III
2.4.4 Interne Management Reports 17
2.4.4.1 Investmentreporting 18
2.4.4.2 Inspektionsreporting 18
2.4.4.3 Budgetreporting 18
2.5 Einsatz eines Value Reporting Systems 19
2.5.1 Daten aus der Rechnungslegung nach HGB und IAS/IFRS 19
2.5.1.1 Wertorientierte Angaben im Jahresabschluss 19
2.5.1.2 Daten aus dem Lage- und Segmentbericht 20
2.5.1.3 Wertorientierte Angaben aus sonstigen Quellen 21
2.6 Zusammenfassende Betrachtung des Value Reporting 21
3 Informationsmanagement und Informationstechnologie im REAM 22
3.1 Definition des Begriffes Informationsmanagement 22
3.2 Grundlagen für ein Informationsmanagementsystem 22
3.2.1 Notwendigkeit eines Informationsmanagementsystems 23
3.2.2 Ansätze für Informationsmanagementsysteme 24
3.3 Relevante Informationen für Beteiligte im Real Estate Asset Management 24
3.3.1 Standardisierte Informationen 24
3.3.1.1 Definition standardisierter Informationen 24
3.3.1.2 Sammlung standardisierter Informationen 25
3.3.1.3 Organisation, Speicherung und Verarbeitung standardisierter Informationen 26
3.3.2 Dynamische Informationen 27
3.3.2.1 Definition dynamischer Informationen 27
3.3.2.2 Sammlung dynamischer Informationen 27
3.3.2.3 Organisation, Speicherung und Verarbeitung dynamischer Informationen 28
3.3.3 Quellen standardisierter und dynamischer Informationen 28
3.4 Informationsmanagementsysteme 28
3.5 Verwendung von IT-Systemen im REAM 29
3.6 Anforderungen an die Datenverarbeitung im REAM 30
IV
3.7 Der Entwurf eines Datenverarbeitungssystems für das REAM 30
3.7.1 Grundsätze ordnungsgemäßer DV gestützter Buchführungssysteme 32
3.7.2 Auswertungsmöglichkeiten 32
3.7.2.1 Systeme der Entscheidungsunterstützung 33
3.7.2.2 Berichte und Analysen 34
3.7.2.3 Investitionsanalysen, Risikomessung und Performanceberechnung 34
3.7.2.4 Kennzahlenbildung 35
3.7.2.5 Portfoliomodellbildung 35
3.8 Lösungsansätze EDV gestützter REAM Systeme 35
3.8.1 Rückgriff auf Transaktionale Systeme 36
3.8.2 Schaffung eines Data Warehouse Systems 37
3.8.3 Einheitlicher Zugriff auf relevante Daten 38
3.9 IT Tools im REAM und deren praktische Anwendung 38
3.9.1 Argus Software 38
3.9.1.1 Grundlagen und Aufbau des Systems 38
3.9.1.2 Funktionalität des Systems 39
3.9.2 Cougar 39
3.9.2.1 Grundlagen und Aufbau des Systems 40
3.9.2.2 Funktionalität des Systems 40
3.9.3 Immobiliencockpit von Woodmark 41
3.9.3.1 Grundlagen und Aufbau des Systems 41
3.9.3.2 Funktionalität des Systems 42
4 Abschließende Betrachtung und Ausblick 43
Literaturverzeichnis 44
Anlagen : 47
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 - Value Reporting, neuer Denkansatz
Abbildung 2 - System des Shareholder Value
Abbildung 3 - Wertlücke als Ansatz für das Value Reporting
Abbildung 4 - Weiterentwicklung der Berichterstattung
Abbildung 5 - zeitlicher Bezug im Value Reporting
Abbildung 6 - Bilanz mit Fair Value
Abbildung 7: Aufbau des Datenmanagements
Abbildung 8: Magisches Dreieck der Informationsbeschaffung
Abbildung 10: Asset Management Plan
Abbildung 11 - Grundzüge eines Immobilieninformationssystems
Abbildung 12 - Stufenweise Informationssystemplanung im REAM
Abbildung 13 - Aufbau eines EDV gestützten REAM Systems
Abbildung 14 - Individualentwicklung und vorgefertigtes System
Abbildung 15 - Softwareintegration durch Cougar
Abbildung 16 - Immobiliencockpit, technisch struktureller Aufbau
Abkürzungsverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis
DCF -Discounted Cashflow DIX -deutscher Immobilienindex DV -Datenverarbeitung EDV -elektronische Datenverarbeitung GoB -Grundsätze ordungsgemäßer Buchführung GoBS -Grundsätze ordnungsgemäßer DV gestützter
