Inhaltsverzeichnis 1
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
Abbildungsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Freiwilligenarbeit 4
2.1 Begriff 4
2.2 Konkretisierung des Begriffs 4
2.3 Bedeutung der Freiwilligenarbeit 6
2.4 Freiwilligenarbeit in Deutschland 8
2.4.1 Jugendliche 10
2.4.2 Frauen und Männer 10
2.4.3 Ältere Menschen 10
2.4.4 Arbeitslose 11
2.4.5 Migrantinnen und Migranten 11
3. Motive der Freiwilligenarbeit 12
3.1 Altruistische Motive 12
3.2 Egoistische Motive 14
3.3 Multifunktionalität der Motive 16
3.4 Wandel der Motive in Abhängigkeit des Alters der Engagierten 17
3.5 Motive der Volunteers der UEFA Europameisterschaft 2008 19
4. Motivation 21
4.1 Bedeutung der Motivation für die Arbeit mit Freiwilligen 21
4.2 Motivationstheorien 22
4.2.1 Maslow´sche Bedürfnispyramide. 22
4.2.2 Zwei-Faktoren-Theorie 23
4.3 Die Umsetzung der Motivationstheorien bei Mega-Events 25
5. Organisation und Schulung 29
5.1 Planung und Organisationsstruktur 29
5.2 Schulung und Teambuilding 37
5.2.1 Schulung der Volunteers der FIFA Weltmeisterschaft 2006 37
5.2.2 Teambuilding 40
6. Handlungsleitfaden 42
7. Fazit 48
Literaturverzeichnis 50
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 - Freiwillige Engagierte nach Erwerbsstatus
Abbildung 2 - Vorteile durch Volunteering
Abbildung 3 - Motive in Abhängigkeit des Alters
Abbildung 4 - Darstellung Hygiene- und Motivationsfaktoren
Abbildung 5 - Volunteer-Life-Cycle
Abbildung 6 - Zeitplan des Volunteerprogramms der UEFA EURO 2008
Einleitung 3
1. Einleitung
Ein freiwillig Engagierter entscheidet sich ganz selbstständig für seine Helfertätigkeit. Volunteers oder auch freiwillige Helfer opfern ihre Freizeit einer gemeinnützigen Organisation, einem Sportverein, sozialen Institutionen oder sie arbeiten für Großveranstaltungen. Diese Menschen nutzen ihr Können und ihre Fähigkeiten um anderen Menschen zu helfen, für die Mitgestaltung des Gesellschaftsbildes oder auch aufgrund anderer Motive. Ohne den Einsatz von unbezahlten Mitarbeitern wären viele Aufgaben und Funktionen in den Städten und Gemeinden nicht zu bewältigen. Auch die Durchführung von Mega-Events, wie zum Beispiel eine Fußball-Weltmeisterschaft oder des Weltjudentages, ist ohne den Einsatz von Volunteers undenkbar.
Für solche Großveranstaltungen haben Volunteers eine außerordentlich große Bedeutung. Sie prägen die Atmosphäre des Events sehr entscheidend und können durch den direkten Kontakt zu den Gästen der Veranstaltung einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Michael Platini, UEFA-Präsident, äußerte sich zum Thema Volunteers im Rahmen der UEFA Euro 2008 wie folgt: „Sie sind oft die erste Anlaufstelle für Tausende von in-und ausländischen Fans. Ihr Wissen und ihre Begeisterung sind die Visitenkarte der Veranstaltung.“. Für Franz Beckenbauer sind die Event-Volunteers sogar „… die wahren Helden des Turniers…“ 1 .
Grundlegende Erfolgsfaktoren für jede Veranstaltung sind eine hohe Motivation und ein starkes Engagement bei den Freiwilligen. Darüberhinaus ist es wichtig die Beweggründe der Volunteers für ihren Einsatz zu erkennen und darauf einzugehen.
Diese Bachelor-Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der Freiwilligenarbeit, den Motiven und Motivationen der Volunteers. Anhand literarischer Grundlagen werden die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Volunteereinsatz bei Großveranstaltungen herausgestellt. Als Zusammenfassung dieser Arbeit wurde ein Handlungsleitfaden erstellt, der die effektive Planung und Organisation eines Volunteerprogramms skizziert.
