Gliederung
1 EINLEITUNG 3
2 URSPRÜNGE UND ANSPRUCH DER „SOZIAL IDENTITY THEORY“ 4
3 THEORETISCHE VORANNAHMEN DER „SOZIAL IDENTITY THEORY“ NACH HENRI
TAJFEL. DEFINITION DER GRUPPE 4
4 DIE THEORIE DER SOZIALEN IDENTITÄT NACH HENRI TAJFEL 5
4.1 ZWEI ASPEKTEN DES SELBSTKONZEPTES VON PERSONEN 5
4.2 MULTIPLE SOZIALE IDENTITÄTEN 5
4.3 DIE THEORIE DER SOZIALEN IDENTITÄT NACH HENRI TAJFEL UND IHRE VIER KERNELEMENTE 5
5 SOZIALE KATEGORISIERUNG 6
5.1 SOZIALE IDENTITÄT 6
5.2 SOZIALER VERGLEICH. 7
5.3 SOZIALE DISTINKTHEIT 7
6 STRATEGIEN ZUR ERLANGUNG POSITIVER SOZIALER IDENTITÄT. 8
6.1 INDIVIDUELLE MOBILITÄT 8
6.2 SOZIALER WETTBEWERB. 8
6.3 SOZIALE KREATIVITÄT. 9
7 FALL VON FRAU H. 10
8 LITERATURVERZEICHNIS 17
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1 Einleitung
Jeder Mensch stellt sich irgendwann im Laufe des Lebens die Frage nach „Wer bin ich?“ Jeder von uns kennt aus der Selbsterfahrung die Momente der eigenen emotionalen Tief-und Hochstimmung, die einem zur Selbstreflexion und zum Nachdenken brachten. Oft waren es große und gravierende, die in das Leben eines Menschen eingetreten sind, gleichgültig ob selbst herbeigeführt oder vollkommen unerwartet, die ihn total veränderten und zur Wandel seiner Identität geführt haben. So kann die Trennung von dem Partner, schwerer Unfall mit z.B. einer Behinderung als Folge oder der Verlust der Arbeitsstelle der auslösende Faktor sein, der einem Menschen zu seiner „neuen“ Persönlichkeit geholfen hat. Auf diese Art und Weise kann sich z.B. nach einer Scheidung eine vollkommen abhängige und nicht selbständige Frau und Mutter zur ihren Gegenteil entwickeln, die der Verantwortung und der Doppelbelastung gerecht werden kann. Es kann aber passieren, dass der Arbeitsplatzverlust, den bis jetzt gut organisierten und in seiner Persönlichkeit starken Ehemann dermaßen zur Verzweiflung bringt, dass er zur einen passiven, resignierten und schwachen Menschen wird. Die Frage nach der eigener Identität ist von existenzieller Bedeutung. Der Mensch kann nur dann die Handlungsorientierung behalten, wenn er ein Konzept von sich selbst hat und in diesem Zusammenhang das „Warum?“, „Wozu?“ und „Woher?“ beantworten kann. Identität kann man als die Gewissheit eines Menschen erklären, dass er „er selbst ist“. Somit kann sich das Individuum wie im Spiegel selbst erkennen und sich in seinen Handlungen wiederfinden. In Anbetracht der Tatsache, dass sich das Leben eines Menschen stets im Wandel befindet und die Veränderungen oft nicht zu vermeiden sind, scheint die eigene Identität eine stabilisierende Funktion zu haben. Trotz der Flut der Ereignisse, erlebt sich der Mensch immer als gleiche Person. Von Situation zu Situation mag das eigene Verhalten äußerst unterschiedlich sein, trotzdem bleibt „der Stamm“ der eigenen Persönlichkeit intakt. Dies vermittelt dem Individuum das lebensnotwendige Gefühl der Sicherheit und gibt seinen Handlungen stets Kontinuität und Orientierung.
Identität ist kein starres Persönlichkeitsmerkmal und unterliegt Veränderungen. Der Aufbau von Identität ist ein lebenslanger Prozess. Das Individuum sucht stets nach neuem Bild von sich selbst, dabei hat die Umwelt ein großer Einfluss auf sein Handeln. Der Mensch lebt nicht alleine, sondern befindet sich in einer sozialen Welt, die er in seinen verschiedenen Lebensbereichen wie Familie, Beruf oder Freizeit versucht, miteinander zu vereinbaren. Insofern ist Identität ein subjektiv verlaufender Konstruktionsprozess, in dem der Mensch die Balance zwischen der Innenwelt und der Außenwelt halten muss. So verstanden, ist Identitätsbildung eine aktive Leistung von jeden Menschen und die Identität selbst, das Ergebnis der eigenen Handlungen.
