Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Central Intelligence Agency 4
2.1. Aufgabe und Berufung 4
2.2. Ausgangssituation in Afghanistan. 5
2.3. Rolle der CIA in Afghanistan. 6
2.4. Folgen der Eingriffe 8
3. Islamischer Fundamentalismus 9
3.1. Fundamentalismus. 9
3.2. Islamismus. 10
3.3. Extremismus. 11
3.4. Dschihad. 11
4. Verknüpfung zum Afghanistankrieg. 12
5. Bestandsaufnahme 13
6. Schlussbemerkung. 14
4. Literaturverzeichnis. 16
2
1. Einleitung
Betrachtet man sich die Bedingungen, die eine ideologische Bewegung groß werden lässt, so stehen die Zeichen für den islamischen Fundamentalismus gut. Das gemeinsame Ziel verbindet die Massen und lässt über Diskrepanzen hinwegsehen. 1 Umstände, wie die Bevölkerungsentwicklungen in islamischen Ländern und der geschickte Einsatz von Propaganda durch Extremisten sichern zudem den Zulauf in der Anhängerschaft.
In dieser Arbeit werden die verdeckten Eingriffe der Central Intelligence Agency in die Weltordnung, am Beispiel des sowjetisch-afghanischen Krieges und deren Auswirkungen untersucht. Dabei möchte ich speziell der Frage nachgehen, ob die rasante Verbreitung des radikalen Islams auf die Maßnahmen des amerikanischen Geheimdienstes zurückzuführen ist. Der lokale Schwerpunkt bleibt während der gesamten Arbeit Afghanistan und als Vertreter der Extremisten rückt die al-qa´ida, als eine der bekanntesten Organisation, in den Fokus.
Die Basis meiner Arbeit stellt ein kurzer Überblick über die CIA dar, in welcher die Tätigkeitsfelder insbesondere zu Zeiten des Kalten Krieges verdeutlicht werden. Darauf aufbauend betreten wir den „Kriegsschauplatz Afghanistan“ 2 , um zu sehen, wie auf Seiten der USA im großen Stil am Geschehen manipuliert wurde. Die Konsequenzen waren zu Beginn nicht vorherzusehen und gingen weit über den Rückzug der Sowjetunion hinaus. Im Folgenden wird die Verknüpfung zum heutigen Islamismus hergestellt, indem ich u.a. auf die Entwicklung der radikalen Glaubensrichtung eingehe. Im Anschluss daran versuche ich anhand der Zielsetzung zu zeigen, dass es sich durchaus um eine ideologisch und politisch motivierte Bewegung und nicht um das Bemühen Einzelner handelt.
Die Quellenlage stellt sich für die behandelte Zeit folgendermaßen dar: Mit dem Hintergrund der Geheimdienstaktivitäten im kalten Krieg stehen diesbezüglich zahlreiche Darstellungen unter Verschluss. Vorrangig beziehe ich mich deshalb auf sowjetische Veröffentlichungen zum Afghanistankrieg, internationale Dokumente und den Koran.
1 Vgl. Clasen, Michael: Der Fluch des langen Krieges - Wie Osama bin Laden den Westen zu besiegen droht, Berlin 2008, S. 61.
2 Vgl. Ulfkotte, Udo: Der Krieg im Dunkeln - Die wahre Macht der Geheimdienste, Frankfurt am Main 2006, S. 8.
3
Als Forschungsliteratur habe ich mich auf neuere Werke ab 2003 konzentriert, wobei insbesondere die Beiträge von Udo Ulfkotte, Michael Clasen und Walter Feichtinger die Grundlage meiner Arbeit bilden.
