Inhalt
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Inhalt 2
1. Darstellung der Problematik 4
1.1 Recherchevorgang. 4
1.2 Verbreitung des Hip Hop in Frankreich 5
2. Definition und Hypothese des Begriffes „Kultur" 5
2.1 Hypothesen 5
2.2 Definition des Begriffs „Kultur“ 6
3. Definition des Begriffs „Hip Hop" 7
3.1 Etymologie. 7
3.2 Was ist Hip Hop? 7
3.3. Ausdrucksmedien des Hip Hop. 8
3.3.1 Breakdance. 8
3.3.2 Graffiti und Tagging 8
3.3.3 Musik 9
3.4 Künstlerischer Ursprung. 9
3.4.1 Rap. 9
3.4.2 Techniken 10
4 Geschichte und Herkunft des Hip Hops 11
4.1 Hip Hop in den Vereinigten Staaten. 11
4.2 Ankunft und Entwicklung des Hip Hop in Frankreich. 13
4.3 Rapologische Rückkehr. 14
4.3 14
2
4.4 Frankophoner Rap Gründe für seine Popularität. 14
5. Hip Hop künstlerisch kulturell 15
5.1 Die Herausforderung 16
5.2 Respekt 17
5.3. Freshness. 18
5.4 Weitere universelle Werte 18
5.4.1 Anti Gewalt. 18
5.4.2 Anti Rassismus. 18
5.4.3 Authentizität. 19
5.5 Gangsta Rap. 19
5.6 Die Gruppe 20
5.7 Sprache 20
5.8 Äußere Erscheinung 20
6. Das sozial individuelle Spektrum. 21
6.1 Konflikte und Strategien. 21
6.2 Leitmotiv Widerstand. 22
6.3 Hip Hop als Überbringer individueller Integration 23
7. Fazit und Ausblick. 24
8. Literaturverzeichnis. 26
8. 26
8. 26
8. 26
8. 26
8. 26
3
1. Darstellung der Problematik
Unser mediales Umfeld, als auch zahlreiche Repräsentanten des Hip Hops beschreiben diesen ohne Umschweife als kulturellen Term. Zur aktuellen Stunde scheint es beinahe selbstverständlich von einer „Hip Hop Culture“ zu sprechen. Die Designation des Hip Hop im Sinne einer eigenen Kultur scheint nunmehr einen allgemein verbreitetes Verständnis wieder zu spiegeln. Jedoch sind präzise Reflektionsmomente über den Rahmen der Verwendung dieses Terminus zur klaren Definition der künstlerischen Bewegung relativ rar. Handelt es sich um eine Kultur im kognitiven Sinne? Überschreitet der Hip Hop bereits den Status einer künstlerischen Bewegung? Bringt er ideologische Verhaltensweisen mit sich? Es scheint mir hier interessant, sich konkrete Fragen zu der Natur des Hip Hops zu stellen und diese mit Blick auf anthropologische und soziologische Aspekte zu untersuchen. Dazu möchte ich an dieser Stelle die Hypothese aufstellen, dass Hip Hop in der Tat eine eigene Kultur bezeichnet, zusammengefasst heißt das: ein Norm‐ und Gesinnungssystem. Zunächst sollen diese Faktoren durch komparative Beobachtungsanalyse hervorgehoben werden. Beobachtet werden hierbei die Attitüde und Verhaltensmuster der Mitglieder der Hip Hop Bewegung. Auf Grundlage dessen werde ich Vermutungen über den Bedeutungsgehalt der gesammelten Aspekte anstellen. Allerdings wird es im Vorherrein nötig sein, festzustellen was unter die Notation Kultur fällt, um mein Untersuchungsfeld abzugrenzen. Anschließend werde ich mich mit den sozialen und ethnischen Wurzeln, den künstlerischen Einflüssen und den Kontexten des Auftretens des Phänomens Hip Hop befassen. Diese Vertiefung hat zum Ziel die Natur der Bewegung exakter abstecken zu können. Des Weiteren stellt sich die Frage nach den Grenzen der Interpretation, im Vergleich mit reell ermittelten Fakten. Tatsächlich wird es sich bei dieser Arbeit eher um Beleuchtungen soziologischer Rollenbilder als um deren Vorführung handeln. Das Untersuchungsgebiet habe ich größtenteils auf Frankreich beschränkt, was weithin als zweitgrößte Verbreitungsdomäne des Hip Hop nach den USA gilt. Die Bedeutung Frankreichs wird im weiteren Verlauf der Arbeit durch die Herausstellung seiner besonderen Relevanz in der Hip Hop Szene verdeutlicht. 1.1 Recherchevorgang
Für meine Recherche über den Hip Hop habe ich mich aller zu Verfügung stehenden, originalsprachigen Informationsmitteln bedient (Werke der Künstler, Schriften, Artikeln, Medien etc.). Dabei hatte ich im Fokus, den Kern des Kulturbegriffs zu rekonstruieren. Dazu gehören ein gemeinsames Verhaltensmuster, ein System geteilter Werte und Normen sowie persönlicher Einstellungen, der untersuchten Gruppe. Nach Eingrenzung der Kultureigenschaften, wurde
verifiziert, ob die Angehörigen der kulturellen Gruppe die entsprechend dieser Zugehörigkeit sozialisiert sind, diese Identität verwenden um sich damit gegenüber dem Geschehen ihrer Alltagswelt zu positionieren, oder ob und inwiefern sie sich von anderen Gruppen unterscheiden, im Hinblick auf ihren gedanklichen Konsens. Im Kontext einer interpretativen Soziologie (Diese spielt sich auf dem Elementarniveau sozialer Interaktion des Alltags ab und beobachtet mikro‐soziale Phänomene, ohne dabei die makro‐sozialen Normen und deren Ordnung außer Acht zu lassen.), lässt sich auf die Wichtigkeit von Verhaltensweisen hindeuten, aus denen die Mitglieder der Hip Hop Bewegung ihre zentralen Ideen, also auch die Idee der eigenen Existenz, ableiten. 1.2 Verbreitung des Hip Hop in Frankreich