Soziale Identität meint, dass sich Menschen nicht ausschließlich als Individuen definieren, sondern sich als Mitglieder von Gruppen sehen und dementsprechend handeln. In meiner Arbeit werde ich der Begriff Soziale Identität thematisieren und seine Definition nach Henri Tajfel darstellen. In weiteren Teil der Arbeit beschreibe ich das Phänomen der sozialen Identität am Beispiel von Frau H und zeige die psychologische Komponente ihrer sozialen Identität als Arbeitslose auf. Am Ende der Arbeit werde ich die faktische soziale Identität von Frau H. schildern und auf ihre Merkmale möglich kurz eingehen.
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2 Ursprünge und Anspruch der „Sozial Identity Theory“
Um die Jahrhundertwende entwickelte sich aus der allgemeinen Psychologie die Sozialpsychologie. In den 60er Jahren entstand eine selbstkritische Diskussion, die als Ausdruck einer Krise der Sozialpsychologie gewertet wurde. Um die Krise zu lösen, erarbeitete eine Gruppe von Wissenschaftlern einen eigenen Ansatz. So entstand die „europäische Sozialpsychologie“ die ziemlich heterogen sein dürfte und sehr verschiedenartige Konzepte hervorgebracht hat. Ein bekannter Vertreter der „europäischen Sozialpsychologie“ war H.Tajfel (vgl.: Stange, B., 1991, S.182-185). Henri Tajfel war polnischer Sozialpsychologe, der die experimentelle Forschung über Intergruppenverhalten durchführte und das Paradigma des Intergruppenverhaltens entwickelte. Im Laufe der Zeit entstand aus dem Paradigma der minimalen Gruppe die von Henri Tajfel verfasste Theorie der sozialen Identität (vgl.: Gollwitzer, M., Schmitt, M., 2006, S.28).
3 Theoretische Vorannahmen der „Sozial Identity Theory“
nach Henri Tajfel. Definition der Gruppe
Für die Theorie der Sozialen Identität ist zuerst das Verständnis der Gruppe grundlegender Bedeutung. Tajfel definiert eine Gruppe als eine Ansammlung von Leuten, die der Ansicht sind, dass sie eine Gruppe darstellen. Tajfel zufolge enthält der Begriff der Gruppe drei grundlegende psychologische Komponenten: die kognitive, die evaluative und die emotionale. Die kognitive Komponente resultiert aus dem Wissen eines Individuums, dass es zu einer Gruppe bzw. Kategorie gehört. Die evaluative Komponente enthält die Bewertung der Zugehörigkeit zur einen Gruppe durch das Gruppenmitglied. Drüber hinaus bezieht sich die emotionale Komponente auf die Gefühle, die aus der kognitiven und der evaluativen Komponenten resultieren.
Stange erklärt die drei psychologische Komponente auf folgende Weise: „Dieser Aspekt besitzt vom Prinzip her eine „sozial-kognitive“ Dimension, weil das Wissen in Bezug zur Gruppenzugehörigkeit von mehreren Personen geteilt werden muss. Durch die evaluative Komponente wird das Wissen um die Mitgliedschaft in einer Gruppe beim Individuum in der Regel mit Wertkonnotationen verbunden. Schließlich ist die Mitgliedschaft in einer Gruppe für das Individuum häufig mit Emotionen gegenüber der eigenen oder einer anderen Gruppe verknüpft (Stange, B., 1991, S. 70).“
So weißt Schülerin N. dass sie die Gesamtschule in X besucht und zu Klasse A gehört. N. trägt ähnlich wie andere Schüler aus ihrer Klasse schwarzer Rucksack von Firma Y (kognitive Komponente). Sie fährt jeden Morgen mit dem Zug zur Schule und trifft dort ihre Schulfreundinnen. Während der Fahrt ergeben sich Gespräche. N. berichtet über das letzte Schulfest und findet, dass ihre Klasse die besten Ideen hatte und das meiste Geld durch den Verkauf von selbstgebackenen Kuchen verdiente (evaluative Komponente). Sie ist stolz auf ihre Klassenfreundinnen und zufrieden, dass sie so viele gute Freunde dort gefunden hat. Dagegen findet sie die Parallelklasse B „abgehoben“ und langweilig. Die Mädchen aus der Klasse B sind ihrer Meinung nach unfreundlich und verschlossen. N. möchte keinesfalls, dass die nächste Klassenfahrt gemeinsam mit der Klasse B statt findet. Dies wird ihr nicht gut tun und sie wird sich dort nicht wohl fühlen. Das negative Gefühl gegenüber der Klasse B teilt sie mit ihren Freundinnen, die ähnliche Einstellungen haben (emotionale Komponente).
