Danksagung
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Frau Mag. Dr. Irmgard Rieder
für die kompetente und umfassende Betreuung meiner Diplomarbeit bedanken.
Auch meinen Gewährspersonen, namentlich Daniela Hinterhölzl-Widi und ihrem
Kollegen Mag. Thomas Weninger vom Österreichischen Skiverband, Dr. Erich
Frischenschlager, Snowboardlehrerausbilder an der BAfL Graz, sowie Jeff Chandler,
technical co-ordinator of the Canadian Association of Snowboard Instructors, gilt
mein Dank für ihre wertvolle Hilfe.
Weiters möchte ich mich bei Herrn Fritz Mares und Herrn Hannes Fritz vom Interski
Verband für die Bereitstellung der Kongressunterlagen vom Interski-Kongress in
PyeongChang 2007 bedanken.
Mein größter Dank geht an meine Eltern, die mich während meines Studiums immer
unterstützt haben und bei all meinen Entscheidungen ausnahmslos hinter mir
standen.
2
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT 4
2. EINLEITUNG 4
2.2 ZIELGRUPPEN 6
3. GRUNDLAGEN DER TERMINOLOGIELEHRE 6
3.1 VORBEMERKUNG 6
3.2 BEGRIFF 6
3.3 BENENNUNG 7
3.4 DEFINITION 7
3.5 TERMINUS 8
3.6 TERMINOLOGIE 8
4. METHODISCHE VORGEHENSWEISE 8
4.1 EINGRENZUNG DES FACHGEBIETS 8
4.2 LITERATURBESCHAFFUNG UND ZUGRUNDE GELEGTES QUELLENMATERIAL 9
5. SNOWBOARDEN LEHREN: EINFÜHRUNG IN DAS FACHGEBIET 11
5.1. VORBEMERKUNG 11
5.2 DAS SNOWBOARDLEHRERWESEN 11
5.2.1 Deutschland 11
5.2.2 Österreich 12
5.2.3 Schweiz 13
5.2.4 Kanada 14
5.2.5 Großbritannien 15
5.2.6 USA 15
5.2.7 Australien 17
5.2.8 Neuseeland 18
5.3 SNOWBOARDEN LEHREN VORBEMERKUNG ZUR BEGRIFFSABDECKUNG 19
5.4. VERGLEICHENDER ÜBERBLICK ÜBER DIE SNOWBOARDLEHRPLÄNE 20
5.4.1 Der DVS Snowboard Lehrplan 20
5.4.2 Der ÖSV Lehrplan 22
5.4.3 Das SSBS Lehrmittel 25
5.4.4 CASI Reference Guide 28
5.4.5 BASI Snowboard Instructor Handbook 31
5.4.6 AASI Snowboard Manual 32
5.4.7 APSI Snowboard Teaching Manual 34
5.4.8 NZSIA Snowboard Instructors Guide 37
5.5 ZUSAMMENFASSUNG 39
6. LITERATURVERZEICHNIS THEORETISCHER TEIL 41
7. TERMINOLOGISCHER TEIL 44
7.1 HINWEISE ZUR BENUTZUNG DES GLOSSARS 44
7.2 ANMERKUNGEN ZU DEN BEGRIFFSSYSTEMEN 45
7.3 BEGRIFFSSYSTEME 45
7.4 GLOSSAR 62
7.5 INDIZES 196
7.5.1 Index Deutsch 196
7.5.2 Index Englisch 201
8. LITERATURVERZEICHNIS 206
3
1. Vorwort
Bereits im Alter von dreieinhalb Jahren brachte mir mein Vater das Skifahren bei.
Einen besseren Lehrer hätte ich wohl kaum finden können: als Mitglied der
deutschen Skinationalmannschaft von 1957 bis 1963, holte er 1961 den Meistertitel
im Riesentorlauf und trainierte danach von 1963 bis 1966 den deutschen Nachwuchs.
1967 ging er schließlich nach Wyoming, USA, wo er einige Jahre für seinen Freund
und Rennfahrerkollegen Joseph Stiegler in dessen Skischule als Skilehrer tätig war.
So hatte mich mein Vater also schon sehr jung für den Schneesport begeistern
können. Im Alter von 12 Jahren stieg ich vom Skifahren auf das Snowboarden um
und war bereits mit 16 Jahren selbst als Snowboardlehrerin für eine der örtlichen
Skischulen im Chiemgau tätig. Insgesamt drei Wintersaisonen verbrachte ich damit,
anderen Menschen das Snowboarden beizubringen und ihnen die Freude und
Begeisterung für diesen Sport zu vermitteln. Ich machte also schon relativ früh
Bekanntschaft mit der Materie und der “Fachsprache” des Snowboardunterrichts,
ohne damals nur im Geringsten zu ahnen, dass ich einmal eine wissenschaftliche
Arbeit darüber verfassen würde.
Ausschlaggebend für eine Diplomarbeit über die Terminologie des
Snowboardunterrichts war der Gedanke, eine Arbeit zu schreiben, die nicht nur im
Regal „verstauben würde“, sondern vielen Personen von großem Nutzen sein würde.
Ich hoffe, dass die vorliegende Arbeit diesem Anspruch gerecht wird und den
verschiedenen Zielgruppen als wertvolle Hilfe in ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich
dienen kann.
2. Einleitung
Die vorliegende Arbeit stellt eine translationsorientierte Einführung in die
Terminologie des Snowboardunterrichts dar, mit dem Ziel, den Leser sowohl mit
dem Fachgebiet selbst als auch mit der einschlägigen Terminologie im Deutschen
und im Englischen vertraut zu machen.
4
2.1 Aufbau der Arbeit
Die vorliegende Arbeit ist grob in folgende acht Kapitel unterteilt:
Nach dem Vorwort der Autorin wird in der Einleitung erklärt, wie die Arbeit
aufgebaut ist und für wen sie gedacht ist.
Das Kapitel Grundlagen der Terminologielehre beschäftigt sich mit wichtigen
Begriffen und Sachverhalten rund um das Fachgebiet Terminologie, um den Leser in
die Materie einzuführen und ihm damit einen Zugang zu dieser Arbeit zu
ermöglichen.
Im Kapitel Methodische Vorgehensweise wird erläutert, unter welchen
Gesichtspunkten die Eingrenzung des Themengebiets erfolgte und weiters wird die
Literatur vorgestellt, die das „Fundament“ der Arbeit bildet.
Unter dem Titel Snowboarden lehren: Einführung in das Fachgebiet erfolgt ein
kurzer Überblick über die Eingrenzung der für diese Arbeit relevanten Begriffe
sowie eine Übersicht über das Snowboardlehrerwesen und die Snowboardlehrpläne
in den acht untersuchten Snowboardnationen Österreich, Deutschland, Schweiz,
Kanada, Großbritannien, USA, Neuseeland und Australien.
Danach folgt ein Literaturverzeichnis zu den im theoretischen Teil verwendeten
Quellen.
Der Terminologische Teil beinhaltet die Begriffssysteme und das zweisprachige
Glossar zur Terminologie des Snowboardunterrichts in den Sprachen Deutsch und
Englisch mit etwa 150 Einträgen sowie Hinweise zur Benutzung des Glossars und
alphabetisch geordnete Indizes in beiden Sprachen zum einfachen Nachschlagen der
Begriffe.
Das Literaturverzeichnis listet schließlich die Literaturangaben zu den
Quellencodes aus den Glossareinträgen auf.
5
2.2 Zielgruppen
Mit der vorliegenden Arbeit sollen folgende Zielgruppen angesprochen werden:
1. SnowboardlehrerInnen und Snowboardschulen im deutschsprachigen Raum,
die aufgrund der hohen Anzahl englischsprachiger Wintergäste den
Snowboardunterricht immer öfter auf Englisch gestalten müssen und dafür
die entsprechenden englischen Fachtermini der Snowboardtechnik benötigen.
2. Nationale und internationale Snowboardlehrerverbände, denen beim
Verfassen von Lehrplänen mit dieser Arbeit ein lehrplanunabhängiger
Überblick über die Begriffe des Snowboardunterrichts und deren
terminologisch richtige Verwendung gegeben werden soll.
3. TranslatorInnen (ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen), die im Rahmen
ihrer beruflichen Tätigkeit mit dem Fachgebiet der Snowboardtechnik zu tun
haben (z.B. ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen im Rahmen des alle vier
Jahre stattfindenden INTERSKI Kongresses) und dafür die entsprechende
Terminologie in einer der beiden oder in beiden Sprachen benötigen.
4. Verfasser populärwissenschaftlicher Literatur zum Thema Snowboarden und
Snowboardtechnik.
3. Grundlagen der Terminologielehre
3.1 Vorbemerkung
Um den „terminologischen Laien“ in die Terminologielehre einzuführen, soll im
Folgenden ein Überblick über grundlegende Elemente der Terminologielehre
gegeben werden. Dabei soll aufgezeigt werden, was man in der Fachsprache der
Terminologielehre unter „Begriff“, „Benennung“, „Definition“, „Terminus“ und
„Terminologie“ versteht und wie wichtig das terminologische Arbeiten nicht nur für
TranslatorInnen sondern auch für Experten eines bestimmten Fachgebiets ist.
3.2 Begriff
Der Begriff spielt in der Terminologielehre eine tragende Rolle. Für das Verstehen
und die Wiederverwertung der Informationen in der vorliegenden Arbeit ist es daher
von zentraler Bedeutung zu erklären, was sich in der Terminologielehre eigentlich
hinter dem Begriff verbirgt. Unter 2.1 der Norm DIN 2342 Teil 1, wird Begriff
6
folgendermaßen definiert: “Denkeinheit, die aus einer Menge von Gegenständen
unter Ermittlung der diesen Gegenständen gemeinsamen Eigenschaften mittels
Abstraktion gebildet wird.” Dabei wird Gegenstand unter 1.1 als “Beliebiger
Ausschnitt aus der wahrnehmbaren oder vorstellbaren Welt” definiert.
Somit ist ein Begriff ein gedankliches Konzept, eine Vorstellung von einem
existierenden Gegenstand oder Sachverhalt. Von zentraler Bedeutung in dieser
Definition ist demnach das Wort DENKeinheit. Im Weiteren wird in der Norm
vermerkt, dass Begriffe nicht an einzelne Sprachen gebunden sind, jedoch vom
jeweiligen gesellschaftlichen und kulturellen Hintergrund einer Sprachgemeinschaft
beeinflusst sind.
3.3 Benennung
Die Benennung, die oftmals mit dem Begriff verwechselt wird, ist lediglich das
sprachliche Symbol des Begriffs. So versteht man unter einer Benennung also eine
„aus einem Wort oder mehreren Wörtern bestehende Bezeichnung“ (Norm DIN 2342
Teil 1, 3.1.2). Eine Bezeichnung wiederum ist die „Repräsentation eines Begriffs mit
sprachlichen oder anderen Mitteln“ (Norm DIN 2342 Teil 1, 3.1). Somit dient die
Benennung dem Zweck, über einen Begriff kommunizieren zu können.
3.4 Definition
„Die Definition umschreibt den Begriff nach Inhalt oder Umfang und grenzt ihn von
anderen Begriffen ab“ (KÜDES 2002: 30). Das tragende Element eines Begriffs ist
somit die Definition, denn diese beschreibt, worum es sich bei einem Begriff genau
handelt. Eine klare Abgrenzung eines Begriffs zu anderen Begriffen ist conditione
sine qua non für die eindeutige Zuordnung von Benennungen zu ihren Begriffen. Um
diese Voraussetzung zu erfüllen, müssen bestimmte Anforderungen an eine
Definition erfüllt sein, wie z.B. Kürze, Angabe des Gültigkeitsbereichs einer
Definition, Vermeidung von Zirkeldefinitionen (ein Begriff darf nicht durch sich
selbst definiert werden) und negativer Definitionen (vgl. KÜDES 2002: 30 ff.).
