1 Einleitung
Verkündeten zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Futuristen den Niedergang der Museen, so boomen sie heute mehr denn je. 1
Spätestens seit Renzo Piano und Richard Rogers mit ihrem technisch expressiven Entwurf des Centre Georges Pompidou in Paris weltweites Aufsehen erregten, begann sich ein neuer Trend in der Museumslandschaft abzuzeichnen: Der Museumsbau war nicht mehr nur „Mittel zum Zweck“, sondern wurde vielmehr zur Spielwiese des Künstler-Architekten. Besonders die Baugattung des Kunstmuseums wurde zum Ort, in dem der Architekt seine persönliche Architekturhaltung, ob postmodern, expressiv, dekonstruktivistisch oder minimalistisch, nahezu in Reinform materialisieren und verwirklichen konnte. 2 Im Seminar „Museen für das 21. Jahrhundert“ beschäftigten wir uns mit diesem Phänomen, das im Studium der Kunstgeschichte oft untergeht beziehungsweise gar nicht angesprochen wird, in der Realität jedoch häufig für mehr Gesprächsstoff als die Kunstwerke, denen es eigentlich dienen soll, sorgt.
Denn die Museumsbauten der letzten 50 Jahre sind längst selbst zur Kunst geworden.
In der hier vorliegenden Hauptseminararbeit möchte ich mich näher gehend mit dem vom Berliner Architekturbüro Hascher + Jehle entworfenen Kunstmuseum Stuttgart befassen. Der im Jahre 2005 fertig gestellte Neubau der ehemaligen Galerie der Stadt Stuttgart ist einer der jüngsten Museumsbauten, blickt jedoch bereits auf eine lange und bewegte Vergangenheit zurück.
Daher möchte ich zunächst auf die Vorgeschichte des Kleinen Schlossplatzes - dem durch den Museumsneubau ein völlig verändertes Gesicht gegeben wurde, der jedoch durch seine Vergangenheit auch unweigerlich zum heutigen Erscheinungsbild des Platzes beigetragen hat - eingehen.
Danach sollen die verschiedenen Wettbewerbe zum Museumsneubau kurz umrissen und das Gewinnerprojekt des Architektenduos Hascher + Jehle vorgestellt werden. Darauf folgend möchte ich den Bau und seine architektonischen Raffinessen näher schildern, die Ursprünge und Schwerpunkte der Sammlung sowie den Museumsapparat erläutern und zuletzt ein Fazit ziehen.
1 Vgl.: Vittorio Magnago Lampugnani: Die Architektur der Kunst, in: Vittorio Magnago Lampugnani und
Angeli Sachs (Hrsg.): Museen für ein neues Jahrtausend: Ideen, Projekte, Bauten; Katalogbuch erschien
anläßlich der Ausstellung "Museen für ein Neues Jahrtausend. Ideen, Projekte, Bauten"; 4.2. - 30.4.2000,
München London New York 1999, S. 11-14, S.11.
2 Vgl.: Vittorio Magnago Lampugnani, Angeli Sachs: Vorwort, Ebd., S.7.
2
Von besonderem Interesse ist es mir dabei, zu untersuchen, in wieweit es den Architekten gelungen ist, den Konflikt zwischen „Museum für die Kunst“ und „Museum als Kunst“ aufzulösen beziehungsweise gar nicht erst aufkommen zu lassen - denn nicht selten zieht die Kunst, die in der Architektur Gastrecht genießt, den Kürzeren, da die Architektur des Museums die Kunst übertönt. 3
2 Vorgeschichte des Kunstmuseums Stuttgart
2.1 Der Kleine Schlossplatz
„Selten hat ein so kleiner Ausschnitt des Stadtgrundrisses, im Vergleich zur Gesamtgeschichte der Stadt, in so kurzer Zeit derart konträre Emotionen hervorgebracht, wie das Areal, auf dem sich das heutige Kunstmuseum Stuttgart befindet. Über diesen Platz und seine Zukunft herrschte seit den 1940er Jahren Uneinigkeit. Seinetwegen wurden planungsideologische Kämpfe geführt, die phasenweise zu Machtproben zwischen Land und Stadt eskalierten. Er reizte Stadtplaner wie Architekten, spornte sie zugleich an, versetzte sie aber auch in Hilflosigkeit. Und auch die Bevölkerung und die Medien haben diesen Platz immer wieder geliebt und gehasst, haben ihn besucht oder gemieden, ihm Leben eingehaucht und ihn aufgegeben!“ 4
Mit diesen Worten bringt Wolf Gläser die bewegte Vergangenheit um den Ort, an dem heute das Kunstmuseum Stuttgart steht, auf den Punkt.
