Gliederung
1 Benennungsproblematik, Verbreitung und Abgrenzung. 3
2 Klima. 4
2.1 Allgemeine Klimainformationen. 4
2.2 Ausgewählte Klimadiagramme 4
2.3 Exkurs: Monsun 5
3 Böden 6
4 Der halbimmergrüne Regenwald 7
5 Der Monsunwald 9
6 Der Passatwald 10
7 Übergangstyp Saisonregenwald 10
8 Beispiele für typische Vegetation auf den verschiedenen Kontinenten. 11
8.1 Mittel- und Südamerika. 11
8.1.1 Verschiedene Waldformationen auf Trinidad 11
8.1.2 Feuchter Passatwald vom Rio Caura. 12
8.1.3 Trockener Passatwald bei Quiriquire 12
8.1.4 Weitere Beispiele für typische Vegetation. 13
8.2 Indien und Südostasien. 14
8.2.1 Pyinkado-Wald in Burma. 14
8.2.2 Shoreawald 14
8.2.3 Teakwald 15
8.2.4 Der Mangobaum. 15
8.2.5 Weitere Beispiele für typische Vegetation. 15
8.3 Afrika 16
8.3.1 Die Lamto-Savanne. 16
8.3.2 Weitere Beispiele für typische Vegetation. 16
8.4 Australien 16
9 Nutzung und Gefährdung 17
9.1 Land- und Holzwirtschaft. 17
9.2 Feuer und zoogene Einflüsse. 19
9.3 Nachhaltige Nutzung zum Schutz des halbimmergrünen Waldes 19
Quellen : 21
1 Benennungsproblematik, Verbreitung und Abgrenzung
Wenn man bei der Literaturrecherche mit den Stichworten „halbimmergrüner Regenwald“ nach Büchern sucht, so wird man erst einmal nicht fündig werden. Beim Durcharbeiten der gängigen geographischen Werke zur Vegetation und den Ökozonen wird man ebenfalls vor dem Problem stehen, dass von einem halbimmergrünen Regenwald selten bis kaum die Rede ist. Vielmehr findet man ein „nomenklatorisches Chaos in der Formationsbezeichnung“ (Richter S.225), sei es der saisonale Regenwald, regengrüner Feuchtwald, oder gar Feuchtsavanne. Die Suche nach dem englischen Begriff wird einem durch diese unterschiedlichen deutschen Namen natürlich nicht erleichtert, wobei hier die meisten Werke vom semi-decidous forest, oder, wie auch die food and agriculture organization (FAO) vom tropical moist deciduous forest sprechen.
Der Bezeichnung nach lassen sich nach Richter (1997, 2001), Schultz (1995) und der FAO (http://www.fao.org/forestry/home/en/) die unterschiedlichsten Regionen der Erde dieser Vegetationszone zuordnen, nämlich Teile von Mittel- und Südamerika, Afrika, Asien und Australien. Wenn es um die genaue Angabe der Verbreitungsgebiete geht, so scheiden sich in der Literatur wieder die Geister. Manche Autoren grenzen die Gebiete des halbimmergrünen Regenwaldes und der Monsunwälder viel stärker ein als andere, beispielsweise wird bei Einigen der Norden Australiens gar nicht mehr zur Zone dazu gezählt. In dieser Arbeit habe ich hauptsächlich die Karten der FAO, die im FAO Global Forest Resources Assessment 2000, Main report dargestellt sind, für Detailinformationen zu den einzelnen Ländern als Grundlagen gewählt. Eine Ausnahme bildet wie bereits erwähnt Australien, welches ich für diese Arbeit aber trotzdem kurz mit einbeziehen will. Die auf den Karten pink dargestellten Regionen des „tropical moist deciduous forest“ entsprechen den halbimmergrünen Regenwäldern und Monsunwäldern.
Eine genaue Abgrenzung zu anderen Vegetationszonen kann man kaum angeben, da sich der in immerfeuchten Regionen angrenzende Regenwald und die in arideren Regionen angrenzenden Savannen nicht abrupt an einer bestimmten Linie vom halbimmergrünen Regenwald abgrenzen. Der Übergang ist vielmehr fließend, was mit dem ständigen anthropogenen Einfluss und der uneinheitlichen Vegetation auch Gründe für die unterschiedlichen Angaben zur Verbreitung sind. Allgemein kann man sagen, dass nach den verschiedenen Quellen etwa ab mehr als 2-3 ariden Monaten pro Jahr der immergrüne Regenwald in den Halbimmergrünen übergeht. Mit längerer Trockenzeit, welche der Vegetation den wichtigen Niederschlag entzieht, entwickelt sich der halbimmergrüne Regenwald zum Trockenwald und schließlich zu Savannen in ihren unterschiedlichen
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Formen. Dies ist aber nur eine sehr allgemein gehaltene Abgrenzung, da dieser Übergang nicht ohne weiteres auf die ganze Welt übertragen werden kann.
