Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
1.1. VORWORT 3
1.2. EINLEITENDE GEDANKEN 4
1.3. ZIELVORSTELLUNGEN 5
2. BEGRIFFSBESTIMMUNG 6
2.1. INTEGRATION 6
2.2. SEGREGATION 8
2.3. DAS ALLTAGSVERSTÄNDNIS VON „VORURTEIL“ 9
3. DEFINITION UND VORURTEILSFORSCHUNG 10
3.1. FUNKTIONSWEISE VON VORURTEILEN 14
3.1.1. Der Gruppenprozeß als vorurteilsbildender Prozeß 15
3.2. DAS VORURTEIL IM FOKUS DER WISSENSCHAFT 18
3.2.1. Der konflikttheoretische Ansatz 18
3.2.2. Der lerntheoretische Ansatz 20
3.2.3. Der kognitive Ansatz 21
3.2.4. Der psychodynamische Ansatz 22
3.2.4.1. Der Sündenbock nach Nolting (1993) 24
3.3. ÄNDERUNG VON VORURTEILEN 26
4. DIE ANDEREN - AUßENSEITER UND MINDERHEITEN 28
4.1. AUßENSEITER 28
4.2. MINDERHEITEN - MEHRHEITEN 30
4.2.1. Der Fremde, der identifizierbare Andere 32
4.2.1.1 Fremdheit im geschichtlichen Überblick 33
5. ZUR SITUATION DER SINTI UND ROMA 35
5.1. KURZER HISTORISCHER HINTERGRUND 35
5.2. DER NAME 37
5.3. DIE KULTUR DER SINTI UND ROMA 39
5.3.1. Kulturelle Besonderheiten 40
5.4. SINTI UND ROMA ALS FEINDBILDER 42
5.5. SYSTEMATISCHE SEGREGATION UND VORURTEILSBILDUNG. 45
6. SOZIALE DISKRIMINIERUNG 46
6.1. DER FREMDE 50
6.2. FUNKTIONALISIERUNG VON DISKRIMINIERUNG DURCH BEHÖRDEN UND MEDIEN 51
6.2.1. Dokumentation der behördlichen Diskriminierung 53
6.2.2. Der „identifizierbare Andere“ in den Medien 55
6.3. DIE LAGE ENDE DER 70ER 58
6.3.1. Neue „alte“ Ängste seit 1989 60
7. DARSTELLUNG DER SITUATION DES BILDUNGS- UND BERUFSERFOLGS
VON SINTI UND ROMA 61
7.1. FUNKTIONSBESTIMMUNG DER SCHULE. 61
7.1.1. Gesellschaftliche Funktionen von Schule 62
7.1.2. Die emanzipatorische Funktion von Schule 65
7.2. BILDUNGSSITUATION DER SINTI UND ROMA 66
7.2.1. Suche nach den Ursachen des Schulversagens 68
7.2.2. Berufliche Situation 69
7.3. BEGRÜNDUNG VON SCHULVERSAGEN 70
7.3.1. Schulische Selektion 71
7.3.2. Diskriminierung der Muttersprache 72
7.3.3. Lösungsansätze 74
7.4. EIN PROJEKT DER ZUKUNFT 74
8. SCHLUßGEDANKEN 76
LITERATUR 80
2
Der identifizierbare Andere
- Die Bedeutung von Vorurteilen am Beispiel der Sinti und Roma in Deutschland
- 1.Einleitung
1.1. Vorwort
Vorurteile fallen nicht einfach vom Himmel, sondern verfestigen sich von Generation zu Generation, oder werden aufgrund sozialer Konfliktsituationen im wahrsten Sinne des Wortes „entworfen“. Früher bezog sich das „praejudicium“ (lat.: das Vorurteil; vorhergehendes Urteil) auf Erfahrungen und Entscheidungen. Vorurteile wurden in der Metaphysik (Descartes, Leibniz usw.) zur philosophischen Wahrheit erklärt. Was dem Vorurteil eher eine positive Deutung gab, im Gegensatz zur heutigen Darstellung des Vorurteils, als eine negative stereotype Aussage oder Meinung, wie z. Bsp. bei Allport (1971): „Ein ethnisches Vorurteil ist eine Form von Feindseligkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen…“ (Six,1978, S. 14).
Als kollektives vorurteilsbeladenes Generationenbild trifft dies bei Sinti und Roma zu; denn ich kann mich noch erinnern, wie Eltern und Großeltern über diese marginalisierte Volksgruppe sprachen. Regelrechte Diskriminierungskampagnen, wie: „Achtung die Zigeuner kommen, alles wegschließen“ oder „sei vorsichtig, Zigeuner sind gefährlich“ usw., folgten.