7
3.5 Terminus
Der Terminus ist schließlich die Synthese aus Begriff und Benennung: „Ein
Terminus ist als Element einer Terminologie die Einheit aus einem Begriff und
seiner Benennung (auch: Fachwort).“ (Norm DIN 2342 Teil 1, 3.2).
3.6 Terminologie
Unter Punkt 3.10 der Norm DIN 2342 Teil 1 wird Terminologie oder auch
Fachwortschatz als „Gesamtbestand der Begriffe und Benennungen in einem
Fachgebiet“ definiert. Sinn und Zweck der Terminologie als Gesamtbestand des
spezifischen Wortschatzes eines Fachgebiets ist laut KÜDES (2002: 9) ihr Beitrag
zur Kommunikation zwischen Experten: Terminologie als Grundlage der
Fachkommunikation soll diese einerseits erleichtern und andererseits beschleunigen,
sowie deren Qualität sichern. Angesichts der Tatsache, dass die Fachkommunikation
heute etwa vier Fünftel der gesamten Informationen ausmacht, die über die neuen
Kommunikationswege der grenzenlosen, mehrsprachigen Informationsgesellschaften
in immer dichterer Folge ausgetauscht werden (vgl. KÜDES 2002: 9), geht deutlich
hervor, wie wichtig Terminologie und fundiertes terminologisches Arbeiten ist.
4. Methodische Vorgehensweise
4.1 Eingrenzung des Fachgebiets
Da das Thema Snowboardunterricht in seiner Gesamtheit ein sehr umfangreiches
Thema darstellt, ist eine Eingrenzung des Fachgebiets nicht nur sinnvoll, sondern
auch notwendig, um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen. Allein die
Terminologie der Snowboardausrüstung könnte eine ganze Diplomarbeit füllen.
Auch verschiedene Teildisziplinen des Snowboardens, die oft in speziellen
Snowboardkursen abgedeckt werden, wie z.B. das Fahren im Backcountry oder der
Freestylebereich (Halfpipe, Big Air, Slopestyle, Rails, etc.), der sich in einem
atemberaubenden Tempo weiterentwickelt, wäre Stoff genug für eigenständige
terminologische Untersuchungen. Ebenso nehmen pädagogische Aspekte des
Snowboardunterrichts in den Lehrplänen oft mehrere Kapitel ein, die aber hier auch
nicht weiter behandelt werden sollen, da sie wenig Relevanz für die
Snowboardtechnik an sich haben.
8
Jene Begriffe, die in diese Arbeit aufgenommen werden sollten, wurden unter
Berücksichtigung benannter Zielgruppen (siehe 2.2) festgelegt. Somit werden in der
vorliegenden Arbeit alle für den Snowboardunterricht und den Snowboardlehrer
relevanten Bereiche abgedeckt – von den wichtigsten Grundbegriffen der
Snowboardausrüstung, die, wie gesagt, nicht erschöpfend behandelt wird, über die
relevanten biomechanischen Grundlagen des Snowboardens bis hin zur eigentlichen
Snowboardtechnik, die den Schülern im Rahmen eines Anfängerkurses
normalerweise vermittelt wird, sowie weiterführenden Techniken, die
fortgeschrittenen Snowboardschülern zugänglich gemacht werden. Diese thematische
Abgrenzung mit Schwerpunkt Snowboardtechnik verleiht der vorliegenden Arbeit
einen vorwiegend praktischen Charakter, was ganz im Sinne der Autorin liegt (siehe
Vorwort).
4.2 Literaturbeschaffung und zugrunde gelegtes Quellenmaterial
Nachdem ich die vorliegende Arbeit sehr praktisch an der Tätigkeit des
Snowboardlehrers ausrichten wollte, musste ich mir erst einmal einen Überblick über
die verschiedenen Lehrpläne in den jeweiligen „Snowboardsportnationen“ des
deutschen und englischen Sprachraumes verschaffen. Die folgende Beschaffung
dieser fachinternen Literatur gestaltete sich nicht immer einfach und dauerte zudem
auch relativ lange, da es eben nicht gerade oft vorkommt, dass jemand aus Österreich
in Neuseeland oder Australien einen Lehrplan des dortigen
Snowboardlehrerverbandes anfordert. Nach diesen anfänglichen Herausforderungen
hatte ich dann innerhalb von 2 Monaten doch alle gewünschten Lehrpläne
beisammen. Dabei handelt es sich bei den deutschsprachigen Lehrwerken konkret
um:
- den Lehrplan Snowboarding des Deutschen Verbandes für das
Skilehrerwesen e.V. (1997) und dessen Nachfolger:
- den Snowboard Lehrplan des Deutschen Verbandes für das
Skilehrerwesen e.V. (2003)
- die Broschüre „Leichter Lehren – Snowboarden“ des Deutschen
Skilehrerverbandes e.V. (2004)
- den Lehrplan zur Snowboardlehrerausbildung des Österreichischen
Skiverbandes (2004)
9
- das Lehrmaterial Snowboard, Schulung, Technik des Schweizer
Snowboardschulungsverbandes (1999)
Die dieser Arbeit zugrunde liegenden englischsprachigen Lehrpläne sind:
- Reference Guide. Canadian Association of Snowboard Instructors (2006)
- British Snowboard Instructor Handbook. BASI British Association of
Snowsport Instructors
- Snowboard Manual. American Association of Snowboard Instructors
(1998)
- Snowboard Teaching Manual. Australian Professional Snowsport
Instructors (2006)
- Snowboard Instructors Guide. New Zealand Ski Instructors
Alliance Snowboard Division (2007).
Darüber hinaus kamen die jeweiligen Internetseiten dieser Verbände zur
Verwendung (siehe Internetadressen der jeweiligen Verbände unter 5.2.1 bis 5.2.8
bzw. Literaturverzeichnis).
Nachdem es in den letzten zwei Jahrzehnten einen regelrechten Snowboardboom
gegeben hat, existiert daneben eine fast unermessliche Bandbreite an Populärliteratur
zum Thema Snowboarden und Snowboardtechnik. Allerdings muss diese Literatur in
Bezug auf Fachtermini mit Vorsicht genossen werden. Denn in diesen Werken
kommt es bisweilen zu einer willkürlichen und inkonsistenten Verwendung von
Benennungen, da diese Bücher hauptsächlich unter kommerziellen Gesichtspunkten
geschrieben werden und die Verfasser mitunter keine wirklichen Experten auf
diesem Fachgebiet sind. Daher war eines der wichtigsten Auswahlkriterien bei der
Populärliteratur das Expertenwissen der Autoren sowie deren Involviertheit in den
Snowboardsport und deren Erfahrung auf dem Gebiet Snowboardtechnik. Die
schließlich verwendete Populärliteratur – auf die nur dann zurückgegriffen wurde,
wenn in den jeweiligen Lehrplänen keine geeigneten Definitionen bzw. Kontexte
vorzufinden waren – entspricht fachlich als auch terminologisch mindestens dem
Standard der Verbandslehrpläne.
10
5. Snowboarden lehren: Einführung in das Fachgebiet
5.1. Vorbemerkung
Nachdem die Geschichte des Snowboardens bereits in etlichen Werken der
Snowboardliteratur mit diversen Zeittafeln und Ursprungstheorien abgehandelt
wurde, möchte ich auf eine detaillierte historische Entwicklung dieser Sportart
verzichten und mich stattdessen lieber auf das Snowboardlehrerwesen im deutsch-
und englischsprachigen Raum konzentrieren und grundlegende Einblicke in Inhalte
und Aufbau der jeweiligen Snowboardlehrerausbildungen geben.
Anschließend soll eine Übersicht über die untersuchten Snowboardlehrpläne gegeben
werden und zwar in Bezug auf Aufbau, Methodik und Snowboardtechnik.
5.2 Das Snowboardlehrerwesen
Das Unterrichten des Snowboardsports ist eine relativ junge „Disziplin“. Die ersten
Snowboardschulen wurden in den späten 80ern gegründet. Somit ist es auch nicht
verwunderlich, dass bisher noch keine wissenschaftliche Arbeit über die
Terminologie des Snowboardunterrichts bzw. der Snowboardtechnik verfasst wurde.
Im Folgenden soll ein Überblick über die Entwicklung des Snowboardlehrerwesens
und über die jeweiligen Ausbildungsstrukturen in den in dieser Arbeit untersuchten
Ländern gegeben werden.
5.2.1 Deutschland
In Deutschland gibt es keinen eigenständigen Snowboardlehrerverband, vielmehr ist
das Snowboardlehrerwesen in den DVS integriert, den Deutschen Verband für das
Skilehrerwesen e.V. – INTERSKI DEUTSCHLAND (http://www.dvs-
interskideutschland.de), der 1951 gegründet wurde und heute ein Dachverband von
10 ordentlichen Mitgliedsverbänden ist, die sich mit Unterricht und Ausbildung im
Ski- und Schneesportbereich beschäftigen. Der DVS ist Herausgeber der beiden
bisher erschienenen Snowboardlehrpläne Lehrplan Snowboarding (1998) und
Snowboard Lehrplan (2003).
Der erste Snowboardverband in Deutschland war der im Jahre 1988 gegründete
DSDV, der Deutsche Snowboarddachverband, der die Interessen der Snowboarder
im Allgemeinen vertrat (vgl. DSDV 1994: 6f). Für das Snowboardlehrerwesen an
sich gab es jedoch nie einen eigenständigen Verband. Unterricht und Ausbildung
11
wurden nach zunehmender Akzeptanz der neuen Wintersportart vom DSV, dem
Deutschen Skiverband (http://www.ski-online.de) – einer der Mitgliedsverbände des
DVS – und seinen 20 Landesskiverbänden sowie dem DSLV, dem Deutschen
Skilehrerverband (www.skilehrerverband.de), ebenfalls Mitgliedsverband des DVS,
durchgeführt.
Sämtliche Ausbildungsgänge im DSV orientieren sich an den Rahmenrichtlinien für
die Qualifizierung im Bereich des Deutschen Olympischen Sportbundes, die die
verbindliche Grundlage der Lizenzausbildungen in den deutschen Sportverbänden
darstellen. Die Snowboardausbildung im DSV wird in drei Kategorien unterteilt; in
die Ausbildung zum Snowboardübungsleiter „Grundstufe“, der für den
Anfängerunterricht ausgebildet wird, zum „DSV-Instructor“ für den
Fortgeschrittenen-Unterricht und zum „DSV-Snowboardlehrer“, der in allen
Spezialbereichen des Snowboardens vertieft ausgebildet und von dem dezidiertes
Detailwissen verlangt wird. (vgl. DSV Ski- und Snowboardlehrerschule 2007)
Der Deutsche Skilehrerverband (DSLV) bietet in der Disziplin Snowboard zwei
Ausbildungswege an: einerseits die anerkannte Berufsausbildung zum staatlich
geprüften Snowboardlehrer (eine Vernetzung von 10 Lehrgängen des Deutschen
Skilehrerverbandes, der Technischen Universität München und einer praktischen
Unterrichtsarbeit in einer Profi-Schule unter Leitung und Aufsicht eines staatlich
geprüften Snowboardlehrers) sowie die Ausbildung zum Verbands-Snowboardlehrer
im Rahmen dieser staatlichen Ausbildung; andererseits die DSLV-interne
Ausbildung zum Snowboardlehrer Grundstufe und Regional-Snowboardlehrer. Diese
Ausbildungen bereiten die angehenden Snowboardlehrer auf den Unterricht in den
DSLV Profi-Schulen vor und berechtigen sie zur Erteilung von Snowboardunterricht
unter Aufsicht eines staatlich geprüften Snowboardlehrers.
(vgl. http://www.skilehrerverband.de/standard.xml?vpID=252).
Sowohl im DSV als auch im DSLV wird in den jeweiligen Snowboardlehrer-
ausbildungen oben genannter Lehrplan Snowboard (DVS 2003) als
Grundlagenliteratur verwendet.
