Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
Vorwort 3
Einleitung und Forschungsstand 3
Entstehung des Täufertums 4
Die Formierung und Ausweitung. 6
Hubermaier und Huts Weg nach Mähren. 7
Der Beginn der Gegenoffensive durch Reformierte (Zwingli) und Ferdinand. 8
Wiedert äufermandat von Speyer 9
Wehrlosigkeit - oder nicht? 9
Der Pusterer Vorsteher Jakob Hutter 12
Ein Weg der Zersplitterung 13
Die neue Gemeinde in Zwietracht. 14
Des „Bluthunds“ Politik und die Wanderungen. 16
Hutter auf den Weg in den Tod. 17
Die Qualen vor dem Tod. 18
Conlusio 21
Literatur - und Quellenverzeichnis. 23
Internetquellen.......................................................................................................................... 24
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Vorwort
In der Arbeit „Täuferbewegung in Tirol“ möchte ich die Bewegung der Täufer in Tirol und Mähren aufzeigen. Die Bewegung in Tirol wurde von Zürich und Mähren aus beeinflusst. Aufgrund der Verfolgungen durch den Kaiser und der katholischen Kirche mussten die Pusterer (Hutterer) nach Mähren fliehen. In Mähren begann dann die Spaltung der Täuferbewegung in die Schwertler- und die Stäblergemeinden. Welche Unterschiede die beiden Gemeinschaften von einander trennten und wie sich die Pusterer (Hutterer) Gemeinde innerhalb der Stäbler etablierte, soll hier aufgezeigt werden. Ferner kann die Täuferbewegung nicht ohne den Bauernkrieg von 1524-26 sowie den kirchlichen, sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten jener Zeit erzählt werden. Das Zusammenwirken aller vorstehend angeführten Faktoren kann als Basis für den rasanten Aufstieg der Täufer gesehen werden.
Des Weiteren wird die Zeit nach dem Niedergang der Tiroler Gemeinschaft betrachtet, um zu zeigen, dass es die Mennoniten und Hutterer heute noch in Nordamerika gibt.
Einleitung und Forschungsstand
Die Forschung über die Täuferbewegung datiert deren Entstehung auf das Jahr 1525 in Mitten der Bauernkriege. Die Bewegung entstand in drei Zentren. Eines dieser Zentren war Zürich. Hier hatte eine Gruppe die reformatorischen Ansichten Zwinglis radikalisiert. Das zweite Zentrum entstand um Thomas Münster und das Dritte in Strassburg um Melchior Hoffmann. Für die Entwicklung der österreichischen Gebiete sind die Zentren Zürich und Münster bedeutend. Georg Blaurock und andere wurden ausgesandt um zu missionieren. Personen wie Hans Hut, Balthasar Hubermaier, Jakob Hutter und andere wurden durch sie in ihren Entscheidungen beeinflusst.
In Bezug auf die Hutterer und anderer Täufergemeinschaften sowie deren wichtigen Persönlichkeiten gibt es ausreichend Literatur. Die Bücher „Die Hutterischen Brüder 1528-1992“ von Victor Peters und „Hutterische Konfession und Tradition (1578-1619)“ von Astrid von Schlachta, „Die Hutterer in Tirol“ von Werner O. Packull, „Die Hutterer“ und Gottes letzte Inseln von Bernd G. Längin geben eine genau Betrachtung über die Anfänge des Täufertums. Speziell werden die Gruppen der Hutterer bzw. Stäbler, sowie die Geschehnisse, die deren Verlauf erheblich beeinflussten, berichtet. Jedes dieser vorher genannten Bücher
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gibt uns einen Einblick über Jakob Hutters Leben vor seiner Bekehrung, obwohl, wie es alle betonen, wenig davon bekannt ist. Alle stimmen überein, dass in diesem Fall Hutters Vetter Caspar Hueter als einzige Quelle dient. Bei Victor Peters Werk werden auch andere führende Personen der Gemeinschaft genauer ins Auge gefasst.
Victor Peters Werk über die Hutter, das 1992 erschienen ist, gliedert sich in sechs große Kapitel. Im 1. Kapitel berichtet er über die Hutterer in Mähren in den Jahren 1528-1622. Im Zweiten geht er auf Ungarn und die Walachei (1546-1770) ein. In den weiteren Kapiteln wird über Russland, Kanada und die USA geschrieben.
Astrid von Schlachtas Buch hingegen geht speziell auf das Zusammenleben innerhalb der Gemeinschaft der Hutterer ein und gibt uns Einblicke in deren Alltag. Sie notiert deren Ideale und beschreibt wie dieses Idealbild sich in der Realität wiedergibt. Weiters erläutert sie welche Kontroverse es zwischen 1995 und 2002 über das Thema in der Wissenschaft gab.
Entstehung des Täufertums
Die Täufer entstanden durch unzufriedene Personen, die die Reformatoren Zwingli und Luther unterstützten. Die Züricher Gruppe bestand aus Konrad Grebel (1498-1525), Felix Manz (1480-1527) und Georg Blaurock (1492-1529). Bei einem Treffen im Jahre 1523 wurde die Erwachsenentaufe zum Hauptkern der Diskussion. Die Täufer meinten, dass kein Kind fähig sei selbst zu entscheiden die Nachfolge Christi anzutreten. Anfang 1525, bei einem erneuten Treffen führte Grebel an Blaurock die erste Erwachsentaufe durch. Blaurock hatte Grebel darum gebeten. Ulrich Zwingli (1484-1531) und Martin Luther (1483-1546) hatten die Erwachsentaufe abgelehnt und sahen die Taufe als ein Sakrament der Religion an. Die Täufergemeinschaft war der Ansicht dass sich die Lutheraner und Ziwingilianer zu wenig von der katholischen Kirche abwendeten. Die Täufer wollten zurück zum Urchristentum.
