Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Definitionen - Der Begriff „Korruption“ in verschiedenen Wissenschaftsbereichen 4
3. Formen der Korruption. 6
3.1. Spontane und geplante Korruption. 6
3.2. Situative und systematische Korruption. 7
3.3. Strukturelle Korruption 8
3.4. Opportunistische Korruption. 8
4. Methoden der Korruptionsforschung 9
4.1. Public Expenditure Tracking Survey (PETS) 9
4.2. Quantitative Service Delivery Survey (QSDS) 10
4.3. Corruption Perceptions Index (CPI) 11
4.4. Global Corruption Barometer (GCB) 13
5. Fazit. 14
Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung
Korruption ist ein sehr komplexes und folgenreiches Phänomen, das sogar schon in der Bibel erwähnt wird. Im Buch Exodus 23,6 findet sich der Eintrag: „Du sollst Dich nicht bestechen lassen; denn Bestechung macht Sehende blind und verkehrt die Sache derer, die im Recht sind“ (zitiert nach Bannenberg/Schaupensteiner 2004: 11). Es darf daher vermutet werden, dass Korruption praktisch schon immer vorhanden war und in Zukunft noch in vielen Formen an den Tag treten wird, insbesondere dort, wo es große Ansammlungen von Menschen geben wird. Ferner darf angenommen werden, dass die Häufigkeit, der Umfang und die Verbreitung von Korruption variieren (vgl. ebd.: 12). Die Folgen der Korruption sind keineswegs nur auf den Korrumpierten und den Korrumpierenden beschränkt. Vielmehr hat Korruption große gesellschaftliche Auswirkungen, insbesondere auf „die politische Kultur, auf das Verhältnis der Bürger zu den staatlichen Einrichtungen und die Mechanismen der Marktwirtschaft“ (ebd.: 12). Noch treffender und präziser ist die Erklärung der Weltbank und des IWF aus dem Jahr 1997: „Korruption führt zur Verschwendung von Steuergeldern, lähmt die öffentliche Verwaltung, treibt die Kosten der Privatwirtschaft in die Höhe und untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat“ (ebd.: 13). Zieht man die semantische Wurzel des Begriffs heran, so offenbart sich möglicherweise das Hauptübel von Korruption. „Corrumpere“, bedeutet im Lateinischen Moral- und Sittenverfall. Aus diesem Grund wurde Korruption stets negativ bewertet und gerichtlich streng geahndet. Doch obwohl immer wieder Präzedenzfälle der Korruption auftauchen, scheint in der Bevölkerung große Unklarheit bezüglich des Begriffs Korruption zu bestehen. Ein US-amerikanischer Richter hat das Phänomen in einem Satz treffend auf den Punkt gebracht: „I don’t know what obscenity is but I know it when I see it“ (deLeon 1993: 19). Einen allgemein anerkannten Korruptionsbegriff gibt es leider nicht. Es gibt lediglich verschiedene Sichtweisen bezüglich dieses Phänomens. Zudem steht die Wissenschaft vor der Herausforderung, eine Methode zu finden, wie das Phänomen Korruption empirisch präzise gemessen werden kann. So komplex und vielschichtig, so facettenreich und universal das Phänomen der Korruption auch sein mag, es ist mit Sicherheit eines der aktuellsten und spannendsten Themen, welches noch weit über die Grenzen der Politologie - ja der Wissenschaft insgesamthinausreicht.
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Aufgabe dieser Arbeit ist es, der Fragestellung nachzugehen: Was versteht man unter Korruption und wie kann man Korruption messen? Zu Beginn der Arbeit werde ich eine Übersicht existierender Definitionsansätze des Korruptionsbegriffs, die aus verschiedenen Wissenschaftszweigen stammen, geben. Aufbauend auf dieser definitorischen Grundlage werden im zweiten Teil die verschiedenen Formen der Korruption dargestellt. Dabei wird ausführlich auf Formen wie die spontane und geplante Korruption, die situative und systematische Korruption, die strukturelle Korruption und zuletzt die opportunistische Korruption eingegangen. Im dritten Teil betrachte ich dann die Möglichkeiten zur Erfassung von Korruption und die Möglichkeiten der Korruptionsmessung. Der letzte Teil der Arbeit fasst schließlich alle Erkenntnisse in einem Fazit zusammen, um die zentrale Frage dieser Arbeit zu beantworten. Im Rahmen dieser Arbeit wird es unmöglich sein, die Vielschichtigkeit des Phänomens der Korruption komplett zu erfassen. Es sollen daher lediglich die wichtigsten, für die Fragestellung relevanten Ansätze angesprochen werden.