2. Central Intelligence Agency
Nachdem das Büro für strategische Dienste (OSS) noch zum Ende des Zweiten Weltkrieges mit zum Teil zweifelhaften Aktionen vor Allem in den Bereichen der Sabotage und Spionage tätig war, so wurde das Ende desselbigen spätestens mit der Präsidentschaftsübernahme Truemans faktisch besiegelt. Am 20. September 1945 fiel der Beschluss zur Auflösung des OSS. Aber genau dieser amerikanische Präsident erlangte wider Willen die Erkenntnis, dass man ohne einen Nachrichtendienst global nicht bestehen könne. Man rief die Central Intelligence Group (CIG) ins Leben. Die Grenzen der Leistungsfähigkeit wurden der zentralen Nachrichtengruppe nicht zuletzt durch fehlende Klarheit bzgl. der Aufgaben und Befugnisse relativ schnell aufgezeigt. Im Angesicht der roten Gefahr bedurfte es einer Identifikation mit dem Geheimdienst. Neben dem Marshall-Plan und der Trueman-Doktrin setzte die amerikanische Führung jetzt auch auf die modifizierte Central Intelligence Agency (CIA). 3
2.1. Aufgabe und Berufung
Bei einem Scheitern der Diplomatie oder dort wo das Militär zwingend unerwünscht war, sollte sich die CIA in der Informationsbeschaffung und -auswertung bewähren. Das war jedenfalls im Sinne des Präsidenten, als er sein Bekenntnis zum Nachrichtendienst gab. Doch mit der Dauer des kalten Krieges veränderten sich die Aufträge des Geheimdienstes, der sich zusehends immer mehr verselbstständigte. 4
Die strenge Rollenverteilung der Supermächte USA und Sowjetunion schaffte klare Feindbilder und somit ein großes Tätigkeitsfeld der Geheimdienste auf beiden Seiten. Im Kampf um die Vorherrschaft des eigenen Systems wurden die inoffiziellen Kämpfe auf der halben Welt ausgetragen. 5 Die Agenten der CIA betrieben Spionage auf der ganz großen Bühne, obwohl sie dem sowjetischen Pendant (KGB) zumindest zeitlich gesehen, weit hinterherhinkten. 6
3 Vgl. Weiner, Tim: CIA - Die ganze Geschichte, Frankfurt am Main 2008, S. 27-50.
4 Vgl. Ulfkotte: Der Krieg im Dunkeln, S. 86.
5 Ebenda, S. 93.
6 Vgl. Weiner: CIA, S.37.
4
„Der Feind meines Feindes ist mein Feind“ 7 Nach diesem und vielen anderen Verhaltensgrundsätzen wurden Unternehmungen sabotiert, Dinge zerstört, Menschen belauscht, untergraben oder bei Notwendigkeit sogar gezielt ermordet. 8 Als verlängerter Arm der höchsten Führung, stand die CIA in der Pflicht, die gegnerische Seite zu ergründen und ihr idealerweise immer einen Schritt voraus zu sein. Auf einem schmalen Grat zwischen Recht und Unrecht, Wahrheit und Lüge sicherte sich die Institution ihr andauerndes
Fortbestehen durch einen großen Selbsterhaltungstrieb. Die absolute Geheimhaltung gilt zudem als oberste Prämisse. 9
2.2. Ausgangssituation in Afghanistan
Vom 24. bis 27. Dezember 1979 erfolgte die sowjetische Intervention in Afghanistan. Die vorausgegangene Brisanz lag in den geografischen Gegebenheiten. Als direkter südlicher Nachbarstaat stand Afghanistan stets unter einem besonderen Einfluss der Großmacht. Die Intention der speziellen Kontaktpflege bestand nicht etwa in einer übergreifenden kommunistischen Expansion, sondern vielmehr in einer umfassenden Absicherung der Südflanke durch zum Teil solidarische Maßnahmen. Man gab Hilfestellungen in vielen Bereichen, förderte den Nachbarstaat und akzeptierte ihn durchaus als einen selbstständigen. 10 Aus strategischer Sicht schien das Land am Hindukusch vorerst sowohl für die USA als auch für die Sowjetunion unbedeutend zu sein. Einen Wendepunkt dieser defensiven Beziehungspolitik stellte das Jahr 1974 dar. Die durch den Vietnamkrieg gebeutelte USA strebte mit einem Kurswechsel eine Neutralität Afghanistans an, was letztendlich zu innerpolitischen Unruhen führte. 11 Als in der Folge die entstandene proamerikanische Regierung im Rahmen eines Putsches gestürzt wurde, griff wiederum die Sowjetunion unterstützend ein. Erst nachdem die Entspannung zwischen den beiden Großmächten nicht mehr existent war und sich das Land Afghanistan in bürgerkriegsähnlichen Zuständen befand, dachte man laut über eine militärische Lösung nach. Dem voraus ging ein sowjet.-internes politisches Tauziehen, langes Zögern und genaues Abwägen, bis dann doch die schwierige Entscheidung zugunsten der Invasion und somit zum Schutz der labilen Südgrenze fiel. 12
7 Ebenda, S. 13.
8 Vgl. Ulfkotte: Der Krieg im Dunkeln, S. 93.
9 Vgl. Weiner: CIA, S.19f.
10 Sowjetische Geheimdokumente zum Afghanistankrieg, 2.2., S.21-25.
11 Vgl. Greiner, Bernd; Müller, Christian Th.; Walter, Dierk (Hrsg.): Heiße Kriege im Kalten Krieg. Hamburg 2006, S. 295 - 313.
12 Vgl. Gaddis, John Lewis: Der Kalte Krieg - Eine neue Geschichte, München 2007, S.259f.
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Arbeit zitieren:
Denny Bellin, 2009, CIA - Ein Katalysator für den Vormarsch der radikal islamistischen Ideologie?, München, GRIN Verlag GmbH
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