5.2.2 Österreich
In Österreich wurde 1987 von dem ein Jahr zuvor gegründeten Verband der
österreichischen Snowsurfer (VÖSS) die erste Snowboardinstruktorenausbildung ins
12
Leben gerufen (vgl. ÖSV 2004: Allgemeines Fachwissen 5). Gleichzeitig kam es zur
Gründung der ersten Snowboardschulen. 1993 wird an der Bundesanstalt für
Leibeserziehung (BAfL) in Graz die erste spezifische, staatliche
Snowboardlehrwartausbildung eingeführt, die 1995 schließlich von allen BAfLs in
Österreich in deren Programme aufgenommen wird. Im selben Jahr wird der VSÖ,
der Verband der Snowboardschulen- und Instruktoren Österreichs
(www.snowboarding-austria.com) gegründet, der die Interessenvertretung der
Snowboardschulen, aller staatlich ausgebildeten Snowboardlehrwarte,
Snowboardtrainer sowie der Snowboardlehrer wahrnimmt. 1996 wird in Innsbruck
die erste staatliche Ausbildung zum Snowboardtrainer alpin über drei Semester
geschaffen, aus der später die Nationaltrainer verschiedener Länder hervorgehen
sollen. Im Mai 2000 wird die erste österreichische staatliche
Snowboardlehrerausbildung eingeführt, die seither in den Sportakademien Innsbruck,
Graz, Linz und Wien absolviert werden kann.
5.2.3 Schweiz
In der Schweiz wurde 1987 der heutige SSBS, der Ausbildungs- und Fachverband
für Snowboardlehrer und Snowboardschulen in der Schweiz (http://www.ssbs.ch)
gegründet. Im selben Jahr gründete Roland Primus, einer der Mitbegründer des SSBS
und Verfasser des SSBS Lehrmaterials, seine eigene Snowboardschule – die heute
älteste Snowboardschule Europas (vgl. http://www.ssbs.ch/buch/Autor.html). Der
SSBS organisiert die Aus- und Weiterbildung von Snowboardinstruktoren und ist
verantwortlich für das Erstellen von Schulungsprogrammen und Lehrmitteln.
Die SSBS Ausbildung ist auf dem SSBS Lehrmittel Snowboard Schulung Technik
aufgebaut und erfolgt in vier Stufen: Der Einführungskurs bildet die erste Stufe und
muss zwingend besucht werden. Dieser 2-tägige Kurs gibt Einblick in die
Ausbildungsstruktur und informiert über den Schweizer Snowboard
Schulungsverband. Danach folgen die Stufen 1, 2 und 3, die jeweils neun Tage
dauern. Am Ende der vierstufigen Ausbildung zum Snowboardinstruktor steht eine
dreitägige Technikprüfung. Allerdings kann die Ausbildung bei Erfüllung
bestimmter zusätzlicher Voraussetzungen auch bereits nach dem Stufe 2 Kurs als
Basic Instructor abgeschlossen werden. (vgl. http://www.ssbs.ch/faq.lasso?-
Token.FAQKategorie_ID=79&-Token.FAQKategorie=Ausbildung&-nothing)
13
5.2.4 Kanada
Der kanadische Snowboardlehrerverband CASI, Canadian Association of Snowboard
Instructors (http://www.casi-acms.com/), wurde 1994 gegründet und 1995 zu einem
eingetragenen Verband mit Sitz in Montreal, Quebec. CASI nimmt die Ausbildung
und Lizenzierung der Snowboardlehrer und -trainer wahr und ist eine eigenständige
Organisation von Snowboardern für Snowboarder, also keine Organisation innerhalb
eines Skiverbandes (vgl. CASI 2006: Introduction).
Die Ausbildung im CASI erfolgt auf einem vierstufigen Lizenzierungssystem und
zwei zusätzlichen Spezialausbildungen:
Level One is an introductory course designed to teach instructors
how to introduce snowboarding to beginners and novice riders
Level Two focuses on intermediate level riding skills and further
teaching skills
Level Three focuses on advanced riding techniques, including
Terrain Park teaching, down un-weighted turns, and introduces
pedagogy skills
Level Four hones the expert riding techniques, applies those skills
to steep terrain, and requires advanced pedagogy skills.
Park Instructor:
The Park Instructor course introduces instructors to teaching entry-
level terrain park riders safe methods of using park features.
Carving Instructor:
The Carving Instructor course introduces instructors to the various
carving manoeuvres that CASI promotes, including introductory
carving, advanced carving, and down un-weighted carving.
(CASI 2006: 2).
14
5.2.5 Großbritannien
Der britische Schneesportlehrerverband BASI, British Association of Snowsport
Instructors (http://www.basi.org.uk), wurde 1963 gegründet und ist Ausbildungs-
und Lizenzierungssorganisation für die Bereiche Ski Alpin, Snowboard, Telemark
und Ski Nordisch und damit verantwortlich für die Erstellung des
Snowboardlehrplans.
Die Ausbildung zum BASI Snowboardlehrer erfolgt in drei Stufen: Begonnen wird
mit dem Kurs zum Snowboard Level 1 Instructor, der aus einem fünftägigen
Training und einer Prüfung besteht. Nach erfolgreicher Absolvierung und einem 35-
stündigen Praktikum als Snowboardassistenzlehrer kann man dann den zehntägigen
Kurs zum Snowboard Level 2 Instructor machen, der zum Snowboardunterricht bis
einschließlich des Erlernens der ersten Kurven befähigt. Nach Bestehen des Kurses
und weiteren 45 nachgewiesenen Unterrichtsstunden, erhält man die Lizenz zum
Snowboard Level 2 Instructor. Um schließlich zur Snowboard Teacher ISIA
Qualification antreten zu dürfen – einer Ausbildung die den vom internationalen
Skilehrerverband ISIA (http://www.isiaski.org) vorgegebenen Standards entspricht –
muss man die beiden vorigen Kurse absolviert haben sowie 200 Unterrichtsstunden
als Snowboardlehrer nachweisen können. Nach Erfüllung dieser Bedingungen wird
man zur Ausbildung zugelassen, die aus verschiedenen Modulen (verschiedene
Disziplinen, Sicherheit, Anatomie, Physiologie, Lehrmethodik, Fremdsprachen, etc.)
besteht und nach deren Absolvierung man eine kurze Forschungsarbeit zu einem
snowboardspezifischen Thema einreicht. Danach erhält man die ISIA Snowboard
Teacher Lizenz. (vgl. www. http://www.basi.org.uk/course_disc.aspx?did=3).
5.2.6 USA
In den USA wurde 1984 vom Snowboardhersteller Burton die erste
Snowboardschule der USA, im Gebiet Stratton Mountain, Vermont, gegründet. In
den späten 80ern begann die Southwest Snow Surfing Association damit, spezielle
Snowboardausweise auszustellen, die den Snowboardern nach einer Prüfung die
Ausübung des Sports in den teilnehmenden Skigebieten in Arizona, Colorado, New
Mexico und Nevada ermöglichen sollten. 1987 traten Snowboardhersteller und
Skigebiete an den 1961 gegründeten amerikanischen Berufsskilehrerverband PSIA,
Professional Ski Instructors of America (http://www.psia.org), heran, mit der Bitte,
doch Trainings- und Ausbildungsprogramme für Snowboardlehrer zu entwickeln.
15
Der PSIA Vorstand beauftragte den Skiausbildungsausschuss damit, ein nationales
Snowboardausbildungsprogramm in Anlehnung an existierende Programme im
Bereich Ski Alpin und Ski Nordisch zu entwickeln. Dieses Programm sollte sowohl
Lehr- und Trainingsmaterial als auch Lizenzierungsmodalitäten umfassen. So wurde
1989 nach einer Reihe von Vorbereitungen schließlich die erste
Snowboardlehrerausbildung und -lizenzierung durchgeführt. Diese Prüfung wurde
von lizenzierten Skilehrern und Skischulleitern mit umfassender
Snowboarderfahrung abgenommen. Danach wurde unter Mitwirkung aller Mitglieder
des ersten offiziellen Snowboardteams ein erster Snowboardlehrplan
zusammengestellt, der sich am damaligen Skilehrplan orientierte.
Oberstes Ziel des Skiausbildungsausschusses war die Schaffung einer eigenständigen
Snowboardlehrerausbildungs- und Lizenzierungsstruktur. Dieses Ziel wurde
schließlich 1997 mit der Gründung des Snowboardlehrerverbandes AASI, American
Association of Snowboard Instructors (http://www.aasi.org), erreicht, der eine
Unterorganisation des Berufsskilehrerverbandes PSIA darstellt
(vgl. AASI 1998: 3ff).
Der PSIA-AASI ist in neun geographischen Regionen der USA in Form von
Verbänden vertreten. Die regionalen PSIA-AASI Verbände verwalten und
organisieren selbstständig die Mitgliedschaften, Ausbildungen, Prüfungen und
Lizenzierungen. Die Ausbildungen erfolgen in den autorisierten PSIA-AASI Ski-
und Snowboardschulen und orientieren sich am dreistufigen PSIA-AASI
Ausbildungsmodell zum Snowboardlehrer. Als voll-lizenzierter Snowboardlehrer
(Level III) kann der ISIA beigetreten werden, da der PSIA-AASI Verbandsmitglied
des ISIA ist. (vgl. http://www.psia.org/01/education/ilc/htm/Aboutpsia.htm)
Im Folgenden ein Überblick über die Kompetenzen der Snowboardlehrer, über die
diese im AASI Lizenzierungssystem auf dem jeweiligen Level verfügen müssen:
Level 1 Certified members:
Perform and demonstrate comprehension of AASI concepts.
Explain, illustrate, describe and expand on using his/her own
words. Grasp meaning and intent, measure, interpret and
summarize.
16
Level 2 Certified members:
Perform and demonstrate the application of AASI concepts. Find
and construct appropriate solutions. Collect information, solve
problems and use abstractions. Apply learning to new situations.
Level 3 Certified members:
Perform and demonstrate the analysis of AASI concepts. Detect
and develop relationships between component parts and the whole.
Organize, distinguish, differentiate, determine, debate, generalize
and conclude.
AASI trainers and education staff:
Judge and evaluate AASI concepts, procedures and goals.
Compare, contrast, decide, conclude, appraise and develop criteria.
(http://www.aasi.org/01/Education/AASI_Certification_Standards.asp).
5.2.7 Australien
In Australien kam es 1974 zur Gründung des ersten australischen Skilehrerverbandes
The Australian Ski Instructors Association, aus dem der heutige eingetragene
Verband australischer Berufsschneesportlehrer APSI, Australian Professional
Snowsport Instructors Inc. (http://www.apsi.net.au), hervorgehen sollte. In diesen
wurde 1993 der Snowboardsport integriert; ein Jahr später wurde ein zuständiger
Leiter für Snowboardtechnik berufen. Der APSI bietet eine speziell auf Kinder
ausgerichtete Snowboardlehrerausbildung (Children’s Certificate) sowie ein
dreistufiges Ausbildungsmodell zum Snowboardlehrer für Erwachsene an. Die
Kinderausbildung ist die Voraussetzung für jede weitere Ausbildung. Die erste Stufe
in der Ausbildung für Erwachsenenunterricht besteht aus einem viertägigen Kurs und
einer praktischen und theoretischen Prüfung. Die zweite Stufe des
Ausbildungsmodells ist für Snowboardlehrer gedacht, die fortgeschrittene
Snowboardschüler unterrichten möchten und umfasst daher weiterführende
Techniken wie Kurzschwünge, Buckelpistentechnik, gecarvte Schwünge sowie
Grundlagen aus dem Freestyle-Bereich. Die im fünftägigen Kurs der Stufe II
erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten werden dann praktisch und theoretisch
abgeprüft. Die Ausbildung auf Stufe III erfolgt als intensives zehntägiges
17
Trainingsprogramm, das sich auf weit fortgeschrittenes Fahrkönnen sowie auf eine
optimale Unterrichtsgestaltung konzentriert und die Freestyle- und Renntechnik
abdeckt. Neben der Theorieprüfung muss eine dreitägige praktische Prüfung gemacht
werden, die auf nationaler Ebene stattfindet. Alle Ausbildungen basieren auf der
Lehrmethodik, wie sie im APSI Snowboard Teaching Manual beschrieben wird.