2. Definitionen - Der Begriff „Korruption“ in verschiedenen Wissenschaftsbereichen
Einen einheitlichen Begriff der Korruption gibt es nicht (vgl. Bannenberg/Schaupensteiner 2004: 24). Wegen seiner Bedeutungsvielfalt wird das Phänomen Korruption in verschiedenen Wissenschaftsbereichen unterschiedlich beschrieben. Je nach Wissenschaft werden zudem unterschiedliche Definitionen des Korruptionsbegriffs verwendet. Somit gibt es - entsprechend der Vielzahl wissenschaftlicher Bereiche - eine nicht unerhebliche Vielfalt an Definitionen, die den Korruptionsbegriff zu klären versuchen. Neben den Wirtschaftswissenschaften gibt es Definitionsversuche u.a. in der Rechtswissenschaft, Soziologie, Politologie, Kriminologie, Biologie, Geschichte und nicht zuletzt in der Theologie (vgl. Imhof 1999: 1f.). Eine der klassischen Definitionen stammt von Joseph J. Senturia. Ihm zufolge stellt Korruption einen Missbrauch öffentlicher Macht zu privatem Nutzen dar (vgl. Senturia 1931: 449). Danach müssen die Komponenten Missbrauch, öffentliche Macht und privater Nutzen, die die Korruption ausmachen, vorhanden sein. Allerdings ist diese Definition nicht perfekt, da sie sich zu sehr auf die öffentliche Macht konzentriert. Wirtschaftliche Macht etwa wird hier gänzlich ausgeklammert. Korruptionsbeziehungen existieren aber auch in Wirtschaftsunternehmen (vgl. Alemann 2003: 20). Zudem
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wird bei dieser Definition auch der private Nutzen berücksichtigt. Leider lässt sich der Missbrauch definitionstechnisch nur schwer erfassen. Dies wird an dem Beispiel deutlich, wenn ein „Amtsträger ohne jegliches Unrechtsbewusstsein bestimmte Vorteile seines Amtes wahrnimmt“ (ebd.: 21).
Eine der wichtigsten Definitionen für Korruption ist die des Amerikaners Joseph S. Nye. Nye definiert Korruption als „behaviour which deviates from the formal duties of the public role because of private-regarding (personal, close family, private clique) pecuniary or status gains; or violates rules against the exercise of certain types of private-regarding influence“ (Nye 1967: 419). Allerdings geht diese Definition kaum auf die Verletzung moralischer Standards ein und es fehlt die Komponente des vom öffentlichen Interesse abweichenden Verhaltens. Außerdem ist es, wie in der vorhergehenden Definition, nicht ganz klar, was Missbrauch wirklich bedeutet (vgl. Alemann 2003: 21).
Einem soziologischen Definitionsansatz zufolge stellt Korruption eine Form abweichenden Verhaltens dar (vgl. Imhof 1999: 2). Abweichend, wenn „die ethisch-moralische Standards des betroffenen sozialen Systems“ verletzt werden (ebd.: 2). Diese Definition ist allerdings zu allgemein gehalten. Allerdings wird die Korruption nicht als negatives oder schädliches, sondern nur als abweichendes Verhalten analysiert (vgl. Alemann 2003: 23).
In der Politologie wird Korruption als jedes normwidrige Verhalten von Funktionären verstanden (vgl. Imhof 1999: 8). Als Beispiel kann der Missbrauch von Amtsgewalt angesehen werden. Das normwidrige Verhalten gilt dann als korrupt, wenn es geheim bleibt und der Gemeinschaft schadet sowie privaten Zwecken dient (vgl. ebd.). Die wichtigsten Bestandteile der Definition sind also die Normwidrigkeit und das Funktionärsverhalten. Doch was in der einen Gesellschaft als normwidrig angesehen wird, gilt in diversen anderen Gesellschaften als völlig normal. Einige Formen der Korruption werden in weniger entwickelten Ländern durchaus akzeptiert (vgl. ebd.). Daher stößt man auch bei dieser Definition an Grenzen.
Dem ökonomischen Definitionsansatz zufolge bezieht sich Korruption auf bestimmte Tauschhandlungen. Und zwar dann, wenn Tausch Bestechung bedeutet. Der Akt der Korruption liegt im Bestechen. Korruption liegt dann vor, wenn ein Tausch illegal ist,
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Arbeit zitieren:
Maxim Kimerling, 2009, Was ist Korruption? , München, GRIN Verlag GmbH
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