Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Konsekutivdolmetschen 3
2.1 Was ist Konsekutivdolmetschen 3
2.2 Vor- und Nachteile beim Konsekutivdolmetschen 4
2.2.1 Vorteile 4
2.2.2 Nachteile für Sitzungsteilnehmer 5
3. Daniel Gile 5
4. Giles Effort Models ein Überblick 5
4.1 Warum Modelle 5
4.2 Verarbeitungskapazität und Dolmetsch Efforts 6
4.2.1 The Listening and Analysis or Comprehension Effort 6
4.2.2 The Production Effort 7
4.2.3 The Memory Effort 8
4.3 Ein Modell für das Simultandolmetschen 10
4.4 Probleme im Zusammenhang mit der Verarbeitungskapazität 11
4.4.1 Operationelle Anforderungen 11
4.4.2 Problemauslöser 12
4.4.3 Probleme durch ungleiche Inanspruchnahme der Efforts 13
4.4.4 Antizipieren 14
4.5 Ein Modell für das Konsekutivdolmetschen 14
4.5.1 Operationelle Anforderungen 15
4.5.2 Konsekutivdolmetschen Verarbeitungskapazität und Notizen 16
4.5.3 Taktiken für das Konsekutivdolmetschen 17
5. Zusammenfassung 18
6. Kritische Anmerkungen 18
6.1 Output Kontroll-Effort 18
6.2 Faktor Vorwissen 19
7. Literaturverzeichnis 20
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1. Einleitung
Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Daniel Giles Effort – oder zu deutsch Kapazitäten – Modellen für das Dolmetschen. Da die Arbeit hauptsächlich das Effort Model für das Konsekutivdolmetschen behandelt, soll diese Dolmetschdisziplin zunächst näher definiert werden und auf dessen Vor- und Nachteile eingegangen werden. Anschließend wird Daniel Gile selbst – AIIC-Dolmetscher und Erfinder der Effort Models – vorgestellt, damit sich der Leser ein besseres Bild von seinem wissenschaftlichen Hintergrund machen kann. Nachdem im Anschluss daran die Gründe für solche Kapazitätenmodelle dargelegt werden und grundlegende Begriffe geklärt werden, die für das Verstehen der Modelle Voraussetzung sind, soll schließlich auf die Effort Modelle der beiden Dolmetschdisziplinen Simultandolmetschen und Konsekutivdolmetschen eingegangen werden als auch auf die Probleme, die beim Dolmetschen auftreten können und die sich anhand dieser Modelle besonders gut identifizieren lassen.
Ein besonderes Augenmerk dieser Arbeit liegt darauf, inwieweit solche theoretischen Modelle Dolmetschern bzw. Dolmetschstudenten praktisch zugutekommen. Dazu möchte ich den praktischen Nutzen dieser Modelle analysieren und illustrieren und die Ergebnisse, zu denen ich dabei komme, auswerten und in einer Zusammenfassung darstellen.
Im letzten Teil dieser Arbeit werde ich schließlich aus eigener Perspektive als Dolmetschstudentin noch einige kritische Anmerkungen zur Vollständigkeit dieser Modelle machen.
