Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Hauptteil: 3
a. Rudolf Steiner: Person Leben 3
b. Grundzüge der Anthroposophie 4
c. Qualitätsstandards: Vergleich zwischen Qualitätsstandards und der Situation am
Waldorfkindergarten Wien West 5
i. Definition 5
ii. Erzieher-Kind Relation 5
iii. Garten 7
iv. Raumgestaltung 8
d. Spielmaterialien: Versuch der Übertragung der Qualitätsstandards von Spielzeug
im Kindergarten auf das Spielzeug in der Waldorfpädagogik 9
e. Praxisbeispiel: Vergleich eines Tagesablaufs im Gemeindekindergarten im 2.
Wiener Bezirk und dem Kindergarten der freien Waldorfschule Wien West 17
3. Diskussion: Kritik an der Waldorfpädagogik 19
4. Zusammenfassung 20
a. Reflexion der behandelten Kapitel 21
5. Literaturverzeichnis 23
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1. Einleitung:
Bei unserem Referat im Zuge des Proseminars zur Bildungspsychologie 2 im Sommersemester 2009 beschäftigte sich unsere Gruppe mit dem alternativen Bildungskonzept der Waldorfpädagogik. Bei unserem Vortrag gingen wir auf Rudolf Steiner und seine Vorstellungen zur Anthroposophie, sowie auf das Themengebiet der Eurythmie ein. Die Raumgestaltung, Spielmaterialien, Rolle der Pädagogin und der Tagesablauf waren ebenfalls Teil unseres Vortrags, genau wie die Feste im Waldorfkindergarten und eine allgemeine Kritik am Bildungskonzept der Waldorfpädagogik.
Zu Beginn unserer Seminararbeit soll eine kleine Einführung zur Person Rudolf Steiner sowie eine Kurzzusammenfassung der Anthroposophie gegeben werden. Als Hauptpunkt wollen wir versuchen, die Qualitätsstandards für österreichische Kindergärten auf das Konzept des Waldorfkindergartens zu übertragen. Näher beachtet wird dabei die Erzieher-Kind Relation, die Garten-, sowie die Raumgestaltung. Unsere Konzentration liegt ganz besonders auch auf den Spielmaterialien: Wir wollen auch hier versuchen Qualitätsstandards auf die Naturmaterialien der Waldorfpädagogik anzuwenden.
Im Diskussionsteil soll Platz für eine kritische Auseinandersetzung mit dem alternativen Bildungskonzept der Waldorfpädagogik sein.
Abschließend wird unsere Auseinandersetzung mit dem spannenden Thema der Waldorfpädagogik noch einmal zusammengefasst und es soll Platz für eine persönliche Reflexion gefunden werden.
2. Hauptteil
a. Rudolf Steiner: Person & Leben:
Rudolf Joseph Lorenz Steiner wird am 25. Feb. 1861 in Kraljevec (heute Kroatien, damals K. u. K. Monarchie) in ärmlichen Verhältnissen geboren. Sein Geburtstag wurde allerdings immer an seinem Tauftag, dem 27. Februar, gefeiert. 1879 maturiert er mit Auszeichnung an einem naturwissenschaftlichen Gymnasium in Wiener Neustadt und beginnt das Studium der Mathematik, der Physik, der Biologie und der Chemie an der Technischen Universität (TU) Wien. Er entwickelt großes Interesse für Philosophie und Literaturgeschichte und bricht 1883 seine universitäre Ausbildung ohne Abschluss ab.
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1892 promoviert Rudolf Steiner zum Doktor der Philosophie an der Universität Rostock und veröffentlicht 1894 die Schrift „Die Philosophie der Freiheit“, die bereits die Grundprinzipien der Anthroposophie abhandelt. 1899 kommt es zur Eheschließung mit Anna Eunike. Es handelt sich um eine Witwe mit fünf Kindern. Bei der Erziehung dieser Kinder formen sich Steiners Ideen seines pädagogischen Ansatzes immer weiter aus. Von 1899 bis 1905 ist Steiner als Lehrer an der Berliner Arbeiter-Bildungsschule tätig. Im Jahr 1912 erfolgt die Entwicklung der Bewegungskunst Eurythmie. 1923 wird die „Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft“ gegründet, die Rudolf Steiner selbst leitete. Am 30. März 1925 stirbt Rudolf Steiner aus bis heute ungeklärten Gründen (Hader, 2004).
