Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Rolle der Frau in der westlichen Gesellschaft. 5
3. Die Bedeutung der Familie 7
4. Die Rolle der mitreisenden Partnerin im Kontext berufsbedingter Auslandsentsendungen. 9
4.1. Die Entscheidung und die Vorbereitung auf den Auslandseinsatz 9
4.2. Die Rolle der Frau während der Auslandsentsendung 11
4.3. Die Rücksendung und die Reintegration in die alte’ Heimat 13
5. Vorherrschende Schwierigkeiten bei der Einbindung der Ehefrauen in den Prozess der
Auslandsentsendung und mögliche Lösungsansätze. 14
6. Fazit. 18
7. Bibliographie. 20
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1. Einleitung
Frauen werden oft als ‚die bessere Hälfte des Mannes’ tituliert und sind deren stete Begleiterinnen. Neben solch positiven Beschreibungen wird allerdings häufig vergessen, dass sie eigene Bedürfnisse haben, die oftmals vernachlässigt werden. Lange Zeit wurden Frauen einzig auf ihre Hausfrauen- und Mutterrolle beschränkt. In den letzten Jahrzehnten änderten sich allerdings die Ansichten bezüglich der Rolle der Frau. Zwar ist sie weiterhin Mutter, aber wird nicht mehr von der Arbeitswelt ausgeschlossen und auch im Haushalt sowie bei der Kindererziehung erhält sie in vielerlei Hinsicht die Unterstützung des Mannes. Trotz der zunehmenden Gleichberechtigung werden den Frauen oftmals Führungspositionen vorenthalten. Jene Posten gehören nach wie vor noch zu den von Männern dominierten Bereichen.
Erhalten die männlichen Lebenspartner die Möglichkeit durch eine Auslandsentsendung Erfahrungen zu sammeln und ihre Karrieren voranzutreiben, müssen ihre mitreisenden Partnerinnen häufig zurückstecken, sei es, weil sie ihre Berufe im Heimatland aufgeben oder weil sie im Gastland bestimmte Rollen einnehmen müssen. Dies kann dazu führen, dass die mitreisenden Frauen mit zahlreichen Schwierigkeiten und ungewohnten Situationen konfrontiert werden, die mitunter zu persönlichen und inner-familiären Krisen führen können. Diese wissenschaftliche Arbeit thematisiert daher die Rolle der mitreisenden Lebensgefährtinnen im Kontext berufsbedingter Auslandsentsendungen. Demnach wird der Auslandsaufenthalt aus dem Blickwinkel der Frauen betrachtet, wobei zum einen auf die Gefühle, die Rolle(n) und die Möglichkeiten der Partnerinnen während der drei übergeordneten Phasen des Auslandseinsatzes eingegangen wird und zum anderen Probleme und mögliche Lösungsansätze dargestellt werden.
Bevor jedoch die Bedeutung der Frau während der Auslandsentsendung fokussiert wird, werden allgemeine Auffassungen bezüglich der Rolle der Frau in der westlichen Gesellschaft dargestellt um aufzeigen zu können, welche Tendenzen vorherrschend sind und wie sich die stetig voranschreitende Gleichberechtigung auf Lebensgemeinschaften auswirkt. Dem folgen
1 Zitat von Francis Bacon über: http://natune.net/zitate/themen/frauen. Letzter Zugriff: 24.04.2009.
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eine Definition des Begriffes Familie und die Veranschaulichung der Bedeutung dieser Gruppe für ihre einzelnen Mitglieder, wobei Kinder weitgehend außer Acht gelassen werden. Diese beiden Themenkomplexe sollen eine Basis für die danach folgende Betrachtung der Rolle der Frau als ein maßgeblicher Teil der ins Ausland reisenden und dort lebenden Familie bilden.