(vgl. http://www.apsi.net.au/page8.html)
5.2.8 Neuseeland
1971 wurde in Neuseeland der damalige Skilehrerverband und heutige
Schneesportlehrerverband NZSIA, New Zealand Snowsports Instructors Alliance
(http://www.nzsia.net) gegründet. 1992 kam es zur Gründung des neuseeländischen
Snowboardlehrerverbandes The New Zealand Snowboard Instructors’ Association,
der dann 1996 in den NZSIA in Form der Abteilung NZSIA Snowboard Division
eingegliedert wurde. Ziel der Abteilung Snowboard im NZSIA ist die Förderung,
Ausbildung und Lizenzierung von Snowboardlehrern (vgl. NZSIA 2007: 2).
Die Ausbildung von Snowboardlehrern im NZSIA wird direkt vom Verband
durchgeführt. Die allgemeine Ausbildung ist aufgegliedert in drei Stufen, die
allesamt auf dem NZSIA Snowboard Instructors Guide (2007) basieren:
Das Certificate in Snowboard Instruction (C.S.I.) bildet die Grundlage und deckt im
Rahmen eines viertägigen Kurses die zum Unterrichten von Anfängern benötigten
Fähigkeiten und Fertigkeiten ab. Am Ende des Kurses findet eine praktische Prüfung
in Form einer Probeunterrichtseinheit statt.
Darauf aufbauend folgt die Stufe I oder Stage One die sich an jene Snowboardlehrer
richtet, die leicht fortgeschrittene Snowboarder unterrichten möchten. Der fünftägige
Kurs konzentriert sich auf die Verbesserung der Fahrtechnik, Bewegungsanalysen,
Lehrmethodik im Fortgeschrittenenunterricht sowie allgemeine Unterrichts- und
Sicherheitsaspekte. Die angehenden Snowboardlehrer werden dabei kontinuierlich
überprüft und mittels Videoanalyse bewertet. Anschließend findet wieder eine
praktische Prüfung in Form eines Probeunterrichts statt.
Stufe II oder Stage Two ist für jene Snowboardlehrer gedacht, die
Fortgeschrittenenunterricht erteilen und Grundlagen des Freeridens und Parkfahrens
vermitteln möchten. Der Stage Two Kurs baut auf dem Stage One Kurs auf und ist in
zwei Module aufgeteilt. Das erste Modul dauert fünf Tage und beinhaltet
Freeridetechnik, Bewegungslehre, Unterrichtsgestaltung und Sicherheitsplanung für
18
fortgeschrittene Schüler. Das zweite Modul besteht aus einer dreitägigen Prüfung, in
der die Snowboardlehrer ihr fahrtechnisches Können sowohl abseits der Pisten als
auch im Park unter Beweis stellen müssen. Anschließend müssen die
Snowboardlehrer eine 30-minütige Unterrichtseinheit abhalten.
Daneben gibt es noch eine Ausbildung zum Freestyle Coach (Snowboard Park,
Halfpipe, Rails) und eine Ausbildung zum Snowboard Trainer (Trainer’s
Certification). Der Trainerkurs richtet sich an jene Snowboardlehrer mit Stage Two
Ausbildung, die andere Snowboardlehrer für die lokalen Snowboardschulen bzw. die
CSI und die Stage One Prüfungen ausbilden möchten.
(vgl. http://www.sbinz.net/courses/)
5.3 Snowboarden lehren – Vorbemerkung zur Begriffsabdeckung
Aus meiner eigenen Erfahrung als Snowboardlehrerin kann ich sagen, dass
Snowboarden lehren nicht nur Beruf sondern auch Berufung sein muss, um den
Snowboardanfängern die Faszination am Sport wirklich vermitteln zu können.
Gleichzeitig ist der Beruf des Snowboardlehrers eine sehr dankbare und erfüllende
Tätigkeit.
Beim Snowboardunterricht geht es also nicht nur darum, dem Snowboardanfänger
die entsprechende Technik zu vermitteln, um sicher einen Hang hinab fahren zu
können, sondern auch darum ihm ein einzigartiges Erlebnis zu bieten.
Im Allgemeinen wird in Anfängerkursen die elementare Technik des Snowboardens
sowie das Kurvenfahren, oder Schwingen, das eigentliche Ziel beim Snowboarden,
gelehrt. Dabei beginnt der Snowboardlehrer zunächst einmal damit, die wichtigsten
Grundbegriffe zu erklären und den Schüler mit der grundlegenden Terminologie der
Snowboardausrüstung vertraut zu machen. Anschließend werden wichtige
Techniken, wie das einbeinige Gleiten in der Ebene, - das so genannte Rollerfahren -
erlernt, sowie die grundlegenden Bewegungsmöglichkeiten auf und mit dem
Snowboard. Ist der Schüler so weit, dass er die ersten einfachen Schwünge
aneinander reihen kann, wird mit dem Liftfahren begonnen. Sitzen die elementaren
Bewegungsformen, werden sie schließlich gegen Ende des Kurses verfeinert und
weiterführende Schwungtechniken werden vorgestellt, wie z.B. jene Techniken, die
sich die Trägheitsgesetze zu Nutze machen, um einen Schwung durch Hoch- bzw.
Tiefbewegungen auszulösen.
19
Genau diesen Bereich, vom ersten Kontakt mit dem Snowboard über den ersten
Schwung bis hin zu weiterführenden Techniken, möchte ich in der vorliegenden
Terminologiearbeit abdecken. Bevor aber das Glossar als Ergebnis der
terminologischen Arbeit präsentiert wird, folgt nun ein Überblick über die
verschiedenen, dieser Arbeit zugrunde gelegten Lehrpläne hinsichtlich Methodik,
Inhalt und Snowboardtechnik.
5.4. Vergleichender Überblick über die Snowboardlehrpläne
5.4.1 Der DVS Snowboard Lehrplan
Der aktuelle Snowboardlehrplan des Deutschen Verbands für das Skilehrerwesen aus
dem Jahr 2003 ist in zehn Kapitel unterteilt und umfasst 95 Seiten.
Zu Beginn wird das dem Lehrplan zugrunde liegende TOOLs und TURIs System
erklärt: die TOOLs sind die grundlegenden Bewegungsmöglichkeiten auf und mit
dem Snowboard und umfassen die Bewegungen entlang der Boardquerachse
(Kantbewegung), Bewegungen entlang der Boardlängsachse (Belastungsverteilung),
Bewegungen entlang der Körperlängsachse (Vertikalbewegung) und Bewegungen
um die Körperlängsachse (Rotation).
Die TURIs stehen in engem Zusammenhang mit diesen TOOLs. Das Akronym TURI
steht dabei für die Ausprägungen bzw. Bewegungsspielräume der grundlegenden
Bewegungsmöglichkeiten: „Timing (Wann, wie lange?)“, „Umfang (Wie weit?)“,
„Richtung (Wohin?)“ und „Intensität (Wie kraftvoll, wie schnell?)“ (DVS 2003: 13).
Die Kombination aus TOOLs und TURIs soll dem Snowboardlehrer eine
übersichtliche Struktur zum „Erkennen und Beurteilen von Bewegungen, zum
Verbessern und Korrigieren, aber auch beim Üben und Formulieren von Aufgaben“
(S. 13) liefern. Hierbei ist festzuhalten, dass die TOOLs und TURIs ein
pädagogisches Konzept zur Ausbildung von Snowboardlehrern darstellen und dieses
Konzept nicht im Snowboardunterricht selbst gelehrt wird (vgl. Chandler 2007: 13).
Im Anschluss daran wird die so genannte Elementarschule des Snowboardens
behandelt, also der erste Kontakt und die ersten Bewegungserfahrungen des Schülers
mit dem Snowboard: Erklärung der Snowboardausrüstung, Board-Handling, Fallen
und Aufstehen, Gewöhnungsübungen, Grundposition, Rollerfahren, Gleiten in der
Falllinie, Bremsen und Anhalten (Stoppschwung), Gleiten quer zur Falllinie
(Seitrutschen, Schrägrutschen, Schrägfahren), Liftfahren, Kurve zum Berg, Kurve
20
mit Vorausdrehen. Die folgenden Kapitel beschäftigen sich dann mit dem Verbessern
des Kurvenfahrens (Fehlerkorrektur) und mit der Schwungauslösung durch
Vertikalbewegungen (Kurvenfahren mit Strecken der Beine, Kurvenfahren mit
Beugen der Beine). Im Kapitel Probier was anderes werden grundlegende
Fahrmanöver aus dem Freestyle-Bereich vorgestellt. Im folgenden Kapitel Noch
besser Snowboarden werden weiterführende Techniken behandelt, wie das Carven,
das Befahren von steilen Hängen, Tiefschnee, Buckelpisten und das Fahren im
Gelände (Freeriding). Im letzten Kapitel werden ausrüstungstechnische Aspekte
behandelt.
Der erste Schwung, den ein Anfänger gemäß DVS Lehrplan lernt, wird unter der
Benennung Kurvenwechsel mit Vorausdrehen beschrieben. Dabei erfolgt beim
Einfahren in die Falllinie ein zügiges Vorausdrehen, sprich eine Drehung des
Oberkörpers in die gewünschte Fahrtrichtung, kombiniert mit einer Vor-talwärts-
Bewegung (Belastung des vorderen Beins und Talwärts-Bewegung von Knie und
Rumpf). Über das Vorausdrehen soll dem Anfänger mittels des Drehimpulses, der
auf das Board übertragen wird, ein schnelles Umkanten des Bretts ermöglicht
werden.
Nach dem Kurvenwechsel mit Vorausdrehen bildet das Kurvenfahren mit Strecken
der Beine den nächsten Schritt im Lehrplan. Dabei handelt es sich um die
Fortführung des Kurvenwechsels mit Vorausdrehen, bei der der Schwung aber
zusätzlich mittels dosiertem Strecken der Beine in Richtung Kurvenmittelpunkt zur
Kurvensteuerung und einer Tiefbewegung zum Kurvenwechsel (Umkanten) gefahren
wird. Ein bisschen verwirrend dabei ist, dass es sich dabei um einen Schwung
handelt, der in anderen Lehrunterlagen und der allgemeinen
populärwissenschaftlichen Literatur als Tiefschwung bzw. Schwung mit
Tiefbewegung etc. bezeichnet wird (vgl. z.B. Tiefschwung in DSDV 1994: 66); dabei
ergibt sich die Benennung aus der Vertikalbewegung beim Umkanten des Brettes
(Auslösephase), also aus der Tiefbewegung. Der DVS Lehrplan geht bei der
Benennung dieses Schwungs jedoch von der Vertikalbewegung in der Steuerphase
aus, also der Hochbewegung: „Zur Schwungeinleitung aus der Schrägfahrt erfolgen
gleichzeitig zügige Tiefbewegung, Rotation talwärts und Gewichtsverlagerung auf
das vordere Bein. [...] Kante vor der Falllinie um und verstärke den Druck auf der
bogeninneren Kante. Steuere den Schwung mit kontinuierlichem, dosiertem Strecken
der Beine aus.“ (S. 48)
21
Im Schweizer Lehrplan wird der entsprechende Schwung beispielsweise unter der
Benennung Tiefentlasten (SSBS1999: 132) angeführt.
Umgekehrt gilt Gleiches für den üblicherweise als Hochschwung bezeichneten
Schwung: er wird im DVS Lehrplan als Kurvenfahren mit Beugen der Beine (S. 52)
bezeichnet.
