Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Der Nahostkonflikt. 4
3. Die Konflikttheorie 5
3.1. Latenter Konflikt 5
3.2. Manifester Konflikt 5
3.3. Regulierter/Unregulierter Konflikt. 7
3.4. Konfliktlösung oder Konfliktbeendigung 9
4. Fazit. 11
Literaturverzeichnis. 13
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1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit für das Grundseminar „Internationale Beziehungen“, beschäftigt sich mit dem Mauerbau zwischen Israel und dem Westjordanland, der im Rahmen des Nahostkonfliktes national und international verstärkt Aufmerksamkeit erfahren hat. Dabei ist der Mauerbau nicht alleine eine Auseinandersetzung zwischen Juden und palästinensischen Parteien um ein kleines Territorium, sondern besitzt eine internationale Bedeutung für die Ausei-nandersetzungen zwischen der islamisch und westlich geprägten Welt. Die Mauer wird je nach Position unterschiedlich bezeichnet, während Israel sie gader (Zaun) oder Sicherheitszaun nennt, wird auf Seiten der Palästinenser vielfach der Begriff Apartheid-Mauer verwandt. Tatsächlich ist es eine - bis zur Fertigstellung - über 700 km lange Sperranlage, die sowohl aus Beton aber auch einer „Schicht von Elektrozäunen, Pufferzonen von Gräben, Patrouillewegen, Sensoren und Kameras“ besteht (Juma 2003: 7). Diese Anlage soll schließlich das gesamte Westjordanland umfassen. Innerhalb dieser Ausgrenzung sind einzelne palästinensische Dörfer vollständig umzingelt, abgesehen von manchmal nur einem Ausgang, der in einem engen Zeitfenster denen die einen Passierschein haben erlaubt ihr Dorf zu verlassen. Der Baubeginn dieses „Freiluftgefängnis“ war im Juni 2002 (Juma 2003: 7). Die Einwände von Seiten des Internationalen Gerichtshofes und Menschenrechtorganisationen, konnten eine Rückgängigmachung bisher nicht bewirken. Usher sieht die Mauer als „latest component of long-held policies of exclusion, control, and containment“ (Usher 2005: 25). Und geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er den Bau der Mauer als „Israel´s latest, most brutal, most outrageous, and most audacious form of denial, exclusion, and control […]“, bezeichnet (Usher 2005: 41).
Kann Ausgrenzung, so wie durch den Mauerbau erreicht wurde, überhaupt zur Beendigung oder Lösung von internationalen Konflikten beitragen? Um dieser Frage nachzugehen, nehme ich im Folgenden Bezug auf die Konflikttheorie von Efinger, Rittberger und Zürn (Efinger, Rittberger, Zürn 1988: 42-62).
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2. Der Nahostkonflikt
„Der zentrale Konflikt, von dem der Nahe Osten überschattet wird, ist der israelisch-arabischpalästinensische Konflikt. Er wird als Nahostkonflikt bezeichnet“ (Woyke 2006: 358). Ein Konflikt im Sinne der zu behandelnden Konflikttheorie, ist das Ergebnis von der „Unvereinbarkeit zwischen den Zielen, Zwecken oder Werten unterschiedlicher Akteure“ (Efinger, Rittberger, Zürn 1988: 43). Die Unvereinbarkeit ist ein Kriterium vorhandener Positionsdifferenzen, die sich in der weiten Fassung des Konfliktbegriffs nach Czempiel, dessen Verständnis die Autoren insoweit folgen, findet (Efinger, Rittberger, Zürn 1988: 51). Fraglich ist worin die Positionsdifferenzen im Nahostkonflikt zu sehen sind. Die folgenden Aspekte sollen die aus meiner Sicht wesentlichen besonders herausstellen: - Der Unterschied besteht vor allem in den verschiedenen politischen Systemen. Während die Einwanderer Israels ein westliches Demokratiemodell mitgebracht haben, ist die Staatsform der arabischen Staaten von einer autoritären Führerschaft geprägt. - Eine weitere Positionsdifferenz ist ein kulturell - religiöser Aspekt. Die Juden sehen Ihr Anrecht auf das Land Israel als göttliche Gegebenheit und Notwendigkeit an. Unterschiedliche Lebensformen, aber auch streitige religionssymbolische Orte, wie Jerusalem, stellen mit die Ursache des Konfliktes dar.
- Die aber wohl entscheidende Positionsdifferenz zwischen Israel und der palästinensischen Bevölkerung ergibt sich aus der territorialen Auseinandersetzung. Hier wo zwei Völker, das gleiche Land (exklusiv) beanspruchen wollen. In der „physischen Setzung“ der territorialen Grenzen durch die Sperranlage zwischen Israel und dem West-jordanland, kommen die Positionsdifferenzen der politischen Systeme, sowie des kulturell-religiösen Aspektes zum Ausdruck.
Die Überlagerung von politisch, kulturell-religiös und territorial unterschiedlichen Auffassungen über die Gestaltung des Nahen Ostens, erschwert eine rasche Beendigung beziehungsweise. Lösung des Konfliktes, insbesondere wenn es sich um ein nachhaltiges und tragfähiges Modell des Zusammenlebens handeln soll.
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3. Die Konflikttheorie
Eine Herangehensweise nach Efinger, Rittberger und Zürn (1988) legen daher in Ihrer Theorie nahe, einen Konflikt in seiner latenten und manifesten Dimension zu betrachten. Außer dieser eher historischen Sichtweise betrachten Efinger, Rittberger und Zürn Konflikte auch nach dem Grad ihrer Regulierung.
3.1. Latenter Konflikt
Ein latenter Konflikt ist „eine Situation, in der zwei oder mehrere Akteure unvereinbare Ziele besitzen oder unvereinbare Mittel wählen, um ein gemeinsames oder unterschiedliches Ziel zu erreichen“ (Efinger, Rittberger, Zürn 1988: 52).
Der latente Konflikt könnte seinen Ursprung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der von Theodor Herzl 1887 in Basel gegründeten „Zionistische Weltorganisation“, haben. Mit zunehmender antisemitischer Haltung der europäischen Staaten, wurde durch diesen der zionistische Gedanke eines eigenen Nationalstaates für die Juden und damit einhergehend eine „Rückkehr“ nach Palästina entwickelt. Mit seiner Schrift „Der Judenstaat“ schaffte er der zionistischen Bewegung einen Rahmen deren Hauptziel die Schaffung eines Staates in Palästina war.
Bei den zwei Akteuren handelt es sich um die Zionisten und die Palästinenser. Die Unvereinbarkeit ihrer Ziele liegt in der Tatsache, dass schon in der Begrifflichkeit der Errichtung eines „Judenstaates“ implizit ein Staat in dem Palästinenser leben, die überwiegend der islamischen Religionsgemeinschaft angehören, ausgeschlossen ist. Ein solcher latenter Konflikt, der hier auch als Basiskonflikt definiert werden kann, besteht also darin, dass sich die beteiligten Konfliktparteien aufgrund unscharfer Begrifflichkeiten oder mangelnder Explikation nicht über ihre Positionsunterschiede bewusst sind.
3.2. Manifester Konflikt
Zu einem manifesten Konflikt kommt es dann, wenn zusätzlich zu den Voraussetzungen eines latenten Konfliktes, das Bewusstwerden der Akteure hierüber sowie in Folge davon dieser
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Arbeit zitieren:
Adriane Funke, 2007, Die Mauer im Nahostkonflikt, München, GRIN Verlag GmbH
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