Inhaltsverzeichnis:
1. Leben und Werk Tolstojs 3-4
2. Einleitung 5
3. Einführung in das Werk Der Tod des Ivan Il’ič 5-6
3.1. Das Sterben des Ivan Il’ič 6-15
3.2. Der Tod des Ivan Il’ič 15
4. Fazit 16
5. Literaturverzeichnis 17
1. Tolstoj
Leo Nikolajewitsch Tolstoj wurde am 28. August (9. September) 1828 im Gouvernement Tula, Jasnaja Poljana geboren. Sehr früh wurden der zweitjüngste der Familie Leo und seine vier Geschwister Waisen. Im Alter von knapp zwei Jahren verlor Tolstoj seine Mutter, die Fürstin Maria Wolkonskaja, und sieben Jahre später auch seinen Vater, den Grafen Nikolaj Tolstoj. Nach dem Tod der Eltern wuchsen die Kinder mit dem „Tantchen“ Tatjana Jergolskaja, die auf die Kinder, besonders auf Leo, der folgend von ihr sprach „ Когда я строю планы счастливой жизни, мысль о вас… всегда у меня в голове“ 1 , einen positiven Einfluss hatte und mit ihrer Tante, der Gräfin Alexandra Osten-Saken, auf. Ab 1841 lebten die Kinder mit der P. Juschkowa in Kasan, wo Leo, neben dem Privatunterricht, 1844 für sein Studium der orientalischen Sprachen und später auch der Rechtswissenschaften, welches er 1847 abbrach, an der Kasaner Universität immatrikuliert wurde. Wie man aus diversen biographischen Angaben herauslesen kann, lag das Scheitern des Studiums, an der Schwierigkeit der Anpassung des wissenschaftlichen Denkens, welches er an der Universität vorgegeben bekommen hatte und dem Fehlen der Praxis. Nach der Exmatrikulation kehrte Tolstoj wieder nach Jasnaja Poljana zurück. Die verschiedenen, sich ständigen abwechselnden Beschäftigungen, denen er in der Zeit nachging, legten einen wichtigen Grundstein für sein späteres literarisches Schaffen. Mal lernte er die Nächte durch für seine Examens, mal widmete er sich mit überaus große Leidenschaft der Musik, mal spielte er mit den Gedanken eine Militärkarriere zu starten. Die Unwissenheit und Zerrissenheit der religiösen Zugehörigkeit, die sich nicht selten in einer asketischen Lebensform äußerte, und der Kampf mit sich selbst, welcher die strenge Selbstanalyse zur Folge hatte, die er in seinen Tagebüchern notierte, zeigten schon damals die Komplexität und Tiefgründigkeit der Persönlichkeit Leo Tolstojs.
Folgend in den fünfziger Jahren unternahm Tolstoj viele Reisen, u.a. auch ins Ausland um vor allem das europäische Bildungs- und Erziehungssystem zu erlernen. Im Jahre 1859 gründete er seine eigene Schule im Dorf, wo er auch selber die Dorfkinder unterrichtete. Die oberste Maxime der Unterrichtsmethode bildete die Freiheit in der Bildung, welche er am europäischen Modell kritisierte und welche ihm auch persönlich während seiner Studienzeit an der Universität fehlte.
1 Логинова, М.: Л.Н. Тoлстой. Жизнь и творчество. Москва 1995. S. 31
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Die sechziger und siebziger Jahre waren für Tolstoj selbst und sein literarisches Schaffen ein Höhenpunkt. Privat widmete er sich ganz seiner Familie und den alltäglichen Dingen. 1865 wurde der erste Teil von dem Roman Krieg und Frieden veröffentlicht. Das lebendige Bild, das den Roman beherrscht und die Beschreibungen des Privatlebens, eingebunden in einen historischen Kontext, brachten dem Autor überaus gute Kritik und Anerkennung.
Zwölf Jahre später 1878 kam der zweite große, heute weltberühmte, realistische Roman Anna Karenina heraus, in welchem Tolstoj zwei sich widersprechende Welten gegenübersetzt und mit diesen zwei Sujetlinien das Leben der damaligen Gesellschaft beschreibt.