2. Konsekutivdolmetschen
2.1 Was ist Konsekutivdolmetschen?
Nach Gillies (2005: 3) ist Konsekutivdolmetschen „one of the two skills of what we call conference Interpreting. The speech may be anything between a minute and twenty minutes in length and the interpreter will rely on a combination of notes, memory and general knowledge to recreate their version of the original.“ Die deutsche Dolmetschagentur akzente Konferenzdolmetscher (http://www.akzente- sprachen.de/deutsch/konsekutivdolmetscher.html ) liefert folgende Definition für das
Konsekutivdolmetschen: „ Das Konsekutivdolmetschen ist die klassische Form des
Dolmetschens im Anschluss bzw. im Wechsel mit dem Redner. Die Rede oder der betreffende Teil der Ausführungen eines Referenten wird unmittelbar nach dem
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Originalvortrag in die gewünschte Sprache übertragen. Dabei benützt der Dolmetscher stichwortartige Aufzeichnungen, die er während der Rede unter Zuhilfenahme einer individuell erarbeiteten Mischung aus Abkürzungen und Symbolschrift erstellt hat. Ein Vortrag dauert somit also doppelt so lange. Aus diesem Grund ist das Konsekutivdolmetschen im Laufe der Zeit zunehmend durch das Simultandolmetschen verdrängt worden. Heutzutage kommt ein Konsekutivdolmetscher vor allem bei politischen Ereignissen, wie z. B. bei Staatsbesuchen, Dienstreisen, Tischreden etc. zum Einsatz.” Déjean Le Féal (1999: 304) beschreibt Konsekutivdolmetschen als die natürlichste Art des Dolmetschens (hierbei nennt sie z. B. Kinder von Einwandererfamilien als natürliche Konsekutivdolmetscher) und älteste Form der Sprachmittlung. Weiters geht sie auf die geschichtliche Entwicklung des Konsekutivdolmetschens als Beruf ein, indem sie erläutert, dass erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Zuge einer „verstärkten Institutionalisierung und Intensivierung des internationalen Gedankenaustausches“ das Konsekutivdolmetschen zu einer gängigen Sprachmittlungstechnik weiterentwickelt wurde, womit dann ebenfalls der Beruf des Konferenzdolmetschers geboren war. Aber sie räumt e auch in, dass das Konsekutivdolmetschen heute an Bedeutung verloren hat, da das Simultandolmetschen bei multilateralen Gesprächen und Verhandlungen eine immer größere Rolle einnimmt und somit die Konsekutivtechnik für den Konferenzdolmetscher heute eher eine zweitrangige Rolle spielt. Nichtsdestotrotz wird das Konsekutivdolmetschen auch heute noch von einigen Dolmetschdozenten als „Königsdisziplin“ des Dolmetschens angesehen, da das Konsekutivdolmetschen vor allem die Fähigkeit zur Abstraktion erfordert (und – bei regelmäßigem Üben – fördert).
2.2 Vor- und Nachteile beim Konsekutivdolmetschen
2.2.1 Vorteile
Die Vorteile beim Konsekutivdolmetschen – im Vergleich zum Simultandolmetschen – sind Folgende (vgl. Déjean Le Féal, 1999: 304-305 und http://www.akzente- sprachen.de/deutsch/konsekutivdolmetscher.html):
Vorteile für den Konferenzdolmetscher:
+ bei unverständlicher Aussage kann der Dolmetscher beim Redner nachfragen + der Dolmetscher wird voll in das Kommunikationsgeschehen eingebunden + Selbstständigkeit: der Dolmetscher kann das Sprechtempo selbst bestimmen + relativ großer Spielraum bei der sprachlichen Neugestaltung des Ausgangstextes
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Vorteile für den Veranstalter: + keine Simultananlage erforderlich (Kostenersparnis) + je nach Dauer der Veranstaltung wird eventuell nur ein Dolmetscher benötigt (idem)
2.2.2 Nachteile für Sitzungsteilnehmer
– mehr Zeitaufwand (die Verdolmetschung muss zeitlich eingeplant werden) – die Konferenz wird undynamisch (Sitzungsteilnehmer langweilen sich)
3. Daniel Gile
Der Franzose Daniel Gile wurde 1948 geboren und ist seit 1970 wissenschaftlicher und technischer Übersetzer. Er ist ehemaliger Mathematiker, außerdem AIIC- Konferenzdolmetscher und hat einen Doktortitel in Japanisch und Sprachwissenschaft. 1987 wurde er Assistenzprofessor am INALCO in Paris und 1989 Leiter des Institut Supérieur d’Interprétation et de Traduction in Paris, ab 1993 unterrichtete er schließlich an der Catholic University of Leuven und seit 1995 ist er als Dolmetschprofessor an der Université Lumière in Lyon tätig.
Des Weiteren ist er ehemaliges Mitglied des AIIC Forschungskomitees sowie Präsident der
EST - European Society for Translation Studies. Darüber hinaus war er Mitherausgeber
mehrerer wissenschaftlicher Publikationen im Bereich Dolmetschwissenschaft. Außerdem ist er Mitglied in verschiedenen universitären Wissenschaftskomitees in Japan, Südafrika, der Tschechischen Republik, Australien, Saarbrücken und Shanghai.
Er hat über 160 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, sowie einige Bücher zum Dolmetschen und zur Dolmetsch- und Translationswissenschaft (vgl. http://perso. orange.fr/daniel.gile/DGCVEN.htm).
