Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Politischer Hintergrund für die Erneuerung des Triumvirates. 5
A. Intention für den Dreibund. 5
B. Das 1. Triumvirat 6
C. Entwicklungen und Auswirkungen nach dem 1. Triumvirat 8
III. Die Erneuerung des Triumvirates 9
A. Das Treffen in Luca. 9
B. Die getroffenen Übereinkünfte. 10
C. Die Rolle Ciceros 12
IV. Die Auswirkungen nach der Erneuerung 13
V. Fazit 17
Quellen - und Literaturverzeichnis 19
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I. Einleitung
Das Jahr 59 v. Chr. 1 , in dem Caesar erstmals das Amt des Konsuls bekleidete, gilt aus heutiger Perspektive als „feste Größe“ 2 und „tiefer Einschnitt“ 3 in der römischen Geschichte. Warum kommt dem ersten Konsulat Caesars so eine große Bedeutung zu? Auch Cicero äußerte sich dazu und sagte:
„Wozu viele Worte vor Dir über den Staat? Er ist dahin, ganz und gar dahin!“ 4
Dies schreibt Cicero an seinen Freund Atticus im Juli des Jahres 59 v. Chr.. Bereits zu diesem Zeitpunkt schien Cicero zu ahnen, dass mit dem ersten Konsulat Caesars und seiner Politik eine Wende in der römischen Republik eingeläutet worden ist.
Vor seinem ersten Konsulat schloss Caesar ein Zweckbündnis mit Marcus Licinius Crassus und Gnaeus Pompeius Magnus, das so genannte erste Triumvirat, den Dreibund. Diese informelle Verbindung zwischen den drei Politikern sollte entscheidend für die weitere Entwicklung des römischen Staates sein.
Auf dieser sehr vereinfachten und nur kurz angeschnittenen Darstellung möchte ich es natürlich nicht belassen. In dieser Arbeit sollen zunächst einmal das erste Triumvirat und seine Folgen und Auswirkungen auf das politische Leben betrachtet werden. Das Hauptaugemerk meiner Arbeit richtet sich jedoch auf die Erneuerung des Triumvirates oder wie es auch genannt wird, die Konferenz von Luca, mit seinen Auswirkungen auf die späteren Ereignisse. Daraus ergibt sich automatisch die Frage, wieso es überhaupt zu einer Erneuerung kam, wo der Dreibund doch erst im Jahre 60 geschlossen wurde. Wieso war es notwendig die Verhältnisse in dem Dreimännerbund neu zu ordnen? Welche Rolle spielte Cicero für das Triumvirat? War seine Rückkehr vielleicht sogar eine Vorraussetzung für die Erneuerung? Welchen Verlauf hätten die Entwicklungen genommen, wenn Cicero Caesars Angebot, dem ersten Triumvirat beizutreten, angenommen hätte? Und die aus meiner Sicht wichtigsten Fragen: Wer war der Initiator? Wer hatte mehr Vorteile daraus gezogen und aus welchen Gründen? War der Dreibund mehr als nur ein Notbehelf, der durch die damalige
1 Die Jahreszahlen beziehen sich im Folgenden, wenn nicht anders angegeben, immer auf die vorchristliche Zeit.
2 Christ, Karl(1996): Krise und Untergang der römischen Republik, S. 291
3 Christian, Meier: Caesar, S. 276.
4 Bleicken, Jochen (1999): Geschichte der römischen Republik, S. 225
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Situation hervorgerufen wurde? Im Rahmen dieser Arbeit soll versucht werden auf diese Fragen Antworten zu geben.
Dazu erscheint es mir notwendig, zunächst einen Abriss der Ereignisse vom Jahr 60 v. Chr. sowie der nachfolgenden Jahre zu geben. Ein Überblick über das Zustandekommen des ersten Triumvirates sowie die wichtigsten Maßnahmen und Entwicklungen im ersten Konsulat Caesars sollen dabei den Anfang machen. Danach soll die Machtkonstellation in Rom nach dem Abschluss des ersten Triumvirates und der Verlauf bis zur Erneuerung dargestellt werden. Anschließend werden die Auswirkungen dessen dargestellt. Die Außenpolitik, vor allem Caesars Prokonsulat in Gallien, wird im Rahmen dieser Arbeit weitestgehend außen vor gelassen.
