Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Soziale Arbeit - Eine psychosoziale Multiprofession. 4
2. Schlüsselkompetenzen. 6
2.1 Der Begriff „Schlüsselkompetenz“ 6
2.2 Methodische Kompetenzen 6
2.2.1 Einzelfallhilfe 7
2.2.2 Soziale Gruppenarbeit 8
2.2.3 Gemeinwesenarbeit 9
2.3 Sozialkommunikative Kompetenzen. 10
2.4 Persönliche Kompetenzen 11
3. Der Erwerb von Schlüsselkompetenzen. 12
4. Kommunikation - Eine wesentliche (Schlüssel-) Kompetenz in der
Sozialen Arbeit. 14
4.1 Der Begriff „Kommunikation“ 14
4.2 Ausgewählte theoretische Kommunikationsmodelle 15
4.2.1 Das Sender-Empfänger-Modell. 15
4.2.2 Kommunikationsmodell nach F. Schulz von Thun. 16
4.3 Nonverbale Kommunikation 18
4.4 Gesprächsführung. 20
Auxili äre 10 Gesprächsführung. 20
4.4.1
4.4.2 Aktives Zuhören. 22
Res ümee. 23
Literaturverzeichnis. 26
Abbildungsverzeichnis 27
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Einleitung
In dieser wissenschaftlichen Arbeit möchte ich die Bedeutung von Schlüsselkompetenzen für professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit exemplarisch darstellen und werde demnach konkreten Fragen nachgehen.
Was sind Schlüsselkompetenzen? Wie wichtig sind sie für die Soziale Arbeit und inwieweit fließen sie in die Praxis ein?
Ist professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit ohne bestimmte (Schlüssel-) Kompetenzen überhaupt möglich?
Können Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen diese Fähigkeiten “erlernen“ oder müssen diese Kompetenzen schon vor der akademischen Ausbildung zum Sozialarbeiter/zur Sozialarbeiterin in einem gewissen Maße “vorhanden“ sein?
Ist es überhaupt möglich, bestimmte Kompetenzen für das berufliche Handeln zu “erlernen“? Über die grundlegende Basis dieser Ausfertigung hinaus - also die Bedeutung von Schlüsselkompetenzen - möchte ich eine bestimmte Kompetenz konkretisieren und die “Kommunikation“ als exemplarische Darstellung mit in diese Arbeit einbeziehen. Ich werde folgendermaßen vorgehen:
Bevor ich genauer auf die Schlüsselkompetenzen der Sozialen Arbeit eingehe, möchte ich diese Arbeit nutzen, um den Berufsstand der Sozialarbeiter/-innen und Sozialpädagogen/-pädagoginnen als sogenannte (sog.) „Königsdisziplin“ (Herwig-Lempp, J. 2005: 114) vorzustellen. Aufgrund dieser Darstellung werde ich anschließend wesentliche Kompetenzen für das Handeln in der Sozialen Arbeit kategorisieren und näher erläutern.
Daraufhin werde ich erläutern, inwieweit Schlüsselkompetenzen erworben werden können und wie dies in der Ausbildung zum Sozialarbeiter/zur Sozialarbeiterin realisiert wird. Im Anschluss werde ich mich auf die “Teilkompetenz“ der Sozialen Arbeit “Kommunikation“ spezialisieren und Aspekte, wie theoretische Kommunikationsmodelle, nonverbale Kommunikation, Gesprächsführung sowie aktives Zuhören aufgreifen und in meinem anschließenden Resümee die gewonnenen Erkenntnisse reflektieren.
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1. Soziale Arbeit - Eine psychosoziale Multiprofession
Sozialarbeiter/-innen bewegen sich in ihrem Berufsfeld in einer regelrechten Multidisziplin. Dies wird bereits in der umfangreichen akademischen Ausbildung zum Sozialarbeiter/zur Sozialarbeiterin deutlich.
