Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 BILDBESCHREIBUNG 4
3 ANALYSE. 5
4 DER MALER. 9
4.1 GIOVANNI BATTISTA TIEPOLO 9
4.2 SCHAFFENSPHASEN. 10
4.3 KULTURHISTORISCHER KONTEXT- BILDUNGSKANON IM 18. JAHRHUNDERT 12
4.4 AUFTRAGGEBER TIEPOLOS 13
5 SCHLUSS. 14
6 LITERATURVERZEICHNIS 16
7 ANHANG 17
2
1 Einleitung
Giovanni Tiepolos Werk Apollo & Daphne fiel mir erstmals auf während einer Vorlesung Historienmalerei im Sommersemester 2008. In dieser Vorlesung an der TU- Dortmund lehrte Nils Büttner seine Zuhörer die Geschichten, die hinter Werken der Kunstgeschichte bis hin zu zeitgenössischer Kunst des vergangenen Jahrhunderts, stecken. Diese Geschichten, die den damaligen zeitgenössischen Betrachtern wohl bekannt gewesen sind, sind vielen der heutigen Betrachter nicht mehr geläufig. Weit verbreitete und sehr beliebte Themen der vergangenen Jahrhunderte, wie griechische und römische Historien und Mythen, sowie erzählende oder belehrende religiöse Hintergründe sind im zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhundert zunehmend in Vergessenheit geraten.
Für mich persönlich war es sehr interessant viele Kunstwerke durch Wissen über ihren inhaltlichen Hintergrund nun besser zu verstehen und auch mehr schätzen zu lernen. Besonders wurde mein Interesse für Arbeiten geweckt, die sich thematisch mit der griechischen Mythologie auseinander setzen, wie zum Beispiel Apollo & Daphne von Giovanni Tiepolo.
Über den „Italy’s greatest painter in the eighteenth century“ 1 Giovanni Tiepolo und sein Werk wurden diverse Bücher verfasst. Das in dieser Arbeit zu behandelnde Kunstwerk Apollo & Daphne wird aber in keiner der mir bekannten Schriften erwähnt. Durch diese Tatsache wurde das Arbeiten an dem Ölgemälde aber nicht weniger interessant, sie führte jedoch dazu, dass einige Punkte hypothetischen Charakter haben, aber durch Sekundärliteratur wissenschaftlich belegt werden sollen.
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse des Werks und untersucht in Ansätzen den Bildungskanon der Zeit, um Aufschluss über einen möglichen Auftragsgeber zu bekommen. Des Weiteren werden in knapper Form einige wichtige Stationen im Leben des Künstlers genannt.
Ein Besuch im Louvre unter besonderer Aufmerksamkeit für Tiepolos Apollo und Daphne wäre für weitere Beobachtungen sehr wünschenswert. Die Begegnung mit dem Original sehe ich als einen wichtigen Ausgangspunkt in der Auseinandersetzung mit einem Kunstwerk. Leider ist und war ein solcher Museumsbesuch in Paris derzeit nicht möglich, sodass diese Arbeit auf Abbildungen und Sekundärliteratur beruhen muss.
1 BARCHAM, W. L. (1989, S. 3)
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2 Bildbeschreibung
Das Gemälde Apollo & Daphne wurde 1743 bis 1744 von Giovanni Tiepolo in Madrid mit Öl auf Leinwand gemalt 2 . Es ist 96 x 79 cm, groß und befindet sich heute im Museum Louvre in Paris.
Die Malweise ist dynamisch und schwungvoll. Der Betrachter befindet sich ungefähr auf der Höhe der Figuren und bekommt direkten Einblick auf die Szene, da er unmittelbar an das Geschehnis heran geholt wird.
Der Maler zeigt simultan das Ende der Verfolgung durch Apollo und den Beginn der Transformation der Nymphe Daphne in einen Lorbeer- Strauch.
Alle vier Figuren wurden zentral ins Bild gesetzt. Die fast nackte Daphne befindet sich auf der Flucht vor der Leidenschaft Apolls. Sie ist nur bekleidet mit einem wallenden rosagoldenen Tuch, welches nur noch mit einer Art Gürtel unterhalb der Brust an ihrem Körper befestigt ist und trotz der Dynamik der Bewegung ihren Unterleib bedeckt. Ihr blondes lockiges Haar trägt sie zu einer Frisur am Hinterkopf zurückgesteckt. Während ihre Augen auf ihre Hand gerichtet sind, hat der Verwandlungsprozess bereits begonnen und die Finger ihrer rechten Hand transformieren sich in grüne Zweige. Dasselbe Ziel haben auch die Augen Apollos, welcher voller Schrecken die ersten Züge der Verwandlung beobachtet. Auch Daphnes Verfolger Apollo ist so gut wie nackt. Auch sein Scharmbereich ist nur mit einem roten Tuch bedeckt, welches in Folge schwungvoller Bewegung voluminös hinter ihm her schwingt. Sein Haupt trägt eine (Lorbeer-) Krone, umrahmt von einem Lichtkranz und an seinen Füßen hat der Maler Sandalen angedeutet. Außerdem ist Apollo mit einem Bogen und einem Gürtel für die Pfeile ausgestattet. Mit seiner linken Hand greift er nach dem Bein der fliehenden Jungfrau. Seine Hand befindet sich am oberen Bereich des Oberschenkels und lässt seine sexuellen Absichten vermuten.