Buchführungssysteme HGB -Handelsgesetzbuch IAS -International Accounting Standarts IT -Informationstechnologie IFRS -International Financial Reporting Standarts REAM - Real Estate Asset Management
Anlagenverzeichnis VII
Anlagenverzeichnis
Anlage 1 - Beispiel Investmentreporting S.47
Anlage 2 - Beispiel Inspektionsreporting S.48
Anlage 3 - Beispiel Budgetreporting S.49
Anlage 4 - Module des Value Reporting S.50
Anlage 5 - Value Reporting Leitstruktur S.51 Anlage 6 - GoBS S.52
Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im REAM 1
1 Einleitung
Der Asset Manager ist in seiner Tätigkeit zwischen Portfoliomanagement auf der Investorenseite und Objektmanagement oder Facility Management auf der Nutzerseite eine äußerst einflussreiche Person. Hierauf basierend ist der Informationsfluss über die Stelle des Asset Managers durch alle Beteiligte hoch, da er eine Art Vermittlerfunktion einnimmt. 1 Dieser Informationsfluss muss, um eine hohe Qualität und Quantität der Arbeit zu gewährleisten, gut organisiert und unter hohen Sicherheits- und Managementrichtlinien ablaufen. Zum Aufbau eines komplexen Gebäudes, wie das des Real Estate Asset Management muss jeder einzelne Stein in Form von Informationen ins Gefüge passen. Jedoch hat der Asset Manager aufgrund des umfangreichen Tätigkeitsbereiches eine stark eingeschränkt verfügbare Zeit für die einzelnen Teilbereiche und somit für die Sammlung und Weitergabe von Informationen. 2
1.1 Problemstellung
Das Real Estate Asset Management hat durch sein Tätigkeitsfeld einen äußerst großen Wirkungsbereich. Jeglicher Informationsfluss, der Immobilien im Anlageportfolio betrifft, läuft über den Asset Manager. Dies können Informationen externer oder interner Quellen sein. Der Ursprung der Informationen kann auf Seiten der Investoren liegen, auf Seiten der Nutzer, oder Dritter. Der Informationsaustausch in alle Dimensionen ist sehr hoch und erfolgt häufig über das REAM. Der Asset Manager hat also eine gewisse Vermittlerfunktion und hiermit eine hohe Verantwortung hinsichtlich der Qualität der Informationen, ihrer Verwendung und der Transparenz des Managements. Folglich liegt ein großer Teil der Steuerung der Effektivität des Informationsflusses in den Händen des Real Estate Asset Managers. Hieraus ergibt sich eine hohe Anforderung an die Funktionalität des Reportingsystems und der Datenverarbeitung, die jeweils die wichtigsten unternehmerischen Systeme der Informationsverteilung darstellen.
1.2 Gang der Untersuchung
Im ersten Teil der Arbeit wird auf das Reporting im Real Estate Asset Management und dessen Stellenwert eingegangen. Im Zuge dessen wird das System des Value Reporting und dessen Anwendbarkeit im REAM erläutert. Im weiteren Verlauf wird über den möglichen Aufbau und die Einsetzbarkeit einzelner Reportingmodule eingegangen. Im zweiten Teil wird die Funktion des Datenmanagements und dessen Notwendigkeit beschrieben. Vorhandene und wichtige Informationstypen und deren Entstehung werden aufgezeigt und der Aufbau eines Informationsmanagementsystems beschrieben. Hierauf folgend wird näher auf die
1 Vgl. Bosak, A. (2007), S. 13 ff.
2 Vgl. Soens. M. et al. (1994), S.158
Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im REAM 2
Datenverarbeitung und Informationstechnologie im Real Estate Asset Management eingegangen. Der Aufbau eines DV gestützten Real Estate Managementsystems unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer DV gestützter Buchführungssysteme wird erläutert. Lösungsansätze möglicher Datenverarbeitungssysteme als eigenständiges System oder als Data Warehouse werden diskutiert. Im Anschluss werden beispielhaft drei DV gestützte REAM Systeme vorgestellt, deren Aufbau und Funktionsbereich erläutert und diskutiert.