Während meiner einjährigen Arbeit mit Sinti und Roma in Straubing konnte ich dieses negativ tradierte Bild immer noch spüren. Fast resignierend musste ich feststellen, dass sich an den Erfahrungen meiner Kindheit bis heute kaum etwas geändert hat. Diese erschreckende Erkenntnis gab mir den Anstoß, mich mit den Mechanismen des Phänomens Vorurteil intensiver auseinanderzusetzen. Denn nur durch Kenntnis der psychologischen und sozialen Zusammenhänge von Vorurteils- und Stereotypenbildung ist es m.E. möglich effektiv Gegenmaßnahmen und Umdenkungsprozesse einzuleiten.
Die nun vorliegende Magisterarbeit stellt das Ergebnis meiner Bemühungen zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Vorurteil dar.
3
1.2. Einleitende Gedanken
Die Herabsetzung bzw. soziale Benachteiligung des Individuums, wegen seiner Herkunft, Religion oder Hautfarbe ist in Deutschland schon länger unter den Begriffen „Vorurteil“ und „Stereotypenbildung“ in den Wissenschaften ein Thema geworden.
Beeinflussende Faktoren zur Vorurteilsbildung sind Selbsterhaltung, Eigenliebe (positive Vorurteile über sich selbst), Ansehen, das Streben nach Wohlstand, Triebe wie Neid, Machtgier oder der Wettkampf innerhalb von Gruppen und Völkern.
In zahlreichen Medien (Printmedien oder Fernsehen) wird in diesem Zusammenhang viel von fehlgeschlagener Integration berichtet. Dazu ein Beispiel aus Frankreich. Die Bilder von allnächtlichen Krawallen, brennenden Autos, randalierenden Jugendlichen erregen schon länger die Öffentlichkeit.
Es scheint offensichtlich: In den Vorstädten Frankreichs misslang es der Politik in den letzten 40 Jahren Vorurteile abzubauen und dadurch Integration zu ermöglichen. Statt vernünftiger Programme, um den Problemen der sozialen Randviertel Herr zu werden, kam es zu politischer Hetze und Abwertung (eher eine Integration von Vorurteilen).
Die Abschiebung unerwünschter Bürger an den Rand der Gesellschaft, womit sie sich selbst überlassen bleiben, schürte Vorurteile und Segregation. Diese Ausgrenzung führte letztendlich zum Aufstand der Benachteiligten. Die Revolution der Minderheiten für mehr Gleichberechtigung konnte man in allen Medien verfolgen (vgl. Arte-tv vom 27. Mai 2004).
4
1.3. Zielvorstellungen
In dieser Arbeit sollen die gängigen „Stereotypen“ über Sinti und Roma „entzaubert“ und die Entstehung von „Vorurteilen“ und deren Folgen dargelegt werden. Die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die sozialen und ökonomi-
5
schen Lebensbedingungen dieser marginalisierten Gruppe werden aufgezeigt: Dazu gehören Diskriminierung, Segregation, (fehlgeschlagene) Integration, sowie ihre beruflichen und schulischen Chancen.
Zuvor setze ich mich mit den Begriffen Integration, Segregation und mit dem Alltagsverständnis von Vorurteil auseinander, um dann die wissenschaftlichen Ansätze und Ergebnisse der interdisziplinären Vorurteilsforschung zu beschreiben. Der „identifizierbare“ Andere begreift sich als „der Andere“ im Sinne von sichtbar anders sein. Diesem „anders sein“ widme ich den Abschnitt 4, da es m. E. wichtig ist, erst einmal klarzustellen, wer und was die Anderen eigentlich sind. Darauf folgt die historische Auseinandersetzung mit der Volksgruppe der Sinti und Roma und ihrer Leidensgeschichte (s. P. 5).
2. Begriffsbestimmung
Um Missverständnisse zu vermeiden muss auf bestimmte Begrifflichkeiten eingegangen werden. Was bedeutet im wissenschaftlichen Sinne Integration oder Segregation? Wie kann das Alltagsverständnis für Vorurteil beschrieben werden?
