Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 4
2. Externe Effekte. 4
2.1 Öffentliche Güter und Marktversagen 5
2.2 Die Umwelt als Spezialfall des öffentlichen Gutes 6
2.3 Die Entstehung externer Effekte 7
2.4 Grafische Darstellung 9
2.5 Formale Darstellung 11
3. Modelle zur Internalisierung 13
3.1 Die Pigou-Steuer 13
3.1.1 Definition. 13
3.1.2 Funktionsweise 14
3.1.3 Vor- und Nachteile 15
3.1.4 Beurteilung 15
3.2 Der Preis-Standard-Ansatz 16
3.2.1 Definition. 16
3.2.2 Funktionsweise 16
3.2.3 Vor- und Nachteile 16
3.2.4 Beurteilung 17
3.3 Das Coase-Theorem 17
3.3.1 Definition. 17
3.3.2 Funktionsweise 17
3.3.3 Vor- und Nachteile 19
3.3.4 Beurteilung 19
3.4 Umweltzertifikate 20
3.4.1 Definition. 20
3.4.2 Funktionsweise 20
3.4.3 Vor- und Nachteile 21
3.4.4 Beurteilung 22
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4. Das Kyoto-Protokoll 22
4.1 Der anthropogene Treibhauseffekt und dessen Auswirkungen 22
4.2 Die Entstehung des Kyoto-Protokolls 24
4.3 Die flexiblen Mechanismen 26
4.3.1 Emission Bubble. 26
4.3.2 Joint Implementation 27
4.3.3 Clean Development Mechanism. 28
4.3.4 Emissions Trading 29
4.4. Kritik 31
4.4.1 Der Austritt der USA 31
4.4.2 Sanktionsmöglichkeiten des Kyoto-Protokolls. 33
4.4.3 Kyoto-Ziele reichen nicht aus. 34
5. Fazit. 35
6. Abbildungsverzeichnis. 37
7. Literaturverzeichnis 38
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1. Einleitung
Bei jeder Aktivität oder Passivität eines Wirtschaftssubjekts entstehen externe Effekte, die sich auf ein anderes Wirtschaftssubjekt auswirken. Diese Auswirkungen können positiv oder negativ sein. Natürlich besteht bei positiven externen Effekten kein ökonomischer Zwang zur Internalisierung, da kein zweites Wirtschaftssubjekt geschädigt wird. Anders ist dies jedoch bei negativen Auswirkungen externer Effekte. Das Ziel der Internalisierung ist es, das Wohlfahrtsniveau aller Beteiligten und der gesamten Volkswirtschaft zu optimieren und die durch den Effekt verursachten sozialen Kosten in ein Gesamtkostenkalkül aufzunehmen. Zu diesem Zweck wurden durch zahlreiche bekannte Ökonomen wie Arthur Cecil Pigou oder Ronald Coase Modelle entwickelt, welche auf unterschiedliche Art und Weise versuchen, den entstandenen Schaden möglichst wohlfahrtsoptimal auszugleichen. Die vorliegende Arbeit soll zunächst durch den Vergleich privater und öffentlicher Güter die genaue Entwicklung externer Effekte hervorheben und anhand grafischer und formaler Darstellung deren Auswirkungen verdeutlichen. Darauf aufbauend werden die oben angesprochenen klassischen Internalisierungsmodelle vorgestellt sowie deren Vor- und Nachteile erarbeitet. Dabei wird sich die Arbeit auf die vier bekanntesten Internalisierungsmodelle beschränken, welche teilweise sehr unterschiedliche Ansätze bieten.
Im letzten Abschnitt der Arbeit wird mit der Analyse des Kyoto-Protokolls der derzeit wichtigste und am meisten diskutierte externe Effekt erläutert. Die Analyse soll kritisch verdeutlichen, ob die Ausarbeitung des Kyoto-Protokolls, die teilnehmenden Staaten und die darin enthaltenen Mechanismen hilfreich sind, um dem externen Effekt der Treibhausgasemission, der Erderwärmung, entgegenzuwirken.
