Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Stoffcharakterisierung 2
2.1. Verschiedene Isomere und Gemische 3
2.1.1. Produktbeschreibung von technischem Nonylphenol 3
2.1.2. Produktbeschreibung von 4-Nonylphenol 4
2.2. Stoffeigenschaften von technischem Nonylphenol 4
3. Herstellung und Verwendung von Nonylphenol 5
3.1. Herstellung und Produktion 5
3.1.1. Produktionsverfahren 5
3.1.2. Produzenten in Westeuropa 5
3.1.3. Massenflüsse in Deutschland 6
3.1.3.1 Nonylphenol 6
3.1.3.2 Nonylphenolethoxylate 7
3.2. Verwendung 9
3.2.1. Verwendung von Nonylphenol 9
3.2.2. Verwendung von APEO bzw NPEO 9
4. Eintrag in die Umweltkompartimente 11
4.1. Verteilungsverhalten in der Umwelt 11
4.2. Nonylphenol-Emissionen 12
4.2.1. Emissionen bei Herstellung und Verarbeitung 12
4.2.2. Emissionen je nach Anwendung 13
4.2.3. Zusammenfassung der Stoffflüsse und
Emissionen 17
5. Klärschlammdüngung - Pro und Contra 18
5.1. Klärschlammverwertung 18
5.2. Gesetzesrahmen 19
5.3. Aktuelle Situation in Deutschland 20
6. Toxische Wirkung von Nonylphenol 21
6.1. Begriffserläuterungen 21
6.2. Toxizität gegenüber aquatischen Organismen 23
6.3. Toxizität gegenüber Säugern 24
6.4. Bioakkumulation 25
6.5. Zusammenfassung Toxizität und Bioakkumulation 25
7. Endokrine Zusammenhänge 26
7.1. Endokrine Substanzen in der Umwelt 26
7.2. Endokrine Wirkungen 28
7.2.1. Funktionen des endokrinen Systems 28
7.2.2. Wirkungsweise der endokrinen Disruptoren 30
7.3. Untersuchungsmethoden zum Nachweis endokriner Wirkungen 33
7.3.1. In vivo-Methoden 34
7.3.2. In vitro-Methoden 35
7.4. Östrogene Wirkung von Nonylphenol 36
7.5. Gefährdungspotential für den Menschen 40
8. Nonylphenol in Lebensmitteln 41
8.1. Aufnahmepfade in den menschlichen Organismus 41
8.2. Eintragspfade in Lebensmittel 42
8.3. Durchschnittliche Tagesaufnahme 44
8.3.1. Ergebnisse Heinke 44
8.3.2. Ergebnisse Forschungszentrum Jülich 47
9. Stoffspezifische Regelungen 50
9.1. Einstufung und Kennzeichnung 50
9.2. Freiwillige Verzichtserklärung 51
9.3. Internationale Ebene 51
9.4. Europäische Ebene 52
9.4.1. EG-Altstoffverordnung Nr 793 93 52
9.4.2. Empfehlung der Kommission 2001 838 EG 53
9.4.3. EG-Richtlinie 2003 53 EG 56
10. Diskussion ..................................................................................... 58
11. Zusammenfassung ........................................................................ 63
12. Literaturverzeichnis ....................................................................... 65
Abkürzungsverzeichnis
AOX Adsorbierbare organische Halogenverbindungen
APEO Alkylphenolethoxylate
BCF Bioconcentration factor
BgVV Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und
Veterinärmedizin
DDT Dichlordiphenyltrichorethan
DEHP Diethylhexylphtalate
DES Diethylstilboestrol
EC 50 Effect Concentration
ED 50 Effect Dose
ERE Estrogen responsive element
EU Europäische Union
GSF Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
LAS Lineare Alkylbenzolsulfonate
LC 50 Lethal Concentration
LD 50 Lethal Dose
NOEC No observed effect concentration
NP Nonylphenol
NP1EC Nonylphenoxyessigsäure
NP2EC Nonylphenoxyethoxyessigsäure
NPEO Nonylphenolethoxylate
NP1EO Nonylphenolmonoethoxylate
NP2EO Nonylphenoldiethoxylate