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Das Schleitheimer Glaubensbekenntnis von 1527 forderte: 1
die Erwachsentaufe für alle Bürger
„[…] Der Tauff folg geben werden allen denen so gelernt seind die bus unnd enderung des lebens / unnd glauben in der warheit / das ire sünd durch Christum hinweggenomen seyen / un allen denen / so wöllen wandeln in der aufferstehung Jesu Christi / auff das sie mit im auffestehn mögen /und allen denen so es in solcher meynung von uns begeren und fordern / durch sich selbs. Mit dem werden ausgschlossen alle kinder tauff / des Bapsts höchste und erste grewel […]“ 2 .
die Einführung des Kirchenbanns und der Ausweisung der Gemeinde „ […] Der Bann sol gebrauch werden mit allen denen / so sich dem Herrn ergeben haben / nachzuwandeln in seinen geboten / und mit allen denen / die in einem leib Christi getaufft sein worden / und sich lassen brüder oder schwester nennen / und doch etwan entschlipffen / unnd fallen in ein fal und sünd / und unwissentlich uber eilt werden. Die selben sollen vermant werden zum andernmal heymlich / und zum drittemal offentlich / vor aller gemeyn getrafft oder gebant werden nach dem befehl Christi […]“ 3 die Gütergemeinschaft die Wiederherstellung der Urkirche die Pflege des Abendmahls um ans Leiden Christi zu erinnern die Absonderung vom Bösen und ihrer Sündhaftigkeit in der Welt das Verbot das Schwert zu gebrauchen
„[…] Das Schwert ist ein Gottes ordnung / ausserhalb der volkomenheit Christi / welches den Bösen straffet unnd tödtet / und den Guten schützet und schirmet. Im Gesatz wird das Schwert geordnet / uber die Bösen zur Straffe / und zum todt / und dasselbige zubrauchen / sind geordnet die weltlichen Oberkeiten. In der volkomenheit Christi aber / wird der Bann gebraucht / allein zu einer manung und ausschliessung des der gesündet hat on todt des fleisches / allein durch die manung und den befelh / nicht mehr zu sündigen.[…]“ 4
1 http://www.museum-schleitheim.ch/bekenntnis/taeuferbekenntnis.htm (23.April 2008) 2 Ebenda, 6-7.
3 http://www.museum-schleitheim.ch/bekenntnis/taeuferbekenntnis.htm, 7-8. (23.April 2008)
4 Ebenda, 16-17.
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Die Formierung und Ausweitung
Die Täufer breiteten sich rasant in allen Reichsteilen und nach Holland aus. Am Rhein, in Norddeutschland und in Holland wurde Menno Simons (1492/96-1561) und in Süddeutschland und Tirol Jakob Hutter (1500-1536) zur Führungspersönlichkeit. Die Züricher Täufer gerieten mit der Zwinglianischen Staatskirche in Konflikt. Mainz (hingerichtet 5. Jänner 1527) und Blaurock auch Jörg Cajakob 5 genannt (hingerichtet 6. September 1529), welcher in Tirol missionierte, wurden zu den ersten Märtyrern. Als Blaurock wieder in die Schweiz zurückkehrte übernahm Zaunring die Missionierung südlich des Brenners in Tirol. Schon 1529 hatte die Täufergemeinde südlich des Brenners feste Formen angenommen. Es wurden schon in den Anfängen Gemeindeversammlungen abgehalten und Gelder in die gemeinsame Kasse gelegt. Wegen der gemeinsamen Kasse und der vollen Hingebung zur Gemeinde hatten sich Neulinge den Beitritt zur Gemeinschaft genau zu überlegen. Die Täufergemeinde um Hutter und Zaunring wurde sehr stark von der Kommune in Austerlitz (Slavkov), Mähren beeinflusst. Als die Rattenberger Täufer 1528 nach Böhmen flüchteten übernahm Zaunring die Missionierung in deren Gebiet, nördlich des Brenners. Dabei begab er sich hier, wie auch in den anderen Gebieten, in Lebensgefahr. Im Jahr 1530 führte er, so wie Hutter, auch eine Gruppe von Gläubigen nach Mähren. Für die Gemeinschaft wurde ein Gerichtsschreiber, namens Kürschner oder auch Klesinger genannt, gewonnen. Kürschner ist ein eifriges Mitglied und begann zu gleich in seiner Heimat Tirol fleißig zu missionieren. Nachdem dieser im April 1529 gefangen genommen und am 2. Juni 1529 hingerichtet wurde, kehrte Blaurock aus der Schweiz zurück.
Der Bauernkrieg vom 1524-1526 hatte es den Täufern ermöglicht viele enttäuschte soziale Gruppen zu gewinnen, da sich diese mehr von der Reformation erhofft hatten. Diese hofften das Reformen in politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bereichen durchgeführt oder verstärkt würden. Die Aufständischen waren Bauern, Handwerker, Stadtbewohner, Lehrer, abtrünnige Priester und auch Adelige. Der Bauernkrieg förderte in Süddeutschland die Bildung von Gemeinden, die die Bauern unterstützten. Des Weiteren verbündet sich der ehemalige Landesherr von Württemberg mit den Aufständischen und den Täufern von Waldshut gegen die Habsburger um sein Land wiederzuerlangen was jedoch nicht gelang, da der Bauernkrieg verloren wurde.
5 Bernd G. Längin, Gottes letzte Inseln. Wie die Hutterer und Amisch leben, Augsburg 1996, 233.
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Arbeit zitieren:
Mag. phil. René Schreiber, 2008, Täufertum in Tirol, München, GRIN Verlag GmbH
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Zu Norbert Elias': "Prozeß der Zivilisation" (Band I)
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