Anschließend wird die Bedeutung der Frau während der drei übergeordneten Etappen des Auslandseinsatzes - der Entscheidung und der Vorbereitung, dem Auslandsaufenthalt an sich sowie der Rückreise und der Phase der Reintegration ins Heimatland - näher beschrieben. Dabei handelt es sich zunächst um eine reine Darstellung der Gefühle, Aufgaben und Möglichkeiten sowie der verschiedenen Rollen, die mitreisende Frauen durchleben. Im Folgenden wird genauer auf Probleme, die sich aus der ungewohnten Situation, den denkbaren Einschränkungen und den sich im Vergleich zum Heimatland ändernden Rollen ergeben, eingegangen. In diesem Zusammenhang sollen weiterhin schon bestehende und in der Literatur nachlesbare sowie neue Lösungsvorschläge, die den Auslandsaufenthalt für die Frauen erheblich erleichtern könn(t)en, vorgestellt und diskutiert werden. An dieser Stelle muss zudem noch angemerkt werden, dass die Betrachtung der Mutterrolle in dieser Arbeit außen vor gelassen wird, d.h. es werden ausschließlich kinderlose Lebensgemeinschaften untersucht.
Während zu Beginn der Untersuchungen von Expatriates und der positiven sowie negativen Folgen von Auslandseinsätzen nur die Entsendeten, bei denen es sich größtenteils um Männer handelt, und die jeweiligen Firmen einbezogen wurden, werden seit einigen Jahren auch die mitreisenden Familienmitglieder und insbesondere die Lebenspartnerinnen zum Gegenstand der Forschung. Grund dafür ist die zunehmende Einsicht, dass die Familie als unterstützender, Rückhalt bietender Faktor maßgeblich zum Gelingen einer Auslandsentsendung beiträgt, da viele Auslandseinsätze beispielsweise aufgrund von enormen familieninternen Krisen scheitern.
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2. Die Rolle der Frau in der westlichen Gesellschaft
Bevor weit verbreitete Auffassungen bezüglich der Frauenrolle näher dargestellt werden, muss an dieser Stelle zuerst erklärt werden, was unter dem Begriff der westlichen Gesellschaft verstanden wird. Er umfasst dabei sowohl den europäischen als auch den amerikanischen und australischen Kontinent. Verwendet wird dieser Begriff vor allem um eine Abgrenzung von der östlichen Welt, d.h. vom asiatischen Raum mit den Ländern China, Japan und Indien, vornehmen zu können. Da sich die Vorstellungen des Rollenverhaltens der Frau in den östlichen und westlichen Gesellschaften in einigen Aspekten unterscheiden, soll in dieser wissenschaftlichen Arbeit nur die westliche Welt berücksichtigt werden, da der Fokus auf jenen Kulturkreis gelegt wird und eine Betrachtung beider Kulturräume den Rahmen sprengen würde.
Aus Perspektive der Biologie existiert kein geschlechtsspezifisches Verhalten, dieses wird allerdings durch Kultur erzeugt und ist von ihr abhängig (Vgl. Thetis 1996, 19). Die Rolle der Frau ist gesellschaftlich legitimiert, d.h. das Selbstsein der Frau wird mithilfe von diversen gesellschaftlichen Rollen verschleiert und sogar manipuliert. Demnach wird das Verhalten der Geschlechter durch Geschlechterrollen und Geschlechtsnormen determiniert und in der jeweiligen Kultur sowohl dem Mann als auch der Frau auferlegt (Vgl. ebd., 28). Die Rolle der Frau als Mutter ist in der westlichen Gesellschaft nach wie vor dominierend, wobei diese sehr hoch eingeschätzt wird. Mädchen und Frauen werden allerdings oft einseitig auf ihre Mutterrolle festgelegt, da diese oft als höchste und einzige Erfüllung im Leben einer Frau angesehen wird. Aus diesem Grund ist die Erziehung von Mädchen - im Vergleich zu der von Jungen - in der Vergangenheit meist sehr einseitig gewesen und diente der Vorbereitungen auf die zukünftigen Mutterpflichten (Vgl. ebd., 34). Weiterhin ist die Hausfrauenrolle ein sehr zentrales Phänomen, wenn nach den geschlechtsspezifischen Rollen der Frau gefragt wird. Sie ersetzt gewissermaßen die berufliche Tätigkeit der Frau, allerdings bleibt diese Arbeit häufig unbeachtet und immer unentlohnt. Es geht sogar soweit, dass die Arbeit des Mannes öffentlich sichtbar sein soll, wohingegen die Hausarbeit möglichst unsichtbar verrichtet werden soll (Vgl. Rentmeister 1985, 241).