Seinen Anfang nahm diese Geschichte voller Aufs und Abs bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als im Zuge von Generalbebauungsplänen Wege für eine großflächige Stadtentwicklung aufgezeigt werden sollten, und man zum ersten Mal über die Planung einer Querachse im Verlauf der heutigen Schillerstraße nachdachte, wodurch der Schlossgarten gequert und die als Allee angelegte Planie letztlich zur sogenannten mittleren Querspange und somit zur Hauptstraße wurde.
Jedoch wurde die Planie an der Königstraße durch einen in ihrer Achse platzierten Gebäudeblock unterbrochen, wodurch ein Weiterkommen in Richtung Obere Vorstadt - heute Hospitalviertel und Friedrichstraße -
3 Vgl.:Vittorio Magnago Lampugnani, Angeli Sachs: Vorwort, in: Vittorio Magnago Lampugnani und Angeli
Sachs (Hrsg.): Museen für ein neues Jahrtausend : Ideen, Projekte, Bauten; Katalogbuch erschien anläßlich der
Ausstellung "Museen für ein Neues Jahrtausend. Ideen, Projekte, Bauten; 4.2. - 30.4.2000, München London
New York 1999, S.14.
4 Wolf Gläser: Das Kunstmuseum Stuttgart in seinem städtebaulichen Kontext oder die DNS einer Stadt, in:
Marion Ackermann (Hrsg.): Kunstmuseum Stuttgart. Architektur, Publikation erschien anlässlich der Eröffnung
des Kunstmuseum Stuttgart im März 2005, Köln 2005, S.14-19, S.14.
3
nur über Umwege möglich war. Mit der Aufwertung der Planie zu einem eigenständigen, vom Schlossplatz abgelösten Straßenraum und besonders dem Bau des Kronprinzenpalais, der seinerzeit die Fassadenfront der Königstraße schloss, wurde dieser Zustand verfestigt. Erst mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und einer durch die französischen Alliierten installierten Verwaltung bot sich - aufgrund der nahezu vollständig zerstörten Innenstadtdie einmalige Gelegenheit grundsätzlich über den Innenstadtgrundriss neu nachzudenken. Da statistische Prognosen von einer weiterhin stark wachsenden Einwohnerzahl bis hin zu 800.000 Bürgern ausgingen, stellte sich der Stadtverwaltung die Frage, ob das wachsende Stadtgefüge der „Neuen Zeit“ gewachsen sei. Dabei kam es zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen Stadt und Land, da das Land Baden-Württemberg sich für eine Erhaltung des Stadtgrundrisses aussprach, die Stadt Stuttgart jedoch Leitbilder für eine „autogerechte Stadt“ entwarf - was als notwendiges Übel den Durchbruch der Planie und die damit verbundene Beseitigung des Kronprinzenpalais bedeutete. 1963 kam es schließlich doch zu einer Einigung beider Parteien und das Kronprinzenpalais wurde zugunsten einer mehrspurigen, sowohl ober- als auch unterirdischen Auto- und Straßenbahnkreuzung abgerissen und mit einem „Stadtbalkon“ 5 - dem Kleinen Schlossplatz - überdeckelt. Am 4. Dezember 1968 wurde der Kleine Schlossplatz, der im Wesentlichen aus einer Betonplatte über einem autobahnähnlichen Verkehrsknoten etwa sechs Meter über dem Niveau der Königstraße bestand, eingeweiht (Abb. 1).
