Inhaltsverzeichnis
1. Warum schlafen wir? 3
2. Die Schlafphasen 4
3. Schlafbedarf im Jugendalter 5
4. Zusammenhang zwischen Gedächtnis, Lernerfolg und Schlaf. 7
4.1 Formen der Gedächtnisbildung 8
4.2 Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien. 9
5. Schlafprobleme bei Kindern 10
6. Schlafkiller: Fernsehen und Computerspiele 13
7. Lernen im Schlaf 14
8. Schlafen Kinder mit Lernproblemen oder mit Hochbegabung weniger? 15
9. Wie kann die Schlafqualität von Jugendlichen verbessert werden? 17
9.1. Regelmäßiger Rhythmus - der beste Weg zum gesunden Schlaf 17
9.2 Man schläft wie man isst 18
9.3 Die Rolle des Schlafzimmers 18
9.4 Das Bett 19
9.5 Power-Napping macht fit. 19
10. Diskussion 20
Literaturverzeichnis : 21
Anhang 23
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1. Warum schlafen wir?
Obwohl wir ein Drittel unseres Lebens im Schlaf verbringen, kann die Wissenschaft bis heute nicht restlos erklären, wozu wir den Schlaf eigentlich brauchen. Im alten Ägypten glaubten die Menschen, dass man im Schlaf mit den Göttern kommunizieren könnte. Der chinesische Philosoph Chuang Tzu erkannte schon 300 v. Chr. die Notwendigkeit des Schlafes für die seelische und körperliche Gesundheit. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelten sich zahlreiche Theorien über die Entstehung des Schlafes, darunter auch solche über ein spezielles Schlafzentrum im Gehirn (Bernhard & Brandstätter, 2005).
Kaiser Hadrian (76-136 n. Chr.) schrieb in einem Brief an einen Freund über seine Faszination vom Schlaf: „Was mich daran am meisten fasziniert ist die Tatsache, dass der Mensch jede Nacht aufs neue den unvermeidlichen Sprung in die Tiefen des Ozeans wagt, nackt, einsam und unbewaffnet. Wo alles verändert ist, die Farben, die Formen, der Rhythmus des Atem, und, wo wir die Toten wieder antreffen…tröstlich jedoch, dass der Schlaf unsere Müdigkeit heilt, und zwar durch das gründlichste Mittel, das es gibt: indem er uns vorbeugend daran hindert zu existieren.“ (Joho, 1990, Seite 12).
Heute werden in verschiedenen Theorien unterschiedliche Funktionen und Bedeutungen des Schlafes postuliert. Die „Regenerations-Theorien“ unterstützen Hadrians Annahme, dass „der Schlaf unsere Müdigkeit heilt“. In den Regenerations- Theorien wird behauptet, dass der Schlaf Schäden, die sich während des Wachzustandes eingestellt haben, zu reparieren versucht. Die Müdigkeit führt zu einem „Ungleichgewicht“ im Körper, das durch den Schlaf wiederhergestellt werden muss.
Die „Schutz- Theorie“ postuliert, dass der Schlaf nicht als Folge eines Erschöpfungszustandes betrachtet werden soll, sondern eher als eine Schutzmaßnahme, die einen solchen negativen Zustand verhindern will.
Ähnlich wie bei den Theorien über die Bedeutung des Schlafes, sind sich die Wissenschafter auch über das Zustandekommen des Schlafes und über die Funktion der Träume nicht einig (Joho, 1990). Bis 1953 herrschte die Annahme, dass das Gehirn während des Schlafes komplett inaktiv sei. Nathaniel Kleitmann und sein Schüler Eugene Asevinsky von der Universität Chicago korrigierten diese weit verbreitete Ansicht, indem sie in ihrem eigenen Schlaflabor zeigten, dass der Schlaf in regelmäßigen Zyklen abläuft.
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Nach dieser revolutionären Entdeckung wurden in den letzen 50 Jahren zahlreiche Messgeräte entwickelt, mit denen man den Schlaf genau untersuchen und in verschiedene Phasen einteilen kann. Am häufigsten wird in Schlaflaboren das Elektroenzephalogramm (EEG), mit dem die biologischen Hirnströme gemessen werden können, eingesetzt (Seul, 2006).
2. Die Schlafphasen
Phase 1 ist durch einen Übergang vom Wachzustand zum ersten leichten Schlaf gekennzeichnet. In diesem Stadium findet man überwiegend Alphawellen (8-13 Hz), die für Wach- aber auch für Dämmerzustände typisch sind. Das Bewusstsein ist hier noch nicht abgeschaltet. 10% der Nacht verbringen Menschen im Zustand des Wachens sowie im ersten Stadium.
Die Phase 2 entspricht dem Einschlafen. Hier sind Beta- (> 13 Hz) und Thetawellen (4-7 Hz) aktiv. Im physiologischen Sinne ist der Schlaf erst dann erreicht, wenn keine Alphaaktivität mehr vorhanden ist. Die zweite Phase ist für die Qualität des Schlafes von großer Bedeutung. Wenn diese Phase zu lang oder zu kurz dauert, treten die meisten Schlafstörungen auf. In diesem leichten Schlafstadium verbringt man ungefähr die Hälfte der gesamten Schlafzeit. Die Schlafspindeln treten im zweiten Stadium auf, sie sind für die NREM-Schlafphase 2 typische Wellenmuster. Die Ursache dieses Phänomens ist noch unbekannt.
