Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort 3
2 Vorspiel 3
3 Xerxes und seine Lenker - Ein Dispot zum Scheitern verurteilt 4
3.1 Xerxes wird König - Die Demaratos-Legende 4
3.2 Mardonis und Xerxes - Planung des Feldzuges. 6
4 Der Xerxeszug - Ein Frevler zieht nach Europa. 8
4.1 Xerxes’ Hybris - Der Frevel am Hellespont. 8
4.2 Xerxes, der Barbar - Böse Vorzeichen und dispotische Willkür. 9
4.3 Die Schlacht an den Thermopylen - Ein Sieg ohne Ruhm 10
5 Xerxes bei Herodot - Ein Fazit 11
6 Literaturverzeichnis. 13
2
1 Vorwort
„Es ist unmöglich, einen wahrheitsliebenderen Mann, als Herodot, zu finden; und
dennoch hat er manches berichtet, was nicht wahr ist.“ 1
Ich möchte dieses Zitat des deutschen Althistorikers Barthold Georg Niebuhr († 1831) nutzen, um das Thema meiner Arbeit „Der Feldzug des Xerxes - Die Entstehung einer negativen Überlieferung“ erklärend einzuführen.
Ich halte es deshalb für passend, weil es die Problematik des herodotischen Geschichtswerk „Historien“, mit dem ich mich im Folgenden eingehend beschäftigen und auseinandersetzen werde, gut charakterisiert und zeigt, in welchem Dilemma man sich befindet, wenn man sich, unter einer kritischen Fragestellung, mit dem Werk eines der bedeutendsten Historiker der Menschheitsgeschichte, auseinandersetzen muss.
Das Ziel meiner Arbeit soll sein, ansatzweise zu überprüfen und zu analysieren, ob und wenn, in wie weit, sich die Geschichtsschreibung, explizit die des Herodot von Halikarnassos (ca. 484 v. Chr. bis 425 v. Chr), „schuldig“ macht, den Xerxeszug gegen Griechenland im Jahre 480/79 v. Chr. in ein negatives Licht gerückt zu haben. Als primäre Quelle dient mir das schon angesprochene neun Bücher umfassende Geschichtswerk „Historien“ des Herodot, genau genommen die Bücher VII und VIII. Zudem werde ich mich mit Forschungsmeinungen aus der Sekundärliteratur beschäftigen und zur Unterstützung meiner Behauptungen und Thesen hinzuziehen. Diese Informationsquellen stellen hauptsächlich die Literatur Reinhold Bichlers, Josef Wiesenhöfers, Hans Dillers und anderen aber auch das Internet dar.
2 Vorspiel
Vorgeschichte des Xerxeszug - Das Debakel nimmt seinen Lauf
Wie schon angesprochen werde ich mich bei meiner Analyse hauptsächlich auf den Teil der herodotschen Historien stützen, der Feldzug des Xerxes und seine Vorgeschichte bis zur Schlacht von Salamis behandelt, was in den Büchern VII und VIII geschieht. Da das siebte Buch ohne Umschweife oder einführenden Worte direkt in das Geschehen nach der persischen Niederlage in der Schlacht von Marathon einsetzt, will ich eine kurze Einordnung in den historischen Kontext geben, der wichtig ist, um die folgenden Geschehnisse zu verstehen.
1 aus: Wilfried Nippel: Griechen, Barbaren und "Wilde", Frankfurt a.M. 1990, S. 11
3
Bevor es zu den ersten Kontakten mit hellenischen Welt kam, hatte sich das persische Reich in knapp 200 Jahren zu einem mächtigen Weltreich entwickelt. Erst der Großkönig Dareios I., unter dem der persische „[…]Vielvölkerstaat[…]den Höhepunkt seiner Macht erlebte[…]“ 2 , wurde im Zusammenhang mit der Revolte der kleinasiatischen Griechen, der in dem sog. „Ionischen Aufstand“ (500-494 v. Chr.) endete, in kriegerische Auseinandersetzungen mit Griechenland verwickelt.
Nach Niederschlagung der Revolte folgte eine Strafexpedition gegen Griechenland, die aber in einer persischen Niederlage bei Marathon endete. Genau hier setzt der Beginn des Buch VII und damit auch der Hauptteil meiner Arbeit ein.
3 Xerxes und seine Lenker - Ein Dispot zum Scheitern verurteilt
3.1 Xerxes wird König - Die Demaratos-Legende
Herodot beginnt mit dem Eintreffen der Nachricht von der Niederlage in der Schlacht von Marathon beim Hofe des Großkönigs Dareios I. 3 . Diese Nachricht habe den Groll gegen die Athener gesteigert und den Entschluss zum Krieg gegen Hellas gefördert (Hdt. VII, 1). Drei Jahre lang habe er für diesen Feldzug aufrüsten lassen, bis „Im vierten Jahr [...] die Ägypter […] von den Persern [abfielen] […]“ (Hdt. VII, 1), worauf sich Dareios für einen Feldzug gegen beide entschieden habe. Da Xerxes, etwa im Jahre 519 v. Chr. als Sohn des Dareios geboren, zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht die Macht inne hatte, muss man feststellen, dass der Feldzug gegen Griechenland und auch die Niederschlagung des Aufstandes in Ägypten zwar, wie sich später herausstellen wird, von Xerxes angeführt wurden, die Initiative zu diesen Unternehmungen (und auch zu den anfänglichen Vorbereitungen), eindeutig von Dareios ausgegangen sein muss 4 . Noch bevor Dareios „[…] nach sechsunddreißig Jahren Regierung im Jahr nach dem Ausbruch der Revolte in Ägypten mitten in den Kriegsvorbereitungen starb […]“ 5 , musste sein Nachfolger ernannt werden. Herodot berichtet von insgesamt sieben Söhnen des Dareios, die er mit zwei verschiedenen Müttern ( die Tochter des Gobryes und später Atossa) gezeugt habe (Hdt. VII, 2); „Unter den vorher
2 Rainer Albertz u.a.: Frühe Hochkulturen, Mannheim 1997, S. 309
3 Walter Sontheimer: Herodot - Die Bücher der Geschichte VII-IX, Stuttgart 2001, VII, 1
Anmerkung: Da mir diese Übersetzung Sontheimers als primäre Quelle diente, werde ich im Folgenden
Zitate, Anmerkungen etc, die aus dieser Quelle stammen, direkt im Textfluss (nach dem Schema Hdt. Buch,
Kapitel) angeben. Als ergänzender Quellentext diente mir:
J.Chr.F.Bähr u.a.: Langenscheidtsche Bibliothek sämtlicher griechischen und römischer Klassiker in neueren
deutschen Übersetzungen - 33.Band: Herodot II, Berlin und Stuttgart 1855-1910.
4 Vgl. Reinhold Bichler u.a.: Herodots Welt, Berlin 2000, S.317
5 Reinhold Bichler u.a.: Herodots Welt, Berlin 2000, S.317
4
Arbeit zitieren:
Armin de Jonghe, 2006, Der Feldzug des Xerxes , München, GRIN Verlag GmbH
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