Zu Füßen der beiden befindet sich, halb sitzend, halb liegend, ein muskulöser Mann. Sein langes weißes Haar lässt vermuten, dass es sich um einen alten Mann handelt. Er stützt sich seitlich auf einen umgeworfenen großen Krug. Auch er ist nur leicht abwärts der Hüfte mit einem blauen Tuch bedeckt, welches mit einem Gürtel an seinem Körper festgehalten wird. In seiner rechten Hand hält er ein langes hölzernes Ruder. Sein Blick ist auf das kleine nackte Kind gerichtet, welches sich unter dem wallenden Tuch der Daphne an deren Bein klammert, vielleicht aber auch stützt. Die Flügel des nackten Jungens weisen auf seine Identität als Engel hin. Der Schultergurt für die Aufbewahrung von Pfeilen legt nahe, dass es sich bei dieser Figur um Amor (Eros/ Cupido) handelt.
2 Louvre
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Die Kulisse der Szene ist eine Landschaft mit einigen Bäumen im Hintergrund und Bergen in der Ferne. Einer der pinienartigen Bäume ragt hoch in den tief blauen Himmel hinaus und wölbt sich wie ein Schirm über das Haupt der Nymphe. Auch dort, wo die Bäume wachsen scheint der Fuß eines Berges oder Hügels zu sein, welcher zum rechten Bildrand hin ansteigt. Unterhalb der Wölbung des Bogens in der Hand Apolls hat der Maler vor der Bergkette eine kleine Stadt oder ein Dorf angedeutet. Der Untergrund, auf dem sich die Figuren befinden, ist steinig und staubig.
Das kräftige Rot der Bekleidung Apollos erzeugt einen dramatischen Kontrast zum tiefen Blau des Hintergrundes. Die dunklen Bäume und deren Schatten bilden wiederum einen starken Helldunkelkontrast zu den hell beleuchteten Körpern der Figuren. Die Szene scheint erleuchtet von einer von rechts kommenden Lichtquelle, vermutlich der tief stehenden Abendsonne, die die Häuser im Hintergrund in stimmungsvolles Licht versetzt. In Apollo & Daphne findet erkennt man die, für Tiepolo typischen farbigen Schatten. Seine Schatten sind keine dunklen Abgründe mehr, sondern „greifen die atmosphärische Farbe der angrenzenden Farbflächen auf“ 3 .
Eine Signatur lässt sich auf den mir zur Verfügung stehenden Abbildungen nicht erkennen. Vermutlich ist bei dem Original das Kürzel AM zu finden, welches der Maler nach seiner Entlassng aus den Lehrjahren einsetzte. Diese Signatur bedeutet Artium Magister (Meister der Künste) 4 und spiegelt die neue Selbstständigkeit wieder. Da Apollo & Daphne 1743/44 entstand und Tiepolo seit 1717 als selbständiger Maler in den Zunftregistern Venedigs auftaucht fällt das Werk ganz eindeutig in das Zeitfeld der Signatur AM. Das Kunstwerk hängt im Pariser Louvre, umfasst von einem kunstvoll verzierten vergoldeten Holzrahmen. Leider fehlen an dieser Stelle Informationen, um mit Bestimmtheit zu sagen, ob es sich hier um die originale Berahmung aus dem 18ten Jahrhundert handelt.
3 Analyse
Wie der Titel des Bildes nahe legt handelt es sich bei der dargestellten Szene um eine Geschichte aus der griechischen Mythologie, festgehalten in Ovids Metamorphosen. In dem Mythos erlegte Apollo Python, einen riesigen schlangenähnlichen Drachen, der die Orakelstätte Delphi bewachte, welche Apollo sich nach seinem Sieg für sich auserwählte. Hochmütig gestimmt nach seinem Erfolgserlebnis, das er sich mit tausend Pfeilen erkämpft hatte, traf er auf Eros (Amor/ Cupido) und legte ihm voller Stolz nahe, das Bogenschießen lieber den Männern zu überlassen. Eros war erbost über diesen Hohn, schoss einen seiner
3 PEDROCCO, F. (1993, S.59)
4 vgl. PEDROCCO, F. (1993, S.52)
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Arbeit zitieren:
Lena Maria Loose, 2009, Giovanni Tiepolo: Apollo und Daphne, München, GRIN Verlag GmbH
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Lena Ullmann
Zwei Bilder im Anhang.
am Friday, November 13, 2009-