1 EINLEITUNG 4
2 STRUKTURMODELL DER SPIELSPORTARTEN 5
3 FUßBALLTECHNIK 6
3.1 Technik mit Ball 6
3.2 Technik ohne Ball 7
3.3 Technik und Taktik 8
4 STOßARTEN 9
4.1 Die Spannstöße 13
4.2 Der Volley 14
5 BEWEGUNGSSTEUERUNG 17
5.1 Differenzielles Lernen 18
Methodik 5.1.1 5.1.2 Lernprozess im Kindesalter
5.2 Praxistransfer des differenziellen Lernansatzes im Fußballtraining
5.2.1 Trainingsgestaltung 6 PRAXISBEISPIEL EINES TRAININGS MIT DEN SCHWERPUNKTEN PASSSPIEL UND TORSCHUSS NACH DIFFERENZIELLEM ANSATZ 30
6.1 Übung 1: Jonglieren allein 30
6.2 Übung 2: Jonglieren zu zweit 30
6.3 Übung 3: Jonglierübung im Feld 31
6.4 Übung 4: Jonglieren mit Innen- und Außenspielerinnen 32
6.5 Übung 5: An- und Mitnahme Wettkampf 32
6.6 Übung 6: Staffel 33
6.7 Übung 7: Kreis 34
6.8 Übung 8: Schussübung 344
6.9 Übung 9: Einen hohen Ball gerade mitnehmen 36
6.10 Übung 10: Einen frontalen Zuwurf gerade mitnehmen 36
6.11 Übung 11: Menschliche Stoppuhr 37
6.12 Übung 12 : Scharfes Zuspiel, An- und Mitnahme 38
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6.13 Übung 13: Koordination und Technik - Lauf und Sprungkoordination im Reifenparcours mit
Kopfball 39
6.14 Übung 14: Koordination mit Torabschluss 39
6.15 Übung 15: Zielschüsse 40
6.16 Übung 16: Volley- Kick 40
7 INHALTSVERZEICHNIS 41
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1 Einleitung
Im Bereich der Trainingswissenschaft ist ein zunehmendes Bedürfnis zur Veränderung des Traditionellen erkennbar. Viele SportlerInnen gehen mit den klassischen Trainingsprinzipien ihrer TrainerInnen nicht mehr konform und zeigen sich unzufrieden mit den teilweise hohen Trainingsumfängen. Standardwerke der klassischen Trainingslehre (Matvejev 1981, Harre 1971) geraten unter Berücksichtigung eines neuen Ansatzes in die Kritik. Der Ansatz des differenziellen Lernens von Schöllhorn (1999) gibt eine neue Richtung im Techniktraining vor.
Denn der bisher noch vorzugsweise traditionelle Lernansatz birgt den Widerspruch in sich, dass einerseits die Programmierungskomponente einer Bewegung durch oftmaliges Wiederholen eingeschliffen werden soll, andererseits jedoch die Ausführungskomponente desselben Programms zu modifizieren sei.
Die Frage wie man bei gleich bleibenden Trainingsumfängen ein effektiveres Training zur Leistungsoptimierung gestalten kann führt speziell im Techniktraining zum Ansatz des differenziellen Lernens. Hier kommt es zu einem Paradigmenwechsel vom quantitativen zum qualitativen, zielgerichteten Training. (Schöllhorn, 1999, S.5ff.) Vor allem im Kinder und Jugendbereich stellt sich die Frage der optimalen Lernstrategie für technisch komplexe Bewegungsfertigkeiten. Diese Arbeit widmet sich speziellen Stoßarten im Fußballsport und deren Vermittlungs- und Lernmöglichkeiten unter dem Aspekt des differenziellen Ansatzes.
Als Praxisbeispiel wird eine Trainingseinheit nach dem Prinzip des differenziellen Lernens konstruiert. (siehe Kap. 6)
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2 Strukturmodell der Spielsportarten
Die Gesamtleistung eines Fußballteams ist abhängig von vielen allgemeinen und spezifischen individuellen Faktoren und Leistungsvoraussetzungen. Neben den motorischen Grundeigenschaften als Basis ist im Fußball vor allem das Zusammenwirken der einzelnen Spieler für den Erfolg verantwortlich. Kognitive Leistungen wie Antizipationsfähigkeit und Spielintelligenz machen den Fußballsport sehr komplex. (Eder & Hoffmann, 2006, S. 2 ff.)
