INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 4
2. BEGRIFFSERKLÄRUNGEN 4
2.1. DEFINITION 4
2.2. IDEOLOGISCHE GRUNDLAGEN 5
2.3.DER HOLOCAUST IN DEN BALTISCHEN STAATEN 5
2.3.1. PARTISANENGRUPPEN 6
2.3.2. VERNICHTUNGSLAGER 6
2.3.3. ÖFFENTLICHE ERSCHIEßUNGEN. 6
3. STATISTISCHE FAKTEN. 7
3.1. DER JÜDISCHE BEVÖLKERUNGSANTEIL IN DEUTSCHLAND. 7
3.2. WIE VIELE JUDEN STARBEN WÄHREND DES HOLOCAUST? 7
3.3. DER JÄGERBERICHT 7
4. BETEILIGTE PERSONEN 8
4.1. DIE AUSFÜHRENDEN SOLDATEN. 8
4.2. DIE BEFEHLSHABER 9
4.3. DIE ZUSCHAUER. 9
5. PERSÖNLICHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DEM THEMA 10
5.1. WARUM WAREN DIE JUDEN UNTER DER DEUTSCHEN BEVÖLKERUNG EIN SO VERHASSTES VOLK? 10
5.2. WARUM WAREN SO VIELE MENSCHEN DAZU BEREIT, AN DEN ERSCHIEßUNGEN TEILZUNEHMEN? 11
5.3. WIE SIND DIE SOLDATEN MIT DEM SCHICKSAL DER JUDEN UMGEGANGEN? 12
6. WIE WERDEN GANZ NORMALE MENSCHEN ZU MASSENMÖRDERN? 13
6.1. ROLLE DER GESAMTGESELLSCHAFTLICHEN DEUTUNGSMUSTER 13
6.1.1. DEFINITION 13
6.1.2. GESAMTGESELLSCHAFTLICHE DEUTUNGSMUSTER IM NATIONALSOZIALISMUS 13
6.1.3. TREUE GEGENÜBER DEM ZUGEHÖRIGKEITSSYSTEM 15
6.2. ROLLE DER SOZIALEN SITUATION DER TÄTER. 15
6.2.1. DAS MILGRA-MEXPERIMENT 15
6.2.2. DAS STANFORD-PRISO-NEXPERIMENT 16
6.2.3. GRUPPENZWANG 18
6.3. ROLLE DER INDIVIDUELLEN PSYCHISCHEN DISPOSITION 19
6.3.1. BEGRIFFSERKLÄRUNG 19
6.3.2. ANLAGE, UMWELT UND SELBSTSTEUERUNG IN DER ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGIE , 20
6.3.3. VON DER ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGIE ZUR PERSÖNLICHKEITSPSYCHOLOGIE. 20
6.3.4. DAS PERSÖNLICHKEITSMODELL NACH SIGMUND FREUD 21
6.3.4.1. Die Instanzen der Persönlichkeit. 21
2
6.3.4.2. Die Ich-Schwäche 21
6.3.4.3. Abwehrmechanismen 21
6.3.5. WELCHE ROLLE HAT DIE INDIVIDUELLE PSYCHISCHE DISPOSITION NUN WIRKLICH? 22
6.3.5.1. Nach S. Freud. 22
6.3.5.2. Allgemein. 22
7. ZUSAMMENFASSUNG 25
8. THESEN 26
9. LITERATURVERZEICHNIS 27
3
1. Einleitung
Nachdem wir, d. h. Gabriele Fritsch und Silvana Müller, am 30.11.2007, die Lehrveranstaltung „Politik, Armut und Bildung“ besucht hatten und uns die Referate an diesem Tag angehört hatten, war für uns klar, dass wir das Thema „Dokumente zu Verhalten der Täter“ in Kombination mit der Frage „Wie werden ganz normale Menschen zu Massenmördern?“ wählen, um darauf unsere Studienarbeit aufzubauen. In unserer Ausfertigung geben wir einen Kurzüberblick über geschichtliche und statistische Fakten, erörtern, welche Personen am Holocaust beteiligt waren, setzen uns mit dem Thema persönlich auseinander, bearbeiten die Frage, wie Menschen zu Massenmördern werden und ziehen ein Resümee.