Frankreich wird von Szenekennern als kulturelles und künstlerisches Epizentrum des Hip Hop (ob dies besteht oder nicht, bleibt vorerst dahingestellt) deklariert. Die Stränge treffen in und um die Metropole Paris aufeinander, die die übrigen Regionen überstrahlt. Aktuell kann nur die Region Marseille in Punkto Kreativität und Erfolg mit Paris konkurrieren. Dies gilt allerdings nur für die musikalische Komponente des Hip Hop. Beim Tanz, dem Breakdance, sieht es wieder anders aus. Hier führt Paris wieder allein an, was wahrscheinlich auf die weitere Verbreitung aufgrund der populationsdichte, und die somit vergrößerten Interaktionsmöglichkeiten unter den Künstlern zurückzuführen ist.
2. Definition und Hypothese des Begriffes „Kultur"
2.1 Hypothesen
Wird von der Annahme ausgegangen, es handele sich bei Hip Hop um eine Kultur im anthropologischen Sinne, sollte es die Beobachtung auf diesem Gebiet bestätigen. Ich stelle also die Hypothese auf, dass Hip Hop eine Kultur ist. In der weiteren Analyse müsste dann ein eigenes Exegese‐, Normen, ‐Glaubens und Wertesystem, dass sich als Evidenz seiner selbst versteht, bei der Gruppe der Hip Hopper festgestellt werden können. Dazu werde ich die Merkmale der Hip Hopper mit den im Folgenden definierten kulturellen Gruppenmerkmalen vergleichen. Auch die Gegenhypothese, sprich: Hip Hop ist keine Kultur, soll überprüft werden. In diesem Fall würde er hauptsächlich Merkmale einer künstlerischen Bewegung aufweisen.
2.2 Definition des Begriffs „Kultur“
Um die Frage beantworten zu können, ob es sich bei Hip Hop um eine Kultur im anthropologischen Sinne handelt, muss zunächst festgestellt werden was überhaupt durch den Begriff „Kultur“ definiert wird. Um Kultur zu beschreiben, kann von einem Habitussystem gesprochen werde. Dieses besteht aus der allgemein signifikant kulturellen Tendenz bestimmte Verhaltensmuster zu begünstigen. Diese Auswahl steht immer in direkten Zusammenhang mit der sozialen Umgebung. Die Einstellungen werden zur Routine, dass heißt die Angehörigen der betreffenden Kulturgruppe reagieren reflexartig oder unbewusste im bestehenden Verhaltensschema. „La culture est l’ensemble plus ou moins fortement lié des significations acquises les plus persistantes et les plus partagées que les membres d’un groupe, de par leur affiliation à ce groupe, sont amenés à distribuer de façon prévalante sur des stimuli provenant de leur environnement et d’eux‐mêmes, induisant vis‐à‐vis de ces stimuli des attitudes, des représentations et des comportements valorisés dont ils tendent à assurer la reproduction par des voies non génétiques" 1 (Camilleri, 1989, S. 27). Kultur wird hier in ihrem anthropologischen Zusammenhang dargestellt und zwar als Ensemble der mehrheitlich geteilten Sinngehalte einer Gruppierung. Es sind die kulturellen Sinngehalte, die verschiedene Gruppen voneinander unterscheiden. Innerhalb einer jeden regen sie dazu an, sich den durch die Kultur bestimmten Stimuli ähnlich entgegenzustellen. Sie sind also, in den Worten Camilleris, ein „facteur d’uniformisation differentielle“ 2 (Camilleri, 1989, S. 26). Solche spezifischen Sinngehalte finden sich im Gruppenleben durch interne Regeln zum Funktionieren der Gruppe wieder: in den Verkehrsregeln, dem Sprachsystem, künstlerischen Aktivitäten, dem Kleidungskodex oder dem gleichen Gemütszustand angesichts einer gemeinsamen Geschichte. Mit Hinweis auf die epistemologische Theorie Piagets 3 , denkt J.−S. Brunner, dass die Kultur dem Geist Form gibt, da er ihn schrittweise an den Sinn der Welt liefert, im natürlichen als auch sozialen Sinne. Es kann von einem Sinn‐ und Exigesesystem gesprochen werden (vgl. Bruner, 1996, S.). Nur, so unterstreicht Camilleri, für geteilte Sinneinheiten einer gleichen Gruppe gilt die Bezeichnung „kulturell“. Sie müssen lange genug andauern als auch durch Zeit und Entfernung bestehen. Die kulturellen Sinngehalte werden von den Werten der Gesellschaft oder den betreffenden Gruppierungen getragen. Letztendlich müssen sie noch das Kriterium der intergenerationellen Übermittlung erfüllen,
1 „Kultur ist die Gesamtheit der dauerhaftesten und meistgeteilten erworbenen Sinngehalte, die die Mitglieder
einer Gruppe weitergeben, eben weil sie zur Gruppe gehören. Sie tun dies überwiegend auf von ihrer Umwelt
und ihnen selbst ausgesandte Stimuli hin, wobei sie angesichts dieser Stimuli erwünschtes Verhalten anregen
und so deren Reproduktion auf nicht‐genetischem Weg sichern.“
Die Übersetzungen der Zitate stammen von der Verfasserin.
