Gliederung
1. Präsentation des Themas
2. Bildbeschreibungen
2.1. Nan Goldin
2.1.1. Self-portrait in my blue Bathroom Berlin 1991
2.1.2. Nan one Month after being battered 1984
2.2. Cindy Sherman
2.2.1. Untitled Film Still 56 1980
2.2.2. Untitled Film Still 30 1979
3. Vergleich der beiden Künstlerinnen unter Einbeziehung von Sekundärliteratur
3.1. Formen der Selbst(inszenierung ) bei Cindy Sherman und Nan Goldin
3.2. Aufwendige Inszenierung oder Schnappschuß
3.3. Bewertung der Arbeiten durch die Künstlerinnen selbst
3.4. Öffentliche Analyse und Rezension der Werke
4 Resümee
5. Literatur und Abbildungsverzeichnis
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1. Präsentation des von mir gewählten Themas
Ziel der von mir gewählten Hausarbeit ist es ,die Selbstporträts bzw. Selbstinszenierungen der beiden Künstlerinnen Nan Goldin und Cindy Scherman aus den Jahren 1979- 1991 zu vergleichen, um herauszufinden, inwieweit sich die Umsetzung oftmals ähnlicher Motive der beiden Fotografinnen ( wie in meinem beiden Beispielen zum einen das blaue Auge und zum anderen die Selbstbetrachtung durch den Spiegel als Thema künstlerischer Fotografie) unterscheidet.
Ich werde zunächst einmal versuchen, die vier von mir ausgewählten Fotografien so frei und objektiv wie möglich zu beschreiben.
Anschließend werde ich die Arbeiten der beiden Künstlerinnen an Hand von Sekundärliteratur betrachten und auf Ähnlichkeiten bzw. Unterschiede in der Art der Darstellung und der Vorgehensweise beim Fotografieren eingehen und versuchen zu klären, inwieweit die Bilder inszeniert und konstruiert sind und ob es sich bei Nan Goldins Arbeiten, um Schnappschüsse handelt, wie die Künstlerin selbst in Interviews immer wieder betont, oder ob ihre Arbeiten ebenfalls in gewisser Weise genauso konstruiert beziehungsweise inszeniert sind, wie die Arbeiten Cindy Shermans.
Insbesondere was die Rezension der Arbeiten Cindy Shermans betrifft, herrscht keine Einigkeit darüber, was ihre Arbeiten wirklich sind und wie sie zu verstehen und interpretieren sind.
Bevor ich mich also zum Schluß meiner Hausarbeit mit der Rezension der Arbeiten von Cindy Sherman und Nan Goldin auseinandersetzten werde, möchte ich vorher einmal versuchen mit Hilfe von Sekundärliteratur herauszufinden, was die Künstlerinnen selber in Interviews und Gesprächen zu ihren Arbeiten gesagt haben. Es geht mir hierbei vor allem darum, zu prüfen, was Cindy Sherman und Nan Goldin selber ihr fotografisches Werk kommentieren und ob wie sie in den Medien und Rezensionen (sowohl als Person im Bezug auf ihre Lebensgeschichte als auch als Künstlerin im Bezug auf ihre fotografischen Arbeiten) dargestellt und interpretiert werden.
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2. Bidbeschreibungen
2.1. Nan Goldin
2.1.1. Self- portait in my blue Bathroom, Berlin, 1991
Die Farbfotografie zeigt einen Ausschnitt aus einem blau gekachelten Badezimmer, in dem ein Spiegelschrank in der rechten oberen Bildhälfte hängt. An diesem Spiegelschrank hängt genau in der Bildmitte ein weißes Handtuch . Der untere Teil dieses Handtuchs und die rechte untere Bildhälfte werden von einer im Spiegel verschwommen erkennbaren Lichtquelle beleuchtet.
Die blauen Kacheln sind durch klare weiße Linien getrennt, die von rechts nach links zu einem Fluchtpunkt zusammen zu laufen scheinen; die im Spiegel abgebildeten Kacheln hingegen sind nur sehr verschwommen zu erkennen.