2 Reporting im Real Estate Asset Management
Generell wird unter Reporting der Prozess der Organisation von grundlegenden statischen und dynamischen Informationen verstanden, um die Entscheidungsfindung des Managements zu unterstützen. Im Value Reporting erfolgt diese Berichtserstattung an Informationen bezogen auf Unternehmenswerte, insbesondere dem Shareholder Value. In diese wertemäßige Betrachtung wird der Gedanke des Shareholder Value Ansatzes einbezogen. 3 Nach diesem soll das Management jegliche unternehmerische Entscheidung so treffen, dass das Einkommen und die Vermögensposition des Eigenkapitalgebers verbessert werden. 4 Auf diese Weise kann den neuen Anforderungen an die Rechnungslegung, die durch neue Denkansätze und Entwicklungen in der Betriebswirtschaftslehre hervorgerufen werden, Genüge geleistet werden. Außerdem werden auf diese Weise Mängel in der traditionellen Rechnungslegung vermieden. 5
3 Vgl. Geduhn, C. / Zeglen, K. (2006), S. 4
4 Vgl. Wöhe, G. (2005), S. 65
5 Vgl. Geduhn, C. / Zeglen, K. (2006), S. 4
6 Vgl. ebenda S. 4
Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im REAM 3
2.1 Problematik des Reporting in der Immobilienwirtschaft
Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung und Globalisierung in den letzten Jahrzehnten, insbesondere im Bereich der Immobilienwirtschaft und dem Bereich der Finanzdienstleistungen, stehen Unternehmen aus diesen Branchen vor immer neuen Herausforderungen. Dies betrifft vor allem auch die unternehmerischen Tätigkeiten der Rechnungslegung und des Controllings. Erweitert wird diese Problematik durch eine Zunahme der Bedeutung der Kapitalmärkte bei der Kapitalbeschaffung. Sowohl bei Eigenkapitalbeschaffung, als auch bei Fremdkapitalbeschaffung gewinnen Teilnehmer auf dem internationalen Kapitalmarkt an Einfluss in jedem einzelnen Unternehmen. Ebenso ist ein starker Anstieg der direkten Konkurrenten als Kapitalmarktteilnehmer im Zuge der oben genannten Entwicklung zu verzeichnen. In Folge der verstärkten Nutzung des Kapitalmarktes zur Kapitalbeschaffung gewinnen Größen, wie der Aktienkurs an Bedeutung und lösen unternehmensinterne Kennzahlen als Schlüsselgröße ab. Als Problematik ergibt sich hieraus, inwiefern die traditionelle Rechnungslegung und das traditionelle Reporting und Controlling noch geeignet sind, auf diese neue Denk- und Handlungsweise einzugehen, und welche Einzelschritte dieser unternehmerischen Tätigkeiten angepasst werden müssen. Im Einzelnen ist darauf einzugehen, wie die Antwort durch die Rechnungslegung, das Reporting und Controlling auf die Veränderungen der Gesamtwirtschaft aussehen kann und welche Lösungen es hinsichtlich der auskeimenden Problematik gibt. 7
2.2 Organisation des REAM Reporting
Theoretisch gibt es unendlich viele Möglichkeiten ein Reporting im Real Estate Asset Management zu gestalten, aufgrund der Fülle an Informationen und Entscheidungen. Effizient ist ein Reporting jedoch erst, wenn es optimal auf das Management und die Situation zugeschnitten und gut organisiert ist. Das Gleichgewicht zwischen Verwaltung und Entscheidung, zwischen Organisation und Management ist hierbei zu optimieren. Zu viel investierte Zeit in das Management der Daten fehlt bei der Entscheidungsfindung. Doch auch ein zu ausführlich gestaltetes Management ist hinderlich, da hier Zeit für die Datensammlung und Datenverarbeitung fehlt. Wichtig ist also eine frühzeitige und gut durchdachte Organisation des Reporting im Real Estate Asset Management. 8
