Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Das kirchliche Frauenbild 4
Schlussbemerkung. 8
Endnoten 11
Literaturverzeichnis. 12
Prim ärliteratur. 12
Sekund ärliteratur. 12
Internetquellen 13
Die folgende kurze Arbeit zu drei ausgewählten Vorlesungen aus der Reihe „Reform und
Revolution “ des Berner Mittelalter Zentrums ist thematisch, trotz des übergreiffenden Mottos,
schwierig zusammen zu tragen. Einerseits, ist der Begriff von Refrom und/ oder Revolution
bei jedem Vortragenden sehr unterschiedlich aufgefasst und dargestellt worden, und
andererseits , umfassten die inhaltlichen Auseinandersetzungen einen enorm weiten
Themenkreis. Da drei Vorlesungen sich grundsätzlich mit dem angelsächisischen Raum zur
Zeit des Mittelalters auseinander setzten, und drei weitere Referate einen Fokus auf für
Frauen bedeutungsvolle Rollen eingingen, nehme ich daraus zum Anlass, vornhemlichst
kirchliche , Frauenbilder in England zu behandeln und ziehe folglich auch englische Autoren
als Qullenverweise hinzu. Ich hoffe, die gewählte Form sei somit noch stets im Rahmen des
gew ünschten Leistungs-nachweises.
2 S e i t e
Einleitung
By God, if wommen hadde writen stories,
As clerkes han withinne hire oratories, They wolde han writen of men moore wikkednesse Than al the mark of Adam may redresse.1
Diese Worte, die Geoffrey Chaucer seiner „Frau von Bath“ in den Canterbury Tales in den Mund legte, machen gleich auf zwei Probleme aufmerksam, die aufkommen, wenn man sich mit der Thematik der Frau im Mittelalter beschäftigt. Zum einen war das Bild der Frau im Mittelalter vornehmlich negativ geprägt, während das Männerbild überaus positiv konnotiert war. Zum anderen waren die meisten Historienschreiber dieser Zeit männliche Geistliche, die das Leben der Frau entweder gänzlich ignorierten oder die von Berufs wegen eine Abneigung gegen die Frau hegten. Wenn sich die mittelalterlichen Autoren schließlich doch mit Frauen beschäftigten, dann betrachteten sie sie meist als gesonderten Stand und liefern damit eine Berechtigung dafür, sich mit der Geschichte der Frauen gesondert auseinanderzusetzen.2 Der Mangel an weiblichen Stellungnahmen erschwert eine objektive Darstellung des Lebens der Frau im Mittelalter maßgeblich. Denn die Mehrzahl der Frauen widmete ihr Leben der Familie, dem Haushalt und der Handarbeit anstatt zu schreiben.
She was more likely to record history in cloth than upon parchment. Her story is the unexamined, seemingly wrong side, of the arras of history. Her chronicle was more likely to have been told to the baby in the cradle and to the family at the hearth, and to have been
woven at the loom and embroidered with the needle, than it was to be inscribed with quills
upon parchment and with chisels upon stone.3
Dennoch haben einige wenige Frauen schriftliche Dokumente hinterlassen. Adlige Frauen schrieben Briefe und setzten ihre eigenen Testamente auf. Andere sehr ergiebige Quellen sind mittelalterliche Gerichtsbücher, die Aufschluss über die rechtliche Rolle der Frauen geben sowie Hausbücher und Steuerakten. Es existieren außerdem von Bischöfen verfasste Berichte über Frauenklöster.
Der folgende Kurzessay wird sich mit der Thematik der Frau in der Gesellschaft und in der Kultur des englischen Mittelalters beschäftigen. Der Fokus liegt dabei hauptsächlich in einem Zeitraum, der in etwa mit der Eroberung Englands durch die Normannen beginnt und bis circa 1500 andauert.
3 | S e i t e
Um das Leben der Frau im Mittelalter zu verstehen, ist es wichtig, die verschiedenen Frauenbilder, die zu dieser Zeit existierten, zu untersuchen. Mittelalterliche Männer sahen Frauen in der Regel als schwach an - sowohl körperlich als auch emotional und intellektuell. Die kurze Arbeit beschäftigt sich daher mit dem kirchlichen Frauenbildern. Die Männer des Mittelalters haben die Frau lange Zeit als Kategorie empfunden. Erst später bezogen sie soziale Unterschiede und berufliche Fähigkeiten in ihr Denken mit ein. In erster Linie wurde die Frau demnach über ihr Geschlecht und ihr Verhältnis zur Familie definiert. am Beispiel der Marriage Group der Canterbury Tales. Da das Leben der mittelalterlichen Frau aber neben der Familie auch durch ihren sozialen Stand beeinflusst wurde, muss man ihren Platz berücksichtigen, den sie in der Gesellschaft des englischen Mittelalters einnahm. In allen Ständen waren Frauen bestimmten Erwartungen ausgesetzt, die spezifisch für ihren jeweiligen Stand waren. Die Königin repräsentierte in der sozialen Hierarchie des Mittelalters die höchste Stellung, die eine Frau erreichen konnte.
Das kirchliche Frauenbild
Das mittelalterliche Frauenbild wurde im Wesentlichen durch die Kirche bestimmt. Die Informationsquellen über die Frauen des Mittelalters stammen zum größten Teil von Vertretern der Kirche. Aus diesem Grund ist es von großer Bedeutung, das Frauenbild der Kirche im Mittelalter zu untersuchen, da diese Quellen durch die kirchliche Tätigkeit ihrer Verfasser mit Sicherheit beeinflusst wurden. Da seit Beginn des 11. Jahrhunderts die Geistlichen dem Zölibat unterworfen waren, hatten sie keine Erfahrungen mit und also kein Wissen über die Frauen. Sie machten sich ein Bild von ihnen, oder vielmehr von ihr. Diese Distanz erzeugte Fremdheit und Angst vor der Frau, als wäre sie ein Furcht einflößendes Monstrum. Die Tatsache, dass in dieser Zeit vorwiegend Misogynie das Denken der Geistlichen bestimmte, ist daher nicht überraschend.4
In der mittelalterlichen Bibelauslegung existierten zwei gegensätzliche Haltungen gegenüber Frauen. Auf der einen Seite war die Frau das Symbol und die Quelle für die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies, repräsentiert durch die Verführerin Eva. Auf der anderen Seite war sie das Symbol für die Errettung der Menschheit, repräsentiert durch die Jungfrau Maria. Frauen wurden folglich entweder als sündig angesehen oder sie wurden auf ein kaum erreichbares Podest gehoben. “Die negative und positive Vorstellung der Frau wurden durch Eva als Mutter der Sünde und der Jungfrau Maria als Mutter Gottes verkörpert.”5
4 | S e i t e
Arbeit zitieren:
Dominique Nagpal Tooher, 2008, Frauen in Gesellschaft und Kultur des englischen Mittelalters, München, GRIN Verlag GmbH
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