2.1. Integration
Bauböck und Volf (2001, S. 11-39) beschreiben Integration als einen Umstand, in dem Migranten als Mitglieder einer Gesellschaft anerkannt werden. Voraussetzung wäre eine wechselseitige Anpassung und Veränderung zwischen der aufnehmenden und aufzunehmenden Bevölkerung. Dazu gehört die Anerkennung der sozialen Regeln und Gesetzte von seitens der Immigrierten, aber auch die Akzeptanz der Mehrheit kulturelle Differenzen anzunehmen. Das Überleben gelang den Roma und Sinti, weil die heimische Bevölkerung von ihnen einen wirtschaftlichen Nutzen hatte. Die „Zigeuner“ vertrieben die ver-
6
schiedensten Waren und boten Unterhaltung durch Musik und Tanz. Dieses Angebot verschiedener Waren und Dienstleistungen ist heute noch Mittelpunkt ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit. Die ständige Angst vor behördlichen Zugriffen (Bsp. Gefangennahme, Gefängnisse) veranlasste sie sich permanent im Hintergrund zu halten, sich zu verstecken, was wiederum eine Integration unmöglich machte (ebd.).
Da sie sich immer wieder verstecken (unentdeckt bleiben) mussten, aus Angst ins Gefängnis geworfen oder bestraft zu werden, konnten sie sich in die herrschende Gesellschaft nicht integrieren. Misstrauen und Ablehnung führten zu einer Konzentration auf die eigene Gruppe, während die Mehrheitsbevölkerung ihrerseits durch vorurteilsgeladene Einstellungen und anhaltende Diskriminierung durch Behörden Abstand hielt.
Im Europäischen Netz gegen Rassismus (ENAR) heißt es dazu, dass ständige Flucht und Verfolgung zu einer Hier- und Jetzt - Philosophie führen, da langfristige Planungen nicht möglich sind. Diese Einstellung wirkt sich auf die Vorliebe zur Selbstständigkeit, mangelnde Gesundheitsfürsorge oder andere Lebensbereiche, wie unregelmäßiger Schulbesuch, aus (ENAR, 2002, S.9). Mangelnde Integration von Minderheiten wird von der Mehrheitsbevölkerung als Bewahrung ihrer Kultur und Sprache gesehen und die Segregation somit toleriert und erwünscht. Einerseits schließt sich die Fremd-Gruppe damit aus dem gesellschaftlichen Leben aus und separiert sich mit der Zeit selbst (Hansen, 1997, S. 12ff). Andererseits ist die Forderung nach Integration berechtigt, da eine Gesellschaft nur dann existieren kann, wenn die Menschen einigermaßen zusammenhalten. Das wiederum sollte Vielfalt nicht ausschließen, damit eine Weiterentwicklung möglich wird. Integration und Segregation stehen demnach in einem Wechselverhältnis zueinander (Hansen, 2001, S. 27).
Betrachten wir Integration vom persönlichen Standpunkt aus, dann bedeutet Integration auch eine Anpassung an die Mehrheitsbevölkerung, die mit Zwang und Unterdrückung verbunden ist. Ipsen (1983) kritisiert, dass das Wort Integration „Herrschaft“ außer Acht lasse und suggeriere eine positive Wahrnehmung von Integration in einem herrschaftsfreien Raum. D.h. Integration umfasst nicht nur die Einbindung eines Individuums in die Majorität, sondern Integration wird ebenso als Herrschaftsinstrument ge- oder missbraucht (Hansen, 1997, S. 16ff).
7
Um Ungleichheiten zu vermeiden und Integration möglich zu machen ist es notwendig Minderheiten und Einwanderern den Zugang zu gesellschaftlichen Einrichtungen und Positionen zu erleichtern. Politisch gesehen muss das Selbstbild einer Nation verändert werden (Bauböck & Volf, 2001). Bei den Sinti und Roma, als deutsche Staatsbürger, führten Verarmung und Abgrenzung (Segregation) zu einem Diasporadasein. Wodurch Fremdheit verstärkt wird und somit auch die Andersartigkeit des Fremden. Deshalb sollte Integrationspolitik darauf achten, dass sich über niedrige Löhne, Ghettosituation, Arbeitslosigkeit und mangelnde Bildung die Segregation nicht verfestige (ebd.). Eine Lösung des Problems sehen Bauböck und Volf in einem umfassenden Antidiskriminierungsgesetz verbunden mit einer Beweislastumkehr. Unabhängige Einrichtungen haben die Pflicht Verstöße zu überprüfen und zu dokumentieren. Für Sinti und Roma wäre es sinnvoll Arbeitgeber, die sich ablehnend und diskriminierend verhalten, verklagen zu können und dürfen, sowie die Möglichkeit über Behörden rechtliche Schritte einzuleiten. Integration bedeutet also auch Regeln aufzustellen, die die Bedürfnisse des Anderen respektieren. Dazu gehören die Sprache und kulturelle Eigenarten jeder Volksgruppe. Aufgabe der Politik ist es daher ein Klima der Toleranz zu schaffen, Stigmatisierungen und Segregation zu verhindern bzw. abzubauen (Bauböck & Volf, 2001).