Abbildung 2-1: Leistungsstrukturmodell im Sportspiel (Hohmann & Brack, 1983, modifiziert nach Eder & Hoffmann, 2006, S. 2)
Für ein ständiges Verbessern von technischen Fähigkeiten sind bereits ausreichend praktische und motorische Erfahrungen, sowie ein kinästhetisches Empfinden der Bewegung nötig. (vgl. Barth, Rutemöller & Zempel, 2004, S. 52 ff.)
In der Vergangenheit lag der Schwerpunkt des Bewegungslernens bei der Methode des bewussten Lernens. Unbewusstes oder implizites Lernen gewinnt im Kinder- und Jugendbereich aber immer mehr an Bedeutung und Anwendung.
Implizites Lernen bedeutet zu lernen, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Komplexe motorische Prozesse können eine enorme Kapazität an Informationen enthalten, die beim unbewussten Lernen in Vergleich zum bewussten Lernen geringer gehalten wird. Oft kann das Bewegungsgeschehen sprachlich gar nicht wiedergegeben werden. (Scheid & Prohl, 2001, S. 77 ff.)
Motorisches Lernen beinhaltet den Erwerb, Erhalt und die Veränderung von Bewegungen. Im sportlichen Bereich sind die Ökonomisierung der Bewegungen, Bewegungsfertigkeiten und Bewegungskoordination das Ziel des motorischen Lernprozesses. (Scheid & Prohl, 2001, S. 51)
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3 Fußballtechnik
Die Basis für ein erfolgreiches Spiel ist die Entwicklung einer herausragenden Technik aller Spieler (vgl. Hirte, 2006, S. 8).
Neben physiologischen Voraussetzungen wie Kraft und Schnelligkeit, mentaler Stärke, Taktik und Siegeswille, sind technische Fähigkeiten wichtige Bereiche für sehenswerten und attraktiven Fußball. Der Grundstein der Technik muss in jungen Jahren gelegt werden. Versäumnisse lassen sich später schwer oder gar nicht mehr aufholen. Der Trainingsinhalt im Nachwuchsbereich muss sich daher verstärkt an der Technik orientieren. Die Technik betrifft das Spiel mit und ohne Ball, beeinflusst und wird von anderen Komponenten beeinflusst. Die Technik bildet sozusagen die Grundlage eines jeden Fußballspiels.
3.1 Technik mit Ball
Technik bezeichnet die Ballbeherrschung im Allgemeinen. Die Fähigkeit den Ball mit dem Fuß, Kopf oder Körper in Bewegung, in Ruhe und unter Bedrängnis zu behandeln, weiterzuleiten oder anzunehmen beinhaltet der Begriff Technik. Im frühen Jugendalter ist die Technik am einfachsten zu erlernen. Mit steigendem Alter wird es immer schwieriger. Im Seniorenalter und später ist die Technik kaum bis gar nicht mehr erlernbar. (Rohr & Simon, 2004, S. 412)
Die Technik ist gemeinsam mit der Ausdauer, der Taktik und den motorischen Grundeigenschaften ein Bestandteil für die fußballspezifischen Fähigkeiten. Die Bewegung mit Ball unter Stresssituationen wie beispielsweise Zeitdruck oder Raumknappheit verlangt ein hohes Maß an technischen Fähigkeiten.
Das Beherrschen der Technik lässt es zu, unter erschwerten Bedingungen schnell und genau zu spielen. Die Technik, psychische und motorische Fähigkeiten beeinflussen sich gegenseitig. Ein hohes Maß an motorischen Grundeigenschaften garantieren über die gesamte Spielzeit dauernde saubere Balltechniken. Schwindet die Kraft im Laufe eines intensiven Spiels so verringern sich auch die übrigen motorischen Eigenschaften wie beispielsweise die Koordination und in weiterer Folge die Balltechnik.
Die Entwicklung der Technik ist ein Prozess, der sich mit den Eigenheiten jedes einzelnen Spielers verändert und vervollkommnet. Die allgemeine Technik wird vom Einzelnen zu seinem eigenen Stil ausgebaut. Der eigene Stil soll auch beim differenziellen Lernen entfaltet werden und auf die Individualität des Bewegungsoptimums hinweisen. Zu den Techniken mit Ball gehören das Ballführen, das Dribbling, Zuspiele, Schüsse, die Ballannahme, -mitnahme, Kopfstöße und koordinative Fähigkeiten. Das Ball führen kann mit der Innenseite, mit dem Rist oder mit der Sohle erfolgen. Die Ballannahme ist mit dem Kopf, der Brust, dem Innenrist, Rist, dem Oberschenkel und der Sohle möglich. Jeder gute Fußballspieler hat seine eigenen Balltricks und Methoden um Ziel orientiert zu agieren. Die individuellen Fähigkeiten kennzeichnen den jeweiligen Stil des Spielers, der jedem Spieler sein typisches Auftreten verleihen. Diese Einzigartigkeit soll im differenziellen Training berücksichtigt und gefördert werden.