Allgemein lässt sich zu der im DVS Lehrplan beschriebenen Technik sagen, dass die
Oberkörperrotation zur Schwungeinleitung eine zentrale Stellung einnimmt. Das
Vorausdrehen wird als wichtigster Auslösemechanismus zum Umkanten beim ersten
Schwung verwendet und auch später beim Kurvenfahren mit Vertikalbewegung noch
eingesetzt und erst danach langsam abgebaut. Auch im Kapitel zum Befahren steiler
Hänge (vgl. DVS 2003: 72ff) wird das Vorausdrehen als eine der möglichen
Schwungauslösemechanismen angeführt: „Kleine Radien mit hoher Bremswirkung
können entweder als Kurven mit Beugen der Beine, als Kurven mit Vorausdrehen
oder mit der Kombination aus Beugen und Vorausdrehen gefahren werden“ (S. 73).
Auch beim Fahren im Tiefschnee wird das Vorausdrehen als mögliche Variante bei
der Schwungeinleitung angeführt, nämlich dann, wenn der Schnee schwerer wird
und daher der Drehwiderstand sehr hoch ist (vgl. S. 77).
Nach den Grundlagen zum Kurvenfahren, Springen und Tricksen, geht der Lehrplan
schließlich auf das Carven ein, also das Fahren auf der Kante oder auch Schneiden.
Als zentrales Merkmal beim Carven wird das TOOL Kantbewegung angeführt. Was
die Bewegungsbandbreite beim Carven betrifft, so wird der zum Schneiden
notwendige Aufkantwinkel entweder durch eine reine Kurvenlage oder durch ein
aktives Aufkanten aus den Beinen (S. 69) erreicht.
5.4.2 Der ÖSV Lehrplan
Der Lehrplan zur Snowboardlehrerausbildung des Österreichischen Skiverbandes
(2004) umfasst circa 280 Seiten und ist in folgende acht Kapitel unterteilt:
Allgemeines Fachwissen (Geschichte des Snowboardens, Organisation des
Snowboardlehrerwesens in Österreich, Umwelt und Tourismus), Unterrichtslehre,
Bewegungslehre (Modul Basic, Modul Pro, Biomechanik, Modul Freestyle),
Anatomie & 1. Hilfe, Englisch, Materialkunde, Sicherheits- Gefahren- &
Berufskunde, Alpinkunde.
Nach einem geschichtlichen und tourismusbezogenem Überblick über das
Snowboarden widmet sich der Lehrplan intensiv der Unterrichtslehre. Dabei werden
22
nach einer allgemeinen Einführung in die Pädagogik wichtige methodische
Prinzipien vorgestellt und erklärt, als da wären:
vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten, vom Einfachen zum
Komplexen. Danach folgen Abschnitte über den Unterricht mit Kindern, methodische
Lernhilfen und Übungen sowie ein Abschnitt über die Organisation des
Snowboardunterrichts.
Im anschließenden Kapitel Bewegungslehre wird das Modul Basic vorgestellt. Es
beinhaltet die Handhabung des Boards (Tragen und Ablegen des Boards), das
Aufwärmen, Fallen und Aufstehen, Übungen am Board in der Ebene, das
Anschnallen am Hang, das Driften in der Falllinie (also das Hinabrutschen am Hang
mit quer gestelltem Board entlang der Falllinie) – im DVS Lehrplan als Seitrutschen
bezeichnet, das Driften aus der Falllinie heraus (also das Rutschen mit quer
gestelltem Board schräg zur Falllinie in Fahrtrichtung Nose) – im DVS Lehrplan als
Schrägfahren bezeichnet, den Driftschwung Basic und das Liftfahren.
Im ÖSV Lehrplan ist der erste Schwung, der dem Snowboardanfänger vermittelt
wird, der so genannte Driftschwung Basic. Dabei wird das Gewicht auf das vordere
Bein verlagert und ein Drehimpuls über das vordere Knie auf das Board übertragen,
unterstützt durch ein leichtes Drehen der Hüfte. Das Umkanten wird schließlich mit
Hilfe einer Tiefbewegung (Tiefentlastung) eingeleitet. Danach erfolgt ein
Streckschub beider Beine, vor allem aber des hinteren Beins. Anschließend wird der
Rumpf in die neue Bewegungsrichtung mitgedreht.
Anders als im DVS Lehrplan, bei dem der erste zu erlernende Schwung
(Kurvenwechsel mit Vorausdrehen) allein über die Oberkörperrotation eingeleitet
wird, ist ein Vorausdrehen des Oberkörpers im ÖSV Lehrplan beim Driftschwung
Basic nicht vorgesehen. Die Schwungeinleitung erfolgt vielmehr über einen
Drehimpuls des Knies verbunden mit einer Tiefbewegung. Im DVS Lehrplan
dagegen werden Vertikalbewegungen zum Umkanten erst später gelehrt.
Was also an anderer Stelle üblicherweise unter der Benennung Tiefschwung oder
Schwung durch Tiefentlastung angeführt wird, entspricht im ÖSV Lehrplan in etwa
dem Driftschwung Basic. So werden im ÖSV Lehrplan auch bereits im Modul Basic
die verschiedenen Ent- und Belastungsformen vorgestellt und deren genauer
Bewegungsablauf und Wirkungsweise erklärt.
Das Modul Basic bildet die Grundlage für das Modul Pro, das sich auf die
Fortgeschrittenenschulung bezieht und aus folgenden Elementen besteht:
23
Driftschwung Pro, vom Driften zum Schneiden, geschnittener Schwung,
Kurzschwung, Schwungformen. Der Driftschwung Pro ist der nächste Schritt nach
dem Driftschwung Basic und entspricht prinzipiell einem Hochschwung also einen
Schwung durch Hochentlastung. Der Driftschwung Pro wird in gebeugter Stellung
angesteuert und ausgelöst durch einen aktiven, drehenden Kantabstoß
(Hochentlastung). Dann wird der Unterkörper zum Kurvenmittelpunkt gekippt,
während der Oberkörper aufrecht bleibt (im ÖSV Lehrplan Modul Basic S. 3 bzw.
Modul Pro S. 2 wird dieser Vorgang als Hangausgleich oder hangausgleichende
Bewegung bezeichnet). Anschließend wird der Schwung driftend ausgesteuert.
Im nächsten Abschnitt Vom Driften zum Schneiden wird die Technik erklärt, die zum
Erhöhen des Aufkantwinkels – also zum Schneiden oder Carven – benötigt wird:
Dies wird mittels einer vermehrten Innenlage (ÖSV 2004: Bewegungslehre
Biomechanik 26) oder einer verstärkten hangausgleichenden Bewegung (idem) bzw.
durch eine Mischung aus beidem erreicht.
Der geschnittene Schwung erfolgt ebenso wie der Driftschwung Pro (also durch
Hochentlastung), nur eben mit geschnittener Schwungsteuerung, d.h. der Schwung
wird nur auf der Kante gefahren – ohne Rutschanteile. Schließlich werden im Modul
Pro noch die Kurzschwünge erklärt (kurze, aneinander gereihte Schwünge, gedriftet
und geschnitten, ausgelöst durch explosiven Kantabstoß – also explosiver
Hochbewegung) und weiterführende Schwungformen, wie der geschnittene Schwung
tiefentlastet, rein geschnittene Kurzschwünge, Kippschwünge mit Innenlage,
Jumptturns und Vitelliturns aufgelistet (allerdings wird für diese keine
Technikbeschreibung gegeben.)
Unter dem Kapitel Schwungphasen wird die Technik des Schwingens noch einmal
ausführlich behandelt. Dort heißt es u.a.:
„Das System Snowboarder und Material benötigt einen Drehimpuls in Richtung
Falllinie, um den Belastungswechsel (Umkanten) einleiten zu können. Dabei kommt
es zu einer Vertikalbewegung des Schwerpunkts = Entlastung, um den Drehimpuls
besser wirksam werden zu lassen. Verschmolzen mit dieser Vertikalbewegung ist
auch eine leichte Horizontalbewegung des Schwerpunkts Richtung Nose =
Gewichtsverlagerung. Der Drehimpuls kann direkt über das vordere Knie (Bein) auf
das Board gegeben werden (Fein- oder Feinstform). Durch Drehen des Rumpfes
kann der Drehimpuls auch verzögert über das Knie (Bein) auf das Board übertragen
werden.“ (ÖSV 2004: Bewegungslehre Biomechanik 16).
24
Auch hier lässt sich erkennen, dass der ÖSV Lehrplan für das Auslösen des
Schwungs prinzipiell kein Vorausdrehen des Oberkörpers vorsieht, vielmehr wird
eine aktive Drehbewegung des vorderen Knies sowie eine Vertikalbewegung zur
Schwungauslösung benutzt.
5.4.3 Das SSBS Lehrmittel
Das Lehrmittel Snowboard Schulung Technik des Schweizer
Snowboardschulungsverbands umfasst 160 Seiten und folgende zehn Kapitel:
Einführung (zur Verwendung des Lehrmittels), Unterricht (organisatorische,
pädagogische und methodische Aspekte), Psychologie, der menschliche Körper
(Anatomie), Aufwärmen (Aufwärm- und Dehntechniken), Schnee, Physik
(physikalische Grundlagenkenntnisse), Snowboard-Mechanik (Beschreibung der
mechanischen Eigenschaften eines Snowboards), Snowboard-Biomechanik
(Bewegungsspielräume auf und mit dem Snowboard), Snowboard-Technik (spezielle
Technikraster zu den Bewegungen in den einzelnen Schwungphasen).
Allgemein muss an dieser Stelle vorweggenommen werden, dass das SSBS
Lehrmittel in einem relativ unverständlichen und mitunter recht unidiomatischem
Deutsch geschrieben ist. Einfache Sachverhalte werden in so einem
„verschachtelten“ und unklarem Deutsch beschrieben, dass es oft wirklich viel
Sachkenntnis erfordert, um auch nur ansatzweise zu erahnen, was der Autor
eigentlich sagen möchte, z.B.: „In der Kurve ist die Auswirkung der
Brettdeformation bedingt durch die KSP-Verschiebung durch eine Variierung des
Radius gekennzeichnet. Stärkere Durchbiegung führt in Verbindung mit der
Taillierung und Aufkantung zu einer stärkeren Ablenkung. Dieses lässt sich jedoch
nur bei einer Verschiebung des KSP nach vorne erzielen. Bei einer Belastung des
hinteren Teils wird dieser Bereich zwar ebenfalls stärker deformiert. Aufgrund
dessen, dass der vordere Teil des Snowboards jedoch als erstes eingreifendes
Element im Schnee die Führung übernimmt, wird die Ablenkung und somit der
Radius kleiner. Das nun unbelastete vordere Teil des Snowboards wird durch die
Verschiebung des KSP nach hinten weniger deformiert (SSBS 1999: 99).“ Was der
Autor eigentlich sagen möchte ist: Je nachdem, ob der Körperschwerpunkt in
Richtung Nose oder Tail verlagert wird, hat dies unterschiedliche Auswirkungen auf
den Kurvenradius und die Größe des Schwungs (Ablenkung). Die Durchbiegung des
Brettes spielt in der Kurve eine wichtige Rolle, allerdings nur wenn das Brett nach
25
vorne belastet wird, also eine KSP-Verschiebung in Richtung Nose stattfindet. Dann
nämlich kann der Fahrer diese Durchbiegung zusammen mit der Taillierung des
Brettes dazu nutzen, das Board stark aufzukanten und eine relativ enge Kurve und
somit kleinen Kurvenradius fahren. Verschiebt der Fahrer seinen KSP allerdings
nach hinten, kann er sich diese Durchbiegung des Brettes nicht zu Nutze machen, da
das Board vorne aufgehoben wird und somit relativ wenig Kante im Schnee aufliegt.
Dadurch ist es dem Fahrer nicht möglich das Brett aufzukanten und somit kommt es
zu keiner großen Ablenkung (die Kurve wird größer und somit wird auch der
Kurvenradius größer).
