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Inhaltsverzeichnis
1) Vorbemerkung 3
2) Herkunft und Definitionen 4
3) Voraussetzungen und Maßnahmen 4
4) Gesprochene Verständlichkeit 4
5) Geschriebene Verständlichkeit 6
6) Begabung 7
7) Was ist verständliche Ausdrucksweise? 8
8) Wie drückt man sich verständlich aus? 8
9) Was sind verständliche Texte? 8
10) Wie schreibt man verständliche Texte? 9
11) Anglizismen 10
12) Fremdwörter 11
13) Rekapitulation 13
14) Bibliographie 14
Der folgende Essay beschäftigt sich mit der Fragestellung, was sprachliche Verständlichkeit ist.
Wie lässt sich Verständlichkeit mündlich und schriftlich artikulieren? Was ist überhaupt Verständlichkeit?
Die hier angesprochene Verständlichkeit bezieht sich auf die Bedeutung des Verstehens im ursprünglichen Sinne. Also nicht auf Verständnis oder Nachsicht, sondern auf Nachvollziehbarkeit in der Logik.
Anhand von sprachlichen Besonderheiten wie Anglizismen oder Fremdwörtern wird untersucht, wann ein Text für wen (un)verständlich ist und/oder wie er verständlich wird.
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Herkunft und Definitionen:
Das Adjektiv „verständlich“ im Sinne von „gut zu verstehen“ stammt aus dem althochdeutschen firstantlih und dem mittelhochdeutschen verstentlich. Es ist von dem althochdeutschen Verb firstantan abgeleitet. 1
Verständlich bedeutet laut Duden „so beschaffen, dass es leicht zu begreifen, in Sinn und Bedeutung leicht zu erfassen ist.“ 2 Sinnverwandte Adjektive sind anschaulich, deutlich und klar.
Somit impliziert die Verständlichkeit die Fähigkeit, etwas geistig aufzunehmen und zu verarbeiten. Dem Inhalt einer Aussage oder eines Textes zu folgen und ihn erörtern zu können.
Voraussetzungen und Maßnahmen:
Die Voraussetzung für Verständlichkeit ist zunächst, dass man die Sprache, in der eine Aussage gemacht oder ein Text verfasst wurde, beherrscht.
Diese Sprachkompetenz bezieht sich aber nicht nur auf Grammatik, Semantik und Syntax, sondern auch auf kulturelles Verständnis. Man muss zum Beispiel geläufige Sprichwörter und Redewendungen kennen und verstehen. Falls dem nicht so ist, kann sich ein Sinn häufig gar nicht oder nur sehr schwer erschließen. Besonders, wenn ein Sprecher zu Stilmitteln greift wie der rhetorischen Frage oder der Metapher. Dem Rezipienten muss klar sein, was der Sprecher oder Autor meint.
Um also etwas Gesagtes oder Geschriebenes als verständlich einzustufen, bedarf es der Beherrschung allgemeiner Regeln (Grammatik, Satzbau, Kultur) der jeweiligen Sprache.
Gesprochene Verständlichkeit:
Sprache hat ihren Sinn nicht nur in Grammatik, sondern sie dient auch zur Identität von sozialen Gruppen. Deutsch ist zwar die gültige Sprache in Deutschland, doch je nach geographischer Gegend und sozialer Schicht kann ihre Ausdrucksweise divergieren. Ein Richter oder Hochschullehrer wird sich anders artikulieren als ein Arbeiter oder Monteur.
1 Vgl. Wermke, Matthias, Dr. (Hg): Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. 3., völlig neu
bearb. Auflage. Duden Band 7, Mannheim 2001, S. 896.
2 Vgl. Müller, Wolfgang (Hg): Das Bedeutungswörterbuch. Wortbildung und Wortschatz. 2., völlig neu bearb.
Auflage. Duden Band 10, Mannheim 1985, S. 717.
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Genauso spricht aber ein Bayer anders als ein Hanseat, gleich welcher Berufsgruppe er zugehörig ist.
Durch Sprache unterscheiden sich die sozialen Gruppen eines Landes. Wie schon erwähnt, wird der Vorstandsvorsitzende anders reden als der Klempner. Dies hängt mit dem Bildungsgrad zusammen, den die jeweilige Person vorweisen kann. Obwohl es anders sein sollte, ist auch heute noch Usus, dass Arbeiterkinder nicht die gleichen Chancen auf Bildung bekommen wie die Kinder reicher Eltern. Meist werden sie Hauptschulen zugeteilt und bewegen sich in einem engen Sprachzirkel. Dementsprechend wird auch ihr Beruf eher den praktisch-technischen Gruppen angehören, allenfalls den einfachen Angestellten. Nur wenige schaffen den Sprung aus ihrer sozialen Schicht heraus in eine höhere. Der Grad der Bildung wird u. a. auch im Wortschatz reflektiert und dieser ist meist relativ beschränkt. Daraus folgt, dass Medien nur einseitig 3 oder gar nicht benutzt werden. Auch die neuen Medien, wie das Internet, werden allenfalls zu konsumtiven aber selten zu informativen Zwecken herangezogen.
Menschen aus weniger begünstigten Schichten bleiben häufig - so empirische Statistikenauch eher in ihrer sozialen Lage. Dort fühlen sie sich sicher und verstanden. Dieses Phänomen hat zur Folge, dass sie Menschen mit elaboriertem Sprachcode kaum bis gar nicht folgen können. Begründet beispielsweise ein Richter das gesprochene Urteil, so müssen diese Personen oft Zweite und Dritte um Erklärung bitten; Ebenso wenn Behördenmitarbeiter etwas erklären wollen oder Wissenschaftler im Fernsehen Stellung nehmen. Vieles ist für sie nicht verständlich auf Grund ihrer Bildung und ihrer sozialen Herkunft. Diese Sprachbarrieren müssten von der Gesellschaft eigentlich durch bildungspolitische Gleichbehandlung abgebaut werden, doch stattdessen werden die Standardsprecher automatisch an das Gymnasium empfohlen und beispielsweise Ruhrdeutschsprecher an Haupt-, Real-, oder Gesamtschule. Diesem gesellschaftlichen Sprengstoff sollte kompensatorisch begegnet werden. Ö Eine Aussage ist also nicht für jeden gleich verständlich.
Doch es gibt neben den oben beschriebenen Soziolekten auch weitere Gründe, warum Aussagen unterschiedlich verständlich sind:
Die dialektalen Einfärbungen der Sprache führen häufig zu kommunikativer Kakophonie und Missverständnissen bis hin zu Unverständnis. Während früher jedes Dorf seinen eigenen Dialekt hatte, so weichen diese heute häufig den Regiolekten. Wenn man nicht regelmäßig oder mindestens sporadisch in einer bestimmten Region verweilt, sind einem manche Wörter,
3 Einfach strukturierte Medien wie die „Bild-Zeitung“ haben in diesen Gruppen den Vorrang.
Arbeit zitieren:
Alexander Linden, 2003, Was ist Verständlichkeit? Wie schreibt man verständliche Texte?, München, GRIN Verlag GmbH
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