2 „ein Faktor differenzierter Angleichung“
3 Hierbei handelt es sich die eine kognitive entwicklungspsychologische Theorie Piagets (1973), die von Jérome
S. Bruner in dessen konstruktivistischen Theorie der geistigen Entwicklung verarbeitet wird.
daher von Generation zu Generation weitergegeben werden um durch Zeit und Raum bestehen zu können. Das Prinzip der Angleichung bzw. der Einheit und der Reproduktion ihrer selbst ist bei jeder Gesellschaft beobachtbar. Infolgedessen schließt Camilleri alle minoritären Kollektivkonstruktionen aus ihrer Kulturdefinition aus, ebenso wie Modeerscheinungen und kurzfristige Begeisterungen.
3. Definition des Begriffs „Hip Hop"
Nach Klarstellung der zu überprüfenden Hypothesen soll nun der Hip Hop selbst in den Fokus genommen werden. Seine Herkunft, die Natur seiner Terminologie und seine habituellen Merkmale werden herausgestellt, um später mit denen einer Kultur verglichen werden zu können. 3.1 Etymologie
Die Hip Hop Bewegung entstand in Amerika. Das Wort „’Hip’ vient du parler vernaculaire noir américain. Ce terme est utilisé pour désigner ‘ceux qui sont dans le coup’, qui participent donc à la culture de la rue, à ses codes." 4 (Moise, 1999, S. 10). Die Bezeichnung kann auch als Ableitung des Begriffes ‚hep‘, der im Jargon der afroamerikanischen Getthos „gelassen, cool sein“ bedeutet. „Il atteste de la virtuosité du locuteur cherchant l'admiration de l'auditeur." 5 (Bazin, 1995, S. 17). Das Wort ‘hip’ bedeutet im Englischen „springen“ oder „tanzen“. „Certains noirs américains voudraient voir dans ‘hip’ une empreinte des parlers de l'ouest de l'Afrique et renouer ainsi avec les origines noires. Mais d'une manière comme une autre, ‘hip’ et ‘hop’ rendent compte d'un désir d'explosion, de vie, de bondissement, d'énergie […]" 6 (Moise, 1999, S. 10). 3.2 Was ist Hip Hop?
Unter Hip Hop wird ein Zusammenschluss „urbaner“ Künste verstanden. Die wichtigsten sind Tagging, Grafitti, Rap und Tanz. Der Vereinigungscharakter aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen weist auf den ersten Blick auf die Attribute einer Bewegung hin. Die Hip Hop Bewegung nimmt vorrangig im städtischen und nordamerikanischen Kontext Gestalt an. Jedoch stellt auch
4 „[…] “hip” kommt aus der afroamerikanischen Umgangssprache. Der Term wird gebraucht, um „die die wissen
was anliegt“, die zur Straßenkultur gehören und deren Regeln befolgen.“
5 „Es zeugt vom Geschick des Sprechers, die Bewunderung des Zuhörers zu erlangen.“
6 „Von einigen Afroamerikanern wird das Wort ‚hip‘ auch als von Westafrikanischer Sprache beeinflusst
angesehen, ein Rückschluss auf die afrikanischen Wurzeln. Doch so oder so, erinnern die Ausdrücke ‚hip‘ und
‚hop‘ an den Wunsch des Ausbruchs, des Lebensfreude, des Aufspringens, der Energie […]“
Arbeit zitieren:
Maria Schloeter, 2009, Hip Hop mehr als ein Jugendphänomen?, München, GRIN Verlag GmbH
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