Inhalt
1. Einleitung 3
2. Gruppenarbeit 4
3. Graffiti Steps 7
4. Denkhüte 8
5. Vergleich der Methoden 9
6. Kontroversität 10
7. Fazit 12
8. Literatur 13
9. Anhang 14
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1. Einleitung
In dieser Seminararbeit möchte ich mich mit dem Gruppenunterricht in der politischen Bildung auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang werde ich zunächst die Sozialform Gruppenarbeit, bezogen auf den Gemeinschaftskundeunterricht, beleuchten. Anschließend sollen zwei Methoden, welche der Arbeit in Gruppen zugeordnet sind, vorgestellt und verglichen werden. Dafür habe ich die Methoden Graffiti Steps und Denkhüte ausgewählt. Danach stelle ich diese beiden Techniken mit dem didaktischen Prinzip der Kontroversität in Verbindung. Am Ende wird, wie in jedem wissenschaftlichen Aufsatz, ein Fazit die gesammelten Erkenntnisse und Gedanken zusammenfassen.
Die zentrale Fragestellung, welche Vorteile Gruppenarbeiten für den Politikunterricht bieten, soll sich als roter Faden durch die gesamte Arbeit ziehen. Dieses Thema habe ich ausgewählt, da ich in meiner Schulzeit, gerade im Fach Gemeinschaftskunde, oftmals mit Gruppenarbeiten konfrontiert wurde und häufig diese eher scheitern, als gelingen sah. Desweiteren eignet sich die Auseinandersetzung mit dieser Fragestellung als Vorbereitung für mein Blockpraktikum A, in welchem ich selbst Gruppenarbeiten vielleicht auch die besprochenen Methoden, im Unterricht anwenden und ausprobieren möchte. Deshalb wird dieser Text auch die Voraussetzungen und Probleme von Gruppenarbeiten allgemein und angewandt auf die gewählten Methoden aufzeigen und Kriterien für das Gelingen derselben anführen. Ziel soll es sein, dem Leser einen Überblick zum Thema zu verschaffen und gedankliche Anstöße zur Betrachtung von Gruppenunterricht im Fach Gemeinschaftskunde auszulösen.
Dem Punkt Gruppenarbeit liegen im Wesentlichen die Publikation von Hilbert Meyer „Unterrichtsmethoden. II: Praxisband“ und der Aufsatz Herbert Gudjons „Gruppenunterricht. Eine Einführung in Grundfragen“ zugrunde. Desweiteren beziehe ich mich im fachdidaktischen Bereich auf zwei Artikel gleichen Titels „Gruppenarbeit“, einer aus der Feder Peter Herdegens stammend, der andere von Gotthard Breit verfasst. Außerdem möchte ich auf das Internetportal „sowi-online“ zum Aspekt der Methoden und den Text Tilman Grammes „Kontroversität“ zum gleichnamigen Punkt in meiner Arbeit hinweisen.
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2. Gruppenarbeiten
Was ist Gruppenunterricht?