7 Vgl. Geduhn, C. / Zeglen, K. (2006), S. 5f.
8 Vgl. Soens, M. et al. (1994), S.180
Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im REAM 4
2.3 Neuorientierung der Rechnungslegung im REAM
Aufgrund der enormen Veränderungen in der Denkweise und im Handeln im internationalen Wirtschaftsgeflecht sind auch Neuerungen und Umstrukturierungen im unternehmerischen Handeln notwendig, um auf diese Änderungen flexibel einzugehen. Insbesondere auf dem internationalen Finanzmarkt und im Bereich der Immobilientransaktionen sind diese Veränderungen deutlich zu spüren. Aufgrund der gesetzlichen Lage und traditioneller Werte erfolgt die Rechnungslegung bei deutschen Unternehmen nach den Vorgaben des Handelsgesetzbuches. Lediglich für einzelne Gesellschaftsformen besteht die Pflicht auch nach den internationalen Richtlinien IAS/IFRS zu bilanzieren. Um im modernen, internationalen Wirtschaftsgeschehen eine Rolle spielen zu können, ist es daher nicht nur notwendig, sich den internationalen Richtlinien anzupassen, sondern auch Denkansätze wie der des Shareholder-Value, bei dem der Eigenkapitalgeber im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns steht sinnvoll zu übernehmen. Ein Ansatz im Bereich der Unternehmensführung ist in dieser Hinsicht das Value Reporting. Hierin wird auf neue Herausforderungen eingegangen und Probleme alter Reportingsysteme vermieden. 9
2.3.1 Funktion der Rechnungslegung nach HGB und IAS/IFRS
2.3.1.1 Die Rechnungslegung nach HGB
Die wichtigste Funktion der Rechnungslegung nach dem HGB ist die Funktion der Informationsübermittlung. Durch geeignete und gesetzeskonforme Bilanzierung sollen Informationen über die Kapitalherkunft und die Kapitalverwendung im Unternehmen festgehalten und zugänglich gemacht werden. Des Weiteren soll durch die Dokumentationsfunktion der Rechnungslegung nach dem HGB das unternehmerische Handeln einer Unternehmung festgehalten und dokumentiert werden. Somit ist eine Einsicht in die Handlungen eines Unternehmens auch im Rückblick noch möglich. Nach dem HGB soll die Rechnungslegung zur Rechenschaftsablage des Managements oder einzelner
Unternehmensbereiche dienen. Dies wird als Rechenschaftsfunktion bezeichnet. Zuletzt soll durch die Rechnungslegung eines Unternehmens dessen Ausschüttungen berechnet werden. Dies geschieht nach den Vorstellungen des HGB auf Grundlage der
Ausschüttungsbemessungsfunktion. 10 Eine zentrale Bedeutung innerhalb des HGB nimmt der §252, Abs.1, Satz4 ein. Nach dem Wortlaut dieses Paragraphen ist nach unternehmerischem Denken vorsichtig zu bewerten und Gewinne sind lediglich dann zu berücksichtigen, wenn Sie
9 Vgl. Pricewaterhousecoopers, o. V. (2006), S. 4ff.
10 Vgl. Geduhn, C. / Zeglen, K. (2006), S. 8
Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im REAM 5
am Abschlussstichtag realisierbar sind. 11 Eine Folge dessen ist, dass erfolgswirksame Vorgänge asymmetrisch erfasst werden und die Rechnungslegung dadurch künstlich, systematisch verzerrt wird. 12 Aufgrund der gegebenen Systematik ist die Rechnungslegung nach dem HGB stark vergangenheitsorientiert und eine geeignete, ausreichende Darstellung der unternehmerischen Risiken fehlt nahezu. Trotz eines zielgerichteten Einsatzes von Elementen, die den tatsächlichen Sachverhalt darstellen und gestalten sollen, ist der wirtschaftliche Wert oft nur unzureichend. Zukünftig erzielbare Überschüsse finden nach dem HGB wenig Platz in der Bilanzierung und somit sind Angaben hierzu nur schwer ermittelbar. 13
2.3.1.2 Die Rechnungslegung nach IAS/IFRS
