Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Definition des Begriffes “Biografie 2
3. Drei Kästner Biografien - Gegenüberstellung 4
3.1 “Die Zeit ist kaputt von Klaus Kordon 4
3.2 Isa Schikorsky: Erich Kästner. 5
3.3 Sven Hanuschek: Keiner Blickt dir hinter das Gesicht. 6
4. Didaktischer Ausblick. 7
4.1 Der Einsatz von Biografien im Deutschunterricht 7
4.2 Didaktisches Konzept für den Einsatz von Kästner Biografien im
Deutschunterricht 8
4.3 Ablaufplan für ein Biografieprojekt zu Erich Kästner 10
5. Schluss 12
6. Literatur 13
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1. Einleitung
Biografien stehen bei Jugendlichen hoch im Kurs. Das lässt sich sowohl an dem breiten Angebot an Biografien für Kinder und Jugendliche erkennen, als auch an der Vielzahl von Biografien, die in den letzten Jahren mit Preisen ausgezeichnet wurden. Trotzdem werden im Rahmen des Deutschunterrichtes nur selten Biografien eingesetzt. Im Verlauf dieser Arbeit soll herauszuarbeiten werden, ob der vergleichende Einsatz von Biografien im Unterricht die Möglichkeit bietet zu einem kritischeren Medienverständis der Schüler beizutragen. Dies soll konkret am Beispiel von drei verschiedenen Biografien über Erich Kästner dargestellt werden. Sie sollen im Rahmen dieser Arbeit nur kurz vorgestellt werden, da der Schwerpunkt auf einen didaktischen Ausblick gelegt wird. Zu Beginn der Arbeit wird auf aktuelle Definitionen des Begriffs Biografie eingegangen. Dabei soll vor allem herausgestellt werden, ob sich diese auch auf Biografien für Kinder und Jugendliche übertragen lassen.
Weiterhin sollen drei verschiedenen Kästner-Biografien anhand ausgewählter Punkte kurz charakterisiert werden. Im letzten Teil der Arbeit wird zunächst auf die aktuelle 'Vernachlässigung' von Biografien im Deutschunterricht eingegangen. Ausgehend davon wird dann ein Vorschlag zu einem vergleichenden Biografie-Projekt über Erich Kästner vorgestellt.
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2. Definition des Begriffes “Biografie”
Der Begriff 'Biografie' wird allgemeinen als die literarische oder wissenschaftliche Darstellung eines Lebenslaufes definiert. Im Folgenden sollen ein kurzer Überblick der Merkmale von Biografien gegeben werden.
Die Biografie lässt sich nicht in die klassische Gattungsdreiteilung einordnen. Sie steht aber, seit dem Erscheinen in der Antike "[...] in einem besonderen Spannungsverhältnis zur allgemeinen Geschichtsschreibung" 1 und grenzt sich von dieser ab. Damit wird ihr eine Sonderstellung zwischen "[...] Geschichtsschreibung und Dichtung bzw. Fiktion [...]" 2 zugewiesen.
Obwohl es bis heute noch keine Theorie der Biografie gibt, werden in der Sekundärliteratur drei zentrale Merkmale genannt. Diese bestehen in der Behandlung eines faktualen Stoffes, der imperfektische Erzählweise aus der Perspektive des Biografen und in der Tendenz zu einer zusammenhängenden Darstellungsweise. 3
Bis zu Beginn des 20. Jh. konzentrierten sich literarische Biografien vor allem auf das Individuum. Erst als im Bereich der Geschichte die Forderung laut wurde, diese müsse auch Struktur- und Sozialgeschichte umfassen, wurde diese Forderung auch auf die Anforderungen an Biografien übertragen.
Da die Biografie häufig von einem aktuellen Interesse motiviert ist, ist hier der Gegensatz von Vergangenheit und Gegenwart zentral. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die mögliche Identifikation des Biografen oder des Lesers, mit der Person die in der Biografie dargestellt wird. Immer wieder stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage nach der 'biografischen Wahrheit' 4 , die sich in der immer noch aktuellen Diskussion um die Einordnung der Biografie als Kunst oder Wissenschaft dreht. Heute wird der Biografie meist eine Stellung zwischen Fiktion und Gebrauchstext zugeordnet. 5
Wissenschaftliche Biografien versuchen die inneren Zusammenhänge von Leben und Werk eines Schriftstellers darzustellen. 6 Diese Darstellung erfolgt häufig in einem narrativen Stil.
1 Weimar 1997 S. 233
2 Metzler, S.89
3 vgl. Metzler, S.90
4 ebd. S.234
5 vgl. Weimar S. 234
6 vgl. Weimar S. 236
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Der wissenschaftliche Anspruch und die damit verbundenen Standards sorgen für eine Abgrenzung zur literarischen Biografie Trotzdem sind aber künstlerische Darstellungstechniken nicht ausgeschlossen.
Als wissenschaftliche Biografien im weiteren Sinne werden Charakteristiken, Autorenporträts, oder monographische Essays verstanden. Im engeren Sinne bezeichnet dieser Begriff "[...] eine selbständig publizierte, zumeist umfangreiche Darstellung der (gesamten) Lebens und Werkgeschichte” 7 .
Unter dem Begriff Biografie werden sowohl wissenschaftliche als auch literarische Werke gefasst. Die hier dargestellten Definitionen zeigen aber auch, dass eine Überschneidung zwischen anspruchsvoller literarischer Darstellung und wissenschaftlicher Biografie, die sich literarisch-künstlerischer Techniken bedient, existiert.
Hesse 8 ist der Meinung, dass heutiges Verständnis von Biografie lasse sich sowohl auf Erwachsenen- als auch auf Jugendliteratur beziehen.
Sie geht davon aus, dass sich beide in formaler Hinsicht stark ähneln. Ziel der Biografie sei es demnach, den ganzen Menschen sichtbar zu machen. Dabei sei aber immer der persönliche Bezug des Autors zum Gegenstand seiner Biografie wichtig. Die Auswahl, Verwendung und Interpretation von Quellen spiele dabei eine wichtige Rolle. 9 Biografien erheben diesem Verständnis nach keinen Anspruch auf Objektivität, sondern versuchen sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Wirklichkeit zu nähern 10 . Hesse folgt hier der These Scheuers, der Biografien als "Addition subjektiver Zugriffe" versteht, die zu einem vielschichtigen Bild der Person führen.
Hesse stellt außerdem eine "Liberalisierung des Biografischen Angebots" fest, dass sich sowohl auf die Auswahl der dargestellten Personen, als auch auf die Art des Erzählens beziehe 11 . Dabei existierten eine Vielzahl verschiedener Darstellungsformen nebeneinander: Fiktionale Erzählungen, Biografisch orientierte Bilderbücher, Biografische Romane und Portraits, Biografisch ausgerichtete Sammlungen und Sachbücher. Wichtig sei dabei, wie die
7 Weimar 1997 S. 236
8 Vgl. Hesse 2001
9 vgl. Hesse 2001, S. 131
10 vgl. Hesse 2001 S.26
11 Hesse 2006, S. 165
Arbeit zitieren:
Anna Schmidt, 2009, Biografien im Deutschunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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