Der Blick des Betrachters wird automatisch auf ein im Spiegel erkennbare Gesicht einer rotgelockten Frau gelenkt, welches sich im Mittelpunkt des Bildes befindet und sich von den blauen, verschwommenen Kacheln abhebt.
Da die Fotografie „Self-portait in my blue Bathroom“ heißt, weiß ich, daß es sich bei diesem Gesicht um das Spiegelbild der Künstlerin selbst handelt. Ich kann nur vermuten, daß sie sich im linken, für mich nur durch den Spiegel sichtbaren Teil des Badezimmers befindet und sich selbst im Spiegel betrachtet.
Die Frau im Spiegel guckt mich als Betrachterin des Bildes nicht direkt an, sondern betrachtet sich selbst bzw. die Person, die sich im Spiegel anschaut.
Sie guckt links an mir vorbei und ist für mich deshalb nicht von vorne sondern im Profil zu erkennen.
Ihre roten Haare und ihre rot geschminkten Lippen bilden einen Kontrast zu den blauen glänzenden Kacheln, die in mir als Betrachterin eine kalte und etwas bedrohliche Stimmung hervorrufen .Das Gesicht wirkt sehr ernst und traurig und beobachtet die das Spiegelbild produzierende Person sehr nachdenklich.
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2.1.2. Nan one Month after being battered, 1984
Es handelt sich bei dieser Farbfotografie ebenfalls um das Porträt einer Frau, die diesmal von vorne gezeigt wird und mich direkt anschaut; im Hintergrund befindet sich ein mit hellen Gardinen zugehängtes Fenster.
Die Frau auf dem Bild hat lange rote gelockte Haare und sehr rot geschminkte Lippen. Sie trägt silberne Ohrringe, eine helle Kette und einen schwarzen Pullover.
Ihr Gesicht ist sehr geschwollen und fleckig und ihr linkes Auge ist blutunterlaufen; beide Augenränder sind blau und lassen mich als Betrachterin sofort vermuten, daß diese Frau geschlagen bzw. mißhandelt wurde. Ich werde direkt mit den Verletzungen dieser Frau konfrontiert, weil ihr Gesicht sich vor einem düsteren Hintergrund abhebt; ihr Blick ist sehr eindringlich und es gibt keine Details in dem Bild, die von ihren blaugeschlagenen Augen und ihrern roten Lippen ablenken könnten.
2.2. Cindy Sherman
2.2.1. Untitled Film Still, #56, 1980
Die Schwarzweißfotografie im Querformat ist durch eine senkrechte Bildachse in zwei Bildhälften geteilt. Sie zeigt in der linken Bildhälfte den scheinbar von unten angeleuchteten Hinterkopf einer Frau, die ganz offensichtlich in den Spiegel schaut und ihr eigenes für mich in der rechten Bildhälfte erkennbare Gesicht betrachtet. Das Spiegelbild wirkt im ersten Moment so real, daß ich zunächst den Eindruck habe, daß zwei sich gegenüberstehende Frauen sich angucken. Es ist schwer einen Zugang zu dem Bild zu finden, weil mir die sich real im Raum befindliche Person den Rücken zuwendet und sich das Spiegelbild im Halbdunkel befindet und mich als Betrachterin nicht anschaut, sondern ihr Gegenüber zu beobachten scheint. Das Bild wirkt außerdem ein wenig verschwommen, weil ein Schatten auf das Gesicht im Spiegel fällt.
Die Frau in der Fotografie hat blonde halblange gelockte Haare und erinnert mich unmittelbar an Marilyn Monroe oder eine andere Schauspielerin ihrer Zeit. Ihr Gesichtsausdruck ist sehr starr und sie wirkt dadurch noch unnahbarer.
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Arbeit zitieren:
Tanya Lübber, 1999, (Selbst)inszenierung im Vergleich: Cindy Sherman und Nan Goldin, München, GRIN Verlag GmbH
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