2. Externe Effekte
Externe Effekte stehen in engem Zusammenhang mit dem Problem des Marktversagens bei öffentlichen Gütern. An dieser Stelle soll dieses Problem genau erörtert werden, bevor im Folgenden die Auswirkungen externer Effekte auf die Umwelt reflektiert werden.
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2.1 Öffentliche Güter und Marktversagen
Nachfolgend werden zunächst die wichtigsten Merkmale privater Güter erläutert, um so die entgegengesetzten Eigenschaften öffentlicher Güter im Hinblick auf externe Effekte genauestens herauszustellen.
Eines der beiden bedeutendsten Merkmale privater Güter ist das marktwirtschaftliche Ausschlussprinzip. Anbieter eines Gutes haben die Wahl, ihr Gut zu behalten, zu verschenken oder zu verkaufen. Da sie natürlich gewillt sind, ihre Herstellungskosten zu relativieren, werden sie sich notwendigerweise dazu entscheiden, das Gut zu verkaufen. So ergibt sich ein Güterangebot auf den Märkten. Da das Angebot privater Güter teilbar und individuell zurechenbar ist, erhält nur derjenige Käufer das Gut, der den durch den Verkäufer geforderten Preis bezahlt (vgl. Cansier (1996), S. 18). Wirtschaftssubjekte, die nicht gewillt sind den geforderten Preis zu bezahlen, werden von der Nutzung des Gutes ausgeschlossen (vgl. Altmann (1997), S. 77).
Das zweite charakterisierende Merkmal ist die Konsumrivalität. Durch die personelle Zurechenbarkeit einer Gütereinheit geht genau diese Gütereinheit anderen Personen verloren. Kauft beispielsweise Wirtschaftssubjekt A eine bestimmte Gütereinheit, geht genau diese Gütereinheit Person B verloren, der durch die Nutzeneinbuße Opportunitätskosten entstehen. Wirtschaftssubjekte drücken also durch Preise, die sie bereit sind zu zahlen, ihre Güterpräferenzen aus. Durch Überbieten sollten die Güter dahin wandern, wo sie den größten Nutzen stiften, wodurch die gesellschaftliche Wohlfahrt maximiert und der Markt eine optimale Allokation aufweisen sollte (vgl. Cansier (1996), S. 18). Durch den Preismechanismus sollten Allokationen stets im Gleichgewicht gehalten werden. Wird ein Gut knapp, geht der Preis für dieses Gut in die Höhe, wodurch zwei Anpassungsmechanismen hervorgerufen werden. Durch den erhöhten Preis wird einerseits die Nachfrage zurückgehen, andererseits die Produktion angekurbelt werden, da nun mit diesem Gut mehr Gewinn gemacht werden kann. So wird im Falle einer Störung der Markt immer wieder in sein Gleichgewicht gelenkt (vgl. Pätzold (1996), S. 12). Diese marktbildenden und marktaufrechterhaltenden Merkmale treffen jedoch auf öffentliche Güter nicht zu. Für diese Güter besteht weder ein Marktpreis, wodurch einzelne Wirtschaftssubjekte von der Nutzung ausgeschlossen werden könnten, noch sind einzelne
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Teile individuell zurechenbar. Sie stehen nur als Ganzes zur Verfügung, sind also nicht teilbar (vgl. Bartmann (1996), S. 45).