Im Folgenden möchten wir nun noch kurz darauf eingehen, wer von uns welche Punkte bearbeitet hat:
Silvana Müller: Punkt 2 im Gesamten, Punkt 5.2., Punkt 6.2., Punkt 7, Punkt 8
Gabriele Fritsch: Punkt 1, Punkt 3 im Gesamten, Punkt 4 im Gesamten, Punkt 5.1 und 5.3., Punkt 6.1. und 6.3., Punkt 8
2. Begriffserklärungen
2.1. Definition
„Als Holocaust, auch Holokaust (von griechisch holokáutoma: „vollständig Verbranntes“, d. h. „Brandopfer“) oder als Shoa (Unheil, große Katastrophe) bezeichnet man heute im deutschen Sprachraum vor allem den Völkermord an mindestens 5,6 bis 6,4 Millionen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. Alle Menschen, die das NS-Regime als ‚Juden’ definierte, waren aufgrund ihrer bloßen Existenz zur Ermordung vorgesehen und hatten fast keine Überlebenschancen, wenn sie in die Hände des nationalsozialistischen Machtapparats fielen.“ 1
1 WIKIMEDIA FOUNDATION INC. www.wikipedia.org/wiki/holocaust, aufgerufen am 20.12.2007
4
2.2. Ideologische Grundlagen
Der Begriff Holocaust ist seit 1945 die Hauptbezeichnung für die „Endlösung der Judenfrage“. Die vorherrschende Ideologie während der Zeit des Nationalsozialismus ist verwurzelt in den Traditionen des Antisemitismus. „Der Antisemitismus ist eine mit Nationalismus, Sozialdarwinismus und Rassismus begründete Judenfeindlichkeit, die seit etwa 1800 in Europa auftrat. Für den Nationalsozialismus war er zentral und führte in Deutschland bis 1945 zum Holocaust.“ 2
Um 1800 war der Antisemitismus besonders in Österreich und Deutschland verbreitet. Verstärkt wurde er insbesondere durch die Niederlage der radikaldemokratischen, liberalen und frühsozialistischen Bewegung während der Märzrevolution von 1848/49. Nach 1860 verbreitete sich die Judenfeindlichkeit auch in Frankreich und Russland. Um 1879 entstanden verschiedene Vereinigungen und Parteien mit judenfeindlichen Programmen. Unter dem Volk intensivierte sich nach und nach der Judenhass. Das Bürgertum war stark geprägt durch Heinrich von Treitschke´s Parole „Die Juden sind unser Unglück“. 3 Ab 1893 wurde sogar in einigen Parteiprogrammen die Vertreibung und Ausmerzung der Juden gefordert, bis hin zur Vernichtung. Es wurde verbreitet, dass das deutsche Volk eine anderen Völkern überlegene „Herrenrasse“ sei.
Adolf Hitler baute während der Zeit des Nationalsozialismus auf dem Gedankengut des Antisemitismus auf und nutzte die verschwörungstheoretischen Traditionen für seine Politik. Hitler definierte die marxistische Klassenkampf-Theorie so, dass die durchsetzungsfähigste Rasse die minderwertigen Rassen bezwingen und diese ausrotten solle. Das deutsche Volk war für Hitler die „arische“ und somit starke Rasse. In den Juden wurde der Hauptfeind gesehen. Mit der Machtergreifung des NS-Regimes 1933 wurde den Juden die Staatsbürgerschaft abgesprochen. Mit den Nürnberger Prozessen wurde der Rassismus endgültig zur Regierungspolitik.
2.3.Der Holocaust in den Baltischen Staaten
Von 1941 bis 1944 wurden die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen durch die deutsche Wehrmacht besetzt. Mit dem Einzug der deutschen Wehrmacht kehrte auch der organisierte Judenmord ein. Jüdische Bürger und Bürgerinnen wurden exekutiert oder in
2 WIKIMEDIA FOUNDATION INC. www.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus_bis_1945, aufgerufen am 20.12.2007
3 WIKIMEDIA FOUNDATION INC. www.wikipedia.org/wiki/holocaust, aufgerufen am 28.12.2007
5
Vernichtungslagern gefangen gehalten. Deutsche Soldaten wurden hierbei tatkräftig von den einheimischen Polizeibataillonen unterstützt. Der Führer des SS-Einsatzkommandos war seinerzeit Karl Jäger, welcher heute als einer der schrecklichsten Exekutoren während des Holocaust beschrieben wird. Karl Jäger listete alle durchgeführten Exekutionen in seinem „Jägerbericht“ von 1941 auf.