NRW Nordrhein Westfalen
PAK Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
PCB Polychlorierte Biphenyle
PCDD Polychlorierte Dibenzodioxine
PCDF Polychlorierte Dibenzofurane
PVC Polyvinylchlorid
TNPP Trisnonylphenylphosphit
Abbildungsverzeichnis
Abb Seite
1 Massenfluss von Nonylphenol in Deutschland im Jahr 2000 6
2 Allgemeine Struktur von NPEO 7
3 Massenfluss von NPEO in Deutschland 1997 8
4 Massenfluss von NPEO in Deutschland 1999 8
5 Biologischer Abbau von NPEO zu NP 14
6 Eintragspfade in Gewässer 16
7 Stoffflüsse für die NP- und NPEO-Verwendung und daraus 17
resultierende Nonylphenol-Emissionen für Deutschland 99/00
8 Molekularer Mechanismus der Östrogenwirkung 29
9 Direkte Wirkung von Umweltchemikalien am Hormonrezeptor 32
10 Wege von NP in Lebensmittel 42
11 NP Gehalte in den Proben 45
12 Konzentrationen von NP in Lebensmitteln 48
13 Konzentrationen von NP in Milchnahrungsmitteln für 49
Säuglinge und in handelsüblicher Fertig-Kindernahrung
Tabellenverzeichnis
Tab Seite
1 Nonylphenol Produzenten und Kapazitäten in Westeuropa 95 96 5
2 Übersicht über die EU-weiten Nonylphenolemissionen 13
3 EU-Diskussionswerte für organische Schadstoffe im 19
Klärschlamm bei landwirtschaftlicher Verwertung
4 Nonylphenolgehalte im Klärschlamm 20
5 Akute Toxizität von NP gegenüber bestimmten Süß- und 23
Salzwasserorganismen NA
6 Substanzen mit endokriner Wirkung 27
7 Stimulierung der Proliferation von MCF-7 Zellen 37
in vitro (E-screen) durch Alkylphenole
8 Stimulierung der Vitellogeninsynthese kultivierter 38
Hepatozyten von Forellen durch Alkylphenole
9 Zusammenfassung der östrogenen Wirkungen der Alkyphenole 38
und ihrer Derivate
10 Durchschnittliche Tagesaufnahme von NP mit der 46
Nahrung bei Männern und Frauen
1. Einleitung
Durch die starke Industrialisierung der letzten Jahrzehnte sehen sich Menschen, Tiere und Pflanzen immer mehr Belastungen durch naturfremde Stoffe (Xenobiotika) ausgesetzt.
Von Jahr zu Jahr häufen sich Berichte und Diskussionen über Störungen des endokrinen Systems, d.h. des Hormonsystems, von Mensch und Tier, durch chemische Substanzen (58).
Umweltchemikalien mit hormonähnlicher Wirkung, wie Nonylphenol (NP), werden als Ursache für zahlreiche Erkrankungen teilweise sehr kontrovers diskutiert. Sie werden für Fortpflanzungsstörungen, Missbildungen und Krebs verantwortlich gemacht (39).
Hauptquelle von Nonylphenol sind die Nonylphenolethoxylate (NPEO). Aufgrund ihrer hervorragenden Tensideigenschaften werden jährlich weltweit ca. 600.000 Tonnen in Haushalt und Industrie verwendet (8).
Sie werden beispielsweise
- als Dispersionsmittel in der Papierherstellung
- als Emulgator bei der Produktion von Latexfarben
- als Benetzungsmittel in der Textilindustrie
- und als Formulierungshilfsmittel für Pestizide und Biozide eingesetzt.
In der Umwelt verwandeln sich NPEO in giftige Nonylphenole, die in hohen Konzentrationen in Klärschlamm, Abwässern und, wie erst kürzlich festgestellt, auch in Lebensmitteln nachgewiesen wurden.
Die vorliegende Arbeit beruht auf einer Literaturrecherche. So soll eine möglichst umfassende und präzise Bestandsaufnahme des Status-Quo zur Nonylphenol- Situation in Deutschland gegeben werden.
