Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Ausgangssituation nach dem Sieg bei Actium 4
3. Die Militärreformen 4
3.1. Reduzierung der Truppenstärke 5
3.2. Verteilung der Truppen 6
3.3. Festsetzung der Dienstzeiten und Entschädigung der Soldaten für geleistete Dienste. 6
3.4. Schaffung einer Militärkasse. 8
4. Steuerung des Klientelverhalten 9
5. Quelleneinordnung. 12
5.1. Monumentum Ancyranum 12
5.2. Literatur der Augusteer 13
5.3. spätere Überlieferungen 14
6. Schlussbemerkung. 15
7. Literaturverzeichnis: 16
Quellen 16
Forschungsliteratur. 16
2
1. Einleitung
Im Rückblick auf die großen Männer der Geschichte muss man auch immer die dazugehörigen Armeen als Garanten für die Sicherstellung und Behauptung der Macht betrachten. So hatte das Militär unter Augustus zur Klärung der Machtfrage eine ebenfalls bedeutsame Position. Aber erst die Instrumentalisierung durch die Militärreformen und die übergreifenden gesellschaftlichen und politischen Neuerungen brachten den ausschlaggebenden und lange anhaltenden Erfolg. Nicht ohne Grund konnten die Strukturen des augusteischen Prinzipats mit nur wenigen Veränderungen über zweihundert Jahre erhalten bleiben. 1
In dieser Arbeit werden die Reformen unter den Gesichtspunkten Notwendigkeit, Umsetzung und Auswirkung untersucht. Dabei möchte ich speziell auf die Quellenlage eingehen und in diesem Zusammenhang die Frage klären, wo die Besonderheiten bei der Überlieferung liegen. Betrachtet man die erhaltenen Quellen aus der Zeit des Augustus, dann ist er es selbst, der mit seinem Rechenschaftsbericht seine Dienste am Volk und Staat inszenierte. Die Werke zeitgenössischer Autoren spiegeln zum größten Teil eine eher zurückhaltende Art wider. Neben dem Tatenbericht des Augustus beziehe ich mich auch auf die Römische Geschichte Cassius Dios als Quellen. Im Mittelpunkt der verwendeten Forschungsliteratur steht der Beitrag Kurt Raaflaubs über die Militärreformen des Augustus.
Die siegreiche Schlacht bei Actium 31.v.Chr. von Oktavian über M. Antonius stellt in meiner Betrachtung die Ausgangslage dar. Zum Einen ruft das Ende der Bürgerkriege beim Volk die Hoffnung nach dem lang ersehnten Frieden hervor und zum Anderen steht der Sieger vor der Aufgabe, die von den Legionen ausgehende Gefahr zu bannen. 2 Im weiteren Verlauf der Arbeit werden daher die Reformen mit den damit zusammenhängenden Veränderungen aufgeführt und erläutert. Detailliert möchte ich dabei auf die Reduzierung der Truppenstärke, die Verteilung der Truppen auf die Provinzen, die Veteranenversorgung und die notwendige Gründung der Militärkasse eingehen. Im weiteren Verlauf werden dann alle nötigen Maßnahmen aufgezeigt, die für die Schaffung der einzigen gewollten Klientelbildung, nämlich die von allen Soldaten zu Augustus, nötig waren. 3 Abschließend zeige ich, wie sich der Hauptgedanke bzgl. der Trennung des Militärs von der Politik über alle getätigten Neuerungen stellt.
1 Vgl. Raaflaub, Kurt: Die Militärreformen des Augustus und die politische Problematik des frühen Principats,
In: Binder, Gerhard ( Hrsg.), Saeculum Augustum I.Herrschaft und Gesellschaft, Darmstadt 1987, S.307.