2.2. Segregation
Im Gegensatz zur Integration stellt Segregation (lat. engl. = Ausscheidung, Absonderung) eine Trennung von Personen(gruppen) mit gleichen sozialen Merkmalen von Personen(gruppen) mit anderen Merkmalen dar. Es sollen Kontakte unter-einander vermieden werden, wie z. Bsp. in den USA, die lange Zeit eine systematische rassistische Segregation der Schwarzen betrieben. Damit verbunden ist zumeist die räumliche Aufteilung von Individuen nach Hautfarbe, Konfession, Geschlecht, Status und anderen Merkmalen, die sich in der Art der Zugangsmöglichkeit zu Wohnbezirken, Schulen, Kirche, Clubs usw. niederschlägt. Damit führt Segregation zu erzwungener oder freiwilliger Kontaktvermeidung zwischen den verschiedenen Gruppierungen (Hansen, 1997, S. 12-16). Hansen schreibt dazu: „Segregation ist die Vorgabe der relativ Mächtigeren für die relativ Ohnmächtigeren. Segregation ist die Antwort der Außenseiter, die von den Etablierten daran gehindert werden, dazuzugehören“ (zit. nach Hansen, 1997,
8
S. 71).
Geschieht Segregation freiwillig, d.h. Personen ähnlichen Lebensstils und ähnlicher Milieus (s. Künstler, Senioren usw.) finden in Wohngebieten zusammen, können Netzwerke entstehen oder gegenseitige Unterstützungsstrukturen. Beispiele hierfür sind die Studentenviertel, Armutsviertel, Stadtteile, in denen überwiegend Migranten, ältere Menschen oder Familien leben. Segregation ist demnach nichts anderes als eine räumliche Abbildung sozialer Ungleichheit oder freiwilliger Gleichheit in einer Gesellschaft. Ihre räumliche Absonderung begleiten Merkmale wie soziale Schicht, ethnisch-kultureller Hinter-grund oder Lebensstil.
Verbindet sich Segregation mit einer Ungleichverteilung von Lebenschancen und gesellschaftlichen Privilegien kommt es unweigerlich zu Ausgrenzung, Gettoisierung und Diskriminierung (s. Parisrevolte oder Sinti und Roma). Diese unfreiwillige Form der Segregation ist Ergebnis von Zwängen des Wohnungsmarktes und der Politik (s. Frankreich).
Sozial und ökonomisch benachteiligt, unter anderem durch die räumliche Konzentration auf Randgebiete, sind Sinti und Roma. Dadurch wird soziale Ungleichheit verstärkt.
2.3. Das Alltagsverständnis von „Vorurteil“
9
Geprägt wird der Vorurteilsbegriff durch seinen normativen, moralischen Charakter. Demnach unterscheiden sich Vorurteile von anderen Einstellungen nicht durch spezifische innere Qualitäten, sondern durch ihre soziale Unerwünschtheit. Als Vorurteile erscheinen als soziale Urteile, die gegen anerkannte menschliche Wertvorstellungen verstoßen und gegen die Regeln der Vernunft. D.h., wer über andere Menschen vorschnell urteilt, ohne geprüft zu haben, ob dies der Realität entspricht, verstößt gegen die gesellschaftlichen Norm- und Moralvorstellungen. Ohne genauere Kenntnis des Sachverhaltes verletzen Vorurteile diese Rationalitätsnorm. Ebenso werden Gegenargumente nicht anerkannt, indem Einzelfälle generalisiert werden.
Ein differenziertes individuelles Urteil erlaubt keine Verallgemeinerung. Wenn z. Bsp. jemand behauptet „Zigeuner sind musikalisch od. dumm“ ist dies eine verallgemeinernde individuelle Äußerung, die empirisch kaum zu verifizieren sein dürfte (ebd., S. 5ff).
Die Vorurteilsforschung grenzt den Begriff Vorurteil stärker ein. Wesentlichen Anteil daran tragen die Psychologie, die Sozialpsychologie und die Soziologie. Diese Disziplinen versuchen diesen Begriff von anderen Urteilen und Einstellungen zu separieren.
