Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. DAS LOGISCHE PROBLEM DER POLYSEMIE 4
2.1. Die kontrastive Polysemie 4
2.2. Die Komplementäre Polysemie 5
3. DAS „SENSE ENUMERATION LEXICON“ 8
3.1. Die simple Auflistung multipler Bedeutungen 8
3.2. Einschränkungen eines Sense Enumeration Lexicon 11
4. ZUSAMMENFASSUNG 13
5. QUELLEN
6. PLAGIATSERKLÄRUNG
1. Einleitung
Wenn man sich als Fremdsprachenlerner mit einer neuen Sprache vertraut macht, wird man im Laufe des Lernprozesses immer wieder auf ein Phänomen stoßen, welches das Verständnis in der Kommunikation besonders hinsichtlich Sprichwörtern und Redewendungen beeinträchtigt: die Polysemie.
Diese Ambiguität lexikalischer Zeichen führt oft zu Missverständnissen über den Kontext und kann nicht nur für Lerner, sondern auch für Lehrer einer Sprache immer wieder eine Herausforderung zur Erschließung der Semantik darstellen.
Betrachtet man zudem die Vielfalt und Vielzahl an Polysemien, wird schnell deutlich, dass es ein spezielles Lexikon erforderlich macht, diese semantischen Probleme, wie sie auch Homonymie und Vagheit darstellen, in ihrem speziellen Kontext zu erfassen.
Einen modernen Ansatz zu dieser Problematik stellt die Arbeit James Pustejovskys dar, welcher sich der Fragestellung eines semantischen Lexikons widmete und somit seine Theorie des Generativen Lexikons schuf.
In meinem folgenden Beitrag möchte ich die Untersuchungen Pustejovskys zu den verschiedenen Formen von Polysemien und deren Darstellung in einem bedeutungsauflistenden Lexikon betrachten, welche seiner Theorie eines generativen Lexikons in seinem dazu verfassten Buch „ The Generative Lexicon“ als Grundlage dienen und dabei seine Darlegungen auf die Sprache des Polnischen übertragen.
Dazu werde ich vordergründig ein Kapitel rezensieren, welches mir im Buch begegnet unter dem Titel: „Das logische Problem der Polysemie“ und im Folgenden eines kurzen Ansatz geben, inwiefern Pustejovsky das von ihm dargestellte Lexikon kritisiert, um somit ein Verständnis zu schaffen auf welcher Basis es ihm ein Anliegen ist, durch seine Theorie eine neue Forschungsrichtung einzuschlagen.
2. Das logische Problem der Polysemie
Wie schon in meiner Einleitung angedeutet verbirgt sich hinter dem Begriff der Polysemie die Mehrdeutigkeit eines Wortes bzw. eines sprachlichen Zeichens.
Diese Ambiguität kann verschiedene Dimensionen annehmen, welche Pustejovsky
erfasst, indem er sich der Unterscheidung Weinreichs (1964) in zwei Formen bedient: Der Kontrastiven Polysemie (contrastive ambiguity) und der Komplementären Polysemie (complementary polysemie). Beide werde ich im Folgenden am Beispiel des Polnischen näher erläutern.
2. 1. Die kontrastive Polysemie
Bei der kontrastiven Polysemie handelt es sich um eine arbiträre Zuordnung mehrerer Bedeutungen zu einem gegebenen Wort. Hier trägt demnach ein lexikalisches Item verschiedene unabhängige Bedeutungen, wie bei der Homonymie.
So können wir zum Beispiel für das Wort pokój zum einen die Bedeutung `Frieden` ausfindig machen und zum anderen die Bedeutung für `Zimmer` finden.
(1) a) Jemy w pokoju jadalnym.
b) Oni zawarli pokόj.
Beide besitzen semantisch keine Gemeinsamkeiten. Während man sich im ersten Satz in einem Zimmer zum Essen einfindet, wurde im zweiten Satz der Beschluss Frieden zu schließen festgesetzt. Dabei wird nach Pustejovsky für diese Arbeit ein eventueller gemeinsamer orthographischer oder historischer Ursprung des Wortes außer Acht gelassen.
Da im Polnischen im Gegensatz zum Englischen viele Flexionen im Gebrauch der Sprache vorliegen, entdeckt man in den meisten Fällen die gemeinte Bedeutung des Wortes schon im Gebrauch auf, wie bei unserem nächsten Beispiel:
1 Vgl. Pustejovsky, James: The Generative Lexicon. Cambridge/Mass. 1995. S. 27
(2) a) Staw biodrowy
b) Kaczki pływają po stawie. ′Staw′ besitzt zwei semantisch unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen ′Gelenk′ und zum anderen `Teich`. Während im Beispiel (2) a) das Hüftgelenk gemeint ist und uns hier als Neutrum begegnet, sind es im nächsten Satz die Enten, welche auf dem Teich schwimmen, wobei der Teich im Polnischen maskulin ist und dementsprechend anders dekliniert wird.
Somit wäre im Polnischen die Bedeutungsunterscheidung von kontrastiven Polysemien im Sprachgebrauch eindeutiger, jedoch mindert dies nicht die Notwendigkeit eines semantischen Lexikons, um schon in der undeklinierten, bzw. bei Verben unkonjugierten Form durch die Eintragung im Lexikon eine semantische Unterscheidung zu skizzieren. Im nächsten Kapitel soll demnach deutlich werden, dass Polysemien noch viel feinere Züge der Differenzierung in ihrer Semantik benötigen.
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Franziska Reymann, 2009, Das Generative Lexikon, Munich, GRIN Publishing GmbH
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