Die oberste Priorität der Ziele bei der internationalen Rechnungslegung nach IAS oder IFRS liegt in der Vermittlung relevanter Informationen zur Entscheidungsfindung, so genannte „decision usefulness information“. Hierbei steht vor allem der Schutz der Kapitalgeber im Vordergrund, nicht der anderer unternehmerischer Zwecke und Absichten. Als Maßstab für den Inhalt der Rechnungslegung nach IAS oder IFRS gelten daher die Informationsbedürfnisse der Investoren. Neben der möglichst wahrheitsgetreuen Darstellung vergangener und präsenter finanzieller Geschehnisse im unternehmerischen Handeln, soll bei der Rechnungslegung nach IAS/IFRS Richtlinien eine bessere Einschätzung zukünftiger Zahlungsströme ermöglicht werden. 14
2.3.2 Der Shareholder Value Ansatz
Aufgrund der Voraussetzungen der internationalen Rechnungslegung nach IAS/IFRS, wurde Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts ein Managementansatz entwickelt, in dessen Betrachtungsweise der Marktwert im Mittelpunkt jeglichen unternehmerischen Handelns steht. Dieser Ansatz wurde bereits 1986 von Rappaport Shareholder Value Ansatz genannt. 15 Nach diesem Konzept haben unternehmerische Entscheidungen des Managements so zu erfolgen, dass der Unternehmenswert gesteigert wird und somit das Einkommen und die Vermögensposition der Shareholder, also der Eigenkapitalgeber dauerhaft gesteigert wird. 16 Dies soll geschehen durch eine gesicherte Erwirtschaftung langfristiger Cash Flows. Nach Ballwieser liefert dieser Ansatz die Zielsetzung, mit deren Hilfe ex Ante strategische
11 Vgl. Wagenhofer, A. (2005), S232
12 Vgl. Labhart, P., et al. (2005), S. 519
13 Vgl. Geduhn, C. / Zeglen, K. (2006), S. 9
14 Vgl. ebenda, S. 9
15 Vgl. ebenda, S. 10f.
16 Vgl. Wöhe, G. (2005) S. 65
Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im REAM 6
Entscheidungen im Unternehmen zu treffen und ex post die Leistungen des Managements zu beurteilen sind. 17 Der Shareholder Value Ansatz geht davon aus, dass aufgrund der oben genannten Voraussetzungen eine Investmententscheidung des Managements immer vom Unternehmenswert abhängig ist. Folglich sind jedoch rein buchhalterische Größen der Darstellung von Zahlungsströmen zur Wertemessung im Unternehmen nur bedingt geeignet. Als Lösung ergibt sich die zahlenmäßig darstellbare Größe des Shareholder Value zur Abbildung des Barwertes frei verfügbarer Cash Flows. Die Aufgabe des Managements ist also die Entscheidung, welche Projekte mit möglichst hohem Kapitalwert und in Folge dessen möglichst hohem Shareholder Value zu realisieren sind. Dies bedeutet im Einzelnen eine Übertragung von in der Fachwelt anerkannten investitionstheoretischen Erkenntnissen auf das Management und die Unternehmensführung. 18
Als Folge der Orientierung der Unternehmensführung an der Wertsteigerung des Eigenkapitals ergibt sich eine Neuentwicklung zahlreicher wertorientierter Steuerungsgrößen. Hierzu zählen die Discounted Cashflow Methoden nach Rappaport und Copeland, der Cashflow Return on Investment nach Lewis und der Economic Value Added nach Stern und Stewart. Im Gegensatz zur Bewertung nach dem HGB gilt nach dem Ansatz des Shareholder Value, vor Unterbewertung zu schützen und nicht das Mindestwertprinzip. Hierdurch sollen so genannte Wertlücken geschlossen werden und deren Entstehung verhindert werden. Unter Wertlücke wird in diesem Zusammenhang die Differenz zwischen dem aktuellen Marktwert und dem
17 Vgl. Ballwieser, W. (1994), S. 1383
18 Vgl. Pricewaterhousecoopers, o. V. (2006), S. 4ff.
19 Vgl. Rappaport, A. (1999), S.68
Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im REAM 7
potentiellen Wert bei optimaler Unternehmensführung und Eigenkapitalwertsteigerung verstanden. 20 Nach Ballwieser entstehen diese Wertlücken, wenn eine geplante Strategie einen diskontierten Cashflow erzeugt, der kleiner ist, als er wäre, wenn die Strategie geändert werden würde. 21 Verfährt das Management in seinem Handeln also nach den Prinzipien des Shareholder Value Ansatzes, so wird eine Bewertung ermöglicht, die die tatsächliche Marktlage wesentlich wirklichkeitsgetreuer abbilden kann, jedoch einen wesentlich geringeren Gläubigerschutz bietet.