3. Definition und Vorurteilsforschung
In einer Kurzformel lassen sich Vorurteile als sozial nicht akzeptable Bewertungsmuster bezeichnen, die sich auf soziale Sachverhalte (Bsp. Nationen, Parteien, Wissenschaft usw.) beziehen lassen. Wobei Personen, Personengruppen und ethnische Minderheiten (Ausländer, Behinderte, kriminelle usw.) in der Vorur-teilsforschung als soziale Objekte bezeichnet werden, wozu auch andere soziale Sachverhalte gehören, wie Politik, Religion, Schule ect. (Güttler, 2003, S. 110ff). Damit waren die Fragestellungen der traditionellen Vorurteilsforschung vorgegeben: Wie lassen sich Vorurteile erfassen, welche Funktionen erfüllen sie, wie ent-
10
stehen sie, wie beeinflussen sie das Verhalten und wie lassen sie sich verändern? Güttler (S. 111) beschreibt den Begriff Vorurteil wie folgt: „Vorurteile sind Urteile über Individuen oder Gruppen, die falsch, voreilig, verallgemeinernd und klischeehaft sind. Sie wurden nicht an der Realität überprüft und beinhalten meist eine negative Bewertung. Vorurteile lassen sich kaum eliminieren, d.h. sie sind durch neue Informationen nur schwer zu verändern und zeichnen sich durch eine hohe Stabilität aus“ (zit. nach Güttler, S. 111). Eine Definition von Allport (1971) lautet:
„Ein ethnisches Vorurteil ist eine Antipathie, die sich auf eine fehlerhafte und starre Verallgemeinerung gründet“ (zit. Güttler, S. 112). Diese Abneigung gegenüber anderen Personen oder Gruppen kann verbalisiert oder gefühlt werden. Vorurteile werden unter sozialwissenschaftlichen Bezugssystemen nicht nur zur Erklärung individuellen sozialen Verhaltens genutzt, sondern vor allem zur Erklärung der Beziehungen zwischen Gruppen. Z. Bsp. betont Westie (1964) den normativen Gehalt von Vorurteilen und das dadurch festgelegte Gruppenverhalten, welche Mitglieder einer Gruppe gegenüber Mitgliedern von Fremdgruppen zu zeigen haben (Six, 1978, S. 14-17).
Ebenso betonen Sherif und Sherif (1956) den festgelegten Normengehalt von Gruppen. In den Norm- und Wertvorstellungen liegen ihrer Meinung nach die negativen Einstellungen (Vorurteile) von Gruppenmitgliedern gegenüber Fremdgruppen (Güttler, S. 112).
Seit ca. einem Jahrzehnt lässt sich jedoch in der sozialpsychologischen Forschung eine Verschiebung des Interesses sowohl am Konzept des Vorurteils als auch an dem hier aufgestellten Definitionenkatalog feststellen. Dieser neue Trend ist eng verknüpft mit der kognitiven Wende in der Sozialpsychologie, die primär an der Untersuchung der kognitiven Funktionen und Prozesse interessiert ist. Das derzeit vorherrschende Interesse an den Mechanismen menschlicher Informationsverarbeitungsprozesse und ihren Resultaten in Form von Entscheidungen und Urteilen hat für die traditionelle Vorurteilsforschung zu nicht unerheblichen Veränderungen geführt. Einerseits zu einer Belebung des Stereotypen-Konzepts und andererseits zu einer Verknüpfung mit Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der sozialen Wahrnehmung und der sozialen Urteilsprozesse. Dazu kommen das In-
11
tergruppenverhalten und die neu entdeckten Minoritäten, die mehr sein können und mehr zu bieten haben als nur Angriffspunkte von Majoritäten (Six, S. 18-24). Schwerpunktmäßig werden in der kognitiven Theorie die psychischen und individuellen Auslöser für Vorurteile bzw. Stereotypen untersucht. Eine grundlegende Rolle spielt hier der hohe Informationstransfer (s. Medien, Internet usw.) und die dadurch entstehende kognitive Belastung.
Zusammenfassend werden in den Wissenschaftstheorien der Vorurteil- und Stere-otypforschung unterschiedliche Prozesse zugeordnet (Lin, 1999, S. 29ff):
- der konflikttheoretische Prozess: Sherif, 1967, Theorie des realen Gruppenkonflikts; Tajfel 1982, Theorie der sozialen Identität (s. P. 3.1.1). Der konflikttheoretische und der psychodynamische Ansatz gehen von einem Abwertungsmotiv aus. Diese Annahme wird damit begründet, dass in der Theorie des realen (Gruppen-)Konflikts, Vorurteile das Ziel haben Fremdgruppen auszugrenzen, um eigene Interessen zu verfolgen. Dieses Abwertungsprinzip erfolgt meistens in Wettbewerbs- und Konkurrenzsituationen. Persönliche Vorurteils- und Stereotypenbildung haben häufig ihren Ursprung in dynamischen Gruppenprozessen, wie sie Tajfel und Sherif erforschten. Vorurteile über Fremdgruppen sind daher immer in Beziehung einer Ingroup - Outgroup Interaktion zu verstehen. D.h. Mitglieder einer sozialen Gruppe haben ein Bild von dem Anderen sozial konstruiert und zugleich das Bild von der Eigengruppe festgelegt. Das Ferienlagerexperiment von Sherif oder die „Soziale Identitäts-Theorie“ (SIT) von Tajfel belegen diese Annahme (Güttler, 2003, S. 112; Six, 1978, S. 30ff).