1 Homepage der UEFA - Pressemitteilung, http://de.euro2008.uefa.com/newsfiles/564708.pdf (06.04.2009)
Freiwilligenarbeit 4
2. Freiwilligenarbeit
2.1 Begriff
Die eindeutige Definition der Freiwilligenarbeit ist nur erschwert möglich, da es keine einheitliche Terminologie gibt. Zwar gibt es eine Vielzahl an Literatur, die sich mit dem Begriff „Freiwilligenarbeit“, „Ehrenamt“ oder „freiwilliges Engagement“ auseinander setzen, jedoch unterscheiden sie sich hinsichtlich der Verwendung der Begrifflichkeit oder auch in Hinblick auf den Umfang der Terminologie. Rauschenbach beschrieb diesen Kasus treffend: „Wenn wir darüber reden, meinen wir alle das Gleiche - und jeder etwas anderes. Freiwilliges Engagement, unentgeltliche Arbeit, persönliche und spontane Hilfe abseits öffentlicher Märkte und Organisationen, uneigennützige Mitarbeit von nicht eigens ausgebildeten Personen, eine auf Freundschaft, Betroffenheit oder religiös-caritativer Überzeugung beruhende Hilfe oder dergleichen mehr. Dies alles ist das Ehrenamt auch - und es ist es doch nicht. Oder zugespitz formuliert: Die Dynamik der Diskussion um das soziale Ehrenamt lebt davon, dass sie Gleiches mit Ungleichem vergleicht.“ 2 . Diese Konturlosigkeit des Begriffs führt bei repräsentativen Erhebungen selbstverständlich auch zu unterschiedlichen Messkonzepten und ein Vergleich einzelner
Umfragenergebnisse ist dadurch nur schwer möglich 3 .
2.2 Konkretisierung des Begriffs
Der Begriff der ehrenamtlichen Tätigkeit wird nach Badelt wie folgt definiert: „Unter Freiwilligenarbeit werden unbezahlte (d.h. ohne direktes Entgelt erbracht) Arbeitsleistungen für produktive Zwecke außerhalb des Haushaltes verstanden.“ 4 . Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff „Freiwilligenarbeit“ mit „Ehrenamt“ und „freiwilliges Engagement“ gleichgesetzt. Das Englische Äquivalent dieser Begrifflichkeit ist „volunteer labour“ oder „volunteer work“.
2 Rauschenbach, T., Müller, S., Otto, U. (1992) in: Müller, S., Rauschenbach, T. (Hrsg.), 2.Aufl., München, S. 223
3 Vgl. May, M. (2008), Bern, S. 3
4 Badelt, Ch. (1985), 1.Auflage, Frankfurt a. M., S.7
Freiwilligenarbeit 5
Wilson umschreibt den Begriff des freiwilligen Engagements folgendermaßen: „Volunteering means any activity in which time is given freely to benefit another person, group or organization.” 5 .
Zu den in Wilsons angesprochenen Organisationen gehören Verbände, Vereine, Stiftungen, Kirchen, Nicht-Regierungsorganisationen und
Bürgerinitiativen. All diese zählen zu Non-Profit-Organisationen deren Tätigkeit als wesentliche Grundlage des Dritten Sektors gilt. Solche Dritten-Sektor-Organisationen oder Non-Profit-Organisationen grenzen sich von Markt und Staat ab, indem sie nicht gewinnorientiert handeln und nur ein geringes Maß an Amtlichkeit aufzeigen.
Eine weitere Definition, laut Süssmuth, beschreibt die ehrenamtliche Tätigkeit weitreichend als “jede freiwillig erbrachte, nicht auf Entgelt ausgerichtete, außerberufliche Tätigkeit (…), die am Gemeinwohl orientiert ist, auch wenn die für den Einzelnen erbracht wird“ 6 .
