Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. III
Tabellenverzeichnis. III
Abk ürzungsverzeichnis. IV
1. Einleitung. 1
2. Allgemeine Informationen über Aids/HIV in Subsahara-Afrika. 2
2.1. Zahlen und Statistiken, Entwicklung in den letzten Jahren. 2
2.2. Gründe für die rasante Ausbreitung. 3
2.3. Behandlungsmöglichkeiten und -grenzen. 5
2.4. Sozioökonomische Folgen. 7
3. Die Pharmaindustrie und Patente. 8
3.1. Im Bereich HIV/Aids tätige multinationale Konzerne. 8
3.2. Das TRIPS-Abkommen der WTO. 9
3.3. Die Bedeutung von Patenten in der Pharmaindustrie. 13
3.4. Nachteile des Patentschutzes. 14
3.5. Preisfindung in der Pharmabranche. 15
3.6. Preisentwicklung in der HIV-/Aids-Therapie und deren Einflussfaktoren. 16
3.7. Prozesse zwischen Staaten und der pharmazeutischen Industrie. 20
4. Entwicklungsarbeit von Internationalen Organisationen und Pharmakonzernen. 21
4.1. Viramune Donation Program (VDP) Boehringer Ingelheim. 21
4.2. Internationale Organisationen 23
4.2.1. Ärzte ohne Grenzen 23
4.2.2. Treatment Action Campaign (TA)C 23
4.2.3. Bukopharma 24
5. Fazit. 24
Anhang. V
Literaturverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis :
Abbildung 1: Erwachsene Analphabeten, 15 Jahre und älter, in Prozent,
Abbildung 2: Preisentwicklung am Beispiel Stavudine Lamivudine Nevirapine
Tabellenverzeichnis :
Tabelle 1: Antiretrovirale Medikamente und ihre Hersteller
Tabelle 2: Hersteller von HIV-Medikamenten
Abkürzungsverzeichnis:
Aids Acquired Immune Deficiency Syndrome F&E Forschung und Entwicklung HAART Highly Active Antiretroviral Therapy HIV Humanes Immundefizienz-Virus LDC Least Developed Country NGO Non-Governemental Organisation TRIPS Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights UN United Nations VDP Viramune Donation Programme WHO World Health Organisation WTO World Trade Organisation
1. Einleitung
Bis heute ist eine HIV-Infektion weder heilbar, noch gibt es einen Impfstoff. Dennoch ist es seit einigen Jahren in den Industrieländern möglich, dass selbst infizierte Menschen ein relativ normales Leben führen. Medikamente, die dies ermöglichen, wurden hauptsächlich in der Schweiz, in Deutschland und in den USA hergestellt. Sie sind revolutionär, denn sie verhindern, dass sich das HI-Virus weiterhin vermehrt; dadurch kann sich der Körper erholen. Hinter solchen Medikamenten steckt sehr viel Forschung und Forschung ist unvorstellbar teuer. Diese Kosten rechtfertigen somit auch, dass diese Medikamente sehr teuer sind.
Während in Industrieländern der Zugang zu solchen Medikamenten selbstverständlich ist und die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden, breitet sich das Aids-Problem in den Ländern der Dritten Welt unaufhaltsam aus. Ein Grund für diese rasante Ausbreitung ist der fehlende Zugang zu genau diesen Medikamenten, denn sie sind zu teuer. Selbst 200 US$ pro Jahr sind für fast alle Infizierten unmöglich aufzubringen.
Ich möchte meine Projektarbeit nun genau diesem Problem widmen - warum haben Menschen in der Dritten Welt keinen Zugang zu diesen Medikamenten? Warum sind die Medikamente so teuer? Patente und Generika sind der Hauptgrund für den mangelnden Zugang zu Medikamenten in Gebieten wie Subsahara-Afrika. Dennoch möchte ich auch allgemein auf das Thema Aids eingehen und nach Gründen für die unaufhörlichen Neuinfektionen suchen. In den letzten Jahren gab es einige Prozesse zwischen Drittweltländern und Pharmakonzernen, die ich hier auch kurz erwähnen möchte.
Meiner Meinung nach ist das Thema wichtig, da die deutsche Wirtschaft mit ihren Pharma-und Chemiekonzernen unmittelbar an diesem Problem beteiligt ist. Dennoch ist es auch nicht richtig, den Pharmaunternehmen die alleinige Schuld an den Millionen Infizierten in den 3.Weltländern zu geben. Meine Projektarbeit soll auf gar keinen Fall eine einseitige Arbeit werden, sondern beide Seiten aufzeigen.
Die Haltung der Pharmakonzerne in dieser Thematik beherrscht seit Jahren die Nachrichten, doch gibt es fast jährlich neue Prozesse und vor allem wird immer weiter geforscht. Diese Forschung kostet sehr viel Geld und letztendlich wird es auch irgendwann zu einem Ergebnis, sei es ein Impfstoff oder ein Heilmittel, kommen. Ob Länder der 3. Welt, in meinem Beispiel
afrikanische Länder, dann Zugang zu diesen Medikamenten bekommen werden, bleibt fraglich. Aus diesem Grund ist mein Thema nicht nur ein altbekanntes, sondern gleichzeitig auch ein allgegenwärtiges.