1
Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Eintragspfade von Nonylphenol in die Umwelt darzustellen, um so eine mögliche Gefährdung für die Umwelt und die Nahrungsmittelkette aufzeigen zu können. Dazu werden die Stoffflüsse von Nonylphenol in Deutschland besonders betrachtet.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Klärschlamm-Problematik. Die Landwirtschaft nutzt Klärschlamm als Dünger, welcher neben wertvollen Nährstoffen, wie Phosphor, auch Schadstoffe, wie z.B. Nonylphenol, enthält.
Ein zentraler Aspekt dieser Arbeit konzentriert sich auf die endokrinen Zusammenhänge. Besonders betrachtet wird dabei die hormonähnliche Wirkung von Nonylphenol und das daraus resultierende mögliche Gefährdungspotential für den Menschen.
Zur Bewertung des Gefährdungspotentials für den Menschen ist es selbstverständlich auch wichtig, die durchschnittliche Tagesaufnahme von Nonylphenol über Lebensmittel zu kennen. Zu diesem Zweck werden die im Jahr 2002 nachgewiesenen Nonylphenol-Gehalte in Lebensmitteln aufgezeigt und beurteilt.
Abschließend werden die stoffspezifischen Regelungen bezüglich Nonylphenol genauer beleuchtet. Besonders die europäische Ebene ist dabei von großem Interesse, da es hier erst kürzlich einige einschneidende Veränderungen in der Gesetzeslage gegeben hat.
2. Stoffcharakterisierung
Unter Nonylphenol werden Alkylphenole mit einem C 9 -Alkyl-Rest verstanden (1). Alkylphenole sind Derivate der Phenole, bei denen am aromatischen Ring ein oder mehrere H-Atome durch gleiche oder verschiedene Alkylgruppen ersetzt sind. Alkylphenole dienen als Zwischenprodukte für die Herstellung von Phenolharzen, von antioxidativ wirkenden Additiven sowie von Ethoxylaten, die als Tenside
2
eingesetzt werden (2). Die Nonylphenole und ihre Ethoxylate sind die mit Abstand bedeutsamste Gruppe der Alkylphenole bzw. Alkylphenolethoxylate (APEO) (1).
2.1. Verschiedene Isomere und Gemische
Das technische Nonylphenol ist ein Gemisch aus verschiedenen Isomeren und Homologen. Die C 9 -Seitenkette weist unterschiedliche Verzweigungen auf und die Verknüpfung zum Ring ist von mehreren Stellen der Seitenkette aus möglich. Außerdem kann die Seitenkette am Ring entweder in der p- oder in der o-Position stehen. Technisch üblich ist ein 9:1 Gemisch hinsichtlich der p- und o-Verteilung. 4-Nonylphenol ist der Hauptbestandteil von technischem Nonylphenol, dessen größten Nebenbestandteil das sonst unbedeutende 2-Nonylphenol darstellt (1). Weiterhin enthält das technische Nonylphenol auch geringe Mengen an 2,4- Dinonylphenol sowie meist Alkylphenole mit C 8 - bis C 10 -Seitenketten (1,3).
Die Nonylphenole sind hochviskose, farblose bis gelblich-klare Flüssigkeiten mit schwachem phenolischem Geruch (3,5,7).