Diese Reduzierung auf die Mutter- und Hausfrauenrolle, die eine Etablierung von Ebenbürtigkeit gegenüber den Männern sowie einer selbstbewussten Persönlichkeit oft nicht möglich machte, ist in den letzten Jahrzehnten jedoch stetig zurückgegangen. Dennoch ist es häufig noch so, dass der Großteil der Frauen jene Fächer studieren, die als typisch weiblich gelten. Es gibt daher zahlreiche Bemühungen angehende Studentinnen für technische und von
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Männern dominierte Studiengänge zu begeistern. Demnach scheint ein Umdenken bezüglich der über Jahrhunderte gefestigten Geschlechterrollen einzusetzen (Vgl. Pfau-Effinger 1995, 171f).
Bereits in den 1960er Jahren begannen Frauen aufgrund der stetig wachsenden Emanzipationswelle aktiver und fordernder für ihre Rechte zu kämpfen und im Laufe der letzten Jahrzehnte ist auch ihre Leistungsfähigkeit stark gestiegen (Vgl. Thetis 1996, 45). Daher wollen Frauen die von der Gesellschaft etablierten Normen nicht einfach hinnehmen, da sie mit ihnen nicht einverstanden sind und ihre eigenen Meinungen darüber haben. Das angestrebte Ziel ist die Selbstverwirklichung, auch über die vorgeschriebenen Rollen hinaus. Zentral ist dabei vor allem die Freiheit, eigene Entscheidungen treffen sowie Wünsche realisieren zu können. Der Begriff der Chancengleichheit ist hierbei von besonderer Bedeutung. Da diese für Frauen oft nicht gegeben ist, kann auch eine wahre Selbstverwirklichung nicht stattfinden. Häufig ist es so, dass Frauen schlechter bezahlt werden als Männer und nach dem Studium schwerer eine zufrieden stellende Arbeit finden, was sich negativ auf die Motivation, überhaupt zu studieren und arbeiten zu gehen, auswirkt (Vgl. ebd., 51).
In diesem Zusammenhang ergeben sich hauptsächliche Forderungen der Frauen, die Thetis wie folgt resümiert: „1. Entfaltung ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten und ihrer Persönlichkeit. 2. Offene Ansprüche auf Erfolg und Macht (auch der politischen, insbesondere der Frauenpolitik). 3. Bildungsmöglichkeiten. 4. Möglichkeit zur Qualifikation in der Arbeit. 5. Geschlechtsunabhängige Selbstständigkeit (Junggesellin, ökonomisch unabhängig, unverheiratete Mutter etc).“ (ebd., 52)
Ein Aufbrechen der Geschlechterrollen könnte durch die Aufteilung der Belastungen durch Beruf, Kindererziehung und Haushalt unter Mann und Frau vorangetrieben werden. Dadurch würden Frauen die Möglichkeit erhalten, ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten zu entfalten, selbstständiger zu werden sowie berufliche Erfolge zu erleben und die Männer könnten sich vermehrt der Familie und der Kindererziehung widmen (Vgl. ebd., 158). Während jene Vorstellung in den 1990er Jahren noch in weiter Zukunft verortet schien, geht der Trend heutzutage in Richtung dieses Prozesses. Beispielsweise hat eine Befragung von Ehepartnern ergeben, dass das Elternteil mit dem geringeren Einkommen sich im Krankheitsfall um das
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Arbeit zitieren:
B.A. Constanze Roscher, 2009, Die Rolle der mitreisenden Lebensgefährtin im Kontext berufsbedingter Auslandsentsendungen, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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