Einleitung. 3
1. Sportklettern im pädagogischen Kontext 4
1.2 Begriffserklärung 4
1.3 Wirksamkeitsfaktoren. 6
Ganzheitliche Strukturanalyse des Sportkletterns in Anlehnung an Grössing: 6
1.4 Klettern als Therapie 7
2. Wahrnehmungsstörungen bei Kindern 9
2.1 Der soziale Aspekt von Wahrnehmungsstörungen 9
2.2 Wie entstehen Wahrnehmungsstörungen? 10
3. Förderung von wahrnehmungsgestörten Kindern durch das Klettern. 12
3.1 Ganzheitlicher Behandlungsansatz. 12
3.2 Förderansatz. 14
3.3 Gestaltung einer Klettereinheit. 15
Äußere Rahmenbedingungen: 15
Ort : Kletterhalle. 15
Spielbeschreibung „Blindklettern“ : 15
3.4 Rückschlüsse. 17
4. Reflexion. 18
5. Literatur 20
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Einleitung
Der Klettersport hat in den letzen Jahren mehr und mehr an Bedeutung im pädagogischen, wie auch therapeutischen Kontext gewonnen. Aufgrund seiner Selbstwirksamkeit, seinem hohen Aufforderungscharakter, sowie seiner vielfältigen Wirksamkeit auf Psyche und Soziales Miteinander, eignet sich der Klettersport hervorragend für therapiemüde, sozial Auffällige, sowie für motorisch wie psychisch beeinträchtigte Kinder und Jugendliche. Gerade Kinder die schwer für „normale“ sportliche Betätigungen in der Turnhalle, oder dem Bewegungsraum (Praxis etc.) zu motivieren sind, finden durch das Klettern in der Halle, am Naturfelsen, oder im Klettergarten wieder neue Lust an der Bewegung. Wie wir im zweiten Kapitel noch erfahren werden, haben Wahrnehmungsstörungen oft eine Auswirkung auf das Sozialverhalten und bringen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen oft weitreichende „Folgeerscheinungen“ mit sich, da sie ihre Umwelt anders erleben als nicht wahrnehmungsgestörte Personen. Andersherum können Wahrnehmungsstörungen eine Folge von Mangelnder Zuneigung, Unterversorgung und einem Mangel an Erfahrungen mit der Umwelt, in einem frühen Säuglings und Kleinkindstadium sein. Diese Kinder haben oft massive Probleme in der Schule oder ihrem Elternhaus, sodass ggf. ein stationärer Aufenthalt in einer Tagesklinik, oder Psychiatrie nötig wird.
Im Rahmen dieser Arbeit stelle ich mir die Frage, warum sich gerade das Klettern für Kinder und Jugendliche mit Wahrnehmungsstörungen in der Psychiatrie eignet. Um mich dieser Fragestellung an zu nähern, betrachte ich zunächst einmal in Kapitel 1 die wesentlichen Komponenten des Sportkletterns um mich im zweiten Kapitel den Wahrnehmungsstörungen zu widmen. Aus den Erkenntnissen dieser beiden Kapitel werde ich in Kapitel 3 meine Schlussfolgerungen ziehen.
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1. Sportklettern im pädagogischen Kontext
Nicht nur im pädagogischen Kontext, sondern auch im Breitensport liegt Klettern „voll im Trend“. Zu Klettern ist „in“, und „cool“, so dass diese Form der Bewegung nicht als „klassische“ Therapie von den Kindern angesehen wird und so auch Therapie unwillige Kinder zu motivieren vermag.
Dadurch dass es sich um eine Ureigene Fähigkeit des Menschen handelt und sehr spielerisch ist, hat Klettern einen hohen Aufforderungscharakter (vgl. Udo Neumann, 2007, S. 8).
Für die Kinder und Jugendlichen ist es „cooler“ zu erzählen dass man zum „Freeclimbing“, wie das Klettern auch bezeichnet wird, geht als zu einer Therapiestunde. Ein Ausflug in die Kletterhalle oder in ein Natur-Klettergebiet, stellt eine erfreuliche Abwechslung im Psychiatrie-Alltag dar. Als Alternative können auch in der Turnhalle kleine „Kletterparks“ eingerichtet werden, die den Nachteil haben, dass sie sich auf dem Psychiatrie-Gelände befinden und durch unangenehme Erfahrungen im Schulsport oft negativ behaftet sind.
1.2 Begriffserklärung
Im Rahmen dieser Hausarbeit beziehe ich mich auf das so genannte „Freeclimbing“. Unter Freeclimbing versteht man das gesicherte Klettern an der Kletterwand, oder am Naturfelsen, abgesichert durch einen Klettergurt, Seil und Kletterpartner. Freeclimbing wird öfters verwechselt mit dem „Freesolo“ oder auch „Soloklettern“, welches öfters in den Medien, in der Werbung oder in spektakulären Kletterfilmen usw. zur Schau gestellt wird. Als Soloklettern bezeichnet man ungesichertes Klettern über Absprungshöhe, also in einer Höhe, in der das Stürzen erhebliche Gefahren in sich birgt (vgl. M. Hoffmann, 2003 S. 8-9). Beim Freeclimbing, wovon hier die Rede ist, werden Gefahren durch das Partnerschaftliche Sichern so gering wie möglich gehalten. Beachtet man alle Sicherheitsregeln, ist das Freiklettern so gut wie ungefährlich.
