen entscheidenden Impuls der Eigenständigkeit erlangte die Instrumentalmusik durch die Mehrchörigkeit der Musikpraxis am Dom „San Marco“. Die Pracht der Festlichkeiten führte zu einem Mitwirken der Zinken und Posaunen am musikal.Geschehen. Es entstanden einige Instrumentalchöre, die den Vokalchören gegenüber gestellt waren. Das Ergebnis waren Kompositionen reiner Instrumentalwerke wie : Canzoni di diversi per sonar 1588 von Giacomo Vincenti
Concerti ecclesiastici 1595 von Banchieris und die„Sacrae symphoniae“ 1597 von Giovanni Gabrieli, dem Neffen von Andrea Gabrieli. Giovanni Gabrieli war ab 1587 hauptverantwortlicher Komponist der geistigen Festmusiken von San Marco in Venedig. Mit seinen Kompositionen der Sonaten und Kanzonen für Instrumentalensembles verhalf er der Instrumentalmusik zu einer der Vokalmusik ebenbürdigen Position.
Stilistisch besteht zwischen den Kanzonen und Sonaten kein Unterschied. Für die frühen Werke stehen bereits differenzierte Affektgestaltung, abwechslungsreiche Satztechnik, ausgeschriebene virtuose Verzierungen und ein wirkungsvoller Einsatz instrumentaler Farben. Absolut dominat war der Bläserklang - von Zinken und Posaunen, während sich der Streicherklang am Vokalen orientierte.
Am 6.Oktober 1600 erfährt die Entwicklung der Musik einen weiteren Höhepunkt, denn ganz Florenz ist auf den Beinen. Die Hochzeitsfeierlichkeiten von Maria von Medici und König Heinrich IV. von Frankreich finden statt und mit dem Paar tritt im Palazzo Pitti in Florenz die Oper in die Musikgeschichte. Die Oper von Jacopo Peri „Le musiche sopra l´Euridice“ ist nur ein Programmpunkt der Feierlichkeiten, die mehrere Wochen andauern, denn diese Hochzeit war auch ein politisches Ereignis ersten Ranges, verband sich doch hier eine einflußreiche Bankiersfamilie Italiens mit dem damals mächtigsten Herrscher Europas. Die Aufführung Peris Euridice war ein persönliches Hochzeitsgeschenk des Florentiener Grafen Jacopo Corsi an die zukünftige Königin von Frankreich, denn der Mythos von Orfeo und Euridice verkörperte ein Loblied auf die Macht der Liebe und gleichzeitig eine Huldigung an die Macht der Musik. Es war das größte Kulturereignis des damaligen Italiens. Die Vorstellung wurde aus diesem Anlaß von Gelehrten, Künstlern, französischen und it.Aristokraten und der hohen Geistlichkeit besucht. Die Oper „Le musiche
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Martina Möwes, 2008, Die Monodie und die Entwicklung der Instrumentalmusik, München, GRIN Verlag GmbH
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