Inhalt
1 EINFÜHRUNG 3
2 BIOGRAFISCHERHINTERGRUND 3
3 RODENCRATER 7
3.1 AUFBAUDERANLAGE. 7
3.2 WEITEREPLANUNG. 9
4 RELEVANTEKÜNSTLERISCHEASPEKTEUNDREFERENZEN. 9
4.1 DEKONSTRUIERTTURRELLSLICHTRAUMKUNSTDENNATÜRLICHENWAHRNEHMUNGSHABITUS? 10
4.2 ZWISCHENSKULPTURUNDGEMÄLDE 11
4.3 INFLUENZENINGEGENWARTUNDVERGANGENHEIT 11
5 FAZITUNDAUSBLICK. 12
6 ANHANG 13
7 LITERATURVERZEICHNIS 17
2
1 Einführung
“Myworkisaboutspaceandthelightthatinhabitsit.Itisabouthowyouconfrontthatspaceand plumbitwithvision.Itisaboutyourseeing,likethewordlessthoughtthatcomesfromlookinginto fire.”
(Turrell,2008)
Der LichtH und Environmentkünstler James Turrel beschäftigt sich intensiv mit Licht und dessen Perzeption,aufderenModifikationerabzielt.MitHilfevonLichtschaffterRäume,diesichdurchihre außergewöhnliche Stimmung auszeichnen. Dabei interessiert ihn auch der Aspekt des Sehens. Die Art,wiedasAugesegmentiertundwiesiedurchdifferierendeStimulationverändertwerdenkann, ist eines seiner zentralen Themengebiete. Seine obsessiv anmutende Erlebniskunst erreicht ihren HöhepunktindembereitsseitdreiJahrzehntenandauerndenProjektRodenCrater.ImSinneTurrells Suche nach den menschlichen Wahrnehmungsmechanismen in Verbindung mit Licht, errichtet er darin eine Erlebniswelt ganz besonderer Qualität. Die vorliegende Arbeit fungiert als Abriss der IntentionunddesbisherigenSchaffensdesamerikanischenKünstlers.
2 Biografischer Hintergrund
Das Leben eines Künstlers zu kennen ist nicht zwingend notwendig für das Verständnis seines Schaffens. Im Gegenteil können dadurch sogar Vorurteile entstehen die einen prädestinierten Zugang zum Werk auslösen. Jedoch ist das Werk James Turrells so beeindruckend, sein Leben und seineEinstellungensoüberraschendundoriginell,dassesmirhierinteressanterscheint,einenBlick aufseineBiografiezuwerfen.
James Turrell wurde 1943 in Los Angeles geboren, heute lebt und arbeitet er in Flagstaff, Arizona. NachseinemStudiumderMathematik,Psychologie,KunstHundKunstgeschichte,richteteersichein StudioinOceanParkein,woererstekünstlerischeErfahrungensammelte.Schonbaldwandelteer sein Atelier in eine Art Dunkelkammer um, was ihm neue Perspektiven im Hinblick auf die Untersuchung von Licht und dessen Wahrnehmung eröffnete. Seit der ersten künstlerischen Auseinandersetzung steht für ihn die Beschäftigung mit den Möglichkeiten künstlichen und natürlichen Lichts im Fokus. Seine Arbeit manifestiert sich in architektonisch anmutenden Installationen, die im Ausstellungskontext meist rekonstruiert werden. Einer QuäkerHFamilie entstammend,kommtderjungeTurrellschonfrühmitdemAspektdesLichtsinBerührung,dennin der Religionsgemeinschaft gibt es zwei Hauptcharakteristika: zum einen die Stille während der Messen,zumanderen,das„insichgehen“,umdasLichtzubegrüßen(Rech,BruxellesHParis,Thalys, 17H00, 14/09/2004, 2005, S. 9). Sein frühes Umfeld war also von Traditionen geprägt, die sich in
3
religiöseralsauchsozialerHinsicht,imbezugaufKleidungundUmgangvergleichbarmitorthodoxen Juden, spiegelten. Hier wurde die Verbindung zur Natur bereits gelebt. So war es beispielsweise üblich sich von Produktenaus eigener Produktion, d.h. aus Anbau oder Jagd, zu ernähren (Rech, BruxellesHParis, Thalys, 17H00, 14/09/2004, 2005, S. 15). Es ist zu vermuten, dass diese, relativ außergewöhnliche,LebensweiseihreSpurenimDenkenundHandelndesKünstlershinterlassenhat, wasinerimInterviewmitAlimeRechandeutet:
„ A.R.: Do you think the way your parents thought and practiced this
religionhasinfluencedyourwayofthinking,yourart? J.T.:TherewasatimewhenIwasverymuchinvolvedinit,thenIcameto thinkthiswasridiculous.NowIrealizethatIammuchmoreinfluencedbyit thanIthought. A.R.:Youmeantheethics?
J.T.: Well, just the whole thing. The way they think. I met a young man in Ireland who is a Quaker, Nicholas Moss. We thought we had some of the samewaysofthinkingaboutthings. A.R.:Sonow,youthinkthisinfluenceiscomingback…? J.T.:Well,Itendtobe“landrichandcashpoor”(laughs).Theytakeinstrays, you know, like an old car>well that’s what I do>an old machine. They become stewards of tools, etc…They don’t like the idea of planned obsolescence.Theymaketoolsreusable,usableagain. A.R.:Theydon’twanttothrowanoldtoolinthegarbagecan.
J.T.: In fact, they even tend to like what’s old better, because it has some strangekindofhistory,Imeanlikeatoolknowshowtodowhatitdoes.Just liketheairplane.Anairplanehasflownalotbefore,soobviouslythisplane knowshowtofly.Youassertacertainconsciousnesstothings. A.R.:Youthinkso? J.T.:Yes.”
