Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
- Definition „Führen“
- Gleichberechtigung
Empirische Befunde 6
- Anteil von Frauen in Führungspositionen
- Privatwirtschaft vs. öffentlicher Dienst
Rollenkonflikt und stereotype Wahrnehmung. 8
Fazit. 11
Literaturverzeichnis. 13
2
Einleitung
In dieser Arbeit sollen grundlegende Herangehensweisen innerhalb der Führungsforschung betrachtet werden und es soll ergründet werden, ob es Unterschiede in der Untersuchung von Führung bei Frauen und Männern gibt. Bei der Bearbeitung dieses Themas wiegen zwei Probleme schwer:
Erstens: Was ist überhaupt Führung? Ist es eine zu beobachtende Sache oder ein Konstrukt? Wie kann und wird Führung untersucht und erforscht?
„Führung ist eines der meistbeobachteten und am wenigsten verstandenen Phänomene auf der
Erde“ 1
Kritiker behaupten, es gebe mehr Bücher als Wissen über Führung. Daher werde ich versuchen, die für diese Arbeit wichtigen Betrachtungen und Verständnisse von Führung zu skizzieren, um sie so mit operationalisierbar zu machen.
Problem Nr. 2 ist die schwierige Gender-Betrachtung innerhalb dieser Arbeit. Ist es möglich, über Unterschiede von Frauen und Männern (auch wenn es hier nur um Führungspositionen und deren Auskleidung geht) zu sprechen, ohne eine Geschlechterdiskussion führen zu müssen? Kann man das Thema dieser Arbeit darstellen, ohne empfindliche Punkte der Geschlechterforschung zu vernachlässigen? Darf man Frau und Mann getrennt beobachten und vergleichen?; müsste man nicht andere „Geschlechter“ mit einbeziehen oder bestehende Geschlechtsunterscheidungen erweitern? Lorber spricht von mindestens zehn Gruppenzugehörigkeiten:
„heterosexuelle Frau, heterosexueller Mann, lesbische Frau, schwuler Mann, bisexuelle Frau, bisexueller Mann, transvestitische Frau, transvestitischer Mann, transsexuelle Frau, transsexueller Mann (wenn sich Transvestiten und Transsexuelle zusätzlich noch als lesbisch
2 oder schwul identifizieren, vielleicht auch vierzehn).“
Reicht es dennoch aus, von den Prototypen „die Frau“ und „der Mann“ zu sprechen? Diese Arbeit, die als Überblick dienen soll, beschränkt sich - wie zu erwarten - daher eher auf die stereotype Unterscheidung von „Mann“ und „Frau“, was oben genannte
1 Burns James M.: Leadership. New York. 1978 2 Lorber, Judith: Gender-Paradoxien. Leverkusen. 1999
3
Gruppen einschließt; gesagt sei aber, dass dies zu einer modellhaften Vereinfachung führt.
Eine Definition von „Führen“ zu geben, ist an dieser Stelle nicht einfach. Die verschiedenen Wissenschaften betrachten „Führung“ aus unterschiedlichen Betrachtungsweisen heraus. Es sei daher eine Definition gegeben, die ausreicht um die hier zu bearbeitende Fragestellung zu beantworten. Es bietet sich aber an, je nach Zielsetzung andere Definitionen, die auf andere Schwerpunkte zielen, anzuwenden. Da in dieser Arbeit eine Person, hier: eine Frau, in einer Führungsrolle betrachtet wird, ist es günstig eine Definition zu wählen, die die Handlungsrolle des Führers betrachtet und eventuelle organisationale Betrachtungen weniger berücksichtigt:
„Führung wird aufgefasst „als Beeinflussung der Einstellung und des Verhaltens von Einzelpersonen sowie der Interaktion in und zwischen Gruppen mit dem Zweck, gemeinsam bestimmte Ziele zu erreichen. Führung als Funktion ist eine Rolle, die von den
Organisationsmitgliedern in unterschiedlichem Umfang und Ausmaß wahrgenommen wird“ 3
Diese Definition bietet sich für die Bearbeitung der Arbeit an, da diese die Betrachtung der „Rolle“ als Betrachtungsgegenstand mit einschließt, im Folgenden wird auf das Rollenkonzept, insbesondere auf die Rollenübernahme der Führungsperson, näher eingegangen.
Sicherlich ist die Entwicklung, dass trotz einer starken Unterrepräsentation der Frauen in Führungspositionen, der Anstieg der Frauenquoten, stetig ist, in Deutschland eine Folge des Gleichberechtigungsgesetzes vom 1. Juli 1958. Hier wurde gesetzlich verankert, dass Frauen und Männer grundsätzlich gleiche Rechte und Pflichten haben.
„Der Gedanke der Gleichberechtigung hat grundlegende Umwälzungen in praktisch allen Bereichen der Gesellschaft ausgelöst, vom ganz Privaten, der Partnerschaft und Familie, über
die Arbeitswelt bis hin zum Rechtssystem und zum politischen Diskurs.“ 4
Dennoch schlägt sich die Forderung nach Gleichberechtigung und deren Umsetzung in gesellschaftlichen Bereichen unterschiedlich stark und schnell durch. Experten des
3 Staehle, Wolfgang: Menschenbilder in Organisationstheorien. In: Grochla, E. (Hrsg.): Handwörterbuch der Organisation (2. völlig neu bearbeitete Auflage) Stuttgart 1980. S. 338
4 Der Spiegel: Emanzipation. Was vom Mann noch übrig ist. Halbe Männer, ganze Frauen. 26/2008
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Arbeit zitieren:
Daniel Hillenkötter, 2008, Frauen in Führungspositionen, München, GRIN Verlag GmbH
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