Zwar war damit die Planie als „Tor zum Westen“ für den Autoverkehr aufgestoßen, für den Fußgänger war die stadträumliche Erfahrung jedoch geschlossener denn je, da zum einen die Verbreiterung der Theodor-Heuss-Straße und deren Ausbau zum Teilabschnitt des Cityrings zu einer Durchtrennung ehemals zusammenhängender Stadtteile geführt hatte und zum anderen die „Besteigung“ des Platzes sich hauptsächlich von der Königstraße aus anbot. Somit wurde der Platz von der Bevölkerung schnell vergessen und entwickelte sich zur Brache, was die Stadt dazu veranlasste über Alternativen nachzudenken. Mit der schrittweisen Umwandlung der Königstraße in eine Fußgängerzone (ab 1978) und dem Stadtbahnausbau, durch den die ebenerdige Straßenbahnlinie zwischen Schlossplatz und Schlossstraße entbehrlich wurde, galt der Kleine Schlossplatz bereits wenige Jahre nach seiner Eröffnung in den städtebaulichen Planungen als überholt. 6
5 Man hielt es in den 1950er Jahren für eine zukunftsweisende Leitidee, Teile des innerstädtischen
Fußgängerverkehrs auf eine höhere Ebene zu verlagern.
6 Vgl.: Gläser, Ebd., S. 14-18.
4
2.2 Die Wettbewerbe
1981 kam es daher zu einem ersten städtebaulichen Ideenwettbewerb mit offenen Programmvorgaben, wobei es den Architekten freistand den Kleinen Schlossplatz zu bebauen oder als Raum frei zu gestalten. Zu diesem Zeitpunkt war der Gedanke der Einbindung eines Neubaus für die Galerie der Stadt Stuttgart noch nicht geboren. 7 Da jedoch aus keinem der eingereichten Entwürfe ein überzeugendes Konzept hervorging, wurde 1985 ein zweiter Realisierungswettbewerb um die städtebauliche Verschönerung des Platzes initiiert, der - auf Anregung des damaligen Oberbürgermeisters Manfred Rommelerstmals einen Museumsneubau vorsah, um „die Galerie der Stadt Stuttgart aus ihren beengten Räumlichkeiten im Kunstgebäude zu befreien und ihr […] zu eigenen und großzügigen Ausstellungsräumen zu verhelfen.“ 8
Vorgesehen war der Entwurf eines Ausstellungsgebäudes und eines Geschäftshauses, wobei die Landeshauptstadt das Grundstück einbringen und die Partner - die damalige Landesgirokasse und die Baden-Württembergische Bank - das Museumsgebäude finanzieren würden.
Jedoch konnte ob des hohen Anspruchs und des schwierigen Raumkonzepts keine überragende Lösung aus den 71 zugelassenen Entwürfen herausgefiltert werden und das Verfahren wurde vorerst eingestellt.
Zwei Jahre später wurde ein weiterer Anlauf unternommen, in dem die Stadt fünf namhafte Architekturbüros, die teilweise schon durch andere Museumsbauten auf sich aufmerksam gemacht hatten, mit weiteren Entwürfen beauftragte.
Als Sieger ging dabei Henry Cobb vom New Yorker Architekturbüro Ieoh Ming Pei & Partner hervor. Die Realisierung des Projekts scheiterte jedoch am Widerstand der Anrainer, die gegen den postmoderen Entwurf klagten.
Erst mehr als zehn Jahre später - inzwischen war eine Freitreppe vor die überflüssigen Tunnelröhren der ehemaligen Straßenbahntrasse gebaut worden, die den Platz zwar wieder belebte, aber seinen Zustand als Dauerprovisorium nicht vertuschen konnte -, am 1. November 1998, erfolgte die dritte Ausschreibung eines international ausgelobten Realisierungswettbewerbs.
Wie auch im vorherigen Wettbewerb sollte sich die Konzeption auf Wunsch der Sponsoren in einen kulturellen und geschäftlichen Bereich gliedern, wobei das Handelshaus direkt an die
7 Vgl.: Katharina Henkel: Der Neubau des Kunstmuseum Stuttgart - ein Wettbewerb, in: Marion Ackermann
(Hrsg.): Kunstmuseum Stuttgart. Architektur, Publikation erschien anlässlich der Eröffnung des Kunstmuseum
Stuttgart im März 2005, Köln 2005, S.22-31, S.22.
