Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Die Vorgeschichte des Marsches 4
1.1 Die KPCh zu Beginn der dreißiger Jahre 4
1.2 Die Sowjet-Gebiete und die Einkreisungsfeldzüge 5
2. Der Lange Marsch 7
2.1 Die Konferenz von Zunyi 8
2.2 Chang Kuo-tao und die Ankunft in Shaanxi 9
3. Fazit 11
Quellen 13
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Einleitung
„Der Lange Marsch ist ein Feldzug, wie ihn die Geschichte noch nicht gekannt hat. Zwölf Monate lang wurden wir einerseits aus der Luft tagtäglich von Dutzenden Flugzeugen aufgespürt und mit Bomben belegt, und andererseits auf dem Boden von einer starken Armee mit einigen Hunderttausend Mann eingekreist, verfolgt, aufgehalten und abgeriegelt, und wir stießen unterwegs auf unzählige Schwierigkeiten und Gefahren; wir haben uns aber auf die Beine gemacht und mehr als 20.000 Li zurückgelegt, sind kreuz und quer durch elf Provinzen gezogen. Der Lange Marsch ist ein Propagandatrupp, der die rund 200 Millionen zählende Bevölkerung in den elf Provinzen darüber aufgeklärt hat, dass nur der Weg der Roten Armee der Weg zu ihrer Befreiung ist.“ - Mao Zedong (Harrison, S.352)
Der Lange Marsch ist ein zentrales Ereignis in der maoistischen Geschichtsschreibung und gehört zu den Gründungsmythen der Volksrepublik China. Er ist für die kommunistische Bewegung in China gleichzusetzen mit dem Sturm der Bastille während der Französischen Revolution oder der Erstürmung des Winterpalastes in St. Petersburg im November 1917 - und das obwohl der Lange Marsch eigentlich ein großer, extrem verlustreicher Rückzug war. Begonnen um der Vernichtung durch die Armeen Chiang Kai-sheks zu entgehen, wurde der Marsch zu einer Irrfahrt durch ganz China von Jiangxi im Südosten bis nach Shaanxi im Nordwesten. Von den über 80.000 Männern die sich auf den Weg gemacht hatten, erreichten nur wenige Tausend ihr Ziel - über neunzig Prozent wurden auf dem Weg getötet oder desertierten. Selbst der Ausdruck Propangandatrupp trifft nicht zu, da der Lange Marsch hauptsächlich durch menschenleere Landschaften führte. (Harrison, S. 353)
Was also macht den Langen Marsch so besonders für die chinesischen Kommunisten? Vieles spricht dafür, dass es die Machtverschiebungen innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) sind, die den Marsch historisch bedeutsam machen. Wie die KPCh und ihre Führung sich veränderten und welche Rolle der Lange Marsch dabei spielte, soll Thema dieser Arbeit sein. Dabei soll analysiert werden, wie es Mao gelang, nach einer langen Phase des Machtverlustes wieder eine bedeutende Rolle einzunehmen.
Die Thematik bietet eine große Zahl wissenschaftlicher Annäherungen, über die KPCh, Maos Aufstieg und die chinesische Geschichte des 20. Jahrhunderts im Allgemeinen. Allerdings sind viele der existierenden Werke veraltet oder kämpfen mit der schlechten Quellenlage in den 50er Jahren und auch noch danach. So waren viele Autoren gezwungen, auf zweifelhaftes Material zurück zu greifen. (Kampen, S. 18) Eine weitere nicht unbedeutende Problematik stellt die Einflussnahme der KPCh selbst dar. So wurde systematisch die Parteigeschichte umgeschrieben, um aktuelle Führer in besserem Licht dastehen zu lassen. Kritik an der KPCh war und ist in China nicht akzeptiert, daher wagten es viele Autoren nicht, die
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offizielle Sichtweise der Partei auf ihre Geschichte anzutasten. Dies schlägt sich leider in falschen oder ungenauen Aussagen nieder. Glücklicherweise hat sich Situation in den letzten Jahren aber deutlich gebessert und seit Beginn der achtziger Jahre wurden auch zunehmend Werke ausländischer Autoren ins Chinesische übersetzt.
Diese Arbeit ist in drei Abschnitte unterteilt. Im ersten Teil soll ein Überblick über die Verhältnisse innerhalb der KPCh, nach dem Ende der ersten Einheitsfront und am Vorabend des Langen Marsches gegeben werden. Der zweite Teil befasst sich mit dem Langen Marsch und den damit einhergehenden Veränderungen in der Führung der Partei. Und schließlich wird ein Fazit gezogen, und es wird versucht die vorher gestellten Fragen zu beantworten.
1. Die Vorgeschichte des Marsches
1.1 Die KPCh zu Beginn der dreißiger Jahre
Im April 1927 endete die so genannte erste Einheitsfront zwischen der KPCh und der regierenden Volkspartei Guomindang (GMD) jäh, als der Führer der GMD Chiang Kai-shek eine Welle von Verhaftungen gegen die Kommunisten startete, um eine Unterwanderung der GMD durch die Kommunisten zu verhindern. Er ließ die Gewerkschaften in Shanghai zerschlagen und bedeutende Köpfe der kommunistischen Führung wurden verhaftet. Durch diesen so genannten „weißen Terror“ wurden Tausende getötet und die kommunistische Bewegung in Shanghai fast vollständig ausgelöscht. (Harrison, S.148) Bisher war Shanghai der offizielle Sitz des Politbüros und somit der obersten Führung der KPCh gewesen. Doch durch die ständige Verfolgung durch die GMD war eine geordnete Parteiarbeit jedoch unmöglich geworden. Der sechste Parteitag der KPCh im Juli 1928 fand aus Sicherheitsgründen in Moskau statt. Obwohl hier Xiang Zhongfa zum Generalsekretär gewählt wurde, hatte faktisch Li Lisan die Macht über die Partei. Li Lisan verfolgte von Shanghai aus zunächst eine moderate Politik, änderte diese aber bald - sowohl auf Druck aus der Kommunistischen Internationale (Komintern) als auch zur Absicherung seiner Macht gegenüber den Kommandeuren in den Sowjetgebieten. Li Lisan vertrat wie die Komintern die Auffassung, die Revolution müsse nach sowjetischem Vorbild in den Städten beginnen und durch die Arbeiterschaft getragen werden. Deshalb bestand die Strategie der Partei in dieser Zeit daraus, überall im Land Aufstände anzuzetteln, um große Industriestädte unter ihre Kontrolle zu bringen, von denen sich die Revolution dann ausbreiten sollte.(Harrison S. 257) Nach einer katastrophalen Niederlage bei dem Versuch Nangchang, Changsha und Wuhan einzunehmen,
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Arbeit zitieren:
Jonathan Vogelsang, 2006, Der Lange Marsch, München, GRIN Verlag GmbH
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