Studierende der Sozialen Arbeit studieren nicht nur “Sozialarbeit“ bzw. “Sozialpädagogik“, sie erhalten weitreichende Einblicke in sämtliche berufsverwandte Professionen, die ich im Folgenden benennen möchte:
Familientherapie, Pädagogik, Philosophie, Psychiatrie, Psychologie, Recht, Sozialarbeitswissenschaft, Sozialmedizin, Soziologie, Kultur und Medien usw.. (Vgl.: Herwig-Lempp, J. 2005: 114)
Um diese umfangreiche Berufsprofession von Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen deutlich hervorzuheben, möchte ich Johannes Herwig-Lempp (2005: 114) zitieren: „Die Absolvent/inn/en kennen sich in der breiten Palette des psychosozialen Feldes auf eine fundierte Weise aus und können dadurch bei Bedarf an die richtige Stelle weiter vermitteln.“ Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen sind also in mäßigem Umfang “kleine Spezialisten“ vieler Professionen, während berufsverwandte Kollegen, wie z.B. Psychologen, Soziologen etc. Spezialisten im großen Umfang ihrer Profession sind. (Vgl.: Herwig-Lempp, J. 2005: 114)
Nicht nur die Ausbildung von Sozialarbeitern/Sozialarbeiterin ist umfangreich bzw. multiprofessionell, sondern dementsprechend auch die berufliche Tätigkeit. Dies möchte ich anhand von drei “Kategorien“ kurz erläutern: 1. Das Klientel
Die Menschen, mit denen Sozialarbeiter/-innen arbeiten bestehen aus verschiedensten Gruppen, wie z.B. Kinder, junge Erwachsene, Erwachsene, Senioren, physisch und/oder psychisch Kranke, Drogenkonsumenten, Obdachlose, Behinderte usw. 2. Die Problemlagen
Sozialarbeiter/-innen setzen sich mit den unterschiedlichsten Problemlagen ihrer Klienten auseinander, wie z.B. Armut, Vernachlässigung, Verwahrlosung, Gewalt, physische und/oder psychische Erkrankungen, Trennung und Scheidung usw. 3. Social Work is everywhere
Soziale Arbeit findet nicht nur in einem Büro oder in einem Beratungszimmer statt, sondern auch auf der Straße oder in der häuslichen Umgebung des Klienten, wie z.B. im Wohnzimmer oder in der Kü-
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che. Aber auch im Heim, im Klassenzimmer, im Krankenhaus, auf Freizeiten in der freien Natur oder in Trainingsgruppen. (Vgl.: Herwig-Lempp, J. 2005: 112)
Sozialarbeiter/-innen sind also gefordert sehr umfangreiche und komplexe Handlungssituationen zu überschauen und entsprechend zu agieren.
Um den anspruchsvollen Berufsstand des Sozialarbeiters/der Sozialarbeiterin nochmals zu untermauern, möchte ich das folgende, sehr treffende Zitat zur Verdeutlichung anwenden: „Sie moderieren Helferkonferenzen und verhandeln über Aufnahmebedingungen und Kosten - - zumBeispiel bei der Vorbereitung von Reha-Maßnahmen oder vor dem Umzug in ein Altersheim. Sie vermitteln zwischen streitenden Personen - zum Beispiel in Trennungs- und Scheidungsverfah- - ren.
Sie können die Einhaltung bestimmter Abmachungen kontrollieren und müssen manchmal gegen - denWillen der Betroffenen intervenieren - zum Beispiel bei Selbst- oder Fremdgefährdung. Sie können Beziehungen herstellen und aufrechterhalten zu Menschen, die von anderen als „unzu- - gänglich“eingeschätzt werden - zum Beispiel bei vereinsamten oder obdachlosen Menschen. Sie begleiten und betreuen Menschen über lange Zeit hinweg - auch dann, wenn vielleicht keine - Veränderungabsehbar ist - zum Beispiel bei psychisch kranken Menschen.
Sie überblicken - eigentlich überall in der Sozialen Arbeit - komplexe Situationen, sortieren die - manchmalwidersprüchlichsten Aufträge, erkennen Bedarfe und Defizite ebenso wie Ressourcen und Chancen auf Veränderung - und wissen, wo es weitere Unterstützung und Hilfe in Form von Fachkenntnis, Einrichtungen, Geld und Sachmitteln gibt.
Sie verwalten und managen häufig die Organisationen und Einrichtungen, in denen sie arbeiten, - siedokumentieren und präsentieren ihre Arbeit nach innen und außen, gegenüber Klienten und gegenüber Politik und Öffentlichkeit, sie werben um Unterstützung und Finanzierung - ihre Aufgaben gehen häufig weit über das hinaus, was die rein fachliche Seite ihres Berufsfelds betrifft. Nicht selten hat ihr Handeln jedoch dann weitreichende Folgen für die „eigentlich sozialarbeiterische“ Tätigkeit.“ (zitiert nach Lüssi 2001: 392ff.; Herwig-Lempp u. Schwabe 2001 in: Herwig-Lempp, J. 2005: 113)
Professionelles Handeln in der “Multiprofession“ Soziale Arbeit erfordert durch die umfangreiche Arbeitsforderung der Sozialarbeiter/-innen daher zahlreiche Kompetenzen, auf die ich im nächsten Kapitel näher eingehen werde.
5
2. Schlüsselkompetenzen
2.1 Der Begriff „Schlüsselkompetenz“
Ausgebildete Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen tragen während ihrer beruflichen Praxis stets einen imaginären Handwerkskoffer mit sich.