2.3.3 Idee und Grundsätze des Value Reporting
Das Value Reporting stellt eine externe Unternehmensberichterstattung des Managements dar. Es ist somit Bestandteil einer wertorientierten Unternehmensführung. Hauptziel des Value Reporting ist eine Entscheidungsstütze für die Adressaten des Reports zu bieten, indem die Informationsbedürfnisse der Kapitalmarktteilnehmer als Ausgangspunkt der
Informationssammlung genommen werden. Mit Hilfe dieser Berichterstattung ist es den Adressaten möglich, sich ein Bild über die Werterzielung und die Wertevernichtung im Unternehmen zu schaffen. Die Schaffung eines optimierten Informationsflusses steht hier als oberstes Ziel, da von einer asymmetrischen Informationsverteilung, analog der Prinzipal-Agent Theorie ausgegangen werden muss. Kann durch Erhöhung des Informationsflusses die Verteilung der Information optimiert werden, so führt dies zwangsläufig zu sinkenden Kapitalkosten am internationalen Kapitalmarkt. Der Arbeitskreis Externe
Unternehmensrechnung der Schmalenbach-Gesellschaft versteht daher das Value Reporting
20 Vgl. Geduhn, C. / Zeglen, K. (2006), S. 11 ff.
21 Vgl. Ballwieser, W. (1994), S. 1386
22 Vgl. Ruhwedel, F. / Schulze, W. (2004), S. 492
Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im REAM 8
auch als eine, über die pflichtgemäße Berichterstattung hinausgehende Bereitstellung von Informationen. Durch diesen Informationsfluss, der über das Mindestmaß hinausgeht, können die oben beschriebenen Informationsasymmetrien zwischen dem Management und den Kapitalgebern verringert werden. Somit wird ein effizienteres Auftreten am internationalen Kapitalmarkt ermöglicht. Durch die stark gesteigerte Transparenz aufgrund des erhöhten Informationsflusses, hervorgerufen durch das Value Reporting, sinken die Risikoprämien für das Unternehmen auf dem Kapitalmarkt und hiermit die gesamten Kapitalkosten. Somit trägt das Value Reporting in direkter Wirkungskette der Steigerung des internen und externen Unternehmenswertes nachhaltig bei. Grundsätzlich handelt es sich bei den zusätzlichen Informationen, die durch das Value Reporting vermittelt werden sollen, um Daten, die aus unternehmerischer Sicht wertrelevante Sachverhalte bieten. Meist beinhalten diese Informationen eine starke Zukunftsprognose, auch wenn vergangenheitsbezogene Daten als Grundlage dienen. Somit kann unter Heranziehung vergangener Value Reports eine Kontrolle der Unternehmensführung stattfinden, in dem vergangene Prognosen mit der tatsächlichen Geschäftslage verglichen werden. 23 Im Allgemeinen sollten beim Value Reporting die Grundlagen der Vergleichbarkeit, Klarheit, Ausgewogenheit, Regelmäßigkeit, Segmentierung, des Bezuges auf das interne Management und der regelmäßigen Kontrolle gelten. Hiermit ist gemeint, dass das Value Reporting klare und nachvollziehbare Angaben enthalten soll, die im Einzelnen zu verifizieren und zu erläutern sind. Die Datensammlung muss in sachlicher, formeller und zeitlicher Hinsicht vergleichbar sein. Das Reporting soll sich am internen Management und den internen Steuerungsorganen orientieren. Eine ausgewogene und wahrheitsgemäße Darstellung der Chancen und Risiken soll zu einer besseren Vergleichbarkeit beitragen. Jegliche Informationen sollen auf die einzelnen Segmente bezugsfähig sein. Die Berichterstattung hat nicht nur in regelmäßigen Abständen zu erfolgen, sondern wird auch im Optimalfall regelmäßig nach wirtschaftsprüferischen Richtlinien überprüft, um die Glaubwürdigkeit und den Wahrheitsgehalt aufrecht zu erhalten. 24
2.3.4 Definition des Value Reporting
In der Fachwelt gibt es bis dato keine Einheitliche Definition des Begriffes Value Reporting. Im Kern vereinen jedoch jegliche Aussagen von Fachleuten zur Thematik, dass es sich beim Value Reporting um eine regelmäßige, externe unternehmerische Berichtserstattung handelt, die durch freiwillige, zusätzliche Angaben die Stellung des Unternehmens am Finanzmarkt nachhaltig verbessert. Müller beschreibt dies kurz als „freiwillige qualitative Ergänzung und Erweiterung