- der lerntheoretische Prozess: Rosenfield, 1982 (Rassenstereotyp), Bandura, 1969 (Lernen am Modell).
Die Lerntheorie geht von erlernten Vorurteilen aus, die durch den Sozialisationsprozess bereits im Elternhaus übernommen wurden. Ebenso sind gesellschaftliche und kulturelle Eigenschaften für bestimmte Verhaltensweisen ver-antwortlich (s. tradierte Sinti- und Romavorurteile). Einer der lerntheoretischen Ansätze bezieht sich auf das Lernen am Modell nach Bandura (1969). Nach den klassischen Lernprinzipien des Konditionierens und Beobachtens und durch direkt und indirekt (z.B. Medien) beeinflusste Kommunikation werden Stereotype und Vorteile erworben (Frey & Greif, S. 368).
12
- der psychodynamische Prozess: Dollard et.al; Frustrations-Aggressions-Theorie (s. Sündenbocktheorie).
Die Psychologie setzt psychoanalytische Schwerpunkte, wie die innerpsychischen und individuellen Prozesse. Psychische Konflikte können zur Vorurteilsbildung führen. D.h. auch hier wird ein Abwertungsmotiv vorausgesetzt (Lin, S. 29 - 138).
Psychodynamische Ansätze (Adorno et al., 1950) gehen von einer generellen ethnozentrischen Reaktionsbereitschaft aus. Überlegenheitsgefühle gegenüber anderen können in den politischen, ökonomischen und sozialen Überzeugungen einer Person ein ideologisches Antwortmuster bilden, das als Ergebnis bestimmter Konstellationen von Es, Ich und Über-Ich aufgefasst wird. Diese Muster sind durch elterliche Erziehungspraktiken entstanden und können zu einer vorurteilsvollen Persönlichkeitsentwicklung führen.
Allport (1971) beschreibt in seinem psychodynamischen Ansatz verhaltensbestimmende unbewusste Steuerungsmuster der Vorurteilsfunktion. Persönlichkeitseigenschaften und psychodynamische Prozesse, wie Aggression, Hass, Ängste und Unsicherheiten, sind beeinflussende Faktoren zur abwertenden Vorurteilsbildung (Six, S. 118 - 121; Frey & Greif, S. 368) Ein weiterer wichtiger entwicklungspsychologischer Ansatz besagt, daß Vorurteile bereits in frühester Kindheit erworben werden. Ablehnung oder Gleichgültigkeit erzeugen ein negatives Selbstwertgefühl bei Kindern oder Jugendlichen. Werden Kinder vernachlässigt kann es dann zur Flucht zu einer Ersatz-Gruppe kommen.
- die kognitiven Prozesse: Tajfel und Vilkes 1963 (die Akzentuierungstheorie); Giffford 1976 (die Theorie der illusorischen Korrelation). Kognitive Prozesse der Informationsaufnahme und -verarbeitung sind die Basis für den Kategorisierungsprozess, während die Vorurteilsmechanismen wiederum kognitive Prozesse steuern. So z. Bsp. die Wahrnehmung, Kodierung, Speicherung und langfristige Abrufbarkeit von Informationen über soziale Sachverhalte und ihrer Bedeutung.
Innerhalb der kognitiven Erklärungsansätze zeigen Arbeiten auf dem Gebiet der Reizklassifikationstheorie, dass bei vorgegebenen Kategorien Zuordnungen von Gegenständen dazu führen, dass die Unterschiede innerhalb der Kategorien minimiert, während die Differenzen zwischen den Kategorien maximiert wurden.
13
Diese Annahmen basieren auf Kombination von Theorien zur Reizklassifikation, Reizdifferenzierung und der Hypothesentheorie der sozialen Wahrnehmung. Die Theorien gehen davon aus, dass Urteils- und Denkprozesse auf Fehlern und Irrtümern basieren. Gründe dafür sind mangelnde Information oder zu schnelles (Ver-)Urteilen (Frey & Greif, S. 368).