2 Vgl. Dahlheim, Werner: Augustus, In: Clauss Manfred ( Hrsg.), Die Römischen Kaiser, München 1997, S.35.
3 Vgl. Raaflaub:Die Militärreformen des Augustus und die politische Problematik des frühen Principats, S.266.
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2. Ausgangssituation nach dem Sieg bei Actium
Als gewonnenen Entscheidungskampf gegen die ägyptische Königin, stellt Augustus seinen Sieg bei Actium gegen M. Antonius in seinem Tatenbericht dar. 4 Gleichzeitig war es der Höhepunkt der Schlacht gegen seine Rivalen, weil der Sieg ab diesem Zeitpunkt endgültig war. Nachdem M. Antonius von eigener Hand starb, entschied sich auch Kleopatra, in hoffnungsloser Lage, für den Freitod. Es folgte zwangsläufig die Einnahme Alexandrias und somit war das Ende der Bürgerkriegszeit besiegelt. Die kriegsmüde Bevölkerung hoffte auf den lang ersehnten Frieden und setzte ihre Hoffnung in Augustus. Als Zeichen der reichsweiten inneren und äußeren Sicherheit wurde das Tor des Ianus -Tempels geschlossen. Jetzt lag es an Augustus die letzte aber zugleich größte Gefahr für die innere Ordnung zu bannen. Und die ging ausgerechnet von denen aus, denen er alles zu verdanken hatte, den Legionen. 5 Voraussetzung dafür aber war die alleinige militärische und politische Macht. Diese wurde am 13. Januar 27.v.Chr. durch den Senat legalisiert, war aber schon seit dem Sieg über M. Antonius allgegenwärtig. Durch die mehrjährigen praenomen imperatoris in den, aus militärischer Sicht bedeutendsten Provinzen Spaniens, Galliens und Syriens, erlangte Augustus ganz offiziell den Oberbefehl über die Masse des römischen Heeres. 6 Durch den Senat wurde er zum ersten Mann im Staat princips. Man verlieh ihm den Titel Augustus und er monopolisierte die Bezeichnung Imperator auf seine Person. 7 Der nun in seiner Form vollendete Name Imperator Caesar Divi filius Augustus reflektierte nun die Basis seiner Politik. Dabei zeigt speziell der Vorname Imperator das nahe Verhältnis zu seiner wichtigsten Stütze der Macht, dem Militär. 8
3. Die Militärreformen
Die Reformierung des Heeres war kein schlagartiger Vorgang, der in einem Guss ein neues System schaffte. Vielmehr waren die Neuerungen durch ein allmähliches Überlagern der Kompetenzen des Senats und des princeps gekennzeichnet. 9
4 Vgl. Bringmann, Klaus / Wiegandt Dirk: Augustus - Schriften, Reden und Aussprüche, Darmstadt 2008, S.
265 (TZF 91).
5 Vgl. Dahlheim, Werner: Augustus, In: Clauss Manfred ( Hrsg.), Die Römischen Kaiser, München 1997, S.35.
6 Vgl. Christ, Karl: Geschichte der römischen Kaiserzeit, Von Augustus bis zu Konstantin, München 1995, S.88.
7 Vgl. Rosenberg, Arthur: s.v. Imperator (17), RE II 1, Stuttgart 1914, Sp. 1146
8 Vgl. Dahlheim: Augustus, S.39.
9 Vgl. Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit, S.104f.
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3.1. Reduzierung der Truppenstärke
Der Zusammenschluss der Truppen M. Antonius und Augustus führte dazu, dass die Zahl der Legionen auf über 70 anschwoll. Einerseits waren die Legionen für den Erhalt der Macht unverzichtbar, aber andererseits musste der finanzielle Aspekt unbedingt berücksichtigt werden. Der Unterhalt für geschätzte 230.000 Soldaten konnte auf Dauer nicht gewährleistet werden, zumal sie bis zum Jahre 2 v.Chr. aus der Privatkasse des Prinzeps bezahlt wurden. Bei ihm lag es jetzt auch, ein gesundes Mittelmaß aus Erforderlichkeit und Tragbarkeit in Bezug auf die Anzahl der Soldaten zu finden. Resultierend aus dieser Berechnung wurden einige Legionen aufgelöst und es begann die langjährige Abmusterung. So wurden bereits bis zum Jahre 29 v.Chr. 120.000 Soldaten aus dem Dienst entlassen. Letztendlich wurde die Zahl der Legionen auf 28 festgesetzt und die Stärke der Legionstruppen betrug etwa 160.000 Soldaten. 10
Hinzu kamen die Hilfstruppen, auxilia als zweite tragende Stütze der Armee. Bestehend aus 200 Cohorten und 50 Alen, erreichten sie eine Mindeststärke von etwa 125.000 Soldaten. Die Auxiliarkräfte gab es auch schon vor Augustus. Aber er war es, der sie durch eine gewisse Romanisierung nachhaltig regulierte. Geführt durch Römer, ausgerüstet und aufgebaut wie Römer konnten sie dennoch flexibler agieren als die riesigen Legionen. Zudem trugen die Rekrutierungen von Hilfstruppen dazu bei, die Krisengebiete zu entkernen und die Provinzen stärker am Kriegsdienst zu beteiligen. 11
Eine wichtige Rolle nahmen die Prätorianer ein. Sie zählten unter Augustus 9 Cohorten mit etwa 4500 Mann und sorgten für die unmittelbare Sicherheit des Prinzeps in Rom. Die nötigen Qualifikationen dieser Eliteeinheiten und die Nähe zu Augustus schafften ein sehr enges Treueverhältnis. Gesondert zu nennen ist dabei die germanische Leibwache, Germani corporis custodes. Bestehend aus etwa 500 Bataviern und Ubiern, war diese Truppe ein Überbleibsel aus Bürgerkriegszeiten. 12 Dazu kamen noch 4 Stadtcohorten, cohortes urbanae, die polizeiähnliche Aufträge übernahmen. 13
Um die Schifffahrts- und Handelswege zu schützen, wurden in der Adria und im Tyrrhenischen Meer zwei Flotten unterhalten. Zu den weiteren Aufgaben zählten
10 Vgl. Kienast, Dietmar: Augustus - Prinzeps und Monarch, Darmstadt 1992, S.264f.
11 Vgl. Junkelmann, Marcus: Die Legionen des Augustus, Mainz 1986, S.91.
12 Vgl. Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit, S.115.
13 Ebenda.
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Arbeit zitieren:
Denny Bellin, 2009, Die Militärreformen des Augustus , München, GRIN Verlag GmbH
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