Allerdings gibt es verschiedenen Alternativen freiwilliges Engagement dem Gemeinwohl, also der Gesellschaft bereitzustellen. Ammann schildert vier Formen, wie eine Person eine solche Tätigkeit zugunsten der Allgemeinheit erfüllen kann: „In Form von Arbeit, Geld, Naturalien/ Infrastruktur oder Prestige. Geld wird meist gespendet oder als Geschenk weitergegeben. Zu den Naturalien/ Infrastruktur wird beispielsweise das Sammeln von alten Kleidern für gemeinnützige Zwecke gezählt. Hat sich eine Person eine anerkannte Stellung in der Gesellschaft aufgebaut, kann sie dieses erworbene Prestige gezielt einsetzten. Hierbei sei an das zur Verfügung stellen des eigenen Namens in öffentlichen Aufrufen zu denken.“ 7 .
Obwohl sich alle aufgeführten Definitionen unterscheiden, kann man durch die Aufzählung der Gemeinsamkeiten den Begriff „Freiwilligenarbeit“
zusammenfassend definieren als eine freiwillige Tätigkeit, die sich durch das Fehlen einer direkten monetären Gegenleistung von anderen Arbeiten abgrenzt und die außerhalb des eigenen Haushalts, meist im Rahmen von Vereinen, Initiativen oder Organisationen erbracht wird.
Dabei ist zu beachten, dass das Merkmal der fehlenden direkten monetären Gegenleistung zwar ein Abgrenzungskriterium ist, jedoch kann es nicht
5 Wilson, J. (2000), S.26
6 Süssmuth, R. (o.J.), in Walchshofer, M. (2002), Wien, S.59
7 Ammann, H. (2004), Zürich, S. 13
Freiwilligenarbeit 6
gleichgesetzt werden mit anderen Arbeiten (z.B. Hausarbeit), die ebenfalls unentgeltlich vollbracht werden 8 .
Andererseits zeichnet sich freiwilliges Engagement nicht nur durch die unbezahlte Arbeit und den damit verbundenen Zeitaufwand aus, sondern auch dadurch, dass diese Tätigkeit prinzipiell auch von anderen Personen ausgeführt und potenziell bezahlt werden könnte. Denn fast alle Tätigkeiten, die von unbezahlten Freiwilligen geleistet werden, findet man auf dem Markt auch als bezahlte Dienstleistung wieder: es gibt professionelle Sozialhelfer, Freiwillige Feuerwehrmänner, berufliche Entwicklungshelfer und angestellte Sportmanager.
Diese Koexistenz von bezahlter und unbezahlter Arbeit schafft ein Spannungsfeld, in dem sowohl die freiwillige Tätigkeit als auch die dazugehörige Anstellung unter Rechtfertigungsdruck geraten 9 . Aus diesem Grund wird im folgenden Abschnitt auf die Bedeutung des freiwilligen Engagements eingegangen und die Wichtigkeit dieser gemeinnützigen Tätigkeiten zahlenmäßig verdeutlicht.
2.3 Bedeutung der Freiwilligenarbeit
Was wäre, wenn keine Freiwilligenarbeit geleistet werden würde? Dann würden unzählige Breitensportvereine schließen, viele soziale Institutionen könnten den Bedürftigen nicht mehr ausreichend Hilfe leisten und Unterstützung bitten. Darüberhinaus würde das vielfältige kulturelle Freizeitangebot äußerst eingeschränkt werden und manche politische Institutionen würden aus den Fugen geraten. Denn es gibt keinen Lebensbereich, von Sport über den sozialen Bereich bis hin zu Politik und Umweltschutz, der nicht ohne die Arbeit von Freiwilligen auskommen würde.
Dieses dichte Netz von Organisationen, Vereinen und Verbänden gestaltet die lokale und gesellschaftliche Infrastruktur in den Städten und Orten maßgeblich mit. Desweiteren zeichnet sich der Dritte Sektor durch eine erstaunliche Wirtschaftskraft aus und besitzt, mit einem Anteil von knapp fünf Prozent an
8 Vgl. Walchshofer, M. (2002), Wien, S.59
9 Vgl. Wenzl, R. (2006), Konstanz, S.2
Freiwilligenarbeit 7
der Gesamtbeschäftigung des Landes, eine beachtliche arbeitsmarktpolitische Bedeutung 10 .