Die achtziger Jahre brachen auf und brachten viele Verwirrungen und Veränderungen mit sich, besonders im Bereich der Kunst, Literatur und Religion. Die Suche nach neuen literarischen Formen, eine skeptische Einstellung gegenüber der Wissenschaft und eine zum Teil atheistische Lebensweise bildeten deren Ursachen. Diese Atmosphäre ging auch an Tolstoj nicht spurlos vorbei. Fragen nach dem Sinn des Lebens, die Suche nach der Identität, starke Auseinandersetzungen mit der Religion, eine asketische Lebensweise und die Ausübung scharfer Kritik an höheren Gesellschaftsschichten und auch der Kirche als Institution hatten nicht nur eine Persönlichkeitskrise zur Folge, mit welcher Tolstoj bis in sein Lebensende kämpfte, sondern auch eine komplette Abwendung von der Gesellschaft. Das ganze Spektrum dieser Probleme spiegelt sich in einigen letzten Werken Tolstojs Auferstehung (1889), Die Kreutzersonate (1891), Vater Sergius (1899), etc. Diese Jahre des sowohl inneren, als auch äußeren Umbruchs sorgten für eine grundlegende Veränderung der Persönlichkeit Tolstoj. Seine letzen Jahre verbrach er in Jasnaja Poljana und starb 1910 während einer Reise auf der Zugstation Astapovo.
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2. Einleitung
Folgende Arbeit ist auf die Thematik des Todes im Werk Der Tod des Ivan Il’ič von L. N. Tolstoj konzentriert. Das Thema des Todes nahm nicht nur einen der wichtigsten Plätze im literarischen Schaffen Tolstojs, sondern begleitete ihn auch privat sein Leben lang. Vor allem in seinen späteren Werken Хозяин и работник (1895), Воскресение (1889), Хаджи Мурат (1904), Записки сумасшедшего (1912) kommt die Todesthematik besonders zum Ausdruck. Die Erzählung Смерть Ивана Ильича, dessen Interpretation die Grundlage dieser Arbeit bildet, ist im Jahre 1886 entstanden und zählt zu den meist erschütternden Werken der Weltliteratur, auf Grund von seiner universellen und zeitlosen Wirkung mit Themen aus Bereichen der Philosophie, der Ethik, der Psychologie, der Medizin und der Thanatologie.
Das zentrale Thema dieser Arbeit ist die Interpretation der Thematik des Todes im Werk Смерть Ивана Ильича.
3. Einführung in das Werk Der Tod des Ivan Il’ič
„Прошедшая история жизни Ивана Ильича была самая простая и обыкновенная и самая ужасная.“ 2
Mit diesem Satz wird das zweite von zwölf Kapiteln der Erzählung Смерть Ивана Ильча eingeleitet. Die Hauptfigur, Ivan Il’ič Golowin ist fünfundvierzig Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder. Beruflich ist er ein Jurist, der sich durch seine Stellung in der Gesellschaft identifiziert und befindet sich auf dem Höhepunkt seines materialistischen Lebens. Gleich im ersten Kapitel wird die Thematik des Todes, durch die Mitteilung des Todes des Ivan Il’ič, eingeführt. In folgenden Kapiteln folgt die Beschreibung des verstorbenen Ivan Il’ič und seines Lebens, bis es zu dem Sturz des Ivan Il’ič von der Leiter im dritten Kapitel kommt, was den Sujet der Erzählung bildet. Dem Sujet, also dem Sturz wird im Verlauf der Erzählung noch eine weitere Bedeutung und zwar die des moralischen Sturzes kurz vor dem Tod, zugeschrieben. Allerdings wie oft bei Tolstoj, wird auf den Sujet nicht besonders eingegangen, dieser taucht am Rande immer wieder auf. Auf Grund von dem nicht chronologischen Aufbau der Erzählung, auf was zum Beispiel die Verkündung des Todes im ersten Kapitel hinweist, entsteht eine Rahmenhandlung, die die Todesthematik in sich einschließt und dadurch den Leser ganz in das Geschehen
2 Толстой, Л. Н.: Смерть Ивана Ильича. S. 62
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Arbeit zitieren:
2008, Thematik des Todes im Werk "Der Tod des Ivan Il’ič" von L.N. Tolstoj, München, GRIN Verlag GmbH
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Sterben und Tod in L.N. Tolstois "Der Tod des Iwan Iljitsch"
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