In Phase 3 wird die erste Tiefschlafphase erreicht. Charakteristisch für diesen Schlafzustand sind die Deltawellen (< 4 Hz). Diese Phase ist nicht von Augenbewegungen begleitet, weshalb angenommen wird, dass sie traumlos verläuft.
In Phase 4 ist der eigentliche Tiefschlaf erreicht. Die Augen sind auch in dieser Phase ruhig.
Phase 5 ist die eigentliche Traumphase. Diese Phase ist durch eine heftige Hirnaktivität und rasche Augenbewegungen (REM - Rapid Eye Movement) charakterisiert. Nach der Phase 5 kommt es dann wieder zu Phase 2, an die sich wieder die Phasen 4 und 3 anschließen (Joho, 1990).
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3. Schlafbedarf im Jugendalter
Während Neugeborene noch ca. 20 Stunden des Tages schlafend verbringen, sinkt das Schlafbedürfnis im Laufe der Kindheit und Jugend auf sieben bis acht Stunden. Zu einer ersten Verschlechterung der Schlafqualität kommt es bereits zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr (schlaf.de, 2008).
Wegen der Veränderungen und Wachstumsprozesse, die während der Pubertät stattfinden, ist der Schlafbedarf im Jugendalter relativ hoch. Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren brauchen durchschnittlich neuneinhalb Stunden Schlaf, während für Erwachsene acht Stunden völlig ausreichend sind um sich ausgeschlafen und fit fühlen zu können. Die meisten Jugendlichen schlafen jedoch während der Woche deutlich weniger als neuneinhalb Stunden. Einer Studie zufolge schlafen US-Teenager durchschnittlich nur siebeneinhalb Stunden pro Tag, in Deutschland fielen die Zahlen ähnlich aus (Kindergesundheit-Info, 2008).
Jugendliche in Neuseeland schlafen im Durchschnitt eine Stunde länger pro Nacht als ihre Altersgenossen in Amerika und Deutschland (8,4 Stunden), trotzdem klagen 21% dieser Teenager über chronische Müdigkeit am Tag (Dorofeff & Denny, 2006).
Ich habe Jugendliche zwischen 11 und 19 Jahren getestet, die im Jänner 2009 das Nachhilfe-Institut „Lernquadrat“ besucht haben. Während der Woche schliefen die Jugendlichen deutlich weniger als sie brauchen würden; statt neuneinhalb Stunden schliefen sie im Durchschnitt nur 7,9 Stunden, also sogar einige Minuten weniger als 30 bis 40 Jährige. Die kürzeste Schlafzeit während der Woche betrug nur zwei Stunden, die längste 15 Stunden. Am Wochenende schliefen die Jugendlichen durchschnittlich 9,3 Stunden, was ihrem Bedarf von neuneinhalb Stunden entspricht. Nur 14,7% der Jugendlichen schliefen an Schultagen über neun Stunden, 40% der Schüler schliefen weniger als acht Stunden. Die während der Woche „verlorenen“ Schlafstunden wurden dann meistens am Wochenende ausgeglichen; 72,3% der Schüler schlafen dann über neun Stunden, 57% sogar über zehneinhalb Stunden.
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Abgesehen davon, dass sich der Schlaf und seine Struktur im Laufe des Lebens verändern, ist das Schlafbedürfnis von Mensch zu Mensch verschieden. Zu viel Schlaf kann genauso schädlich sein wie zu wenig. Napoleon galt als typischer Kurzschläfer weil er täglich mit vier bis fünf Stunden Schlaf ausgekommen sein soll. Charles de Talleyrand hingegen, einer der bekanntesten französischen Staatsmänner während der Napoleonischen Kriege, benötigte mindestens zehn Stunden Schlaf pro Tag um fit zu sein. Studien von Benoit zeigen, dass Kurz- und Langschläfer unterschiedliche Tiefschlafphasen (Phasen 3 und 4) aufweisen. Kurzschläfer haben im Vergleich zu Langschläfern oder „Normalschläfern“ extrem lange Tiefschlafphasen, weshalb sie wenig Schlaf benötigen um sich ausschlafen zu können. Die meisten Menschen kommen aber mit sechs bis acht Stunden Schlaf pro Tag aus (Joho, 1990).
In der Literatur werden häufig auch die Begriffe „Morgen- oder Abendtyp“ verwendetet, um die „Spitzenzeiten“ des Aktivitätsniveaus während des Tages zu beschreiben. Der Morgentyp wacht morgens relativ früh auf, und ist sofort leistungsfähig. Er erreicht sein Leistungsmaximum schon am frühen Morgen, aber seine Leistungskurve lässt bereits am Nachmittag allmählich nach, und schon am frühen Abend stellt sich eine zunehmende Müdigkeit ein. Morgentypen gehen deshalb am Abend immer früher schlafen als andere Menschen. Der Abendtyp wacht tendenziell später am Morgen auf, ist aber zunächst weniger leistungsfähig. Die Leistungskurve erreicht ihr Maximum erst am Nachmittag oder am Abend, weswegen beim Abendtyp die Müdigkeit spät einsetzt (Piper, 2008). Giannotti et al. (2002) haben in Italien 742 Abendtypen und 1005 Morgentypen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren untersucht. Sie haben herausgefunden, dass die Burschen viel
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Arbeit zitieren:
Bakk Tijana Gonja, 2009, Lernen und Schlaf, München, GRIN Verlag GmbH
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