In diesem Fall gestaltet sich also nicht nur die Beschreibung des Sachverhalts als zu
kompliziert, sondern es liegt auch ein inhaltlicher Fehler vor: denn je stärker die
Ablenkung, also je enger die Kurve, desto kleiner der Kurvenradius und je größer
und offener die Kurve, desto größer der Kurvenradius. Der SSBS Lehrplan
beschreibt diesen Sachverhalt jedoch genau andersherum.
Ein weiteres Beispiel wäre: „Belastungen können in Form einer Hochbewegung oder
in Form einer Tiefbewegung ausgeführt werden“ (S. 102). Belastungen können nicht
„ausgeführt“ werden, bestenfalls herbeigeführt werden. Oder „Hochentlastungen
erreichen eine Druckverminderung am Ende einer Beschleunigungsbewegung des
KSP nach oben (Umkehrpunkt zwischen beschleunigenden und bremsenden
Muskelarbeit (sic!) und Umwandlung von beschleunigender in kinetische Energie)
und können bei explosiver Ausführung zum Absprung für eine Flugphase genutzt
werden (S. 103).“ In verständlichem Deutsch würde der Satz in etwa folgendermaßen
lauten: Am Ende einer Beschleunigungsbewegung nach oben kommt es zu einer so
genannten Hochentlastung, also einer Verminderung des Drucks auf das Board und
somit auf die Unterlage. Wird eine solche Hochentlastung explosiv ausgeführt, so
ermöglicht dies dem Fahrer zu springen.
Oder: „Die in der Absprungsphase erfolgte Streckung [beim Strecksprung]
ermöglicht die bei der Landung auftretende Belastung durch Verzögerung über einen
längeren Weg und Zeitraum in einem für den Organismus angenehmen Rahmen zu
halten (sic!)“ (S. 140). Und ein letztes Beispiel: „Durch richtiges Timing von
Entlastung und Belastung lässt sich die Vorwärtsgeschwindigkeit verbessern“ (S.
152). Eine Geschwindigkeit kann nur erhöht oder verringert, nicht aber verbessert
werden.
26
Wenn all diese Beispiele angeführt werden, dann um zu veranschaulichen, mit
welcher Berechtigung im deutschsprachigen Glossar nur wenig auf das SSBS
Lehrmittel zurückgegriffen wurde: kohärente und klare Definitionen, die die
verschiedenen Begriffe eindeutig voneinander abgrenzen, sucht man hier fast
vergebens.
Was den Aufbau und die SSBS Snowboardtechnik angeht, so lässt sich Folgendes
sagen: Das Lehrmittel widmet sich sehr stark den physikalischen und mechanischen
Aspekten des Snowboardens, die aufgrund der Unverständlichkeit des Textes aber
bisweilen nicht entsprechend vermittelt werden können. Was den Ablauf und den
chronologischen Aufbau des Snowboardunterrichts betrifft, so findet sich in diesem
Buch relativ wenig, allerdings erhebt das Lehrmittel diesen Anspruch auch gar nicht.
Dennoch wäre es für Snowboardlehrer wünschenswert, einen Leitfaden zur Hand zu
haben, in dem der Snowboardunterricht chronologisch nach einzelnen Abschnitten
dargestellt und erklärt wird, wobei auf die jeweiligen Besonderheiten oder
Fehlerquellen aufmerksam gemacht wird, so wie das z.B. im DVS Lehrplan und im
ÖSV Lehrplan der Fall ist.
Überhaupt ist das Lehrmittel relativ wenig praxisorientiert und setzt stattdessen mehr
auf physikalisches Theoriewissen. Bewegungsabläufe wie das Rutschen mit quer
gestelltem Brett entlang der Falllinie oder das Schrägfahren, sowie die ersten
Schwünge stehen nicht in chronologischer Reihenfolge zueinander, sondern sind je
nach ihrer physikalischen Relevanz in die verschiedenen Kapitel unterteilt. Übungen
zum Erlernen von Bewegungsabläufen (wie. z.B. Schwunggirlanden, Schwung zum
Berg, Zick-Zack-Rutschen, etc.) fehlen gänzlich. Wie oben erwähnt, wird in diesem
Punkt deutlich, dass dem Lehrmittel der praktische Charakter fehlt, was bei einem
Lehrbuch für eine so praktische Tätigkeit wie der des Snowboardunterrichts als
großes Manko angesehen werden kann.
Was die Schwungtechnik betrifft, so ist der erste Schwung, den der
Snowboardanfänger lernt, der Grundschwung (SSBS 1999: 126) – der ganz gleich
dem Kurvenwechsel mit Vorausdrehen im DVS Lehrplan – mittels einer
Oberkörperrotation eingeleitet wird.
Danach folgt das so genannte Kippdrehen, ein Schwung bei dem keine aktive
Oberkörperrotation stattfindet, sondern der lediglich durch eine Bewegung des
Körperschwerpunkts entlang der Brettquerachse – also durch ein Kippen des
gesamten Körpers – ausgelöst wird. Dadurch kommt es zu einer passiven Entlastung
27
mittels derer das Board umgekantet werden kann (da die Entlastung und die
Querachsbewegung jedoch minimal sind, ist solch ein Schwung nur möglich, wenn
mit einer relativ hohen Geschwindigkeit gefahren wird, was den Snowboardanfänger
doch vor beträchtliche Probleme stellen dürfte). Danach folgt eine Beschreibung zum
Hochentlasten (Schwung wird mit gebeugten Beinen angefahren, zum Umkanten
erfolgt eine Hochentlastung herbeigeführt durch ein Strecken des Körpers) und zum
Tiefentlasten (Schwung wird in relativ gestreckter Haltung angefahren; zum
Umkanten wird das Brett tiefentlastet, indem die Beine gebeugt werden).
Danach folgen Bewegungsbeschreibungen zu einigen grundlegenden Freestyletricks
(Nose-Tailturn, Ollie, 180°, Backside Air etc.).
Zuletzt wird noch der Stoppschwung erklärt: „Ziel dieses Schwungs ist es, die
Vorwärtsfahrt zu verringern (sic!) oder komplett zum Stillstand zu bringen.
Eigentlich kein richtiger Schwung in Form einer Richtungsänderung wird hier mit
Gegendrehen und unter Ausnützung einer Entlastung durch Tiefgehen das Brett quer
zur Fahrtrichtung gestellt (sic!).“ (S. 155).
Insgesamt lässt sich aus dem SSBS Lehrmittel nicht wirklich eine spezifische
Schwungtechnik erkennen, vielmehr konzentriert man sich auf die physikalischen
und mechanischen Aspekte des Snowboardens.
5.4.4 CASI Reference Guide
Der Snowboardlehrplan CASI Reference Guide (2006) der Canadian Association of
Snowboard Instructors umfasst circa 150 Seiten und ist in folgende fünf Kapitel
unterteilt: Introduction, Teaching Theory, Technical Analysis, Teaching Progression,
Appendices.
Im Kapitel Introduction werden der CASI Verband sowie die
Ausbildungsmöglichkeiten zum CASI Snowboardlehrer vorgestellt. Das Kapitel
Teaching Theory befasst sich mit pädagogischen Aspekten bei der Vermittlung der
Snowboardtechnik; dabei werden Lehrtechniken und Unterrichtsformate vorgestellt.
Unter Technical Analysis werden die fünf grundlegenden Snowboardfertigkeiten
(fundamental snowboarding skills) behandelt, und zwar: stance & balance, pivoting
& steering, edging, pressure control, timing & coordination. Dabei wird wie auch im
DVS Lehrplan ausführlich erklärt, welche Bewegungsmöglichkeiten dem
Snowboarder auf und mit dem Snowboard zur Verfügung stehen und wie die
verschiedenen Bewegungen ausgeführt werden müssen, um den gewünschten Effekt
28
zu erzielen. Außerdem werden die vier verschiedenen Phasen eines Schwungs
vorgestellt: preparation, initiation, execution und completion of the turn. Unter dem
Punkt pressure control wird die Fähigkeit des Snowboarders beschrieben, die
Druckverteilung auf dem Snowboard gezielt zu verändern, und zwar durch
Bewegungen entlang der Längsachse des Boards (nose to tail pressure), entlang der
Querachse (edge to edge pressure), durch Hoch-/Tiefbewegungen (up and down
pressure) sowie durch Aufkanten (edging). Laut CASI Lehrplan basiert
Snowboarden auf nichts anderem als auf einer Mischung der oben erwähnten fünf
grundlegenden Fertigkeiten. Gleichzeitig dienen diese dem Snowboardlehrer als
Ansatzpunkt für mögliche Fehleranalysen und Verbesserungsvorschläge im
Unterricht.
Im selben Kapitel werden schließlich noch Driftschwünge (sliding turns) sowie
gecarvte Schwünge (carved turns) vorgestellt. Dabei werden die Driftschwünge je
nach Fortschritt eingeteilt in Beginner Turn, Novice Turn, Intermediate Sliding Turn
und Advanced Sliding Turn. In der untersten Kategorie, dem Beginner Turn, wird der
Schwung durch ein Vorausdrehen des Oberkörpers eingeleitet. Der Kantwechsel
erfolgt, wenn das Board parallel zur Falllinie steht. Beim Novice Turn wird der
Snowboardschüler mit dem Konzept der Hoch-Tiefbewegung vertraut gemacht: Der
Novice Turn wird eingeleitet durch eine Hochbewegung kombiniert mit einer
Oberkörpervordrehung. Der Kantwechsel erfolgt bereits kurz vor dem Überfahren
der Falllinie. Beim Intermediate Sliding Turn erfolgt beim Umkanten zusätzlich zur
Hochbewegung und Oberkörpervordrehung ein Beugen der Sprung-, Knie- und
Hüftgelenke hin zur Kurveninnenseite sowie ein „Hineinlegen in die Kurve“
(inclination). Dies ermöglicht eine bessere Kontrolle über das Board und einen
effizienteren Kantwechsel, der bei diesem Schwung bereits relativ früh erfolgt. Die
Kombination aus Drehbewegung der Sprung-, Knie- und Hüftgelenke und Aufkanten
wird im CASI Lehrplan als Steuern (steering) bezeichnet.
Beim Advanced Sliding Turn erfolgt eine Verfeinerung der erlernten Driftschwünge:
Mit dem Schwerpunkt auf Timing und Koordinierung aller erlernten Fertigkeiten
lernt der Schüler verschiedene Kurvenradien zu fahren und unterschiedliches
Gelände zu bewältigen, sowie den Kantwechsel bereits sehr früh im Schwung
herbeizuführen.
Auch die gecarvten Schwünge werden in entsprechender Weise in vier Kategorien
unterteilt: Basic Carved Turn, Intermediate Carved Turn, Advanced Carved Turn
29
und Down Un-Weighted Turn. Der Basic Carved Turn wird ebenso wie der Beginner
Turn durch ein Vorausdrehen des Oberkörpers ausgelöst, im Gegensatz zu diesem
aber nur auf der Kante gefahren. Beim Intermediate Carved Turn wird zusätzlich zur
Oberkörpervordrehung eine Hochbewegung benutzt, um den Schwung einzuleiten,
sowie ein Steuern durch Aufkanten und gleichzeitiges Beugen der Sprung-, Knie-
und Hüftgelenke, um den Schwung kontrolliert zu fahren. Beim Advanced Carved
Turn liegt der Schwerpunkt abermals auf dem Timing und der Koordinierung der
bisher gelernten Fertigkeiten für gecarvte Schwünge, um den Schwungradius zu
variieren. Der Down Un-Weighted Turn ist im Gegensatz zu allen bisher gelernten
Schwungformen ein Tiefschwung, d.h. mithilfe einer Tiefentlastung, erzeugt durch
explosives Tiefgehen, wird das Board kurzfristig vollkommen entlastet und
umgekantet. Mit einem dosierten Strecken der Beine wird der Schwung ausgesteuert.
Dieser Schwung wird für eine aggressivere Fahrweise sowie für das Befahren steiler
Hänge und Buckelpisten empfohlen.