Die Antwort der Bundesregierung auf die große Anfrage der Fraktionen CDU/ CSU und FDP vom 01. Oktober 1996 trägt den Titel „Die Bedeutung ehrenamtlicher Tätigkeiten für unserer Gesellschaft“ und gibt unter anderem Aufschluss über die zeitliche Beanspruchung eines freiwilligen Engagierten: Die durchschnittliche wöchentliche Arbeit eines ehrenamtlich tätigen Mitbürger beträgt 4,5 Stunden (ohne die dazugehörige Wegezeit). Der Deutsche Naturschutzring e.V. gab an, dass von den Mitgliedern rund 6 Wochenstunden ehrenamtliche Tätigkeit verrichtet werden. Noch deutlicher sind die Zahlen der Sportvereine. Dort werden in den alten Bundesländern 323 und in den neuen Bundesländern 369 Stunden monatlich durch freiwillige Mitarbeiter geleistet 11 .
Zwar sind diese Angabe aus dem Jahr 1996 allerdings ist die Tendenz des freiwilligen Engagements der Deutschen steigend: Die Engagementquote von 34% im Jahr 1999 stieg auf 36% im Jahr 2004 12 . Verdeutlicht wurde jedoch, dass das ehrenamtliche Engagement einen sehr hohen Stellenwert besitzt und die Arbeit vieler Vereine, Organisationen und Verbände ohne die Hilfe der Freiwilligen undenkbar wäre.
10 Vgl. Zimmer, A., Priller, E. (2001), in Zimmer, A. (2002), Münster, S. 6
11 Vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (1996) Bonn, S. 15
12 Vgl. TNS Infratest Sozialforschung (2005), München, S. 15
Freiwilligenarbeit 8
2.4 Freiwilligenarbeit in Deutschland
Die Bundesrepublik Deutschland ist im Bereich der Freiwilligenarbeit im internationalen Vergleich in eine führende Gruppe entwickelter Länder einzuordnen 13 . Zwar liegt Deutschland innerhalb dieser Gruppe im vorderen Mittelfeld, und deutlich hinter den Länder USA, Kanada, Norwegen, Schweden und den Niederlanden, allerdings stieg die Zahl der freiwillig Engagierten in unserem Land in den letzte Jahren um mehrere Prozent. Der Freiwilligensurvey des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beschäftigt sich mit dem Trend der Freiwilligenarbeit in Deutschland zwischen 1999 und 2004. Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen freiwillig Engagierte, die in der repräsentativen Trenderhebung beschrieben werden als „Bürgerinnen und Bürger, die über eine teilnehmende öffentliche Aktivität hinaus ein höheres Maß an Verantwortung übernehmen und sich freiwillig in Form der Übernahme von Aufgaben, Ämtern und Arbeiten binden“. Als freiwillig Engagierte gelten z.B. Feuerwehrleute, Jugendtrainer, Helfer im sozialen und kirchlichen Bereich, in Kultur- und Freizeiteinrichtungen, im Umwelt- und Tierschutz, engagierte Eltern in Kindergärten und Schulen und viele weitere Freiwillige, die in anderen Funktionen und Gebieten tätig sind. Der größte Engagementbereich bleibt „Sport und Bewegung“ mit 11% sowohl 1999, als auch 2004. Ebenfalls beliebt sind freiwillige Tätigkeiten in Schulen und Kindergärten und im Bereich „Kirche und Religion“ mit einer Engagementquote von 7% und 6% im Jahr 2004. Die Freiwilligenarbeit im sozialen Bereich ist jedoch am stärksten gewachsen. So ist das Engagement in Jugend- und Bildungsarbeit oder Schulen und Kindergärten um bis zu 1,5% angestiegen, in diesen Feldern engagieren sich besonders weibliche Freiwillige.
Der Anteil von freiwillig Engagierten an der Bevölkerung ab 14 Jahren umfasste im Jahr 1999 noch 34% und vergrößerte sich bis 2004 auf einen Anteil von 36%. Jedoch ist nicht nur die Engagementquote sondern auch die Intensität der
13 Die folgenden Ausführungen dieses Kapitels beziehen sich auf TNS Infratest Sozialforschung (2005), S. 17ff.
Freiwilligenarbeit 9
Freiwilligenarbeit gestiegen. Die Prozentzahl der Helfer, die mehr als eine Funktion übernommen haben, ist von 37% auf 42% angewachsen. Auch das Engagementpotenzial hat sich merklich erhöht. Dies bedeutet, dass die Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit derjenigen Menschen, die bisher nicht engagiert sind („externes Engagementpotenzial“) angestiegen ist.