4. Giles Effort Models – ein Überblick
4.1 Warum Modelle?
Gile entwickelte seine Kapazitätenmodelle seit Ende der 1970er aus verschiedenen Gründen. Zunächst einmal wurde Gile klar, dass eine der größten Herausforderungen beim Dolmetschen die grundlegende Schwierigkeit des Dolmetschens für den Dolmetscher an sich darstellt. Seine Modelle sollen dem Dolmetscher also dabei helfen, verschiedene Strategien und Taktiken auszuwählen und zu entwickeln, um eine bessere Dolmetschleistung zu erzielen. Außerdem versucht er anhand seiner Modelle, mögliche Erklärungen für
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Fehlleistungen bei Verdolmetschungen zu liefern. Es ist ihm ein Anliegen offen zu legen, aus welchen Gründe bestimmten Fehler von professionellen Dolmetschern gemacht wurden, obwohl keine offensichtlichen Schwierigkeiten in den jeweiligen Redesegmenten vorliegen. Gile befindet es für äußerst wichtig, seinen Studenten dabei zu helfen zu verstehen, warum Dolmetschen so schwierig ist und sie mit Konzepten und Methoden auszustatten um diese Schwierigkeiten in einem bewältigbaren Rahmen zu halten.
Deshalb sind die Effort Modelle beim Simultan- und Konsekutivdolmetschen seither zentraler Bestandteil in Giles Dolmetschunterricht. (vgl. Gile, 1995: 159-160).
4.2 Verarbeitungskapazität und Dolmetsch Efforts
Der Entwicklung der Modelle liegen zwei Gedanken zugrunde (vgl. Gile, 1995: 161 - 168):
1. Dolmetschen erfordert eine Art „mentale Energie“, die nur in begrenztem Umfang
vorhanden ist.
2. Dolmetschen nimmt diese mentale Energie fast zur Gänze in Anspruch und manchmal
erfordert es noch mehr als davon zur Verfügung steht, sodass es dann zu einem Leistungsabfall kommt.
Dieser Zusammenhang zwischen Leistungsabfall des Dolmetschers und Überbeanspruchung ist natürlich nicht neu und wurde schon ab 1969 von verschiedenen anderen Autoren dargelegt, besonders im Zusammenhang mit einer Überbeanspruchung des Kurzzeitgedächtnisses. Gile erklärt, dass einige mentale Prozesse (nicht-automatische Prozesse) Aufmerksamkeit oder Verarbeitungskapazität erfordern, während andere (automatische) Prozesse dies nicht tun. Nicht-automatische Prozesse beanspruchen Verarbeitungskapazität, die in begrenztem Umfang vorhanden ist und wenn die für eine bestimmte Aufgabe zur Verfügung stehende Kapazität unzureichend vorhanden ist, kommt es zu einem Leistungsabfall. Gile hält fest, dass die Prozesse aus denen Dolmetschen besteht, ganz klar nicht-automatische Prozesse sind (vgl. Gile, 1995: 162). Aus seinen Beobachtungen heraus kam er schließlich zu einem Modell für das Simultandolmetschen, das aus drei Hauptkomponenten oder Efforts besteht: „a listening and analysis component, a speech production component, and a short-term memory component“ (Gile, 1995: 162).
4.2.1 The Listening and Analysis or Comprehension Effort
Dieser Effort umfasst alle auf das Verstehen gerichteten Prozesse, also von der Analyse der Schallwellen, die die Ausgangstextrede zum Ohr des Dolmetschers tragen, über die
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Quote paper:
MMMag. Phil. Daniela Fettig, 2007, Giles Effort Model für das Konsekutivdolmetschen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Konsekutivdolmetschen und Notizentechnik
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Die Funktionsweise des Gedächtnisses anhand des Dreispeichermodells vo...
Termpaper, 12 Pages
Die Position des Dolmetschers im Dolmetschprozess
Das dreigliedrige, zweisprachi...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 21 Pages
Daniela Fettig's text Giles Effort Model für das Konsekutivdolmetschen is now available as a printed book
Daniela Fettig has published the text Giles Effort Model für das Konsekutivdolmetschen
Daniela Fettig has uploaded a new text
Giles of Rome's on Ecclesiastical Power: A Medieval Theory of World Go...
Giles, Robert Dyson
Giles of Rome's de Regimine Principum: Reading and Writing Politics at...
David Ganz, Tessa Webber, Charles Frederick Briggs
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