Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 3
Einleitung 4
Joachim Patinir 4
Der Maler. 4
Sein Oeuvre 5
„Landschaft mit dem heiligen Hieronymus“ 6
Weltlandschaft 6
Welttheater 8
Der heilige Hieronymus. 10
Entwicklung der Landschaftsmalerei 11
Antwerpen und die Landschaftskunst. 12
Fazit 12
Literaturverzeichnis 15
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Einleitung
Joachim Patinir gilt als eigentlicher Begründer der niederländischen Landschaftskunst (vgl. Franz 1969:28). Er ist der erste Künstler, der in der deutschen Sprache mit dem Begriff „Landschaftsmaler“ bezeichnet wurde. Albrecht Dürer war es, der auf seiner Reise in die Niederlande am fünften Mai 1521 bei der Hochzeit Patinirs in Antwerpen zu Gast war und anschließend anerkennend in seinem Tagebuch festhielt, dass „maister Joachim, der gut landschafft mahler“ ihn eingeladen und ihm „alle ehr erboten“ habe. Die Verwendung des in der deutschen Sprache völlig neuen Begriffs weist auf Anerkennung seiner Spezialität Landschaft durch Patinirs Zeitgenossen hin (vgl. Büttner, 2006:100).
Als erster Landschaftsmaler spielt Patinir eine wichtige Rolle in der Geschichte der Landschaftsmalerei Europas.
Das Bild Patinirs, über das ich in dieser Hausarbeit schreibe, stammt aus dem 16. Jahrhundert und befindet sich derzeit im Museo del Prado in Madrid. Die Bilder aus dieser Zeit haben keinen Titel, was bedeutet, dass die Namen, mit denen sie in der Literatur vertreten sind, nachträglich hinzugefügte Betitelungen von Sammlern und Händlern sein müssen. Landschaft mit dem heiligen Hieronymus ist der Titel, der mehrheitlich in der kunsthistorischen Literatur verwendet wird. Derselbe Name wurde allerdings mehrmals vergeben. Es existiert eine weitere Landschaft mit dem heiligen Hieronymus, deren derzeitiger Ausstellungsort das Musée du Louvre in Paris ist. Die Landschaft mit dem heiligen Hiernonymus gehört zu dem späteren Werk des flämischen Malers und veranschaulicht, welche Errungenschaften Patinir zum ersten „landschafft mahler“ machten.
Joachim Patinir
Der Maler
Friedländer beschreibt Patinir nicht als ein Genie, sondern als einen Pionier einer Generation, die nach mehr natürlichem Kontext strebt. Seit dem 15. Jahrhundert gewannen Gelehrte, Forscher, Entdecker und Poeten an Bedeutung. Man begann sich für die ganze Welt zu interessieren und blickte weit über den Tellerrand des eigenen unmittelbaren Lebensumfeldes hinaus. Auch in der Malerei zeigte sich dieser Drang
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nach der Erfassung von Natur und Raum, so dass zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Zeit reif für ein neues Genre war, das diesem Trend gerecht wurde. Im Zuge dieser Entwicklung beschreibt Friedländer: „The incidents and figures that were fitted into the outdoors scene ultimately became no more than the occasion and pretext for representing the countryside as such“(1973:99).
Über das Leben des flämischen Malers ist nur wenig dokumentiert. Bezüglich seines Geburtsjahres und des exakten Geburtsortes sind sich die Historiker nicht ganz einig. Baldass beruft sich auf van Manders Überlieferungen im Schilder- Boeck (Malerbuch) und nennt Dinant als Geburtsort des Malers. Das Datum legt er ungefähr in das Jahr 1475. Aufgrund der frühen Werke Patinirs, aus denen deutlich die „Brügger Tradition“ (Baldass 1918:118) herauswächst, folgert Baldass, dass sich dieser für einen längeren Zeitraum in Brügge aufgehalten haben muss. 1515 siedelte er offensichtlich nach Antwerpen um und wurde im gleichen Jahr in Antwerpen als Freimeister in die Malerbrüderschaft aufgenommen (vgl. Baldass 1918:118).