8 Henkel, Ebd., S.22.
5
Königstraße und der Museumsbau, etwas zurückgestuft, auf dem Kleinen Schlossplatz platziert werden sollte. 9
Um das Verfahren auf eine solidere Basis als in den Vorjahren zu stellen wurden städtebauliche Anforderungen durchgespielt, um für den Ort angemessene baukörperliche Konfigurationen zu finden, erst danach wurde ein mögliches Raumprogramm ermittelt. Aufgrund dieses strategischeren Vorgehens, der frühzeitigen Einbindung der Anrainer in die Planung des Projekts sowie nicht zuletzt dem persönlichen Engagement des Oberbürgermeisters Wolfgang Schuster konnten dieses Mal, nach einem dreistufigen Auswahlverfahren, drei Sieger ermittelt werden, die mit einer Überarbeitung ihrer Entwürfe beauftragt wurden. 10
Am 13. Oktober 1999 wurde nach einer letzten Beratung die finale Abstimmung durchgeführt. Der 3. Platz ging dabei an Johann Überlackner, dessen Entwurf einen S-förmig geschwungenen großvolumigen Baukörper vorsah, in welchem Museums- und Geschäftsgebäude unter einem Dach untergebracht werden sollten. Das zweitplazierte Büro Hanno Chef/ Heinle, Wischer und Partner plante ein schmales Parallelgebäude zum benachbarten Wittwerbau sowie eine Freitreppe und zwei zurückgesetzte, linsenförmige Bauten, die das neue Museum beherbergen sollten. Als Sieger hervor ging das Berliner Architekturbüro Hascher + Jehle.
2.3 Das Siegerprojekt
Trotz dass sich Hascher + Jehle der Forderung der Investoren, das Handelshaus direkt an die Königstraße und das Museum somit „in zweiter Reihe“ zu platzieren, widersetzten, indem sie das Museum in den Vordergrund rückten, gingen sie als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Nach Meinung Hascher + Jehles sollte "in der Konstellation von Königsbau, ehemaligem Kronprinzenpalais und Wilhelmspalais, am anderen Ende der Planie die kulturelle Nutzung durch das Museum, [...] also die Architektur, eine erste Geige vor dem Kommerz spielen [...]." 11 Die Stadt Stuttgart und die Banken sahen dies schließlich ein - trotz oder gerade wegen dieser etwas anders als geplanten Umsetzung des geforderten Raumprogramms, in welcher der Museumsbau in Form eines Glaskubus an die Königstraße gerückt werden und das Handelshaus zwar eingebunden, zugleich aber räumlich abgesetzt werden sollte.
9 Vgl.: Henkel, Ebd., S. 22-26.
10 Vgl.: Gläser, Ebd., S. 18.
11 Rainer Hascher im Interview mit Gerwin Zohlen, in: Marion Ackermann (Hrsg.): Kunstmuseum Stuttgart.
Architektur, Publikation erschien anlässlich der Eröffnung des Kunstmuseum Stuttgart im März 2005, Köln
2005, S.36-51, S. 40.
6
Zudem sahen die Entwürfe eine Einbeziehung der ungenutzten ehemaligen Straßenbahn- und Autotunnel in die Museumsplanung vor, wodurch nur etwa ein Fünftel der Gesamtfläche nach außen hin sichtbar würde. Dieses typisch schwäbische Understatement, wie die heutige Museumsdirektorin Marion Ackermann es bezeichnet, sowie die getrennten Raumkörper von Museum und Handelshaus, die verschiedenen Ein- und Durchblicke, die kleinen, subtilen Feinheiten - beispielsweise sollte der geplante Kubus die umliegenden Nachbargebäude nicht überragen und diese somit optisch nicht zurückstaffeln - und die „Hommage“ an die ehemalige Freitreppe waren letztlich für die Entscheidung des Preisgerichtes ausschlaggebend, das den Entwurf folgendermaßen beschrieb:
„Die Arbeit insgesamt wirkt sehr sympathisch, mit intelligenten Raumfolgen innen wie außen und mit einer hohen Benutzbarkeit und Verweilqualität der Außenräume, nicht nur für die Kunden und Galeriebesucher.“ 12
3 Das Architekturbüro Hascher + Jehle
3.1 Die Architekten
Der 1950 in Stuttgart geborene Prof. Rainer Hascher studierte von 1970-75 Architektur an der Universität Stuttgart. 1979 eröffnete er ein eigenes Büro für Architektur und Produktgestaltung und folgte seit dieser Zeit zahlreichen Rufen als Universitätsprofessor, so an die TH Aachen, die TU Berlin und zuletzt die Universität Stuttgart. Darüber hinaus ist er Preisträger vieler Auszeichnungen, wie beispielsweise dem Architecture & Technology Award, dem Deutschen Architekturpreis und dem Deutschen Städtebaupreis. 13 1992 gründete er gemeinsam mit dem ebenfalls in Stuttgart geborenen und 15 Jahre jüngeren Diplom-Ingenieur Prof. Sebastian Jehle - der wie Rainer Hascher Architektur an der Universität Stuttgart studiert hatte und eine Professur für Baukonstruktion und Entwerfen an der HFT Stuttgart innehat - das Architekturbüro Hascher + Jehle mit Sitz in Berlin. 14 Zusammen mit rund 50 Mitarbeitern erzielten die Architekten seit Bürogründung zahlreiche Erfolge sowohl im Wettbewerb als auch bei der Realisierung ihrer prämierten Entwürfe. Neben dem Kunstmuseum Stuttgart planten Hascher + Jehle unter anderem das Bürogebäude dvg Hannover (heute Finanz IT), das Universitätsklinikum Halle-Kröllwitz, die Königsbau Passagen Stuttgart und das Terminal West des Flughafens Berlin-Schönefeld. Im Januar