2 Klima
2.1 Allgemeine Klimainformationen
Da das Klima immer einer der entscheidenden Faktoren für die Vegetation ist, darf hier natürlich eine Beschreibung nicht fehlen. Die Informationen des folgenden Abschnitts stützen sich auf die Bücher von Frey (2004), Pott und Hüppe (2007), Pott (2005), Richter (1997, 2001), Schroeder (1998), Schultz (1995) und Walter (1999). Grob gesagt ähnelt das Klima dem des immergrünen Regenwaldes, da es sich ja auch im Gebiet der halbimmergrünen Regenwälder um tropische Regionen handelt. Die Mitteltemperaturen des kältesten Monats liegen auch hier immer über 18°C, wobei die höchsten Temperaturen unmittelbar vor der Regenzeit und die tiefsten zu Beginn der Trockenzeit erreicht werden. Des weiteren sind hier ausreichende Jahresniederschläge von weit über 2500mm bis um die 1000mm vorhanden, doch ein entscheidender Faktor limitiert das Pflanzenwachstum. Es ist das Auftreten einer wenige Monate dauernden Trockenzeit, die den Pflanzen den wichtigen Niederschlag entzieht. Man kann beispielsweise in Venezuela sehr gut beobachten, wie die Regenmengen die Vegetation bestimmen: Hier findet man eine sehr genaue Abstufung vom immergrünen zum halbimmergrünen und schließlich laubabwerfenden Wald. Dies bildet aber nur eine Ausnahme, weshalb man allgemeingültig sagen muss, dass vom Äquator zu den Wendekreisen hin die absolute Niederschlagsmenge abnimmt und die Trockenzeiten länger werden. Dies ist besonders in Zeiten starker Passatwinde der Fall, was wie die Verlagerung der Monsunwinde auf die Verschiebung der ITC zurückzuführen ist. In der Regenzeit ist jedoch ausreichend Niederschlag vorhanden, der meist zu einer beträchtlichen Erhöhung des Bodenwassergehaltes führt. Vorübergehend kann es sogar vorkommen, dass die Feldkapazität überschritten wird und ein Grundwasserabfluss gespeist wird, von dem die Pflanzen nach Ende der Regenzeit noch Wasser nutzen können.
Zum Klima lässt sich also zusammenfassend sagen, dass die hygrische Saisonalität die tragende Rolle in der Ausbildung der Vegetation spielt und je nach Anzahl der ariden Monate eine mehr oder weniger üppige Vegetation vorherrschend ist.
2.2 Ausgewählte Klimadiagramme
Um die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse auf den verschiedenen Kontinenten zu verdeutlichen, ist es sinnvoll, sich einige Klimadiagramme anzusehen, welche ich über das
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Internet gefunden habe. Hierzu habe ich Odienne (Elfenbeinküste) und Brazzaville (Republik Kongo) aus Afrika gewählt, bei denen man von der Temperatur her kaum Unterschiede erkennen kann. Auch die Niederschlagskurven machen auf den ersten Blick einen recht ähnlichen Eindruck, allerdings ist die Trockenzeit in Brazzaville im Sommer, nämlich etwa von Juni bis August und nicht wie in Odienne im Winter. Dies erklärt sich durch die Lage Brazzavilles auf der Südhalbkugel und soll den Unterschied zweier Gebiete mit ähnlicher Vegetation aufzeigen.
Vom asiatischen Kontinent habe ich Ho Chi Minh Stadt (Vietnam) gewählt, da hier ein Diagramm ausreichend ist, um aufzuzeigen, dass auch hier die Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse wie im vorherigen Gliederungspunkt beschrieben vorherrschen. Auch bei Darwin (Australien) gibt es kaum nennenswerte Extrema, das Diagramm soll auch nur als Beleg für die beschriebene Klimasituation dienen, die sich auf den unterschiedlichen Kontinenten sehr ähnlich zeigt.
Bei Südamerika findet sich wieder ein ähnliches Bild wie bei Afrika, allerdings ist es hier durch die Darstellung gleich auf den ersten Blick zu erkennen: Caracas (Venezuela), mit Lage auf der Nordhalbkugel, hat die mehrmonatige Trockenzeit in den Wintermonaten, während in Brasilia (Brasilien) im Sommer etwa von Mai bis August die trockene Phase des Jahres ist. Die Temperaturkurven zeigen jeweils konstante Werte um die 20°C bis 25°C, was bei beiden Städten zur typischen Jahresmitteltemperatur von um die 21°C führt.