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4 Die Theorie der Sozialen Identität nach Henri Tajfel
4.1 Zwei Aspekten des Selbstkonzeptes von Personen
Die Theorie der Sozialen Identität (S.I.T) von Henri Tajfel ist eine sozialpsychologische Theorie, die versucht, individuelle Aspekte der eigenen Identität mit den Aspekten des sozialen Kontextes zu verbinden. Die Grundannahme dieser Theorie besteht darin, dass sich das Selbstkonzept von Personen aus zwei Aspekten zusammensetzt. Der erste Aspekt ist auf die personale Identität bezogen. Die Person betrachtet sich als ein einzigartiges Individuum, das sich von allen anderen Menschen unterscheidet. Für die personelle Identität ist relevant, wie sich die Person in Bezug zu verschiedenen Persönlichkeitsbereichen wie z.B. Intelligenz, Musikalität oder eigene Attraktivität selbst sieht bzw. sich einschätzt. Der zweite Aspekt des Selbstkonzeptes bezieht sich auf die soziale Identität von Personen. Von sozialer Identität spricht man dann, wenn sich eine Person vorrangig als Mitglied einer bestimmten sozialen Gruppe und weniger als einzigartiges Individuum betrachtet (vgl.: Blanz, M., 1999, S. 2).
Die soziale Identität kann unterschiedliche Arten haben. Sie kann sich direkt als Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe z. B. den Krankenschwestern manifestieren (Berufsbekleidung, Benutzung der Fachsprache, etc.). Sie kann sich aber auf ein Zugehörigkeitsgefühl beziehen, das durch die Identifikation mit der Kategorie entsteht. Hier kann die Identifikation in substantieller Form bestehen, indem eine Person sich mit einer Partei oder einem Verein identifiziert. Eine Person kann auch aufgrund bestimmten Merkmals wie z.B. der Hautfarbe seiner Mitglieder, sich einer Kategorie zugehörig fühlen. Auf diese Weise lässt sich die soziale Identität von Weight Watchers Mitglieder erklären. Die Tatsache, dass im Verein alle Frauen übergewichtig sind, stärkt das Zugehörigkeitsgefühl von jemand, der selbst Übergewicht hat, nach dem Motto: „sie sind so wie ich“. Die Ähnlichkeit verbindet und stellt das Zugehörigkeitsgefühl her. Darüber hinaus resultieren aus diesem Merkmal weitere Verbindungsfaktoren wie das Einhalten von Diät, Jo-Jo-Effekt, etc.
4.2 Multiple soziale Identitäten
Eine Person kann gleichzeitig mehreren sozialen Kategorien angehören. So kann eine Frau gleichzeitig Mutter, Ärztin und Freundin sein. Diese Anordnung ist als horizontale Anordnung bekannt, weil die Kategorien nebeneinander existieren. Eine andere Anordnung bilden die Kategorien, die in einem hierarchischen Verhältnis zueinander stehen. In dem Fall ist die übergeordnete Kategorie von einem Fußballspieler der dritten Liga zuerst die eigene Fußballmannschaft, danach die Fußballmannschaften der zweiten Liga und der ersten Liga. Diese Kategorisierung geht bis zur National Fußballmannschaft weiter. Auf diese Weise kann z.B. ein Fußballspieler horizontal der Gruppe der Ehemänner und Väter angehören. Gleichzeitig kann er hierarchisch der Mitglied der National Fußballmannschaft und eines Fußballvereins der ersten Liga sein (vgl.: Gollwitzer, M., Schmitt, M., 2006, S. 67).
4.3 Die Theorie der Sozialen Identität nach Henri Tajfel und ihre
vier Kernelemente
„Social Identity Theory“ oder S.I.T. ist eine sozialpsychologische Theorie und versucht, individuelle Aspekte mit Aspekten des sozialen Kontextes zu verknüpfen. Sie befasst sich mit dem Vergleich zwischen Gruppen und versucht, die dahinter liegenden Mechanismen zu 5
Arbeit zitieren:
Beata Laible, 2009, Theorie der sozialen Identität nach Henri Tajfel am Beispiel von Frau H., München, GRIN Verlag GmbH
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