2.2 Die Umwelt als Spezialfall des öffentlichen Gutes
Die genannten Aspekte zeigen sich zunächst bei der Nutzung der Umwelt als Konsumgut oder produktiver Ressource. Sauerstoff, der aus der Luft „konsumiert“ wird, ist für jedermann frei zugänglich. Da einzelne Teile der Luft nicht quantifizierbar sind, kann hierfür auch kein Marktpreis entstehen. Das marktwirtschaftliche Ausschlussprinzip ist somit nicht anwendbar. Weiterhin besteht auch keine Konsumrivalität unter den Wirtschaftssubjekten, denn der Sauerstoff, den Wirtschaftssubjet A der Luft entnimmt, wird Wirtschaftssubjekt B nicht fehlen. In der Umwelt gibt es für die Nichtanwendbarkeit der Merkmale viele Beispiele. Jeder kann sich an der Artenvielfalt der Natur kostenlos erfreuen, jeder kann einen Nutzen aus der Klimafunktion der Wälder ziehen und jeder kommt in den Genuss der verschiedenen Nutzungsarten der Oberflächengewässer (Meere, Flüsse, Seen) oder des Grundwassers, ohne dadurch andere in ihrer Nutzung einzuschränken. Verbesserungen (Verschlechterungen) der Umweltqualität treffen jedes Wirtschaftssubjekt in gleicher positiver (negativer) Weise (vgl. Cansier (1996), S. 20). Als wichtige Voraussetzung ist jedoch zusätzlich zu nennen, dass politische Regelungen zunächst außer Acht gelassen werden.
Die Umwelt muss jedoch als Spezialfall des öffentlichen Gutes betrachtet werden, da sie auf zwei verschiedene Arten genutzt werden kann und diese beiden Arten miteinander konkurrieren. Zum einen kann sie, wie oben beschrieben, als Konsumgut oder produktive Ressource genutzt werden, viel wichtiger für die spätere Betrachtung externer Effekte ist jedoch ihre Deponiefunktion.
Auch in dieser Funktion, welche für das Problem der Umweltverschmutzung von weitaus größerer Bedeutung ist, ist das marktwirtschaftliche Ausschlussprinzip nicht anwendbar. Niemand kann davon abgehalten werden, seine Schadstoffe in die Umwelt abzugeben. Zudem ist es hier ohne entsprechende Instrumente nicht möglich, Preise für die Emission zu verlangen, da keine Eigentümer vorhanden sind. Konsumrivalität zwischen Wirtschaftssubjekten liegt auch im Fall der Deponiefunktion nicht vor, denn Emissionen
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eines Wirtschaftssubjekts schränken ein anderes Wirtschaftssubjekt bei seiner Emission nicht ein (vgl. Cansier (1996), S. 21).
Angesichts dieser Tatsache muss an dieser Stelle das Trittbrettfahrerproblem erläutert werden, welches maßgeblich für die zunehmende Umweltverschmutzung verantwortlich ist. Als Beispiel eignet sich hier hervorragend die Luftverschmutzung durch Autoabgase. Jeder könnte durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Vermeidung der Pkw-Nutzung etwas zum Umweltschutz beitragen. Da jeder Einzelne von seiner Vermeidung jedoch nichts merkt, im Gegensatz dazu aber Opportunitätskosten durch Mobilitätseinbußen oder Zeitverschwendung in Kauf nehmen muss, unternimmt er nichts. Man hofft, dass andere umweltbewusster denken und die Pkw-Nutzung vermeiden, so dass man als Trittbrettfahrer von der Verbesserung der Luftqualität kostenlosen Nutzen ziehen kann, während man selber den Pkw weiter benutzt (vgl. Altmann (1997), S. 77f). Die vorstehenden Beispiele zeigen, dass bei öffentlichen Gütern der Markt- und Preisbildungsprozess versagt. So entsteht die Annahme, dass die Ressource Umwelt im Überfluss vorhanden ist, was zu einer extremen Inanspruchnahme und Zerstörung der Umwelt führt. Verantwortlich für diese Zerstörung sind so genannte externe Effekte, auf deren Entstehung im folgenden Abschnitt eingegangen wird.