In der neueren Forschung ist die Spätphase der römischen Republik sehr genau untersucht worden. Dies ist vor allem der Quellenlage aus und um diese Zeit zu verdanken. Die Biographien, die Plutarch einer Anzahl von Römern gewidmet hat, können uns den Reichtum der verlorenen Überlieferungen nicht ersetzen. Ciceros Reden und Briefe bieten uns jedoch trotz der subjektiven Sichtweise, da er teilweise selber in die politischen Ereignisse involviert war, eine gute und sehr zeitnahe Ergänzung. Des Weiteren wurden von mir die Quellen von Cassius Dio und Sueton verwendet. In der neueren Forschungsliteratur bietet Karl Christ einen guten Überblick über die Ereignisse der späten römischen Republik. Die Caesar-Biographie von Christian Meier fand hier ebenso Verwendung, wie die Darstellungen über Pompeius von Matthias Gelzer. Auch von Bedeutung für diese Arbeit waren die Beiträge von Helga Gesche.
Nach Baltrusch lässt sich die politische Entwicklung der 50er Jahre in zwei Phasen unterteilen. Zum einen, die Zeit des funktionierenden Triumvirates von 58-54 und zum zweiten, die Phase der Annäherung des Pompeius an die konservative Senatspartei von 54-50. 5 Im Folgenden soll zunächst der politische Hintergrund und die Ausgangssituation für die Erneuerung des Triumvirates dargestellt werden.
5 Vgl., Baltrusch, Ernst (2004), Caesar und Pompeius, S. 75.
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II. Politischer Hintergrund für die Erneuerung des Triumvirates
A. Intention für den Dreibund
Die politische Intention dieses Dreibundes war, wie bei Sueton überliefert, dass nichts geschehen sollte, was den Vorstellungen und Zielsetzungen der Drei zuwiderlief. E. Meyer spricht an dieser Stelle von einer „Verschwörung zu gemeinsamer Beherrschung der Republik“. Auch wenn Helga Gesche dem zustimmt, dass die politischen Geschehnisse durch die Koalition der drei Männer nachhaltig beeinflusst wurden, die Dauerhafte Beherrschung des Staates durch die Drei bezweifelt sie jedoch. 6
Ausschlaggebend für den Zusammenschluss der Drei waren zunächst einmal Ziele, die vor dem Hintergrund der Situation von Caesar und Pompeius im Jahre 6o v. Chr. zu sehen sind. Jeder von ihnen verfolge seine eigenen Ziele und hoffte durch das Bündnis, diese besser und eher umsetzen zu können.
Pompeius forderte die Versorgung seiner Soldaten, die im mithridatischen Krieg Dienst geleistet hatten, stieß jedoch im Senat auf Widerstand. Ebenso wenig gelang es ihm, die Anerkennung seiner Neuordnungsmaßnahmen im griechischen Osten zu erreichen, wie auch ein Landverteilungsgesetz einzubringen. Diese Situation lässt anderweitige Unterstützung für Pompeius mehr als willkommen erscheinen. Caesar kehrte aus Spanien mit dem Ziel zurück, sich um das Konsulat 59 zu bewerben und verzichtete sogar auf Grund der notwendigen persönlichen Anwesenheit bei der Bewerbung auf einen Triumph, da das schnelle Vorankommen in seiner Ämterlaufbahn von größerer Bedeutung war. Caesar konnte von einem Widerstand der Optimatenseite ausgehen, weshalb auch ihm etwas daran gelegen sein musste, diesen Widerstand auszugleichen. Außerdem kam im Senat der ager Campanus zur Sprache. Caesars zweites Siedlergesetzt hatte Land für Bauernstellen bestimmt und so den Staat wertvoller Gebiete, die hohe Einnahmen abwarfen, beraubt. So gingen die Optimaten gegen diese Maßnahme vor, indem sie versucht hatten es anzufechten, wobei man auf Pompeius Unterstützung hoffte, da sein Bündnis mit Caesar in eine Krise geraten zu sein schien. 7 Und schließlich der letzte im Bunde, Crassus, oder zwar die finanziellen Mittel besaß, bisher jedoch politisch kaum in Erscheinung trat und hatte auch hier die Möglichkeit außer der persönlichen Motive hatte, sich für die publicani, Ritter, die sich im Pachtsystem engagierten, einzusetzen, womit auch seine Beweggründe dargelegt wären. 8