2.3.1. Partisanengruppen
Während der Besetzung der Sowjetunion bildeten sich verschiedene Gruppen von Widerstandskämpfern. Diese Gruppen wurden Partisanen genannt. Ende 1942 gab es ca. 2000 Partisanengruppen mit ca. 90.000 Mann. Bis 1943 stieg die Zahl auf 250.000 Mitglieder an. 4 Den Widerstandskämpfern gelang es, die wirtschaftliche Ausbeute der besetzten Gebiete und die deutsche Kriegsführung im Allgemeinen einzuschränken. Sicherlich waren die vergleichsweise kleinen Gruppen nicht in der Lage, massiv in die Kriegsführung einzugreifen, aber dennoch stellten die Widerstandskämpfer eine klare Behinderung dar.
2.3.2. Vernichtungslager
Neben den Massenerschießungen stellen die Vernichtungslager einen Hauptbestandteil des Holocaust dar. Als Vernichtungslager bezeichnete man eine Reihe von deutschen Konzentrationslagern zur Zeit des Nationalsozialismus. 5 In diesen Lagern fand die Massenermordung der Juden statt. Die Menschen wurden „vergast“, erschossen oder starben an schrecklichen Foltermaßnahmen, am Hungertod, an Erschöpfung sowie an Krankheiten.
2.3.3. Öffentliche Erschießungen
In der Zeit des Holocaust fanden Erschießungen an öffentlichen Plätzen, an denen sich möglichst viele Menschen aufhielten, statt. Die Juden wurden vor den Zuschauern regelrecht hingerichtet. Diese öffentlichen Erschießungen wurden seitens der Zuschauer gefeiert und bejubelt und vorher groß angekündigt, sodass immer ein breites Publikum erwartet werden konnte.
4 WIKIMEDIA FOUNDATION INC. www.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Partisanen, aufgerufen am 28.12.2007
5 WIKIMEDIA FOUNDATION INC. www.wikipedia.org/wiki/Vernichtungslager, aufgerufen am 28.12.2007
6
3. Statistische Fakten
3.1. Der jüdische Bevölkerungsanteil in Deutschland
Im Jahre 1869 gründete sich in Leipzig der 'Deutsch-Israelitische Gemeindebund'. Im Jahr 1933 bildete sich der 'Zentralausschuss der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau', die erste einheitliche jüdische Organisation in Deutschland. „Bei einer Volkszählung am 16. Juni 1933 wurden (...) genau 502.799 Personen als "Juden" gelistet.“ 6
Anmerkung: Heutzutage stellt die jüdische Bevölkerung einen Prozentsatz von ca. 0,2 % der Weltbevölkerung dar und es leben in Deutschland ca. 220.000 Juden.
3.2. Wie viele Juden starben während des Holocaust?
1939 konnten bei einer weiteren Volkszählung 215.000 Menschen jüdischer Herkunft in Deutschland aufgelistet werden. Im Jahre „1941, zu Beginn der Deportation in die Vernichtungslager, hatte sich die Zahl der 'deutschen Juden' noch einmal auf 163.696 verringert, eine danach vorgenommene Erhebung (...) 1943 führt nur noch 31.897 Jüdinnen und Juden auf. 7
3.3. Der Jägerbericht
Der „Jägerbericht” vom 1. Dezember 1941, verfasst von dem SS-Standartenführer Karl Jäger, enthält eine Auflistung aller von Juli bis November 1941 ermordeten Juden, politischen Kommissaren in Litauen und Weißrussland sowie Kommunisten. Beispielsweise wurden nach dem Bericht vom 29. Oktober 1941, Kauen-F.IX-, 2007 Juden, 2920 Jüdinnen und 4273 Judenkinder ermordet. Diese 9200 Ermordungen dienten der „Säuberung des Ghettos von überflüssigen Juden“. 8
Laut dieser detaillierten Aufstellung wurden alleine innerhalb dieses Zeitraumes 137.346 Menschen ermordet.
Nach der tabellarischen Aufstellung der Ermordeten erfolgte eine schriftliche Stellungnahme von Karl Jäger, in der er unter Anderem erwähnte, dass er „heute feststellen (könne), daß das
6 ZENTRALRAT DER JUDEN IN DEUTSCHLAND. http://zentralratjuden.de/de/topic/17.html, aufgerufen am 17.12.2007
7 ZENTRALRAT DER JUDEN IN DEUTSCHLAND. http://zentralratjuden.de/de/topic/17.html, aufgerufen am 17.12.2007
8 KLEE, Ernst; DRESSEN, Willi; RIESS, Volker: Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer. Frankfurt: Fischer-Verlag, 1988. S.57
7
Arbeit zitieren:
Gabriele Fritsch, Silvana Müller, 2008, Holocaust - Dokumente zum Verhalten der Täter, München, GRIN Verlag GmbH
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