2. Allgemeine Informationen zu HIV und Aids in Subsahara-Afrika
2.1. Zahlen und Entwicklung in den letzten Jahren
Die Ausbreitung des Virus ist bei Betrachtung der absoluten Zahlen in Subsahara-Afrika weltweit mit Abstand am höchsten. Die Länder mit der höchsten Infektionsrate sind Swasiland mit 26,1 % und Botswana mit 23,9 % der Bevölkerung. Konkret waren im Jahr 2007 22 Millionen Einwohner Subsahara-Afrikas mit dem Virus infiziert, was ca. 5 % der Gesamtbevölkerung entspricht, davon waren 1,8 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Durch Untersuchungen aufgestellte Trends lassen sogar vermuten, dass die Prävalenzrate weiter ansteigt und sich noch immer nicht auf dem Höchststand befindet. Anders als in der westlichen Welt und Industrienationen sind hier Frauen am meisten von dem Virus betroffen, sie infizieren sich viermal so häufig damit wie Männer. Im Zeitraum von 1999 bis 2007 stieg die Neuinfektionsrate unter ihnen um mehr als ein Drittel an. Im Jahr 2007 waren 33% der Frauen der Altersgruppe 30 und 34 Jahre mit HIV infiziert 1 . Die Zahl der neu infizierten Personen in diesen Gebieten lag bei 527.000 im Jahr 2006. Erschreckend ist, dass darunter 26.000 Säuglinge waren, die durch das Stillen der Mutter angesteckt wurden. Auffallend ist ebenfalls, dass 38.000 Säuglinge in diesem Jahr bereits HIV-positiv zur Welt kamen, d.h. diese wurden entweder im Laufe der Schwangerschaft oder während der Geburt infiziert 2 . Besonders deutlich werden die Auswirkungen, wenn man die AIDS-bedingten Todesfälle und den Rückgang der durchschnittlichen Lebenserwartung betrachtet. Während des Jahres 2007 starben 1,5 Millionen Personen in Subsahara-Afrika an AIDS, dies ist somit die häufigste Todesursache in diesen Ländern 3 . Die Lebenserwartung beträgt ungefähr 49 Jahre 4 .
1 2008 Report on the Global Aids Epidemic, S. 214ff.
2 Dorrington/Johnson/Bradshaw (2006), S. 8
3 Dorrington/Johnson/Bradshaw (2006), S. 11
4 WHO 2005b, S. 1
2.2. Gründe für die rasante Ausbreitung
Trotz des Ausmaßes der Epidemie in diesen Ländern herrscht eine große Unwissenheit oder gar Ignoranz gegenüber HIV/AIDS. So sind sich viele Einwohner nicht ihres eigenen Infektionsrisikos bewusst, sie wägen sich in Sicherheit und glauben, selbst nicht von diesem
Problem betroffen zu sein 5 .
Ein bedeutender Faktor, der hierzu beiträgt ist die hohe Analphabetenrate in schwarzafrikanischen Ländern. Abbildung 1 zeigt die Analphabetenquote Erwachsener über 15 Jahren in Afrikas Ländern zum einen unter 20 Prozent und zum anderen über 60 Prozent. Dennoch muss man sagen, dass das Problem Analphabetismus ein Ursache und Wirkung zugleich ist. Einerseits führt die Aids-Erkrankung von Eltern und anderen Familiengehörigen dazu, dass Kinder nicht mehr die Schule besuchen können (entweder weil sie die kranken Angehörigen pflegen müssen oder weil sie Waisen sind, die auf der Straße leben), andererseits erschwert eine durchschnittliche Analphabetenrate von über 38 % die Aufklärungsarbeit enorm. Informationsbroschüren sind somit für beinahe die Hälfte der Bevölkerung wertlos.
Nachdem besonders in Südafrika die AIDS-Aufklärung und Behandlung lange Zeit durch die oben genannten Faktoren erschwert wurde, verbessert sich die Versorgungssituation nun nach und nach. Kritisch war der Zustand als die Regierung, darunter Personen, die starken Einfluss auf große - hauptsächlich schwarze - Bevölkerungsgruppen hatten, diese mit falschen Informationen über die Krankheit versorgt hatte. Verbreitet wurde seitens der Gesundheitsbehörden, auf westliche Medikamente zu verzichten, da diese keinen Nutzen, sondern nur Schaden brächten. Stattdessen wurde auf afrikanische Heilmittel verwiesen, denen zu keiner Zeit eine Wirkungsweise nachgewiesen werden konnte, nicht einmal von den Herstellern selbst. Sogar noch im Jahr 2000 ließ der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki verlauten, dass zwischen HIV und AIDS kein Zusammenhang bestehe. Im Jahr 2006 präsentierte die südafrikanische Gesundheitsministerin auf der Welt-AIDS-Konferenz in Toronto ein Mittel gegen AIDS, das aus verschiedenen Gemüsesorten bestand, welches ihrer
Überzeugung nach als offizielles HIV/AIDS-Medikament eingesetzt werden sollte 6 .