Im Kapitel Teaching Progression erfolgt ein chronologischer Überblick über die
Inhalte des Snowboardunterrichts. Dabei werden der erste Umgang mit dem
Snowboard und erste Bewegungsübungen beschrieben. Danach erfolgt eine
detaillierte Beschreibung der zu vermittelnden Drift- und Carvingschwünge, mit
einer genauen Erklärung, wie der Snowboardlehrer beim Unterrichten der einzelnen
Schwünge konkret vorgehen sollte. Nach den Drift- und Carvingschwüngen erfolgt
ein Überblick über Freeride- und Freestyletechniken sowie über das Befahren
verschiedener Geländeformen und das Snowboarden bei unterschiedlichen
Schneebedingungen.
Im Kapitel Appendices finden sich insgesamt zehn Anhänge zu unterschiedlichen
Aspekten: Tipps und Übungen für den Snowboardunterricht, Besonderheiten beim
Unterricht mit Kindern, Sicherheit, Risikomanagement, Ausrüstung, Pflege und
Board-Tuning, Pädagogik, Fehleranalyse und Verbesserung des Fahrkönnens,
Erlebnisunterricht und schließlich noch ein Terminologieteil mit Definitionen zu den
wichtigsten Fachbegriffen.
Insgesamt lässt sich über den CASI Lehrplan sagen, dass er sehr praktisch orientiert
ist und für den Snowboardlehrer eine nützliche Basis und ein solides und
übersichtliches Referenzwerk darstellt.
30
5.4.5 BASI Snowboard Instructor Handbook
Das British Snowboard Instructor Handbook (Version 2.2) des BASI umfasst ca. 86
Seiten und ist in drei Kapitel unterteilt: The Fundamentals of Snowboard Technique,
The Snowboard Central Theme & Activities for the Central Theme, Beyond the
Snowboard Central Theme. Im ersten Kapitel werden die fünf grundlegenden
Elemente des Snowboardens (The Fundamental Elements) vorgestellt und
ausführlich beschrieben. Laut BASI sind dies: control (of speed and line),
adjustments (for snow and terrain), flow (balancing the forces of the curve and
terrain; fluency and ease; co-ordination and rhythm), steering (pressure control,
edge control, control of rotation), body management (posture, balance, movements).
Unter control werden Methoden zur Geschwindigkeitskontrolle vorgestellt sowie
zum Fahren unterschiedlicher Kurvenradii und Kurvenformen. Der Abschnitt
Adjustments beschreibt die Fähigkeiten des Snowboarders, die dieser benötigt, um
sein Fahrverhalten an verschiedene Schnee- und Geländebedingungen anzupassen.
Flow beschreibt einen Aspekt des Snowboardens, der sonst in keinem anderen
Lehrplan vorzufinden ist: Flow beschreibt das Fließenlassen der Kräfte durch
Ausrüstung und Körper und die aktive Wahrnehmung dieser Kräfte. Diese
Sensibilisierung dient als Instrument, entsprechend auf Veränderungen der
wirkenden Kräfte zu reagieren: Zunächst lernt der Schüler relaxed zu fahren, dann
alert, also bereit zu sein, um auf mögliche Veränderungen der wirkenden Kräfte
reagieren zu können, und schließlich lernt er responsive zu fahren, also durch
Feinanpassung seiner Bewegungen aktiv auf Veränderungen reagieren zu können.
Auch Koordinierung und Fahrrhythmus fallen unter diesen Bereich.
Im Abschnitt steering werden die verschiedenen Bewegungsmöglichkeiten auf und
mit dem Snowboard erklärt. Body Management liefert schließlich Informationen und
Tipps zur richtigen Grundhaltung auf dem Snowboard (sound posture).
Das zweite Kapitel (The Snowboard Central Theme) stellt einen
Orientierungsrahmen für Snowboardlehrer dar: Es beinhaltet den ersten Kontakt mit
dem Snowboard, die Gewöhnung an das Gerät (introductory activities), das
Rollerfahren (scooting), Fallen und Aufstehen, das Gleiten in der Falllinie (straight
running), das Seitrutschen (side-slipping), die falling leaf Übung, das Liftfahren
(using lifts), die garland Übung, Schrägfahren (skidding, traversing), den ersten
Schwung (basic turn) und das Aneinanderreihen von Einzelschwüngen (standard
turn).
31
Im BASI Lehrplan wird beim ersten Schwung, den der Snowboardschüler lernt
(basic turn) der Kantwechsel mit Hilfe des Tordierens (pedalling) herbeigeführt.
Dabei werden sukzessiv zuerst die Sprunggelenke sowie die Schienbein- und
Wadenmuskulatur des Standbeins und schließlich des Spielbeins eingesetzt, um eine
Belastungsverlagerung von einer Kante auf die andere Kante zu bewirken.
Das pedalling läuft folgendermaßen ab: Zuerst erfolgt eine Belastungsverlagerung
beim vorderen Fuß von der belasteten Kante auf die unbelastete Kante um das Board
in die Falllinie zu bringen (das Brett wird tordiert); dann folgt die gleiche
Belastungsverlagerung beim hinteren Fuß, um den vollständigen Kantwechsel
herbeizuführen. Das Gewicht liegt dabei vor allem auf dem vorderen Bein und der
gesamte Körper wird ein wenig in die neue Kurve hineingelegt, um den
Kurvenwechsel zu unterstützen. Es erfolgt jedoch kein Vorausdrehen des
Oberkörpers!
Im dritten Kapitel Beyond the Central Theme werden weiterführende Techniken
behandelt, wie das Carven, das Befahren steiler Hänge, das Buckelpistenfahren, das
Snowboarden bei unterschiedlichen Schneebedingungen und verschiedene
Freestylemanöver (inklusive Glossar zu verschiedenen Freestyletricks).
5.4.6 AASI Snowboard Manual
Das Snowboard Manual (1998) der American Association of Snowboard Instructors
umfasst 138 Seiten und gliedert sich in folgende neun Kapitel: Snowboard Teaching
System, Learning Concepts, Teaching Concepts, Teaching Beginners, Service
Concepts, Equipment, Kinesiology, Sample Action Plans, Glossary.
Im Kapitel Snowboard Teaching System (STS) gibt der Lehrplan Überblick über die
Methodik des AASI Snowboardunterrichts. Das STS ist ein instrumenteller Rahmen
für Snowboardlehrer, das sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzt: das
Riding Model (Freestyle, Freeride, Alpine/Carving) veranschaulicht die
verschiedenen Snowboardfahrstile, die movement and performance concepts
definieren die Bewegungen auf und die Interaktionen mit dem Schnee, die learning
concepts geben einen Überblick darüber, wie Lernen funktioniert, die teaching
concepts geben einen Überblick über das Unterrichten an sich sowie praktische Tipps
und die Service Concepts sind, wie der Name verrät, serviceorientierte Tipps, um den
Snowboardunterricht für den Kunden zum Erlebnis werden zu lassen.
32
Die movement and performance concepts behandeln also die grundlegenden
Bewegungen auf und mit dem Snowboard (fundamental movements), die laut AASI
Lehrplan aus rotation und flexion/extension bestehen. Die Bewegungsrichtung des
Snowboarders wird von der Schnittstelle Snowboard/Schnee bestimmt. Diese wird
von den folgenden vier Faktoren beeinflusst: edge angle (tilt), torsional flex (twist),
rotation (pivot), pressure distribution (represents how the rider’s weight and any
additional pressure are applied along the length of the snowboard.) (S. 19). Nach
diesen allgemeinen Einführungen zu Methodik und Snowboardtechnik, folgt im
Kapitel Teaching Beginners eine Anleitung zum Anfängerunterricht und eine
Zusammenfassung über die ersten Bewegungen des Schülers auf und mit dem
Snowboard. Darunter fällt das Erklären der Ausrüstung (equipment) und der
Grundhaltung (effective posture), das Üben der verschiedenen
Bewegungsmöglichkeiten, das Rollerfahren (skating), das Gleiten (straight glides),
das Anhalten (stopping), das Liftfahren (riding the lifts), das Seitrutschen auf der
Backside und der Frontside des Snowboards (heel and toe slips), das Schrägfahren
(traverse) und das Zick-Zack-Rutschen (falling leaf).
Im Kapitel Kinesiology werden biomechanische und physiologische Grundlagen
erklärt.
Die sample action plans geben dem Snowboardlehrer schließlich praktische
Unterrichtsvorlagen für die folgenden Unterrichtseinheiten in die Hand: first lesson,
basic turn, basic switch turn, 180° flat spin, dynamic skidded turn, jumping, grabs,
ollies, carving, 180s, 360s, introduction to powder, introduction to halfpipe,
introduction to bumps, introduction to steeps.
Am Ende des Lehrplans gibt es schließlich noch ein ausführliches Glossar zu den
wichtigsten Begriffen.
Zur AASI Snowboardtechnik lässt sich sagen, dass sie der Snowboardtechnik des
BASI stark ähnelt: Der erste vom Snowboardschüler zu erlernende Schwung (basic
turn) erfolgt – ebenso wie das der BASI Lehrplan vorsieht – durch ein Tordieren des
Brettes (twist) und anschließendes aktives Steuern aus den Sprung-, Knie- und
Hüftgelenken heraus. Anders als im deutschen oder kanadischen Lehrplan erfolgt
kein Vorausdrehen des Oberkörpers. Diese Technik des Tordierens und aktiven
Steuerns aus den Sprung-, Knie- und Hüftgelenken bildet die Grundlage aller darauf
folgenden Schwünge. Die Hoch-/Tiefbewegung (flexion and extension) spielt dabei
eher eine untergeordnete Rolle; sie wird zwar angesprochen, dient aber mehr der
33
Anpassung des Kantendrucks zum Zwecke der Stabilisierung als dem Auslösen des
Schwungs selbst.
Insgesamt ist der AASI Lehrplan ein relativ praktisch orientierter Leitfaden für
Snowboardlehrer, mit starkem Fokus auf Kundenorientiertheit und Erlebniswert des
Snowboardunterrichts.
5.4.7 APSI Snowboard Teaching Manual
Das APSI Snowboard Teaching Manual (2006) der Australian Professional
Snowsports Instructors ist 206 Seiten stark und in folgende elf Kapital untergliedert:
Customer Service, Responsibilities to the Group and Minimising Risk, Your Personal
Responsibilities, Teaching Concepts, Technical Concepts, the Alpine Progression,
Teaching Children, Teaching Riders with a Disability, History, Equipment and
Maintenance, Our Environment.
Im fünften Kapitel Technical Concepts werden die für das Snowboarden relevanten
Grundlagen der Anatomie, der Biomechanik und der Physik erklärt, bevor im selben
Kapitel schließlich auf die vier snowboarding skills (S. 72) eingegangen wird:
- Stance (the way you stand on your snowboard)
- Rotary (the way you turn your snowboard)
- Edging (the way you tip your snowboard over)
- Pressure control (the ability to manage pressure to make turns and deal
with changes in terrain and snow conditions).
Unter dem Abschnitt Stance (S. 73) wird der basic stance definiert:
In snowboarding, the basic stance is the position from which you
can most easily and effectively make all movements that are needed
to steer and control your board.
Danach werden die Bewegungsmöglichkeiten rotary movements (Drehbewegungen)
und edging movements (Kantbewegungen) beschrieben. Unter dem Oberbegriff
pressure control werden schließlich alle Bewegungen zusammengefasst, die
notwendig sind, um die sich stetig verändernden Druckverhältnisse für sich nutzen
und das Gleichgewicht wahren zu können. Unter diesen Oberbegriff fallen somit die
Vertikalbewegungen (up un-weigting, down un-weighting), die Bewegungen entlang
34
der Brettlängsachse (leverage – fore/aft) sowie der Belastungswechsel entlang der
Brettquerachse (weight transfer – lateral).