23 Vgl. Geduhn, C. / Zeglen, K. (2006), S. 18 ff.
24 Vgl. ebenda, S. 18 ff.
Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im REAM 9
der Berichterstattung über die Wertschaffung im Unternehmen.“ 25 Im Gegenzug dazu äußert sich Labhart etwas ausführlicher über eine „offizielle externe Unternehmensberichterstattung, die bestehende Informationsasymmetrien zwischen interner und externer Sicht der wertorientierten Unternehmensführung reduzieren kann und dabei als Werttreiber durch zusätzliche Informationsvermittlung zur Wertsteigerung beitragen kann.“ 26 Ähnlich äußert sich Heumann darüber und behauptet, „Value Reporting ist die regelmäßige, strukturierte Berichterstattung eines Unternehmens, die geeignet ist, die Informationsasymmetrien zwischen interner und externer Sicht des Unternehmens zu verringern und die Ermittlung des Unternehmenswertes durch die potentiellen Investoren zu ermöglichen beziehungsweise zu verbessern.“ 27 Auch Ruhwedel und Schulze äußern sich zum Value Reporting als eine „Bereitstellung verdichteter, über die Pflichtpublizität hinausgehender Informationen, die die Unternehmensbewertung erleichtern sollen und Lücken zwischen dem Wert des Unternehmens und seinem aktuellen Marktpreis schließen sollen. Durch die angestrebte Verringerung der Informationsasymmetrien soll das Value Reporting einen Beitrag zur Kapitalmarkteffizienz leisten“ 28 . Im Kern geht es also allen zitierten Fachleuten beim Value Reporting um eine Unternehmensberichterstattung, die über die gesetzlich vorgeschriebene Rechnungslegung hinausgeht und auf freiwilliger Basis erfolgt. Durch einen so erhöhten Informationsfluss, können asymmetrische Informationsverteilungen, wie sie durch die Prinzipal- Agent Theorie beschrieben werden, verringert werden. Somit können Kapitalmarktkosten, durch Senkung der Risikoprämien, nachhaltig verringert werden, wodurch eine Steigerung des Unternehmenswertes am Kapitalmarkt möglich ist. Wird die traditionelle Rechnungslegung, also das Financial Accounting mit der Methode des Value Reporting verbunden, so liegt ein Rechnungslegungssystem vor, das durch bewertungsrelevante Informationen ergänzt wurde und Business Reporting genannt wird. 29
25 Vgl. Müller, R. (1998), S. 98ff.
26 Vgl. Labhart, P. (1999), S. 128ff.
27 Vgl. Heumann, R. / Baetge, J. (2006), S. 250ff.
28 Vgl. Ruhwedel, F. / Schulze, W. (2002), S. 600ff.
29 Vgl. Geduhn, C. / Zeglen, K. (2006), S. 27
Arbeit zitieren:
Christian Nickl, 2008, Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im Real Estate Asset Management, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
'Immobilien-Verbriefung' versus Mortgage Backed Securities
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 21 Seiten
Aktuelle Trends im Handelsmanagement
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 26 Seiten
Innovationen im Zeitwettbewerb
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 25 Seiten
Lernen durch technologische Innovationen
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Top oder Flop - Gestaltungsoptionen der Innovationspolitik in Konsumgü...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Christian Nickl's Text Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im Real Estate Asset Management ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Christian Nickl hat den Text Reporting, Informationsmanagement und Datenverarbeitung im Real Estate Asset Management veröffentlicht
Christian Nickl hat einen neuen Text hochgeladen
Real Estate Asset Management für institutionelle Investoren
<BR>Eine theoretische Konzepti...
Michael Trübestein
Building Information Modeling: A Strategic Implementation Guide for Ar...
Dana K. Smith, Michael Tardif
Corporate Real Estate Asset Management: Strategy and Implementation
Nick Nunnington, Barry P. Haynes
English Correspondence and Report Writing for Real Estate Professional...
Anleitung, Mustersätze, und -f...
Alice Jovy
Streetwise Landlording and Property Management: Insider's Advice on Ho...
Mark B. Weiss, Dan Baldwin
0 Kommentare