2.1.1. Produktbeschreibung von technischem Nonylphenol (3,4,5,6,7)
IUPAC-Name 1 :
Phenol, nonyl- Gebrauchsname: Nonylphenol, Isononylphenol CAS-Nr.: 2 25154-52-3 und 11066-49-2 EINECS-Nr.: 3 246-672-0 Summenformel: C 15 H 24 O Strukturformel:
OH
1 IUPAC = International Union of Pure and Applied Chemistry. Die internationale Union der reinen und angewandten Chemie wurde 1919 gegründet und gibt verbindliche Empfehlungen in vielen Bereichen der Chemie, z.B. Nomenklatur, Symbole, Terminologie, usw. (24) 2 CAS-Nr. = Eine Registriernummer, die seit 1965 vom Chemical Abstracts Service (CAS) fortlaufend vergeben wird (17). 3 EINECS = European Inventory of Existing Commercial Chemical Substances = Altstoffverzeichnis der Europäischen Gemeinschaften (17, 20)
3
2.1.2. Produktbeschreibung von 4-Nonylphenol (3,4,5,6,7)
IUPAC-Name: Phenol, 4-nonyl-, branched
Gebrauchsname: 4-Nonylphenol, p-Nonylphenol
CAS-Nr.: 84852-15-3
Summenformel: C 15 H 24 O
Strukturformel:
OH
2.2. Stoffeigenschaften von technischem Nonylphenol (3,4,5,6,7)
Aussehen bei 20 °C: flüssig, klar
Molmasse:
Siedebereich (27mbar):
Verdampfungswärme:
Schmelzpunkt:
Flammpunkt:
Zündtemperatur:
Rel. Dichte bei 20 °C:
Viskosität bei 20 °C:
Dampfdruck bei 20 °C:
Löslichkeit in Wasser bei 20 °C: 3 mg/l
log P ow bei pH7: 3,28 (Octanol/Wasser-Verteilungskoeffizient)
Henry-Konstante:
Auf einige Stoffeigenschaften, die für das Verteilungsverhalten in die Umwelt eine
Rolle spielen, wird in Kapitel 4 genauer eingegangen.
4
3. Herstellung und Verwendung von Nonylphenol
3.1. Herstellung und Produktion
3.1.1. Produktionsverfahren
Ausgangsprodukte der Nonylphenolherstellung sind Tripropylen und Phenol (2). Zur Herstellung von einer Tonne Nonylphenol werden stöchiometrisch 427 kg Phenol und 573 kg Tripropylen benötigt. Die Produktion erfolgt heute nahezu ausschließlich in kontinuierlich betriebenen geschlossenen Anlagen unter Einsatz heterogener Katalysatoren.
Die Ausgangsstoffe werden vermischt und in einem Reaktor bei 500 - 1500 °C und einer Verweilzeit von 5 – 30 min. zur Reaktion gebracht. Hierbei entsteht ein Isomerengemisch, das neben dem 4-Nonylphenol kleinere Anteile von 2- Nonylphenol und von 2,4-Dinonylphenol enthält (4). Dieses Isomerengemisch wird in einer anschließenden mehrstufigen Destillation von nicht umgesetzten Ausgangsstoffen und Beiprodukten befreit. Die Ausbeute liegt bei ca. 98% Nonylphenol (1,2).
3.1.2. Produzenten in Westeuropa
Nonylphenole werden in Deutschland ausschließlich von der südafrikanischen Sasol GmbH (früher Hüls AG) am Standort Marl produziert. Tabelle 1 gibt eine Übersicht über die Anbieterstruktur 1995/1996.
Tab.1: Nonylphenol Produzenten und Kapazitäten in Westeuropa 1995/1996. (1,2)
5
Die Produktionskapazität der damaligen Hüls GmbH betrug demnach 1995/1996
bei 40.000 Tonnen Nonylphenol pro Jahr. Die Produktionskapazität lag 1996
europaweit bei 109.000 Tonnen pro Jahr und global bei ca. 450.000 Tonnen pro
Jahr. Generell rechnet man mit einer Kapazitätsauslastung der Anlagen von 60
bis 70% (2).
Mittlerweile haben allerdings folgende Unternehmen die Produktion eingestellt:
SISAS, ICI und Akzo-Nobel (2).
3.1.3. Massenflüsse in Deutschland
3.1.3.1. Nonylphenol
Abbildung 1 gibt einen Überblick über den Massenfluss von Nonylphenol in
Deutschland.
Abb.1: Massenfluss von Nonylphenol in Deutschland im Jahr 2000. (2)
Ein Teil der Nonylphenolproduktion (ca. 10%) wird zur Herstellung von
Alkylphenolharzen verwendet. Diese haben Bedeutung für die Formulierung von
6
Klebstoffen, als Zusatzstoffe in der Gummi- und Kautschukindustrie sowie bei der Herstellung von Lacken.