Im sechsten Kapitel The Alpine Progression findet sich eine Sammlung von
Übungen, die dem Snowboardlehrer als Werkzeug dienen sollen, um aus dem
Snowboardanfänger einen fortgeschrittenen Fahrer zu machen. Dabei wird unter der
jeweiligen Überschrift in Form von Fragen und Antworten erklärt, wie der jeweilige
Bewegungsablauf funktioniert, warum er gelehrt wird und in welchem Gelände. Die
Safety Considerations geben jeweils Hinweise zu Sicherheitsaspekten, unter dem
Untertitel The Progression folgen Übungen um einen Bewegungsablauf zu festigen
und perfektionieren und unter Discussion folgen weitere spezifische Hinweise
bezogen auf den jeweiligen zu erlernenden Bewegungsablauf. In dieser Form werden
die folgenden Module behandelt und beschrieben: equipment familiarisation, stance,
becoming mobile (skating), straight gliding, direction change, riding lifts, getting up,
side slipping, falling leaf, skidded traverse, garlands, basic turns, basic linked turns,
basic airs.
Was den ersten zu erlernenden Schwung betrifft, so nennt sich dieser im APSI
Lehrplan basic turn und wird technisch folgendermaßen umgesetzt:
From a skidded traverse use subtle rotation of the leading hip and
rise up to release the edge by moving the centre of mass forward
and over the board. Once the board has flattened, move the centre
of mass to the inside of the turn rolling slowly onto the new edge
and rotate in the desired direction. To complete the turn sink down
again, creating a platform and resume skidded traverse. Rotation
of upper body should be minimal and only serves to enhance lower
body rotation and keep up with the turning of the legs.
[...] The instructor should show a clear demonstration of an up un-
weighted turn in a continuous flowing movement to again assist in
feeling comfortable to commit to fall line.
(APSI 2006: 97)
Aus dieser Beschreibung geht hervor, dass der basic turn auf einem Vorausdrehen in
Fahrtrichtung der Sprung-, Knie- und Hüftgelenke sowie auf einer Hochentlastung
beruht und nur minimal bzw. gar nicht auf ein Vorausdrehen des Oberkörpers
35
zurückgreift. Vielmehr werden bereits in diesem frühen Stadium die
Vertikalbewegung und ein Hineinlegen in die Kurve gelehrt.
Die nächste Stufe, die refined turns, stellen die Feinform des basic turn dar und
gestalten sich technisch in etwa gleich, nur dass bei einem refined turn vermehrt auf
eine progressive hangausgleichende Bewegung (angulation) geachtet wird sowie auf
feine steuernde Bewegungen aus den Sprung- und Kniegelenken heraus, um mehr
Kontrolle über den Schwung zu haben.
Danach erfolgt eine Beschreibung der short turns (Kurzschwünge), die laut APSI vor
allem mittels Hochbewegung sowie Bewegungen aus Sprung- und Kniegelenken
umgesetzt werden. Insgesamt resultiert dies in einem aktiven Steuern aus dem
Unterkörper heraus, während der Oberkörper verhältnismäßig ruhig bleibt.
Erst nach der Buckelpistentechnik (Introduction to moguls) wird schließlich die
Technik des Schneidens (Carving) erklärt: Das Fahren auf der Kante erfolgt dabei
durch eine Mischung aus Ganzkörperkippen (inclination), also ein Hineinlegen des
Körpers in die Kurve, und Kniekippen (angulation), also ein Drücken der Knie in
Richtung Kurvenmittelpunkt, um den Aufkantwinkel zu erhöhen, sowie mittels einer
leichten Drehbewegung aus den Hüften heraus. Vertikalbewegungen werden dabei
zum Variieren der Druckverhältnisse und damit des Kurvenradius’ eingesetzt.
Danach folgt eine Reihe an Freestyle-Tricks. Im Unterkapitel Advanced
Progressions werden die bisher gelernten Schwünge aufgegriffen, um diese in einer
dynamischeren Fahrweise umzusetzen, also mittels verbesserter Kanten- und
Druckkontrolle und mit höherer Geschwindigkeit (dynamic short turns,
extension/retraction turns, advanced moguls, dynamic carved long turns, dynamic
carved racing turns). Allgemein wird ein dynamisches Fahren durch einen
vermehrten Einsatz der Sprung- und Kniegelenke erreicht, die mittels schneller und
exakter Bewegungen ein aktives Steuern des Snowboards ermöglichen.
Im siebten und achten Kapitel wird ausführlich auf die besonderen Bedürfnisse von
Kindern und Menschen mit Behinderungen im Snowboardunterricht eingegangen,
bevor schließlich in den letzten beiden Kapiteln Ausrüstung und umweltbezogene
Aspekte behandelt werden.
Insgesamt ist das APSI Snowboard Teaching Manual ein sehr umfassendes,
ausführliches und praktisch orientiertes Lehrwerk. Zur APSI Snowboardtechnik lässt
sich zusammenfassend sagen, dass sie stark auf dem aktiven Einsatz von Sprung-
36
und Kniegelenken beruht sowie auf Vertikalbewegungen zur Schwungauslösung
zurückgreift
5.4.8 NZSIA Snowboard Instructors Guide
Der Snowboard Instructors Guide 2005 der Snowboarddivision des
neuseeländischen Skilehrerverbandes NZSIA umfasst 125 Seiten und ist in die drei
Abschnitte Teaching Theory, Teaching Progressions und Advanced Teaching
Progressions mit insgesamt 12 Kapiteln unterteilt. Der erste Abschnitt besteht aus
den Kapiteln The Teaching Guide, Movements of Snowboarding und The Snowboard
Turn.
Unter Movements of Snowboarding werden zunächst grundlegende Dinge wie der
Körperschwerpunkt (centre of mass, COM) und die Grundstellung auf dem
Snowboard (action-ready stance) erklärt, bevor auf die vier grundlegenden
Bewegungsmöglichkeiten eingegangen wird (vertical movements, lateral movements,
longitudinal movements, rotational movements). Unter movement options werden die
verschiedenen Ausführungsoptionen beschrieben, die dem Snowboarder bei den vier
Bewegungsrichtungen jeweils zur Verfügung stehen. So kann die Vertikalbewegung
(vertical movement) entweder eine Hoch- oder eine Tiefbewegung sein, je nach
Könnensstufe des Snowboardschülers. Bei den Kantbewegungen (lateral
movements) kann sich der Snowboarder - je nach gewünschtem Effekt - dafür
entscheiden, entweder seine Sprung- und Kniegelenke zu beugen bzw. strecken,
seine Hüfte/Wirbelsäule entlang der Boardquerachse nach hinten bzw. vorne zu
bewegen, oder sich komplett in die Kurve hineinzulegen und damit seinen ganzen
Körper als Hebel zu benutzen, um den Kantwinkel zu vergrößern. In diesem
Zusammenhang werden auch die Begriffe inclination und angulation erklärt:
inclination beschreibt die Verlagerung des Körperschwerpunkts entlang der
Brettquerachse in einer relativ gestreckten Position, während angulation die
Bezeichnung für die gleiche Bewegung allerdings in gebeugter Position, ist. Auch
noch unter die lateral movements fällt das Tordieren des Brettes (twisting or
pedalling of the board), das durch aufeinander folgende Bewegungen zuerst des
vorderen Fußes und dann des hinteren Fußes erfolgt. Bei den Bewegungen entlang
der Boardlängsachse (longitudinal movements) wird abermals beschrieben, welcher
Effekt jeweils erzeugt wird, wenn diese Bewegungen entweder in den Sprung-, den
Knie- oder den Hüftgelenken erfolgen.
37
Bei der Rotationsbewegung wird unterschieden zwischen counter rotaion, upper
body rotation und lower body rotation.
Im dritten Kapitel, The Snowboard Turn, werden Konzepte wie turn size und turn
shape sowie turn types beschrieben. Bei letzteren wird unterschieden zwischen basic
turns und dynamic turns:
Basic turns are turns where the edge change occurs while the legs
are at their most extended.
Dynamic turns are turns where the edge change occurs when the
legs are at their most flexed.
(NZSIA 2005: 2.28)
Im zweiten Abschnitt wird der basic skidded turn - der erste zu erlernende Schwung
im NZSIA Lehrplan – vorgestellt, für den folgender Bewegungsablauf vorgesehen
ist:
The student will torsionally twist the tip of the board down the hill
at initiation, using the front knee and foot. This releases the uphill
edge at the tip and allows gravity to pull the board towards the fall
line. As the nose of the board approaches the fall line, we move
laterally through the back knee and foot to complete the edge
change. At this point the COM moves smoothly over the new edge.
(NZSIA 2005: 2.28)
Aus dieser Beschreibung geht hervor, dass die verwendete Snowboardtechnik jener
des BASI und des AASI stark ähnelt: Der Schwung wird durch ein Tordieren des
Brettes ausgelöst und nicht etwa durch ein Vordrehen des Oberkörpers, wie an
anderer Stelle noch einmal explizit vermerkt wird:
Movement is initiated by the feet and co-ordinated with the body to
turn the board. Students tend to turn the upper body in order to aid
the initiation of the turn. This is slow and can cause an edge catch.
(NZSIA 2005: 2.28)
In weiterer Folge werden Bewegungsabläufe und Übungen beschrieben, um die
gelernten Einzelschwünge miteinander zu verbinden (linking skidded turns) und um
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den fortgeschrittenen Snowboardschüler langsam an das Carven heranzuführen
(edged traverse, edged arcs, edged c turns, linking edged turns).
Der gecarvte Schwung wird ebenfalls wie der basic skidded turn über ein Tordieren
des Brettes ausgelöst, mit dem Unterschied, dass der gecarvte Schwung nur auf der
Kante gefahren wird. Der erhöhte Aufkantwinkel wird durch ein vermehrtes Beugen
der Sprung-, Knie- und Hüftgelenke erreicht. Vertikalbewegungen werden nur zum
Ausbalancieren der sich ändernden Druckverhältnisse benutzt und nicht zur
Schwungauslösung selbst. (vgl. NZSIA 2005: 2.41f)
Nachdem in Kapitel acht, Basic Freestyle, des zweiten Abschnitts einige
grundlegende Freestyle-Manöver (the ollie, straight airs, flatland 360s, nose
rolls/tail rolls, 180 airs) und deren Bewegungsabläufe beschrieben werden, folgen
im dritten Abschnitt, Advanced Teaching Progressions, schließlich weiterführende
Snowboardtechniken, wie die dynamic turns und das situational snowboarding, also
das Snowboarden unter verschiedenen Schneebedingungen und in unterschiedlichem
Gelände (steeps, bumps, trees). In Kapitel elf, The Principals of Form, folgt
schließlich noch eine vertiefte Darstellung der physikalischen Kräfte, die auf den
Snowboarder wirken und wie er sich diese durch die Anpassung seines
Fahrverhaltens (speed, power, timing, range of movements, co-ordination) effizient
zu Nutze machen kann. Dieses Konzept ähnelt wiederum dem TURI-System aus
dem DVS Lehrplan: Timing (Wann, wie lange?)“, „Umfang (Wie weit?)“, „Richtung
(Wohin?)“ und „Intensität (Wie kraftvoll, wie schnell?).“ (DVS 2003: 13).
Das letzte Kapitel bietet ein kurzes Glossar mit den wichtigsten Begriffen des
Lehrplans.
5.5 Zusammenfassung
Insgesamt lässt sich aus diesem Überblick erkennen, dass jeder Lehrplan einen
eigenen Ansatz und eine eigenständige Snowboardtechnik mit unterschiedlichen
Schwerpunkten verfolgt. Folglich lassen sich die Begriffe und deren Benennungen ab
einem gewissen Punkt nur noch zu einem bestimmten Grad einander gleichsetzen.
Genau dies stellte die größte Herausforderung beim Erstellen der vorliegenden
Arbeit dar und bereitete die meisten Probleme.
Wie eingangs erwähnt, verfolgt die vorliegende Arbeit das Ziel, ein neutrales und
lehrplanunabhängiges Glossar in den Sprachen Deutsch und Englisch zu den
39
Quote paper:
MMMag. Phil. Daniela Fettig, 2008, Snowboarden Lehren, Munich, GRIN Publishing GmbH
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