(Rech,BruxellesHParis,Thalys,17H00,14/09/2004,2005,S.14)
Der Einfluss der sozioHreligiösen Umgebung hat Turrell also tiefergehend beeinflusst, als er es zunächstselbstwahrnahm.SeineDenkweiseistmitdenWertenderQuäkergemeindeverbunden.So auch die Einstellung gegenüber Gegenständen, die nicht einfach weggeworfen werden, sondern gerade durch ihr Alter interessant werden. Der Künstler spricht ihnen einen EntwicklungsH und Erfahrungsprozess zu. In Opposition zur Konsumgesellschaft, die ältere Dinge als unschön und wertlos abstempelt, sieht er in diesem Punkt den besonderen Wert und die Einzigartigkeit eines Objekts. Ein Gedanke, der sich eventuell in seiner künstlerischen Konzeption wiederfinden lässt. TurrellsVater,JamesTurrell,warFlugzeugingenieurundhatseinemSohnschonmit16Jahrenandas Fliegen herangeführt. Somit kam er schon zu einem frühen Zeitpunkt mit seiner Obsession dem
4
Himmel,demLichtundderGrenzenlosigkeitnah.AuchdasIngenieurwesenhaterfürsichentdeckt undessichinseinenweiterenArbeitenzuNutzegemacht.
„ A.R.: kind of very precise and esthetic things that you like too, also
aeronautic…
J.T.:Yes,butIbuiltboatsatfirst.Ibuiltmyfirstboatat9,a“sabot”boat,I sailedit.
A.R.:Youwerealreadyintobuildingthings… J.T.:Ilovedtoleave,that’sthebigthing…(laughs) A.R.:Youwerewillingtogo. J.T.:Togoyes,alwaysfuntogo,alwaysfuntocomeback. A.R.:Toescape?
J.T.: Yes, art is that entirely. You know art is not so much elitist as ii is escapist.
A.R.:Artisaspaceoffreedominoursociety,isthatstilltruenow? J.T.:Arthadambition,therewasaperiodinAmericaartwhenitreallydid well,IwaspartofitIstillambutthenitkindofchanged,that’salittlebit discouraging.
A.R.:Inwhatdoyouthinkarthadlessambitionnowthaninthesixties? J.T.: Something died after Vietnam because, the containment of communism,thatwassomeunbridledimperialism.ItchangedhowAmerica thoughtaboutitself;nowweneeditagain.;nowweneeditagain.Youhave tocomebackfromthat.Then,morerecently,arthascomedowntomore personalideas,nohierarchyofqualities.Itislikeapoetwhowouldwriteon a grocery sack, a brown paper bag. The profoundness and depth are not fromthescaleorthequalityofpaper. A.R.:WhenandwhydidyoudotheflightstoTibet? J.T.:Ihadto. A.R.:ThiswasbecauseyouwereintheArmy?
J.T.:No,becauseIhadtodomyservicebutIdidanalternativeservice,all Quakers are conscientious objectors, “C.O.”; they object war. We all serve butwedon’tcarryagun. A.R:Youchosetofly?
J.T.:No,yourdraftboardchoosesforyou,theyknewIwasapilotatavery youngage.”
(Rech,BruxellesHParis,Thalys,17H00,14/09/2004,2005,S.20)
DasGesprächverdeutlichtverschiedenefürdenKünstlerrelevantePositionen.Zunächstbestätigter dassdasKonstruktionswesenschoneinefrüheLeidenschaftwar,dieerinseinerKunstetablierthat.
5
Arbeit zitieren:
Maria Schloeter, 2009, James Turrell - Wahrnehmung als Medium, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die historische Herausbildung des Dokumentarfilms in der Zeit der Avan...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Wo bestehen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Massenpsychologie ...
Psychologie - Sozialpsychologie
Seminararbeit, 25 Seiten
Edouard Manets Realismusverständnis: "Eine Bar in den Folies-Berg...
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Die Faszination der Stadt: zum Flaneur und der Wahrnehmung der Menge
in E.A. Poes „Der Massenmensch...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 11 Seiten
Wandel der Arbeitszeit - Hintergründe, Modelle und rechtliche Rahmenbe...
Bachelorarbeit, 55 Seiten
Blueprint - ein intermedialer Vergleich
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Der Dokumentarfilm, authentische Abbildung oder Montage der Wirklichke...
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Eine filmtheoretische Untersuchung von Orson Welles' "Citizen...
Hausarbeit, 20 Seiten
Publikumsethik - Positionen einer Ethik der Rezipienten
Medien / Kommunikation - Medienethik
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Sigmund Freuds ,,Massenpsychologie und Ich-Analyse"
Psychologie - Sozialpsychologie
Hausarbeit, 19 Seiten
Tempo und Tempokritik in Berlin - Die Symphonie der Großstadt
Kulturwissenschaften - Sonstiges
Seminararbeit, 19 Seiten
Maria Faour's Text James Turrell - Wahrnehmung als Medium ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Maria Faour hat den Text James Turrell - Wahrnehmung als Medium veröffentlicht
Maria Faour hat einen neuen Text hochgeladen
Cratering in Marine Environments and on Ice
Henning Dypvik, Philippe Claeys, Mark J. Burchell
Cratering in Marine Environments and on Ice
Henning Dypvik, Philippe Claeys, Mark J. Burchell
Deutsche und französische Medien im Wandel
Cornelia Frenkel, Heinz H. Lüger, Stefan Woltersdorf
0 Kommentare