6 Ebd., S. 41f.
7 Vgl., Fuhrmann, Manfred (1997): Cicero und die römische Republik, S. 145.
8 Vgl. Baltrusch, Ernst (2004), S. 50ff.
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B. Das 1. Triumvirat
Im Gegensatz zum Triumvirat zwischen Octavian, Antonius und Lepidus, ist das so genannte 1. Triumvirat zwischen Caesar, Pompeius und Crassus, kein offizielles Bündnis gewesen, sondern eine private Absprache und Übereinkunft der drei Politiker, die zur Durchsetzung politischer Ziele vorgesehen war. Anders als beim 2. Triumvirat kann man bei Caesar, Pompeius und Crassus demnach nicht von einer legal übertragenen Gewalt sprechen. Baltrusch spricht davon, dass die Machtgrundlagen der drei Verbündeten den gesamten Staat „paralysieren“ 9 konnten.
Caesar wollte sich für das Konsulat 59 bewerben und musste sich dafür persönlich vorstellen. Eine Ausnahmeregelung, die ihm dieses in Abwesenheit erlaubt hätte, wurde durch Cato vereitelt, indem er an dem Tag, wo über dessen Antrag beraten werden sollte, eine Dauerrede einlegte. Nun musste Caesar auf seinen Triumph verzichten, da er sonst erst mit dem Triumphzug in Rom erstmals einziehen dürfte und so seine Kandidatur als Konsul aufgeben hätte müssen. Zur Durchführung seiner weiteren Pläne wandte sich Caesar an Pompeius und bot ihm dafür seine Unterstützung an. Nach einer Aussöhnung zwischen Pompeius und Crassus schloss sich auch Crassus dem Dreibund an, der Caesar zuvor durch ein großzügiges Darlehn aus seinem Schuldenberg geholfen hatte 10 .
Der Zeitpunkt des Übereinkommens ist strittig, ebenso wie die Frage, wann sie öffentlich bekannt wurde, da man davon ausgeht, dass die Drei versucht haben das Übereinkommen solange wie möglich geheim zu halten. 11 Helga Gesche geht sogar soweit, dass sie die Existenz des ersten Triumvirates anzweifelt.
„In Anbetracht des nichtoffiziellen Charakters des Bündnisses, der Unsicherheit seiner Datierung und
dessen, ist die reale Existenz eines Triumvirates jedoch überhaupt in Zweifel zu ziehen, …“ 12
Cassius Dio Darstellung nach, wurde der erste Triumvirat von Pompeius und Crassus gegründet, die dann Caesar mit in den Bund aufnahmen.
„Pompeius und Crassus nahmen, nachdem sie sich - jeder aus eigenen Gründen - erst einmal miteinander verglichen hatten, gern auch jenen (Caesar) in ihre gemeinsamen Interessen auf. Pompeius
9 Ebd., S 52.
10 Vgl. Meyer, Eduard (1978): Caesars Monarchie und das Principat des Pompeius, S.58.
11 Vgl. Ebd., S.60.
12 Gesche, Helga (1976): Caesar. Beiträge zur Forschung, S. 41.
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Arbeit zitieren:
Katharina Reimer, 2008, Die Jahre 56/55 v. Chr. Caesar, Pompeius oder doch Crassus als Initiator der Konferenz von Luca?, München, GRIN Verlag GmbH
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