2.3 Die Entstehung externer Effekte
Von externen Effekten spricht man, wenn private Wirtschaftssubjekte, Konsumenten oder Produzenten, andere Wirtschaftssubjekte durch ihre Aktivitäten in positiver oder negativer Weise beeinflussen. Beim genannten Fall der privaten Güter ist dies leicht verständlich. Kauft Wirtschaftssubjekt A Wirtschaftssubjekt B ein Gut ab, zieht A einen Nutzen aus diesem Gut, während B durch den gezahlten Preis einen Erlös aus dem Verkauf des Gutes erzielt und so seine Produktionskosten ausgleicht. Aktivitäten dieser Art werden über das Preissystem geregelt (vgl. Pätzold (1996), S. 33).
Externe Effekte hingegen werden nicht durch das Preissystem erfasst, wodurch die enge Verknüpfung zum Problem der öffentlichen Güter deutlich wird. Als Paradebeispiel für negative externe Effekte (auch: externe Kosten) stelle man sich eine Fabrik vor, die an einem Fluss Stahl erzeugt und dafür das saubere Flusswasser benutzt.
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Infolge der Produktion wird das Wasser durch den Stahlproduzenten verschmutzt und wieder in den Fluss geleitet. Weiter flussabwärts sitzt eine Fischerei, die durch die Verschmutzung des Wassers und die dadurch zurückgegangene Fischpopulation negativ beeinflusst wird. Da der Stahlproduzent die Kosten der Wasserverschmutzung in seinem Kostenkalkül nicht berücksichtigt, ist der Preis des Stahls zu gering und die Nachfrage infolgedessen zu hoch. Die zu weit ausgedehnte Stahlproduktion führt so zu einer hohen Umweltbelastung (vgl. Pätzold (1996), S. 33).
Als Beispiel für positive externe Effekte stelle man sich anstatt einer Stahlfabrik eine Wasseraufbereitungsanlage vor. Dadurch sollte der flussabwärts gelegene Fischer positiv beeinflusst werden.
Da in der Umweltökonomie die negativen externen Effekte (externe Kosten) von weitaus wichtigerer Bedeutung sind, soll im Folgenden auf die Darstellung positiver externer Effekte verzichtet werden.
Man unterscheidet vier Arten bei externen Effekten. Im oben genannten Beispiel liegt eine Produktionsexternalität vor, bei welcher ein Unternehmen durch die Produktion eines anderen Unternehmens negativ (z.B. Kostensteigerung, Qualitätsverschlechterung) beeinflusst wird. Viele Nichtraucher fühlen sich durch das Rauchen anderer gestört. Das Passivrauchen führt für Nichtraucher zu einem negativen externen Effekt. An dieser Stelle spricht man von Kosumexternalitäten, bei denen Konsumenten durch andere
Konsumenten gestört werden. Ebenso sind jedoch auch Mischformen dieser beiden Externalitäten denkbar. Zum einen treten produktionsbedingte Konsumexternalitäten auf, wenn sich Individuen durch die Produktion eines Unternehmens gestört fühlen. Stelle man sich beim zuvor genannten Beispiel anstatt einer Fischerei eine Badeanstalt vor, beeinflusst das verschmutzte Wasser des Stahlproduzenten jeden Konsumenten der Badeanstalt. Zum anderen können Unternehmen durch die Konsumaktivitäten privater Haushalte beeinträchtigt werden. Wird beispielsweise eine landwirtschaftlich genutzte Wiese im Winter von Kindern zum Schlittenfahren genutzt, können externe Kosten durch die Beeinträchtigung des Wachstums entstehen. An dieser Stelle spricht man von konsumbedingten Produktionsexternalitäten (vgl. Pätzold (1996), S. 34f). Bei den vier gezeigten Beispielen von Externalitäten kommt es zu negativen Effekten, weil sie nicht über das Marktsystem erfasst werden, da der Preisbildungsprozess versagt.
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Arbeit zitieren:
Daniel Sauer, 2008, Die Internalisierung externer Effekte, München, GRIN Verlag GmbH
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