1. Einleitung. 3
2. Wahrnehmung des Versailler Vertrages in Deutschland 3
2.1 Das Kriegsende 3
2.2 Die Übergabe der Friedensbedingungen 4
2.2.1 Die ersten deutschen Reaktionen auf den Vertragsentwurf 4
2.2.2 Die Frage nach der Annahme oder Ablehnung des Vertrages 6
3. Wirkung des Versailler Vertrages in Deutschland. 8
3.1 Die „Dolchstoßlegende“ 8
3.2 Der „Kriegsschuldartikel“ 231. 9
3.2.1 Die Reparationen. 10
4. Schluss 12
Literaturverzeichnis 13
2
1. Einleitung
Im Rahmen des Proseminars „Eine Welt von Feinden“: Geschichte, Wahrnehmung und Wirkung des Ersten Weltkrieges wurde u.a. näher auf den Versailler Vertrag eingegangen, der den offiziellen Endpunkt des Ersten Weltkrieges darstellt. Innerhalb der vorliegenden Hausarbeit wird der Frage nachgegangen, wie der Versailler Vertrag in Deutschland aufgenommen wurde und welche innenpolitische Bedeutung er vor dem Hintergrund dieser Wahrnehmung für die junge Weimarer Republik hatte.
Um zu diesem Erkenntnisziel zu gelangen, steht zunächst die deutsche Wahrnehmung des Versailler Vertrages im Vordergrund der Analyse. In einem zweiten Schritt wird dann die Wirkung bzw. innenpolitische Bedeutung der Friedensbedingungen in Verbindung mit der so genannten „Dolchstoßlegende“ untersucht. Um Wahrnehmung und Wirkung des Versailler Vertrages besser nachvollziehen zu können, wird zudem das Kriegsende mit in die Untersuchung aufgenommen und aufgrund chronologischer Kriterien an den Anfang der Arbeit gestellt.
2. Wahrnehmung des Versailler Vertrages in Deutschland
2.1 Das Kriegsende
Erst als die militärische Niederlage Deutschlands unabwendbar war, lenkte die Oberste Heeresleitung ein und erklärte am 29.9.1918 den Krieg für verloren. Sie forderte, v.a. auf Betreiben General Ludendorffs, eine unverzügliche Parlamentarisierung der deutschen Regierung, 1 die einen sofortigen Waffenstillstand aushandeln und dem amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson ein Friedensangebot auf der Grundlage seiner „Vierzehn Punkte“ unterbreiten sollte. 2 Dieser Schritt kam für die deutsche Bevölkerung völlig überraschend, hielt die militärische Führung doch nahezu bis ans Kriegsende das Informationsmonopol und
1 Woraufhin Max Prinz von Baden das Kanzleramt Hertlings übernahm, dessen neue Regierung sich
auf eine Reichstagsmehrheit aus Zentrum, Fortschrittspartei und MSPD stützte, siehe Roger
Chickering: Das Deutsche Reich und der Erste Weltkrieg, München 2002, S.226, abgekürzte Form:
Roger Chickering: Das deutsche Reich.
2 Peter Graf Kielmansegg: Deutschland und der Erste Weltkrieg, 2. Auflage Stuttgart 1980, S.
664,668, abgekürzte Form: Peter Graf Kielmansegg: Deutschland.
3
verbreitete bis zuletzt die Zuversicht, dass ein siegreiches Ende des Krieges bevorstehe. 3 General Ludendorff verfolgte mit seiner Forderung nach einer neuen parlamentarischen Führung, die einen Frieden aushandeln sollte, u.a. die Absicht, die Verantwortung für die nicht mehr abzuwendende Kriegsniederlage von der militärischen Führung abzuschieben und diese den demokratischen Kräften aufzubürden. 4
Die Kriegspropaganda des Kaiserreiches und Ludendorffs überstürzte Erklärung der deutschen Kriegsniederlage sowie seine plötzliche Forderung nach einer
parlamentarischen Regierungsbildung liefern wichtiges Hintergrundwissen für die spätere Wirkung und Wahrnehmung des Versailler Vertrages in Deutschland. Während der politische Horizont der deutschen Bevölkerung im Wesentlichen durch Propagandamaßnahmen des Kaiserreichs bestimmt wurde, nutzte Ludendorff dieses weitgehend auf Unwahrheiten und Unwissenheit beruhende Politikverständnis aus und trug somit u.a. erheblich zur Lebenskraft der sog. „Dolchstoßlegende“ 5 bei.
2.2 Die Übergabe der Friedensbedingungen
2.2.1 Die ersten deutschen Reaktionen auf den Vertragsentwurf
Mit der Übergabe der Friedensbedingungen an die deutsche Delegation am 7. Mai 1919 wurden alle Illusionen derjenigen zerstört, die auf einen milden Friedensvertrag gemäß der Vierzehn Punkte Woodrow Wilsons gehofft hatten. 6 Der nun vorgelegte Vertragsentwurf war ein zwischen den Siegermächten erarbeiteter Kompromiss, der der politischen, militärischen sowie wirtschaftlichen Großmachtstellung des Deutschen Reiches ein Ende zu bereiten schien. 7 Dementsprechend hart fiel auch die erste Stellungnahme des deutschen Außenministers Ulrich Graf Brockdorff-Rantzaus aus, der v.a. die in Artikel 231 festgestellte alleinige deutsche Kriegsschuld zurückwies und einen gerechteren Vertrag unter stärkerer Berücksichtigung des
3 Roger Chickering: Das Deutsche Reich, S. 228.
4 Wolfgang J. Mommsen: Die Urkatastrophe Deutschlands. Der erste Weltkrieg 1914- 1918
(Handbuch der deutschen Geschichte; Bd. 17), 10. völlig neu bearbeitete Auflage Stuttgart 2002, S.
147, abgekürzte Form: Wolfgang J. Mommsen: Die Urkatastrophe Deutschlands.
5 Siehe 3.1.
6 Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik (Oldenbourg Grundriß der Geschichte; Bd. 16), 6.
überarbeitete und erweiterte Auflage München 2002, S. 32,33, abgekürzte Form: Eberhard Kolb: Die
Weimarer Republik.
4
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Bachelor Göran Norda, 2005, Wirkung und Wahrnehmung des Versailler Vertrages in der jungen Weimarer Republik, München, GRIN Verlag GmbH
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