Darüberhinaus wächst das Bedürfnis der bereits freiwillig Engagierten sich noch stärker im Verein/ Verband oder in der jeweiligen Einrichtung einzubringen und weitere Aufgaben und Funktionen zu übernehmen.
Schlussfolgernd kann man sagen, dass sich im Jahr 1999 ein Anteil von 34% der deutschen Bevölkerung freiwillig Engagierten und zusätzlich 26%, die sich eine Freiwilligenarbeit vorstellen konnten bzw. dazu bereit waren. 2004 gab es neben den bereits 36% Engagierten inzwischen 32% externes Engagementpotenzial. Das bedeutet, dass 1999 lediglich 40% der Deutschen einer freiwilligen Tätigkeit fern standen, weil sie sich nicht engagierten oder weil sie zu keinem freiwilligen Engagement bereit waren. Innerhalb von 6 Jahren hat sich die Zahl auf 32% deutlich minimiert.
Abbildung 1- Freiwillige Engagierte nach Erwerbsstatus
Quelle 1 - TNS Infratest Sozialforschung 2005: Freiwilliges Engagement in Deutschland 1999-2004 - Ergebnisse der repräsentativen Trenderhebung zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerlichen Engagement, im Auftrag des Bundesministeriums, München, S. 15 In der oben angeführten Grafik ist ersichtlich, dass es Unterschiede der freiwilligen Engagierten in Deutschland gibt, die auf den Erwerbsstatus zurückführen sind. Die damit einhergehenden Besonderheiten der verschiedenen Gruppen werden in den nächsten Abschnitten verdeutlicht.
Freiwilligenarbeit 10
2.4.1 Jugendliche
Eine der öffentlich aktivsten Gruppe der deutschen Bevölkerung sind die 14- bis 24-Jährigen. Bei den Jugendlichen ist das freiwillige Engagement stark ausgeprägt. Aber nicht nur der gesellschaftliche und kommunikative Aspekt ist für die Jugendlichen wichtig. Denn die Freiwilligenarbeit gilt als eines der bedeutendsten informellen Lernfelder: Engagierte können sich durch ihre freiwillige Tätigkeit oftmals Fachwissen und wichtige soziale Kompetenzen aneignen. Besonders Jungendlichen kann durch die Schulung von Belastbarkeit, Einsatzbereitschaft und Organisationstalent ein hoher Ertrag geboten werden.
2.4.2 Frauen und Männer
Bei der Einteilung der Bevölkerung nach Geschlecht ist festzustellen, dass Männer mit 39% stärker engagiert sind als Frauen. Jedoch hat sich die Engagementquote der Frauen erhöht, insbesondere bei den erwerbstätigen weiblichen Deutschen, deren freiwilliges Engagement sich von 32% im Jahr 1999 bis hin zu 37% im Jahr 2004 gesteigert hat. Anzumerken ist hierbei, dass sich Männer vermehrt in die häusliche Kinderbetreuung einbringen und somit zu einem größeren Zeitbudget der Frauen, mit Kinder bis zu drei Jahren, verhelfen. Die Leitungs- und Vorstandspositionen werden weiterhin deutlicher öfter von Männern als von Frauen besetzt, was als ein wichtiger Unterschied gesehen werden kann. Dies gilt auch für Engagementbereiche, in denen hauptsächlich Frauen tätig sind. Auch dort sind meist Männer in den Führungs- und Verwaltungsfunktion tätig, wohingegen Frauen oftmals helfende und betreuende Tätigkeiten übernehmen.
2.4.3 Ältere Menschen
Das freiwillige Engagement der deutschen Bevölkerung ab einer Altersgrenze von 60 Jahren ist beachtlich gestiegen, insbesondere bei Menschen zwischen 60 bis 69 Jahren. Das bedeutet, dass im Jahr 1999 sich 26% der älteren
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Lydia Fichtner, 2009, Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz von Volunteers bei Mega-Events, München, GRIN Verlag GmbH
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