b. Grundzüge der Anthroposophie:
„Anthroposophie“ kann man von den griechischen Worten „antropos“ für Mensch und „sophia“ für Weisheit ableiten (Baumann 1986, zitiert nach Hader, 2004). Es handelt sich bei der Anthroposophie um ein philosophisches Konstrukt, das Erkenntnisweg und Lebenspraxis darstellt. Aus den Sinneswahrnehmungen werden Gesetzmäßigkeiten abgeleitet, die für die Wahrnehmung der Welt unerlässlich sind. Es geht darum Wege zur eigenen Erfahrung zu finden. Die Anthroposophie wird also als Erkenntnisbemühung verstanden. Sie befasst sich dabei mit dem Studium der Welt und des Menschen, wobei dem Seelenleben sowie den Seelenerlebnissen große Bedeutung geschenkt wird.
Die Anthroposophie ist eine sehr spirituell verankerte philosophische Grundhaltung. Es werden dabei Anschauungen aus dem Buddismus und Hinduismus übernommen. Allerdings werden diese Grundideen der asiatischen Welt mit christlich-europäischen Ideen untermauert. Innerhalb der Anthroposophie werden auch die Themen der Reinkarnation (Wiederverkörperung) und des Schicksals (Karma) besprochen. Laut Steiner unterliegen die Menschen dem Schicksal und sind nach ihrem Tod angehalten sich von ihren Fehlern zu befreien, um dann ihr nächstes Leben vollkommender gestalten zu können.
Innerhalb des Menschen wirken drei Wesen zusammen: der Leib, die Seele und der Geist. Steiner versteht darunter das „dreigliedrige Menschenbild“. Auf den Leib wirken äußere weltliche Einflüsse ein, wobei das Seelenleben wiederum der Außenwelt verborgen bleibt. Mit dem Geist wird es dem Menschen möglich, Verbindungen zwischen dem Leib und der Seele herzustellen. 44
Laut der Anthroposophie entwickeln sich diese drei Wesenglieder unterschiedlich schnell, wobei die jeweilige Entwicklung immer in Siebenjahresschritten erfolgt. An dieser Stelle wird nur auf den ersten Siebenjahresrhythmus eingegangen, da dieser ausschlaggeben für die Kindergartenpädagogik ist. In dieser Phase steht die Entwicklung des Körpers im Vordergrund. Die Kinder befinden sich in der Phase der Nachahmung, die auf der Vorbildfunktion der Eltern beruht. Es ist wichtig den Kindern eine reiche Umgebung zu bieten, damit das Kind sein Entwicklungspotenzial voll ausschöpfen kann. Dabei sollte dem Kind allerdings nichts aufgedrängt werden - es ist fähig durch stilles Beobachten zu lernen. Wichtig ist in dieser Phase die Phantasie des Kindes anzuregen. Dies kann mit unvollendeten Puppen aus Servietten erreicht werden. Diese sind durch die Phantasietätigkeit des Kindes förderlich für die Gehirnentwicklung, da die Puppe im Geist fertig gestellt wird (Hader, 2004).
Der Begriff Qualität umfasst allgemein die Eigenschaften und die Güte einer Sache. In der Kinderbetreuung versteht man unter Qualität charakteristische Merkmale für bestimmte Erziehungs- und Betreuungsumwelten, welche in Zusammenhang mit der Entwicklung von Kindern stehen (Roßbach, 1993, zitiert nach Hartmann & Stoll, 1999). Im Laufe der Zeit war der Qualitätsbegriff auch einigen Änderungen unterlegen, wobei sich vor allem in den letzten 15 Jahren eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Qualität entwickelte. Demnach bezieht sich Qualität nicht nur auf die kognitive Förderung des Kindes, sondern auch auf die soziale und emotionale Unterstützung, sowie auf Gesundheits- und Sicherheitsaspekte. Ebenso zu berücksichtigen sind Aspekte der Lebensqualität (Roßbach, 1993, zitiert nach Hartmann & Stoll, 1999).