An einem Naturfelsen macht der Kletterer sich Risse, kleine Vorsprünge oder Spalten, in die man greifen und treten kann zu nutze. An künstlichen Kletterfelsen werden diese Risse naturgetreu nachgebildet, oder künstliche Tritte und Griffe installiert, die das Treten und Greifen erleichtern. Es gibt einen Schwierigkeitsgrad
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zwischen 2 und 9, wobei 2 sehr leicht ist und auch für kleine Kinder ab 3./4. Lebensjahr geeignet ist, während 9 eigentlich nur Kletterprofis vorbehalten ist (vgl. Stephan Winter, 2004, S. 10-11).
Klettern ohne Seil in Absprunghöhe, d.h. bis zu einer Höhe von der aus ein Abspringen als relativ ungefährlich ist, bezeichnet man als „Bouldern“, was aus dem Amerikanischen kommt und soviel bedeutet wie „Kleiner Felsblock“. Der Begründer des Bouldern, John Gill, sagt „Beim Bouldern geht es fast ebenso sehr um den Stil, wie um Erfolg. Bouldern ist eigentlich kein Sport. Es ist eine Klettertätigkeit mit metaphysischen, mystischen und philosophischen Bezügen…“ (zit. J. Gill, in „Eifel en bloc“, 2004, S.10). Auch in Kletterhallen gibt es „Boulder-Wände“, die üblicherweise ca. 3-4 Meter hoch und mit darunter liegenden Matten abgepolstert sind. Durch das Bouldern kann man ausgezeichnet bestimmte Klettertechniken üben und ist auf keinen Partner, der einen absichert angewiesen. Zum Bouldern kann man auch Mauern, Denkmäler, oder Möbel nutzen (nur unter Vorbehalt zu empfehlen). Ein Bouldergelände kann man ohne weiteres in einer Turnhalle nachahmen. Es eignet sich auch hervorragend zum Warmklettern vor dem Feeclimbing an der Wand (vgl. M. Gerritzen/ l. Lehmann, 2004, S.11) oder für Gruppen- und Teamspiele . Zu der Kletterausrüstung gehören für einen Anfänger in einer Kletterhalle, ein Klettergurt (Hüft- oder Brustgurt), spezielle Kletterschuhe (zur Not auch Turnschule mit flacher Sohle), ein Sicherungsgerät, wie z.B. ein Karabiner an dem das Seil mit Hilfe einer bestimmten Knotentechnik befestigt wird und evtl. ein kleiner Magnesiumbeutel, gegen schwitzige Hände und für einen besseren Griff. Das Klettermaterial muss bestimmten Prüfkriterien der EU-Normen entsprechen und ist meist mit einem „CE“ -Zeichen, oder auch „UIAA“ versehen. Seile, sowie eine Anzahl von Karabiner-Harken benötigt man erst wenn es darum geht den Vorstieg zu machen. Dazu benötigt es aber eine gewisse Kletterroutine und viel Sicherheit in den Routen (so nennt man durch farbliche Markierungen vorgegebene Kletterwege), die man Vorsteigen möchte. (vgl. S. Winter, 2004, S. 65-70). Für uns hat aber das Vorsteigen in diesem Zusammenhang keine Bedeutung.
Anfänger klettern immer im „Toprope“. Dies bedeutet, dass das Seil schon an einem Harken am oberen Ende der Wand aufgehängt ist, wie es in einer Kletterhalle üblich ist. Der Kletterer befestigt das eine Anseilende an der Schlaufe seines Gurtes, während sein Partner das andere Ende des Seils mittels spezieller
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Sicherungstechnik an seinem Gurt befestigt. Bei einem Sturz kann man also nicht tief fallen (vgl. S. Winter, 2004, S. 76-79).
1.3 Wirksamkeitsfaktoren
Klettern beinhaltet eine Vielzahl von Faktoren, wie Koordination, Technik, Taktik, Psychische Komponenten, Situation und Körper, die alle bei der Ausübung dieses Sports aktiviert werden. Die Abfolge der ausgeführten Kletterzüge bietet einen großen individuellen Spielraum und lässt Freiheit für die eigene
Bewegungskreativität. Es ist wenig vorgegeben, sondern jeder kann seine eigenen Lösungsmöglichkeiten in einer bestimmten Route, entwickeln und immer wieder neu erarbeiten (vgl. S. Winter, 2004, S. 10). Klettern ist eine „Offene Bewegungsfertigkeit“, dass heißt, dass laufend neue Kletterprobleme durch variable Bewegungsabläufe gelöst werden müssen, weil es an der Kletterwand keine Normlösung für einen Bewegungsablauf gibt (vgl. S. Winter, 2004, S. 19). Folgende Tabelle ermöglicht eine Übersicht über die benötigten Fähigkeiten und Förderungsmöglichkeiten des Klettersports:
Ganzheitliche Strukturanalyse des Sportkletterns in Anlehnung an Grössing: ( S. Winter, 2004, S. 12)
Arbeit zitieren:
Tessa Schleifenbaum, 2008, Klettern mit wahrnehmungsgestörten Kindern im Rahmen einer psychiatrischen Einrichtung, München, GRIN Verlag GmbH
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