Ein gutes Zuspiel soll präzise, mit der richtigen Geschwindigkeit und zum richtigen Zeitpunkt gespielt werden. Der Pass ist nach den Laufaktionen die häufigste Spielhandlung und
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ermöglicht das kollektive Zusammenspiel. Im Verlauf eines Spiels werden im Schnitt 800 Pässe gespielt, darunter lassen sich verschiedene Arten differenzieren, wie beispielsweise der Steil-, Quer-, Rück- oder Diagonalpass, der Kurz-, und Langpass, der flache, halbhohe und hohe Pass, der gerade oder der mit Effet gespielte Pass und der Doppelpass. Diese Varianten ergeben unter Zeit- und Gegnerdruck enorm viele Spielsituationen, die folglich mit taktischen Übungsschwerpunkten im Training variiert werden müssen. Aufgabenstellungen wie Anbieten, Freilaufen, Raum schaffen und nutzen, Nachrücken, Positionswechsel, Spiel über den Dritten, Kreuzen etc. ergeben nahezu unzählige Variationsmöglichkeiten, die sich in einem Spiel ergeben können und im Training situationsgetreu trainiert werden müssen. Das Passspiel wird vielfach zu statisch trainiert, wo sich zwei Spieler gegenüber stehen und den Ball zuspielen. Diese Übungsform ist zwar zur Sichtung des Könnens zweckmäßig, spielnah ist sie jedoch nicht. Im Trainingsprozess sollen Passübungen dynamisch trainiert werden, um möglichst ähnliche Spielbedingungen zu schaffen. (Elgert & Schreiner, 2006, S. 6 ff.)
3.2 Technik ohne Ball
Das Spiel ohne Ball ist im modernen Fußball die Kommunikation innerhalb des Teams. Motorische Grundeigenschaften und taktische Aufgaben kommen beim Spiel ohne Ball zum Ausdruck.
Das Anbieten und Freilaufen gehört zur Basis eines effizienten Zusammenspiels. Um Torchancen über viele Stationen herausspielen und den Ball sicher in den eigenen Reihen halten zu können, muss der Ball führende Spieler stets Anspielmöglichkeiten haben. Dafür müssen die Mitspieler durch untereinander abgestimmtes Anbieten und Freilaufen sorgen. Eine geschickte Freilaufaktion bietet Aktionsraum für eine Anschlussaktion. Der Passempfänger löst sich um den Ball zugespielt zu bekommen. Andere Mitspieler denken bereits eine Spielsituation weiter und postieren sich vor dem Zuspiel so, dass sie in der geplanten Folgeaktion zu Anspielmöglichkeiten werden können.
Eine Lauffinte ist dabei ein wichtiges Mittel, um sich in einen torgefährlichen oder freien Aktionsraum zu bewegen. Eine Auftaktbewegung des sich freilaufenden Spielers zwingt den Gegner diesen einige Schritte zu folgen. Dadurch verschafft sich der Spieler den nötigen freien Raum für die Anschlussaktion. Besonders wirksam ist die Lauffinte, wenn der Angreifer seine Laufrichtung mit einem abrupten Antritt ändert.
(http://www.dfb.de/uploads/media/dfb_Infoabend_10.pdf)
Das ständige Variieren des Lauftempos durch plötzliche Sprints, Sidesteps, Vor- und Rückwärtsbewegungen bestimmen in hohem Maße den Erfolg des Spieles ohne Ball. Zu den Bewegungsformen ohne Ball (vgl. Bisanz, 2006, S. 363 ff.) gehören das Stellungsspiel, die Lauftechnik, Sprünge, Tacklings und der Körpereinsatz allgemein. Unterschiedliche motorische Fähigkeiten wie laufen, sprinten, traben, springen, rückwärts, vorwärts und seitwärts sind Grundvoraussetzungen für Ballsportarten (siehe Abb. 2.1).
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3.3 Technik und Taktik
Die Grundidee des Fußballspiels ist die Zielsetzung in der gegnerischen Spielfeldhälfte Tore zu erzielen und in der eigenen Hälfte Tore zu verhindern. Der Begriff Taktik beinhaltet alle Maßnahmen, die versuchen die Spielziele zu erreichen. Individualtaktik, Gruppentaktik und Mannschaftstaktik beinhalten positionsspezifische, individuelle und kollektive Regeln und Aufgaben, um im Angriff und der Abwehr das Spielziel erfolgreich umzusetzen. (Bisanz & Gerisch, 2006, S. 377 ff.)