- Situationsorientierte Ansätze versuchen über Korrelationen zwischen Vorurteilsausprägungen und Situationsvariablen (wie Gruppenkonflikte, sozioökonomischer Wettbewerb, Arbeitslosigkeit, Gruppen- oder schichtbezogene Probleme) Aussagen zur Ursache-Wirkungs-Relation zu machen. Hier wird die Meinung vertreten, dass Vorurteile und Stereotypen wandelbare situationsangepasste Orientierungsmuster sind (Frey & Greif, S. 368).
Feststellen lässt sich, dass Einstellungstheorien, wie klassisches / instrumentelles Konditionieren (Belohnung/Bestrafung), Modelllernen (z.B. wie verhalten sich Vorbilder gegenüber Minoritäten) und Lernen im sozialen Kontext (Gruppenprozesse) wichtige Bezugspunkte für negative Einstellungen sind. Andererseits schützen Vorurteile vor Orientierungslosigkeit und stärken den Selbstwert, haben also eine bestimmende Funktion.
3.1. Funktionsweise von Vorurteilen
Welche Funktionen erfüllen Vorurteile? Welcher ideologische Gehalt verstärkt sie und welchen Bedingungen unterliegen Vorurteile?
Frey & Greif (1997, S. 366) ordnen den Vorurteilen unterschiedliche Funktionen und Werte zu:
- In der Persönlichkeits- und Tiefenpsychologie wird dem Vorurteil eine schützende Funktion (z. Bsp. vor Angst und Selbstkritik) zugewiesen. Das Selbstwertgefühl wird stabilisiert und Vorurteile ermöglichen Motivbefriedigung und Aggressionsabfuhr in sozial gebilligter Form (s. die Sündenbocktheorie bei Allport, 1971).
- Für die klassische sozialpsychologische Auffassung dienen Vorurteile der Abgrenzung und Aufwertung der Eigengruppe gegen Fremdgruppen (wir sind besser…). Ebenso dienen sie der Stärkung von Solidarität, Gleichgewicht in der Eigengruppe (ideologischer Zusammenhalt) und der Aufrechterhaltung bestehender Machtverhältnissen zwischen Gruppen (s. hierzu Gruppenprozes-
14
se P. 3.1.1., nach Tajfel & Sherif).
- Für die Kognitionstheoretiker schützen Vorurteile vor einem kognitiven Chaos, sie dienen der Orientierung in einer komplexen Umwelt und erleichtern die Einordnung und Interpretation von Umweltreizen.
Deshalb werden viele unterschiedliche Umweltreize in einem System von Kategorien vereinfachend strukturiert (s. Schubladendenken, Sündenbock). Sie dienen somit zur Orientierung und Vereinfachung des Alltags und schützen vor Reizüberflutung (kognitivem Chaos). Dabei sind die Übergänge von psychologischen, sozialen und kognitiven Anteilen fließend.
Der kognitive Prozess vollzieht sich z.B. durch das Lernen im sozialen Kontext. Wobei wiederum kulturelle und gruppenspezifische Normen und Werte die Basis für soziale Kategorien darstellen, die der Aufrechterhaltung bestehender Werte und Normen dienen. Daraus erfolgt eine Bewertung von kategorisierten Objekten, die sich vor allem dann auf soziale Urteile auswirkt, wenn dem Vorurteilsträger außer der Kategorisierung keine zusätzlichen Informationen über das Objekt vorliegen. Diese Unterscheidung von Umweltreizen und Wertbegriffen (gut, böse..) stellt die früheste Form sozialer Kategorisierung bei Kindern dar. Voreilige Urteile über andere oder Gruppen führen so zur Urteilsverzerrung, Übergeneralisierung und Überakzentuierung. (Six, S. 34-37; Frey & Greif, S. 367ff). Soziologische und soziokulturelle Theorien sehen Vorurteile und Stereotype als Resultat der Ungleichverteilung von Macht und Interessen. Vorurteile und Stereotype sind danach nicht nur Manifestation dieser ungleichen Verteilung, sondern rechtfertigen die den Minoritäten attributiven negativen Merkmale und die in der Regel daraus ableitbaren diskriminierenden Verhaltensweisen. Aus den Ergebnissen der Wettkampfexperimente im Sommerlager (1961, Theorie des realistischen Gruppen-Konflikts) schloss Sherif et al., dass ein realer Konflikt um knappe Ressourcen zu wechselseitigen Bedrohungen führen kann, die sich in feindselige Einstellungen (Vorurteilen) niederschlagen.