2.3 Exkurs: Monsun
Der süd- und südostasiatische Raum und seine Vegetation werden sehr stark von den Monsunwinden geprägt, worüber ich mich bei Pott (2005) und Schultz (1995) für den folgenden Abschnitt genauer informiert habe. Diese Monsune entstehen dadurch, dass die Nordost-Passate unter Mitwirkung eines starken Hitzetiefs, welches sich im Nordsommer über Südasien bildet, besonders weit nach Norden geführt werden und dabei durch die Corioliskraft zu einer südwestlichen Strömung abgelenkt werden. Bei diesem sogenannten Südwest-Monsun finden anstatt absinkender Vorgänge wie bei den zum Äquator hin gerichteten Passaten konvektive Vorgänge und orographisch erzwungene Vertikalbewegungen statt. Somit kommt es in Indien und Hinterindien zu meist starken Niederschlägen, dem Monsunregen, der weniger stark ausgeprägt auch in Westafrika und Nordaustralien vorzufinden ist. Jedoch hängen nicht nur Regenzeiten, sondern auch die Trockenzeiten von den Monsunwinden ab: während der Sommermonsun durch die feuchten Luftmassen des Ozeans viele Niederschläge mit sich bringt und auch vielerorts zu Überschwemmungen oder Erdrutschen führen kann, kehrt sich im Winterhalbjahr die
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Windrichtung um. Die vom Land zum Meer wehenden Winde sind sehr trocken und dörren das Land regelrecht aus. Dieses wechselnde Feuchtigkeitsangebot ist wie bereits erwähnt der entscheidende Faktor für die Vegetation, welche in Indien, Südostasien und im nördlichen Australien zum Teil aus laubwerfenden Monsunwäldern besteht.
3 Böden
Das Klima ist in der Region der halbimmergrünen Regen- und Monsunwälder also der bestimmende Faktor. Aber ohne den richtigen Untergrund kann es beispielsweise noch soviel Regen geben, die Pflanze wird aber nicht richtig wachsen können. Deshalb ist es auch wichtig, sich die Böden dieser Vegetationszone genauer anzusehen, was ich mithilfe der Werke von Frey (2004), Hendl (1988), Pott und Hüppe (2007), Pott (2005), Richter (1997, 2001), Schultz (1995), Walter (1999) und der Internetpräsenz der FAO für diesen Gliederungspunkt gemacht habe. Da die verschiedensten Regionen mit unterschiedlich ausgeprägten Niederschlägen oder Höhenlagen Anteil an dieser Zone haben, kann man hier nicht nur einen speziellen Boden nennen. Allgemein ist es ähnlich wie in den Tropen, wo man sehr nährstoffarme Böden vorfindet. Bei den Ferralsolen (auch Latosole genannt) ist keine Humusschicht ausgebildet und sie sind durch Eisenhydroxid, welches in den Trockenzeiten durch aufsteigende Wasserströme oder Abspülung des Oberbodens in ausgetrockneten Krusten an der Oberfläche zu finden ist, typisch rot gefärbt. Der Boden ist dann oft blasenförmig aufgetrieben, sehr hart, nährstoffarm und hat eine sehr niedrige Kationenaustauschkapazität. Dies alles steht im großen Widerspruch zur üppigen Vegetation, die man auch im halbimmergrünen Regenwald findet. Die Nachlieferung der mineralischen Nährstoffe geschieht hier allerdings nicht über den Boden, sondern durch schnelle Zersetzung abgestorbener Pflanzenteile, wobei die freigewordenen Nährstoffe gleich wieder den Wurzeln zugeführt werden. Somit gibt es keine Verluste, denn das Nährstoffkapital erhält sich unbegrenzt und befindet sich im ständigen Kreislauf. Der Bodentyp Laterit ist in den kompletten Tropen vertreten, hauptsächlich aber in Südamerika und Afrika. Vor allem im halbimmergrünen Bereich West- und Zentralafrikas, im südöstlichen Afrika, Indien und östlichen Südamerika findet man viele Lixisole. Diese sind seit 1988 von der FAO von den Luvisolen abgegrenzt. Sie haben ebenfalls eine niedrige Kationenaustauschkapazität, einen geringen Humusgehalt und enthalten kaolinitische Tone. Aufgrund dieser Faktoren ist das Ertragspotential dieses Bodens nur mäßig. Die Nitisole sind zwar in den Tropen nicht sehr dominant, aber in Zentralafrika, Mittelamerika und Indien durchaus zu finden. Es sind rote bis rotbraune Böden, die unter feuchtwarmen Klimabedingungen auf silikatreichem Gestein (z.B. Basalt) entstanden sind. Die eher jungen Böden haben trotz hohen Tongehalten im oberen Bt-
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Arbeit zitieren:
Monika Losert, 2009, Die Vegetation der tropischen halbimmergrünen Regenwälder und Monsunwälder, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Thematische Karten und ihre Interpretation
Geowissenschaften / Geographie - Kartographie, Geodäsie, Geoinformationswissenschaften
Ausarbeitung, 21 Seiten
Bildung und Bedeutung von Produktnamen mit speziellem Interesse an Lex...
Zwischenprüfungsarbeit, 31 Seiten
Der trockene Himalaya - Der Nordwesten, Hindukusch und Karakorum
Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
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