Um meinen Schwerpunkt einzugrenzen, führe ich zuerst die Definition Meyers von Gruppenunterricht an. Ihm nach ist „Gruppenunterricht […] eine Sozialform des Unterrichts, bei der durch die zeitlich begrenzte Teilung des Klassenverbandes in mehrere Abteilungen arbeitsfähige Kleingruppen entstehen, die gemeinsam an der von dem Lehrer, der Lehrerin gestellten oder selbst erarbeiteten Themenstellung arbeiten und deren Arbeitsergebnisse in späteren Unterrichtsphasen für den Klassenverband nutzbar gemacht werden können. Gruppenarbeit ist die in dieser Sozialform von den Schüler/innen und dem Lehrer, der Lehrerin geleistete zielgerichtete Arbeit, soziale Interaktion und sprachliche Verständigung“. 1
Gruppenarbeit verlangt von Schülern selbstbestimmtes und selbstständiges Handeln, bei welchem sie sich auf die anderen Mitglieder der Gemeinschaft verlassen müssen. Dies beschreibt man als die innere Seite dieser Unterrichtsart, in welcher der Einzelne individuellen Lernzuwachs vermittelt bekommt. Als äußere Seite benennt man die Fülle der Entscheidungen über die Zusammensetzung der Gruppen und der Einteilung des Raumes, in welchem die Gruppenarbeit stattfindet. 2
Das Konzept des Gruppenunterrichts fördert vor allen Dingen das soziale Lernen. Die Gruppenmitglieder müssen sich gegenseitig anerkennen und möglichst auf einer gleichgestellten Ebene interagieren. Die Schüler sollen sich mit ihren individuellen Fähigkeiten ergänzen und helfen, werden dabei aber auch mit Konflikten und Meinungsunterschieden konfrontiert, die sie zu Kompromissen zwingen. Nur die Leistung des Einzelnen genügt nicht, aber eben ohne diese ist es nicht möglich, zu einem Ergebnis zu gelangen. Das heißt nichts anderes, als praktische Politik auf der grundlegendsten Ebene. 3
Der Sinn dieser Sozialform liegt in der Bearbeitung von Aufgaben, welcher der Einzelne nicht oder nur ungenügend nachkommen kann. Die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit, die unumgänglich soziale Kompetenzen zu Tage fördert, erweist sich als zwingende Voraussetzung für eine gelingende Gruppenarbeit. Nicht selten habe ich
1 Zitat von Meyer, Hilbert: Unterrichtsmethoden, S. 242.
2 Vgl. Herdegen, Peter: Gruppenarbeit, S.150.
3 Vgl. Breit, Gotthard: Gruppenarbeit, S.182.
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aber während der Schulzeit Gruppenarbeiten erlebt, die sich in Wirklichkeit nur als verkappte Einzelarbeiten herausstellte, oft weil ihnen eben dieser Anspruch fehlte. Ich meine, dass in unserem leistungszentrierten Schulsystem die erfolgreicheren Schüler dazu neigen, eine Arbeit lieber allein auszuführen, um sich nicht auf die Leistung vermeintlich Schwächerer verlassen zu müssen. Erst wenn es unbedingt notwendig scheint, auf das Wissen und die Fähigkeiten anderer zurückzugreifen, setzt Integration ein. Darum werden Gruppenarbeiten häufig entweder komplett einzeln gelöst oder einfach aufgeteilt und die Teilaufgaben am Ende zusammengesetzt. Gudjons spricht in diesem Zusammenhang von Gruppenaktivitäten statt Gruppenunterricht. 4 Nach Meyer liegt der Erfolg des Gruppenunterrichts im „planvollen Wechsel der Symbolisierungsformen (und dem sich dabei von selbst einstellenden Wechsel der Handlungsmuster)“. 5 Er schlägt also vor, im Gruppenunterricht andere Handlungsmuster als im Frontalunterricht anzuwenden. Bisweilen, so rät er, sogar in den eingeteilten Gruppen einer einzelnen Gruppenarbeit Verschiedene.
Vor- und Nachteile
Das Team ermöglicht es, ein Zusammengehörigkeitsgefühl aufzubauen. Außerdem bietet es einen geschützten Raum, um zu Anfang auch falsche Aussagen treffen zu können, ohne sich vor der Klasse zu blamieren. Neugierde und Lernumwege werden ermöglicht und für die Lehrkraft bietet sich eine Chance, die Schüler besser zu beobachten, als es während des Frontalunterrichts möglich ist. 6 Neben diesen Vorteilen, die sich allein aus der Situation des Gruppenunterrichts ergeben, weißt Gudjons auf die fördernden Wirkungen hin, die sich im Nachhinein einstellen. Das Selbstwertgefühl des Einzelnen wird gesteigert, wie auch die Atmosphäre des gesamten Klassenverbandes verbessert. Im Text wird vermerkt, dass die Interaktionschancen insgesamt erhöht werden und ein Ausgleich zwischen zurückhaltenden und forschen Schülern zu beobachten ist. Gerade schüchterne Schüler können somit von der Gruppenarbeit profitieren. Somit schult sie Teamfähigkeit über
4 Vgl. Gudjons, Herbert: Gruppenunterricht, S.11.
5 Zitat von Meyer, Hilbert: Unterrichtsmethoden, S.247.
6 Vgl. ebd., S.245.
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Arbeit zitieren:
Christian Hochmuth, 2009, Gruppenarbeit im Politikunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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