3.1.1. Der Gruppenprozeß als vorurteilsbildender Prozeß
Dass bereits die bloße Kategorisierung von Personen in »ingroup« und »outgroup« zu Diskriminierungen führen kann, wurde mit einem Verfahren nachgewiesen, dass als »minimal group paradigm« (Tajfel et al., 1971) bezeichnet wird. Hierbei werden Personen nach völlig belanglosen und beliebigen Kriterien in
15
Gruppen eingeteilt, darüber hinaus gibt es jedoch kein weiteres Merkmal, das die Gruppenmitglieder untereinander verbindet bzw. sie von den Mitgliedern der anderen Gruppen unterscheidet, dennoch kommt es sehr schnell zu »ingroup«-Favorisierungen und zu »outgroup«-Diskriminierungen. Tajfel & Tajfel (1978) und Turner (1979) haben unter Berücksichtigung dieser bildenden Kategorisierungsprozesse und ihrer Resultate eine Theorie des Intergruppenverhaltens aufgebaut. In dieser Theorie der Sozialen Identität wird davon ausgegangen, dass über soziale Kategorisierungsprozesse Personen ihre Umwelt anhand unterschiedlicher Merkmale (nach Geschlecht, Berufs- oder Religionszugehörigkeit etc.) in verschiedene soziale Kategorien oder Gruppen einteilen oder bereits Mitglieder derartiger Kategorien oder Gruppen sind (Six, S. 37ff). Das bedeutet nichts anderes, als dass Kategorien vereinfachte ungeprüfte Bewertungen beinhalten und unter bewertenden Gesichtspunkten verwendet werden. Diese Kategorien werden als gut oder schlecht, angenehm oder unangenehm, schön oder hässlich empfunden. Dazu Tajfel (1975): „Immer wenn ein System mit wertenden Differenzierungen verbunden ist, besteht ein Interesse an seiner Erhaltung, solange die Werte sich nicht ändern… Ein wertbezogenes System ist schwieriger zu verändern als ein wertfreies.“ (zit. Six, S. 37). Diese Bedeutung der Wertbezogenheit kann als Grund der hohen Resistenz gegenüber Veränderungen von Vorurteilen herangezogen werden. Heißt aber auch, daß Wertbezogenheit ein Kategoriensystem klarer und eindeutiger macht und zu seiner Erhaltung beiträgt.
• der Vergleich:
Lin: Die eigene Gruppe wird gegenüber der Fremdgruppe positiv unterscheidbar. Der Fremdgruppe werden bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, wodurch sich die Eigengruppe von der anderen differenziert.
16
• die Klassenbildung und die Ähnlichkeits- bzw. Differenzakzentuierung: Lin: Wir neigen dazu Personen sympathischer zu finden, wenn diese uns ähnliche oder gleiche Ausprägungen in ihren Eigenschaften aufweisen. Über unsere Umwelt sind wir bereits sozialisiert und haben soziale Werte, Normen aber auch Erwartungen weitgehend übernommen. Aufgrund dieser tradierten Übernahme von Klassifizierungen fassen wir Personen oder Gruppen allgemein zu Klassen zusammen, wodurch diese uns ähnlicher erscheinen als sie tatsächlich sind.
Abschließend ist festzustellen, dass eine hohe Übereinstimmung zwischen den verschiedenen Ansätzen in folgender Aussage besteht: die ersten Vorurteile ent-
17
Arbeit zitieren:
Romana Schickl, 2008, Der identifizierbare Andere, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Romana Schickl's Text Der identifizierbare Andere ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Romana Schickl hat den Text Der identifizierbare Andere veröffentlicht
Romana Schickl hat einen neuen Text hochgeladen
Basiswissen Pädagogik . Pädagogische Arbeitsfelder 1. Vorschulpädagogi...
Lilian Fried, Susanna Roux, Andreas Frey, Bernhard Wolf
Basiswissen Pädagogik. Pädagogische Arbeitsfelder 3. Handlungsfelder d...
Hans Günther Homfeldt, Jörg Schulze-Krüdener
Vorüberlegungen, Aufbau und Analyse von Interviews mit Angehörigen der...
Eine narrative, biographische ...
Patrick Kraemer
Sinti and Roma in German-Speaking Society and Literature: Volume 2
Susan Tebbutt, S. Tebbutt
Reconsidering Roma - Aspects of Roma and Sinti-Life in Contemporary Ar...
Lith Bahlmann, Matthias Reichelt
Roma-/Zigeunerkulturen in neuen Perspektiven
Romani/Gypsy Cultures in New P...
Fabian Jacobs, Johannes Ries
Der nationalsozialistische Genozid an den Roma Osteuropas
Geschichte und künstlerische V...
Felicitas Fischer von Weikersthal, Christoph Garstka, Urs Heftrich, Heinz-Dietrich Löwe
0 Kommentare