Ein weiteres Datum ist genau festzulegen, nämlich seine Hochzeit am 5. Mai 1521 in Antwerpen, der, wie bereits erwähnt, auch Albrecht Dürer beigewohnt hat, welcher das Ereignis mit diesem Datum in seinem Tagebuch festhielt. Der Name der Braut wird nicht erwähnt. Sello (1982: 1. Abschnitt) weiß zu berichten, dass es sich bei dem „rauschenden Fest“, auf dem auch eine Komödie vorgeführt worden sein soll, um Patinirs zweite Hochzeit handelte. Pons (1981:8) spricht von „Landsmänninen“, die der Maler geehelicht habe, woraus sich schließen lässt, dass diese Hochzeit im Jahre 1521 wohl nicht seine einzige gewesen ist. Pons geht sogar noch weiter und beschreibt Patinir als Maler mit lasterhaftem Leben, „notorischer Trunkenbold, Bilderstürmer, Raufbruder, Jäger und Nestplünderer, Theaterliebhaber und Heiratsschwindler (1981:9), aufbrechend, die Welt zu entdecken.
Es bleibt unklar, wie alt Patinir genau war, als er 1524 starb (vgl. Baldass 1918:118).
Sein Oeuvre
Baldass (1918:122) erkennt in Patinirs Oeuvre den malerischen Einfluss von Gerard David und Hieronymus Bosch wieder. Beim Vergleich der Gemälde, die mit dem Namen Patinirs in Verbindung stehen, „wird man nicht nur erhebliche qualitative Unterschiede feststellen, sondern auch tiefgreifende stilistische Abweichungen, solche
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der Komposition, der Raumgestaltung, des Bildaufbaus“ (Franz 1969:31). Diese Beobachtung führt zwangsläufig zu der Frage, ob diese Werke tatsächlich alle auf die Handschrift des niederländischen Malers zurückzuführen sind. Franz merkt an, dass zu Patinirs Lebzeiten noch viele weitere Landschaftsmaler in Antwerpen tätig waren und dass es wohl zu unbedachter Zuschreibung von Werken kam. Nur sechs der überlieferten Bilder sind signiert und kein einziges ist datiert (generell sind erst seit den dreißiger Jahren des 16 Jahrhunderts datierte Landschaftsbilder erhalten), was die Frage nach dem Entwicklungsgang des Künstlers und nach der Zuordnung erschwert (vgl. Franz 1969:31). Laut Büttner (2006:101) werden der Werkstatt des Künstlers gerade einmal dreißig Werke zugeschrieben.
Patinir, der als der eigentliche Begründer der niederländischen Landschaftskunst gilt, führte Boschs Bemühungen um die schwierige Verbindung von „weiter Fernlandschaft und Überschaulandschaft mit den in Italien entwickelten Methoden des übersichtlich gegliederten und perspektivisch überschaubar und messbar gemachten Raumbildes“ (Franz 1969:28), weiter. Typisch für Patinirs Werk ist die Unterordnung der Details unter die Gesamtwirkung, die freie Entwicklung der Ferne und der stimmungshafte Charakter seiner großzügig gestalteten Landschaftsbilder. Wie kein anderer seiner niederländischen Zeitgenossen beeinflusste Patinir die kommende Kunst späterer Generationen (vgl. Baldass 1918:122).
Landschaft mit dem heiligen Hieronymus
Die Landschaft mit dem heiligen Hieronymus von Joachim Patinir wurde mit Öl auf Leinwand gemalt und ist 74 cm hoch und 91 cm breit. Das Bild befindet sich derzeit im Museo del Prado in Madrid.
Wie der heilige Hieronymus im Vordergrund links erscheinen die Figuren auf dem Gemälde erstaunlich klein, gemessen an der sie umgebenden weiten Landschaft. Ganz deutlich wird das Bild von der Landschaft dominiert.
Weltlandschaft
Hinter der kleinen Szene im Vordergrund, die sich für den bibelfesten Betrachter des 16. Jahrhunderts schnell als eine Darstellung des heiligen Hieronymus erweist, eröffnet sich der Blick in eine weite Landschaft. Der Horizont ist hochgezogen, so dass die
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Arbeit zitieren:
Lena Maria Loose, 2008, Joachim Patinir: Über die "Landschaft mit dem heiligen Hieronymus", München, GRIN Verlag GmbH
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