Die erfolgreiche Umsetzung der Taktik kann Fußballspiele entscheiden. Eine gewinnbringende Taktik für Mannschaftssportarten zu finden und erfolgreich umzusetzen ist eine schwierige Aufgabe für Trainer und Spieler und erscheint komplexer als bei Individualsportarten. Faktoren wie Spielsystem des Teams, Spielweise des Einzelnen, Analyse des Gegners und schließlich Fußballtechnik und motorische Grundeigenschaften sind ein komplexes Netzwerk und spiel entscheidend.
Während im Nachwuchsbereich vielmehr die Entwicklung des einzelnen Spielers und weniger das Ergebnis Bedeutung haben sollte, bleibt für die motivierten Spieler das vorrangige Ziel zu gewinnen. Für die Umsetzung dieses Ziels sind Tore notwendig. Demnach ist das Ziel eines Torschusses der Treffer, unabhängig davon wie er zustande gekommen ist. Das Ziel eines Zuspiels ist es den Ball auch tatsächlich zum Mitspieler zu bringen. Das Erreichen des Ziels ist also wichtiger als das Erreichen einer perfekten Aktionsausführung. Gewisse Grundlagen sind dafür selbstverständlich notwendig um spielwirksam in Erscheinung zu treten.
Im Gegensatz zu geschlossenen Sportarten wie beispielsweise Turmspringen oder Turnen, bei denen eine optimale Ausführung leichter zu definieren ist, kann beim Fußball das Erreichen eines Ziels auf die erfolgreiche Durchführung unabhängig von optischen Kriterien reduziert werden. Im Sinne des übergeordneten Ziels, nämlich zu gewinnen, bleibt die Art und Weise des Zustandekommens unberücksichtigt. Zugegeben haben Ästhetik und Spielkultur des technisch versierten Spielers für das Auge des Betrachters unterhaltenden Wert. Für die Mannschaft ist das Erreichen der Ziele, ein genaues Zuspiel oder ein Treffer von höherem Interesse. Natürlich bedingen das Können und die Technik der Spieler das Spielergebnis und sollen somit auf einen möglichst hohen Stand gebracht werden. Der Torschütze und sein Trainer werden sich eher über den Treffer freuen, als die mangelnde technische Ausführung beim Torschuss in Frage zu stellen. Vorraussetzungen für planvolles und zielgerichtetes taktisches Handeln sind sowohl mentale Fähigkeiten sowie ein hohes Maß an technomotorischen Fertigkeiten und Antizipationsfähigkeit. (Bisanz & Gerisch, 2006, S. 380)
Dieser Hintergrund ist auch ein wesentlicher Punkt des differenziellen Lernens. In diesem Sinne erfolgt das Training nach differenziellen Gesichtspunkten auch eher erfolgsorientiert und weniger korrigierend. Grundzüge der groben Bewegungshaltung werden in Form von biomechanischen Knotenpunkten formuliert. Auf detailgetreue Gelenkswinkel ist im Sinne der Nichtwiederholbarkeit einer exakt gleichen Bewegungsausführung zu verzichten.
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4 Stoßarten
Stoßarten im Fußball sind Varianten zur Beförderung des Balles mit dem Fuß oder mit dem Kopf. Sie können nach unterschiedlichen Merkmalen unterschieden, jedoch nicht absolut bestimmt werden, weshalb die genaue Beurteilung der Stoßarten schwierig ist, da sich die Zonen für den entsprechenden Stoß überschneiden. Die Fläche des Schuhs, mit der ein Ball gespielt wird, gibt vor, wie der Stoß bezeichnet wird. Auf diese Weise lässt sich also eine Einteilung nach der Trefffläche des Schuhs vornehmen, die über die Richtung des Balls, die Schärfe des Schusses und den Dreh bestimmt. Die Auswahl des Stoßes richtet sich nicht nur nach Wunsch und Können des Spielers, sondern ist auch abhängig von der Spielsituation. Die Abbildung (4.1) zeigt die unterschiedlichen Flächen eines Schuhs an, mit der die Stoßarten im Fußball ausgeführt werden.
Arbeit zitieren:
Michael Weber, 2009, Differenzielles Lernen im Fußball, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Der systemdynamische Ansatz - Differntielles Lernen im Fußball
Sport - Bewegungs- und Trainingslehre
Hausarbeit (Hauptseminar), 47 Seiten
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