12 Henkel, Ebd., S. 31.
13 Vgl.: http://www.hascherjehle.de > ‘Büroprofil’ > ‘Prof. Rainer Hascher’, 17.04.2007.
14 Vgl.: http://www.hascherjehle.de > ‘Büroprofil’ > ‘Prof. Sebastian Jehle’, 17.04.2007
7
dieses Jahres gewannen sie den Realisierungswettbewerb für die neue Menschenaffenanlage der Wilhelma Stuttgart, deren Baubeginn im Frühjahr 2008 angestrebt wird. 15
3.2 Philosophie
Die umfassende Planungskompetenz des Architekturbüros erstreckt sich demzufolge über die unterschiedlichsten Bautypen.
Dabei verfolgen die Architekten - egal um welche Art von Gebäude es sich handelt - stets die gleichen Prinzipien ihrer persönlichen Philosophie, die sie wie folgt beschreiben:
„Wir setzen uns differenziert mit den Vorgaben des Ortes, des Bauherrn und der Funktion des Gebäudes auseinander und entwickeln daraus individuelle architektonische Lösungen, die das Ziel haben, Lebensräume hoher Qualität zu angemessenen Kosten zu schaffen. Im Zentrum unserer Entwurfskonzepte steht dabei immer der Mensch. Seine ganz konkreten Bedürfnisse bei der Nutzung einzelner Räume, seine praktischen Anforderungen an die Orientierung im Haus und seine Gesamtorganisation, seine sinnliche Wahrnehmung von Komponenten wie Belichtung, Belüftung, Schall, Geruch und Materialität leiten unseren Entwurfsprozess und führen uns zu einer differenzierten Interpretation der jeweilige Bauaufgabe.“ 16
Doch nicht nur die Ansprüche des Menschen und städtebauliche oder ästhetische Anforderungen spielen eine Rolle im Credo des Architekturbüros - auch dem schonenden Umgang mit der Natur messen Hascher + Jehle besondere Bedeutung bei. Bei der Umsetzung ihrer Entwürfe folgen sie stets dem Prinzip der „Simple Technology“, was bedeutet, dass sowenig Technik wie möglich und soviel Technik wie nötig verwendet werden soll, da sie der Nachhaltigkeit von Gebäuden besondere Bedeutung zumessen. 17
4 Das Kunstmuseum Stuttgart
4.1 Museumskonzeption
Betrachtet man das Stuttgarter Kunstmuseum werden die Philosophie und die individuelle Handschrift des Architektenduos besonders deutlich erkennbar.
„Wir wollten weder etwas entwerfen, das in Berlin unter dem Stichwort ‚Kritische Rekonstruktion’ beliebt ist, also einen Neubau, der sich formal an das alte Kronprinzenpalais
15 Vgl.: http://www.hascherjehle.de > ‘Büroprofil’ > ‘Büroprofil’, erster Absatz, 17.04.2007.
16 http://www.hascherjehle.de > ‘Büroprofil’ > ‘Büroprofil’, Realisierung, 17.04.2007.
17 Vgl.: http://www.hascherjehle.de > ‘Büroprofil’ > ‘Büroprofil’, Realisierung, 17.04.2007.
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2007, Museen für das 21. Jahrhundert - Kunstmuseum Stuttgart, München, GRIN Verlag GmbH
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