Ein nicht zu unterschätzendes Problem bei der Bekämpfung von HIV/AIDS ist auch die mangelnde Infrastruktur, dazu gehören medizinische Einrichtungen, ein funktionierendes
5 Karas (2007)
6 Karas (2007)
effektives Gesundheitssystem und vor allen Dingen medizinisches Personal, das die Patienten betreut. Viele Ärzte, Schwestern und Pfleger, die gut ausgebildet wurden, sehen keinen Anreiz in Entwicklungsländern zu arbeiten. Sie ziehen es vor, in andere Länder mit höherem
Lohnniveau auszuwandern 7 . Doch das hohe Maß an Migranten infolge von Arbeitslosigkeit (Wanderarbeitern) und eben genanntem Grund begünstigt die Ausbreitung des Virus enorm. Nicht zu missachten ist auch das Problem der religiösen und traditionellen Praktiken, wie der weiblichen Genitalbeschneidung 8 . Hierfür wird für viele Frauen die gleiche Klinge benutzt, die vor dem Ritual nicht desinfiziert wird. Auch verbietet in vielen Fällen der Glaube die Benutzung von Kondomen, da man Fruchtbarkeit danach nicht vergeuden und wegwerfen
darf 9 .
In Swasiland beispielsweise liegt das nominale Bruttosozialprodukt bei 2,936 Millionen
US$ 10 . Erkennbarerweise führt dies zu einer großen Not und den Menschen bleibt häufig keine andere Wahl, als sich entweder dem Militär zuzuschreiben, wo die Prävalenzrate sehr hoch ist, oder Armutsprostitution zu betreiben. Gerade dies führt dazu, dass von den weltweit
17,5 Millionen infizierten Frauen 13,2 Millionen in Subsahara-Afrika leben 11 .
Trotz aller Schwierigkeiten wurden im Oktober 2005 158.688 HIV-positive Menschen alleine in Südafrika therapiert. Bezüglich der oben stehenden Zahlen sieht man jedoch, dass noch immer eine große Differenz zwischen dem Soll- und dem Ist-Wert herrscht. Dennoch besteht der Trend, dass sich die Zahl der Personen, die mit HIV/AIDS-Medikamenten versorgt werden, erhöht. In Afrika wurden im Juni 2007 15% mehr Menschen mit diesen Arzneimitteln versorgt als noch vier Jahre zuvor 12 .
7 Funk (2007)
8 Kielwein/Liebig (2007), S.34
9 Ärzte ohne Grenzen (2008), M43, M44
10 Zum Vergleich: BIP Deutschland: 3,667 Milliarden US$; International Monetary Fund (2008)
11 Kielwein/Liebig (2007), S.33
12 Adorján (2007)
Abb.1: Erwachsene Analphabeten, 15 Jahre und älter, in Prozent, 2004 13
2.3. Behandlungsmöglichkeiten und -grenzen
Eine Infektion mit dem HI-Virus führt in erster Linie zu einer Schwächung des gesamten Immunsystems, der tatsächliche Ausbruch der Krankheit erfolgt erst Jahre nach einer Infektion. Salzberger und Fätkenheuer (2004) schreiben, dass wenige Tage nach der Übertragung des Virus Symptome wie Fieber, Hautausschlag und andere auftreten. In der nächsten Phase klingen diese Symptome ab und der Patient bemerkt nichts mehr von der Infektion. In seinem Blut lässt sich das Virus dennoch nachweisen. Diese Phase kann Jahre andauern bis schließlich die Blutwerte nicht mehr stabil bleiben. Die Viruslast nimmt mit der
Zeit zu, während die Zellen der körpereigenen Immunabwehr weniger werden 14 . Ab diesem Zeitpunkt treten erste opportunistischen Infektionen auf, die jedoch nicht lebensgefährlich sind. In der nächsten Phase verschärft sich das Risiko opportunistischer Infektionen, die schwerwiegender und letztendlich auch lebensbedrohlich sind 15 . Typisch sind Lungenentzündung, bestimmte Krebsarten sowie Tuberkulose 16 und einige mehr 17 . Letztendlich führen diese Krankheiten zum Tod eines Aids-kranken Menschen.
Mit einer hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) kann der Verlauf der Krankheit stark beeinflusst werden. Dabei geht es darum, das Immunsystem zu stärken, in dem versucht wird, die Anzahl der HI-Viren im Blut möglichst gering zu halten. Vollständig entfernen lässt sich
das Virus nach dem heutigen Wissensstand der Medizin jedoch nicht 18 . Durch die Therapie wird es einem Patienten jedoch ermöglicht, die Blutwerte über Jahre hinweg stabil zu halten
13 in Anlehnung an UNDP (2006)
14 Campbell/Reece (2003), S. 1105
15 S. 31 f
16 Kap. 2.2.3
17 www (2007a)
18 www (2007a)
Arbeit zitieren:
2009, Die internationale Pharmaindustrie und das Aids-Problem in Subsahara-Afrika, München, GRIN Verlag GmbH
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