Ein weiterer Verwendungsbereich ist die Herstellung des Additivs Trisnonylphenylphosphit (TNPP). Dieses ist zugelassen für Lebensmittelkontakt und dient als Co-Stabilisator bei PVC und anderen Kunststoffen. Die Masse der Nonylphenolverarbeitung geht in Deutschland mit mehr als 80 % in die Ethoxylierung 4 . Das bei der Umsetzung mit Ethylenoxid gewonnene Nonylphenolethoxylat ist ein Gemisch von Verbindungen mit unterschiedlichem Ethoxylierungsgrad (2).
3.1.3.2. Nonylphenolethoxylate
Nonylphenolethoxylate (NPEO) bestehen aus einem fettliebenden (lipophilen) und einem wasserliebenden (hydrophilen) Teil. Die Struktur von NPEO verdeutlicht die nachfolgende Abbildung.
Abb.2.: Allgemeine Struktur von NPEO (12)
Die Phenolstruktur und die Alkylkette machen den lipophilen Teil aus. Eine Kette von Ethoxylatgruppen befindet sich ebenfalls am Phenolring. Die Länge der Ethoxylatketten kann stark variieren. Sie macht den hydrophilen Teil der Substanz aus. Wegen ihrer Struktur können NPEO die Oberflächenspannung zwischen zwei Phasen reduzieren, z.B.: Öl/Wasser (16).
Der weltweite Bedarf an APEO wird auf 600 000 Tonnen pro Jahr geschätzt. Der Anteil der in Deutschland produzierten APEO-Menge am gesamten Weltbedarf liegt bei ca. 8% (2).
4 Ethoxylierung = Prozess bei dem aus hydrohphoben (wasserunlöslichen) Stoffen durch die Anlagerung hydrophiler (wasserlöslicher) Polyethylenoxidketten Emulgatoren hergestellt werden (60).
7
Nonylphenole haben als Ethoxylate die größte ökologische Bedeutung. Sie sind
die Hauptquelle von Nonylphenol in der Umwelt. Der Nonylphenolanteil in NPEO
beträgt etwa 36% (8). Eine Übersicht über den Massenfluss der NPEO in
Deutschland geben die folgenden Abbildungen.
Abb.3.: Massenfluss von NPEO in Deutschland 1997
Abb.4: Massenfluss von NPEO in Deutschland 1999
8
Danach wurden 1999 44.500 t NPEO produziert, wobei der überwiegende Teil davon (30.000 t) exportiert wurde. Von der im Inland verbleibenden Menge wird nur ein sehr kleiner Teil (300 t) zur Herstellung von NPEO-Derivaten verwendet.
Der Vergleich zwischen den Jahren 1999 und 1997 zeigt, dass in Deutschland insgesamt weniger NPEO produziert wurden. Die verarbeitete Menge stieg jedoch an. Aufgrund der erhöhten Exportrate ist die in Deutschland in fertigen Produkten verbleibende NPEO-Menge zurückgegangen. Dies ist vor allem bedingt durch den Rückgang im Bereich der Industriereiniger, der Textil- und Lederhilfsmittel sowie der Flockungshilfsmittel (2).
3.2. Verwendung
3.2.1. Verwendung von Nonylphenol
Die wichtigste direkte Verwendung von Nonylphenol ist die Umsetzung mit Formaldehyd zu Phenolharzen bzw. Phenollacken. Außerdem wird Nonylphenol zu Trisnonylphenylphosphit verarbeitet. Diese Verbindung dient als Co-Stabilisator für PVC, als Verarbeitungshilfe für Hart-PVC und wird bei Polyolefinen eingesetzt.
Weiterhin wird Nonylphenol bei der Verarbeitung zu Epoxidharzen als Härtungsbeschleuniger eingesetzt.
Die Hauptverwendung von Nonylphenol ist allerdings die Weiterverarbeitung zu NPEO (2).
3.2.2. Verwendung von APEO bzw. NPEO
APEO sind grenzflächenaktive, nichtionische Tenside, die emulgierende bzw. dispergierende Wirkung haben und somit für äußerst vielfältige Anwendungen geeignet sind (2).
9
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Julia Danoci, 2005, Bewertung des Gefährdungspotentials von Nonylphenol für die Umwelt und die Nahrungsmittelkette , Munich, GRIN Publishing GmbH
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