ii. Erzieher-Kind Relation:
Die Erzieher-Kind Relation stellt eine wesentliche Rahmenbedingung zur Qualitätssicherung dar. Von ihr ist es abhängig, ob eine individuelle Zuwendung, also das Eingehen auf Bedürfnisse, Interessen und Begabungen der Kinder, möglich ist. Daher ist es von großer Bedeutung, dass Kinder die Möglichkeit haben, Beziehungen zu allen Personen, von welchen sie im Laufe des
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Tages betreut werden, aufzubauen. Demzufolge ist auch die Stabilität der Personalstruktur ein weiteres Kriterium (Hartmann & Stoll, 1999).
Der Mindeststandard wie in Hartmann und Stoll (1999) dargestellt, ist ein/e ausgebildete/r Kindergartenpädagog/in, sowie eine Assistent/in pro Gruppe. Eine Bezugsperson sollte 5 bis 10 Dreijährige betreuen bzw. 7 bis 10 Vier- und Fünfjährige. Als Qualitätsoptimierung werden von den Autorinnen zwei ausgebildete Kindergartenpädagog/innen pro Gruppe, sowie die zeitweise Einbeziehung von zusätzlichen Personen (z.B. pädagogisch geschulte/r Assistent/in, Praktikant/in, Eltern etc.) vorgeschlagen. Von Gruppenzusammenlegungen in den Randzeiten wird abgeraten (Hartmann & Stoll, 1999). Zudem empfehlen Experten eine maximale Gruppengröße von 16 Kindern und eine Relation zwischen Kindergartenpädagog/in und Kindern von 1:8 (Scarr, 1990, zitiert nach Hartmann & Stoll, 1999).
In der Waldorfpädagogik nach Rudolf Steiner spielt die Erzieher-Kind Relation ebenfalls eine wichtige Rolle. Vor allem bei den Kindern der Kleinkindgruppen (1,5 - 3 Jahre) ist die individuelle Zuwendung durch den/die Pädagog/in von großer Bedeutung. Nach Angabe der Pädagogin der Kleinkindgruppe des Waldorfkindergartens Wien-West im 13. Wiener Gemeindebezirk dienen vor allem die Pflegezeiten (Wickeln und WC-Gang) dazu, eine Beziehung zum Kind aufzubauen. Daher werden diese Tätigkeiten mit jedem Kind einzeln ausgeführt. Um dies zu ermöglichen befinden sich zu diesen Zeitpunkten jeweils zwei ausgebildete Waldorfpädagoginnen, sowie eine Assistentin im Raum. Die Gruppen werden in den Randzeiten nicht zusammengelegt. Der Tag beginnt um 7:30 mit einem Morgenkreis, welcher gruppenübergreifend durchgeführt wird. Danach werden die Kinder von einer Bezugsperson in ihrer Gruppe betreut. Wesentlich ist, dass auch die Assistentinnen bereits ausgebildete Pädagoginnen sind, welche sich in der Ausbildung zur Waldorfpädagogin befinden. Es wird lediglich bereits ausgebildetes Personal aufgenommen. Dies wird dem Vorschlag von Hartmann & Stoll (1999) zur Qualitätsoptimierung gerecht.
Ein weiteres Kriterium ist die Einbeziehung der Eltern, welche eine große Rolle in der Waldorfpädagogik spielen. Sie beteiligen sich nicht nur in der administrativen Organisation und Verwaltung des Kindergartens, sondern sind z.B. auch ein wesentlicher Bestandteil bei der Gestaltung von Festen und Feiern. Als gleichberechtigte Entscheidungsträger haben sie großen Einfluss auf die pädagogische Arbeit. Zudem sind auch Hausbesuche der Kindergartenpädagog/innen vorgesehen um die Beziehung zu den Eltern zu vertiefen. 66
Arbeit zitieren:
Tijana Gonja, 2009, Spielzeug im Waldorfkindergarten, München, GRIN Verlag GmbH
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