In diesem Koffer befinden sich die sog. Schlüsselkompetenzen. Sie sind also in der professionellen Sozialen Arbeit das Handwerk von Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen. Die Autoren Friedrich Maus, Wilfried Nodes, Dieter Röh (2008) stellen in ihrem Buch verschiedene Schlüsselkompetenzen vor, die ich an dieser Stelle kurz auflisten möchte: • „Strategische Kompetenz • Methodenkompetenz • Sozialpädagogische Kompetenz • Sozialrechtliche Kompetenz • Sozialadministrative Kompetenz • Personale und kommunikative Kompetenz • Berufsethische Kompetenz • Sozialprofessionelle Beratung • Kompetenz für Praxisforschung/Evaluation“ (Maus, F. u.a. 2008: Inhaltsverzeichnis)
Bei meiner Beschreibung werde ich mich auf die drei bekanntesten und gleichzeitig wesentlichsten Kompetenzen beschränken:
Methodische Kompetenzen, Sozialkommunikative Kompetenzen und Persönliche Kompetenzen. Um die anderen von Maus, Nodes und Röh beschriebenen Kompetenzen nicht völlig auszublenden, möchte ich an dieser Stelle folgendes Zitat hinzufügen:
„Erst die Gesamtheit der Kompetenzen, das Miteinander-Verwobensein der einzelnen (...) Komponenten als generalistische Grundlage macht die Breite der professionellen Sozialen Arbeit aus.“ (Maus, F. u.a. 2008: 13)
2.2 Methodische Kompetenzen
Professionelles Arbeiten in der Sozialen Arbeit erfordert organisiertes sowie durchdachtes Handeln und die Anwendung von verschiedensten Verfahren bzw. Vorgehensweisen. (Vgl.: Maus, F. u.a. 2008: 50)
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Hierzu möchte ich folgende Definition der “Methodenkompetenz“ aufgreifen: „Methodenkompetenz bezeichnet die Kenntnis und den Einsatz von Techniken bzw. Methoden, parallel zum Fachwissen. Methodenkompetenz ermöglicht es, die Arbeit effizienter und effektiver zu gestalten. (...).“ (Ternes, D. 2008: 18)
In der einschlägigen Literatur ist, der methodischen Kompetenz entsprechend, auch die Rede von “instrumenteller Kompetenz“.
„Instrumentelle Kompetenz ist die Beherrschung von Fähigkeiten und Fertigkeiten bis hin zu Verhaltensroutinen und die Verfügbarkeit von Fachwissen.“ (Geißler, K. A./Hege, M. 2007: 195)
Ein Sozialarbeiter/eine Sozialarbeiterin ist methodisch bzw. instrumentell kompetent, wenn er/sie bestimmte Ziele, die ihm/ihr vorgegeben wurden oder von ihm/ihr selbst gesetzt wurden, durch strategisches Handeln erreicht. Das alleinige Wissen über Strategien/Methoden/Verfahren reicht jedoch für die methodische bzw. instrumentelle Kompetenz nicht aus. Entsprechende Verfahren müssen quasi “eingeübt“ werden, bis sie schließlich als Routine bezeichnet werden können. Die Berufspraxis bezüglich des “Einübens“ nimmt daher eine wichtige Rolle ein. (Vgl.: ebd.)
Die Autoren Marianne Hege und Karlheinz A. Geißler (2007: 195) machen jedoch deutlich, dass ein rein instrumentelles Handeln „die jeweils eigene Qualität der Beziehung zwischen Sozialpädagoge und Klient (deren Struktur, deren Dynamik) ersticken“ würde. Es ist allerdings nicht möglich, auf Methoden und Verfahren zu verzichten, da sie der Orientierung für das Handeln des Sozialarbeiters/der Sozialarbeiterin dienen. (Vgl.: ebd.)
Im Folgenden werde ich nun kurz die drei klassischen Methoden Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit erläutern.
2.2.1 Einzelfallhilfe
Die Einzelfallhilfe ist ein methodischer Klassiker in der Sozialen Arbeit. Sie wird oft auch “soziale Einzelhilfe“ oder “Casework“ genannt. (Vgl.: Swift, L. B. in Friedländer, Walther A. (Hrsg.). 1966: 18 1 in Maus, F. u.a. 2008: 51)
„Einzellfallhilfe bezeichnet das zielgerichtete und planvolle Vorgehen in der Arbeit mit Klienten in einzelnen Schritten:
Bestandsaufnahme (Anamnese, soziale Diagnostik) - Zielklärungund Hilfeplanerstellung - Veränderungsmaßnahmen - ___________
1 Grundbegriffe und Methoden der Sozialen Arbeit, Neuwied
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Arbeit zitieren:
David M. X. Lehnerer, 2009, Die Bedeutung von Schlüsselkompetenzen für professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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